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geschrieben von M.Hüster am Montag, 23. März 2009 (8063 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Das Magazin mit den großen europäischen Comics


Zack 118 ZACK verleiht Flügel, diesmal aber nicht einem alten Bekannten, sondern einem ganz neuen Helden, oder eher umgekehrt, realistisch betrachtet. Der Autor und Zeichner von Der Stern von Afrika ist jedenfalls für ZACK-Leser kein Unbekannter, auch wenn er mit seiner neuen Serie kaum wieder zu erkennen ist im Vergleich zu seinem frühen Abenteuer der Himmelstürmer in ZACK 9-13. Franz Zumsteins weiterentwickelter realistischer Zeichenstil ist nicht nur für Fliegerfans eine Augenweide.

Realistisch und dramatisch geht es auch bei der nächsten neuen Serie zu, mit der sich Erfolgsautor Jean Van Hamme zurückmeldet. Die traumatische Vergangenheit der lebendigen Lady S. bedurfte einer dringenden Therapie, mit der wir nun in diesem Heft beginnen und dafür die Vergangenheitsbewältigung des toten Opas von Napoleon Tran auf das nächste ZACK verschieben mussten. Anthea muss in der Legende von Malemort zunächst einmal ihre Gegenwart bewältigen, die unsere Vergangenheit ist, und gerät auf ihrer Flucht durch einen verfluchten Wald in die Hände eines kleinen Mannes, der ihr über ist.

Zack 118

Vera hingegen ist auf der Suche nach einem Mann, ihrem Bruder. Die Spur führt sie auf ein Schiff, wo sie den in der Gegenwart lebenden Kapitän lieber nicht mit der Vergangenheit belästigen sollte, bevor die Zukunft den El Niño bringt. In der Vergangenheit kämpft Cassio zum Schluss noch um Gerechtigkeit, während Ornella in der Gegenwart noch eine Entdeckung über die erfolgreiche Zukunft seiner Vergangenheit macht.

Streit gibt es auch in der Gegenwart des zukünftigen Empire USA, der auch nur verbal nicht weniger heftig ist. Doch die größte Entdeckung findet sich in der Liebe, die nicht unbeobachtet bleibt.


Comic-Start des Monats:

Der Stern von Afrika 1/4 (S. 8-20, 13 Seiten)

Mit „Der Stern von Afrika“ erfolgt der Vorabdruck einer neuen realistischen Fliegerserie von Franz Zumstein in ZACK. Der Stern von Afrika ist nicht nur ein Fliegerabenteuer, sondern auch eine Liebesgeschichte und ein Familienmelodrama im zweiten Weltkrieg und beginnt in Libyen im Frühjahr 1942. Der Kampf zwischen den Briten und der deutsch/italienischen Allianz in Nordafrika wogt hin und her: Wir befinden uns in Martuba, dem großen Feldflugplatz der Deutschen und Italiener in der Nähe der Hafenstadt Derna. Der Fliegerheld Hans-Joachim Marseille ist auf dem Höhepunkt seines Erfolges. Er wird glühend verehrt vom 18jährigen Nordafrikaner Ali. Eigentlich heißt dieser Alessandro und ist in Wirklichkeit deutsch/italienischer Abstammung. Der von Flugzeugen begeisterte Junge kommt tatsächlich mit seinem Idol in Kontakt. Die Geschichte nimmt seinen Lauf …

Zack 118

Beim Autor nachgefragt:

Franz Zumstein

Franz, was war die Initialzündung für das Comic-Projekt "Der Stern von Afrika"? Wie bist du auf das Thema gekommen? Du zeichnest das Abenteuer in einem realistischen Stil…

Franz Zumstein: Seit meinem Entschluss als Zeichner selbständig zu werden herrschte bei mir immer Vollbeschäftigung, bis mich Ende letzten Jahres die Coop-Zeitung "entließ" (Wegfall der Vorveröffentlichung von „Die Himmelsstürmer“) und ich endlich freie Kapazität für meinen Jugendtraum Fliegercomic hatte. Realistisch habe ich schon immer gezeichnet, außer wenn ich bewusst in den Funny-Stil wechselte, als es darum ging, ein Kinderpublikum anzusprechen. Heute kommt mir das wie eine Art Verirrung vor. Ich liebe seit jeher den realistischen Stil. Schon in der Kunstschule haben sich die Lehrer über meinen Naturalismus aufgeregt, als sie aus uns ausdrucksstarke Expressionisten machen wollten.

