Comic Radio Show

06. Jan 2009
Comics erfrischend subjektiv!

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Western: Black Hills - Bd.1

Western Cover

Aufgeköchelt und verbraten


Yves Swolfs wurde als Zeichner und Autor vor allem durch seine Italo-Western-Serie "Durango" bekannt, die in bester Sergio Leone-Manier vom einsamen Helden und Rächer in einer brutalen Welt erzählt und gewalttätige Szenen gnadenlos verherrlichend einfror. Mit "Black Hills" nähert sich Swolfe dem Western-Genre, diesmal nur als Autor, von einer historisch korrekteren Warte.

Lewis Kayne war mal ein stahlharter Bursche und ein Squawman (also mit einer Indianerin verheiratet), jetzt ist er Witwer, Säufer und Loser. Sein Zusammentreffen mit Armand Lebon, einem idealistischen Fotografen, ist der Auftakt einer Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit. Der Stein kommt ins Rollen, und gleichzeitig beginnen die Sioux, beeinflusst von einer neuen Religion, mit ihrem letzten großen Aufstand.
...und ewig lockt das WeibDie Zeichnungen von Marc-Renier sind traditioneller franko-belgisch-realistischer Manier und nicht übel, aber etwas steif und keineswegs "präzise und detailversessen", wie es einem der Verlag weismachen will. Auch mutet es seltsam an, dass sein Stil angeblich durch "architektonische Details" aus dem Rahmen fällt, bei einer Story, die weitgehend in den Ebenen des amerikanischen Westens spielt.
Das Bemühen von Swolfe, "die Indianer und Pioniere so zu schildern, wie sie wirklich waren", greift leider nur auf sattsam Bekanntes vom edlen Wilden und der Zivilisationsbestie weißer Mann zurück. Durch die Reduzierung auf platte schwarz-weiss Malerei entwickeln die Figuren auch kein eigenes Leben, sie bleiben an ihren Klischees haften. Die Bösen sind böse, weil sie halt böse sind, und die Guten bekommen zwecks Glaubwürdigkeit etwas Dreck aufgeschmiert. Und wenn einem alten Indianer Worte in den Mund gelegt werden, die eher einem Psychiater denn einem Sohn der Prärie zur Ehre gereichen, wird die Absicht überdeutlich.
Aufstand der IndianerSwolfes entwirft keine wirklichen Schicksale, er konzentriert sich lediglich auf das Erzeugen von Emotionen. Bei "Durango" war das okay, die Serie wollte nie sozialkritisch sein, sondern abenteuerlich und aufwühlend. "Black Hills" hätte weniger Anspruch sicherlich gut getan, denn so entstand beileibe nichts Neues, nur Aufgeköcheltes von überdrüssigem Geschmack. Und das Cover, das ist wirklich bescheiden. (rs)

Black Hills - No. 1: Der Geistertanz
Text: Yves Swolfs
Zeichnungen: Marc-Renier
48 Seiten, Softcover-Album
Arboris, 19.90 DM
Oktober 2000


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Kojoten der Prärie
geschrieben von ReinerSchneider am Sonntag, 28. Oktober 2001 (1786 Aufrufe)
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