Zack 118

Du hast für den Beginn der Handlung das Jahr 1942 gewählt. Alles beginnt mitten im 2. Weltkrieg. Warum hast du diese Zeit für deine Story ausgesucht?

Franz Zumstein: Der zweite Weltkrieg fasziniert mich, weil er auch mir als Schweizer nah ist. Meine Eltern kannten Verdunkelung, Anbauschlacht, Verpflegungsmarken, Aktivdienst und erzählten uns von dieser sorgenvollen Zeit. Wenn ich im benachbarten Ausland bin, denke ich oft daran, dass in diesen heute friedlichen Dörfern und Städten vor nicht allzu langer Zeit Krieg und Verwüstung herrschte. Andererseits kommen mir in Zeitdokumenten die Menschen aus den 40 Jahren immer als besonders gefühlvolle Seelchen vor. Da schwingt immer so eine Sentimentalität und Romantik mit, die in einem unverständlichen Gegensatz zu den Kriegsgräueln steht. Zu guter Letzt finde ich das Design und die Mode dieser Epoche echt schön, vor allem natürlich die schönen Formen der Flugzeuge.

Einer deiner Helden der neuen Serie ist Hans-Joachim Marseille, genannt "Der Stern von Afrika". Wie bist du auf die schillernde Persönlichkeit des deutschen Fliegerasses, einer damals real existierenden Person, gekommen? War der berühmte Flieger selbst optische Vorlage für den gezeichneten Helden?

Franz Zumstein: Ich besitze schon seit langer Zeit viele Dokumente und einige Filme über dieses Fliegerass. Er muss ein sensibler und eigenwilliger Mensch gewesen sein. Das hat mich interessiert. Natürlich wollte ich ihn so ähnlich wie möglich portraitieren, an Vorlagen fehlt es mir ja nicht. Auch Generalfeldmarschall Rommel oder Staffelkommandant Neumann zeichnete ich mit dem größten Vergnügen von Fotografien ab.

Stelle doch bitte die wichtigsten Charaktere kurz vor. Gab es reale Vorbilder für Ali und Aisha?



Franz Zumstein: Ali und Aisha sind du und ich, die Identifikationsfiguren für den Leser und die Leserin. Ein normales Liebespaar mit Problemen aus der Vergangenheit, die sie heute lösen möchten und das große Träume für die Zukunft hat. Beide Personen sind frei erfunden. Sie sind das attraktive Paar, das die Sympathien auf sich vereinen soll.

Marseille ist Marseille, der kaltblütige Schütze und geniale Flieger, dem das Kriegshandwerk eigentlich zu hart war, der monatelang die gleiche romantische Platte hörte und von seiner Liebsten träumte, während er gleichzeitig Gegner um Gegner umbrachte, im Wissen, dass er selber der Nächste sein könnte. Ich lasse ihn Zukunftsvisionen für Ali träumen, was die Widersprüchlichkeit seiner Figur noch verstärkt.

Mahmud ist der Daniel Düsentrieb, der Professor Bienlein, der Q aus James Bond, der Tüftler und Erfinder, den ich in so vielen Geschichten liebe. Aziz, ist der treue Freund, der immer etwas im Schatten steht, "Harry Klein, das arme Schwein, der immer so daneben steht und sein Sätzlein aufsagt" heißt es in einem schweizerischen Popsong.

(Auszug aus ZACK 118)


Lady S 1/4 (S. 18-29, 12 Seiten)

Zack 118


Weitere Comics:

• Die Legende von Malemort: Unter dem Mondlicht, 2/4 (S. 41-51, 11 Seiten)
• El Nino: Die Passagierin der Capricorne, 2/4 (S. 53-64, 12 Seiten)
• Cassio: Der erste Mörder, 4/4 (S. 67-73, 7 Seiten)
• Empire USA 1, 4/4 (S. 75-81, 7 Seiten)

Zack 118
Redaktionelle Beiträge:

• Eure ZACK-Redaktion (S. 3)
• Im Gespräch mit Franz Zumstein (S. 4-7, 4 Seiten)
• Jean van Hamme, Interview (S. 16-17, 2 Seiten)
• WebComic (S. 38-39, 2 Seiten)

Online Comics: Eriks Deae ex machina

Inzwischen haben viele Comic-Zeichner und Cartoonisten das Internet als Veröffentlichungsplattform für sich entdeckt. Im Internet gibt es Platz für jede Kunstform der Comics oder Cartoons. Der Vorteil dieser Art der Publikation dürfte für jeden einleuchtend sein: während die Preise für gedruckte Comics trotz Globalisierung und Druckereien in Slowenien, Polen, China, Spanien usw. immer weiter steigen und die Budgets der Fans stark in Anspruch nehmen, ist das Internet schnell und damit aktuell. Außerdem ist die Online-Publikation der eigenen Werke, wenn man das technischen Equipment besitzt, nahezu umsonst. Das ist natürlich gerade für Newcomer eine sehr bedeutende Sache, denn sie können das Internet nutzen, um ihren Comics/Cartoons einen steigenden Bekanntheitsgrad zu verschaffen. Dadurch werden ggf. auch Verlage auf die Werke aufmerksam und vielleicht gibt es auf diesem Wege einen Vertrag für das gedruckte Medium.



Den Online-Weg ging auch der Comic-Zeichner und Szenarist Erik, der im Januar 2009 die ersten zwei Episoden seines Comics „Deae ex machina“ veröffentlichte. Jeweils monatlich wird die Story um 1-2 Episoden ausgebaut. Rund um das Werk gibt es auf der Homepage jede Menge Begleitinformationen zum Comic. Im virtuellen Atelier können die Leser die Entstehungsphasen des Comics verfolgen. Dazu zählen Studien zu den diversen Zeitebenen der Comic-Story, die Seitenkompositionen in Form von Scribbles und die Bleistiftversionen der Seiten, bevor sie getuscht werden. Zusätzlich gibt es u. a. Hintergrundinformationen zu den handelnden Charakteren und ein Glossar, das bei Bedarf die historischen Zusammenhänge erklärt. Neben den Abenteuern der Deae gibt es also von Monat zu Monat viel Neues zu entdecken (http://www.eriks-deae.de/home).



Zack 118



Interview mit dem Zeichner



Im Januar 2009 startete nach einer Hobby-Phase dein Webcomic „Eriks Deae ex machina“ als ernsthaftes Projekt. Stell das Projekt doch bitte kurz vor…

Erik: Deae ex machina ist ein privater Internet-Comic, der jeden Monat eine neue Folge der Abenteuer um die drei nordischen Schicksalsgöttinnen bietet.

Er erzählt die Geschichte der Nornen Urd, Skuld und Verdandi, die in den Goldenen Zwanzigerjahren erstmals seit Jahrhunderten wieder gezwungen sind, in das Schicksal der Welt einzugreifen. Um die Welt vor einem vorzeitigen Ende zu bewahren, benötigen sie jedoch die Hilfe eines sterblichen Verbündeten. Als Träger eines magischen Amuletts eignet sich der junge Flieger Chris besonders dafür, drei uralte magische Module in längst vergangenen Zeiten aufzuspüren und zu vernichten. Ihre gemeinsamen Abenteuer führen ihn und die drei Nornen im Laufe der Geschichte zu sehr unterschiedlichen Orten in verschiedenen Zeiten, etwa in die Antike oder das Mittelalter. Die Deae sind also eine Zeitreise-Fantasy vor historischen Hintergründen, die an jedem Monatsersten fortgesetzt wird. In der Regel mit zwei neuen Kapiteln und etwa 15 bis 20 neuen Seiten.

Deae ex machina: Dieser ungewöhnliche Name deines Comics bedarf der Erklärung.

Zack 118


Erik: Der berühmte Deus ex machina war im antiken griechischen Theater ein Schauspieler, der von einem Kran auf die Bühne herabgelassen wurde. Er verkörperte einen Gott, der den irdischen Helden des Theaterstücks in letzter Minute retten sollte. Genau wie die Nornen Urd, Skuld und Verdandi.
Deae ex machina heißt also nichts anderes als die "Göttinnen aus der Maschine".

Was treibt dich denn nun wirklich an, jeden Monat eine Comic-Folge von Eriks Deae ex machina ins Internet zu stellen?

Erik: Mich interessieren die Reaktionen der Leser! Bisher hab ich Comics nur für mich selbst gemacht. Das ist so, als wenn man zum Singen in den Keller geht. Ich wollte einfach mal vor Publikum singen und dann mit den Zuhörern darüber plaudern. Das ist übrigens das Tolle an einem Web-Comic! Die Reaktionen kommen sofort und jedes Interesse an der eigenen Arbeit verleiht uns Autoren und Zeichnern Flügel.

(Auszug aus Interview in ZACK 118)


Aktuelles: (S. 30-32, 2,5 Seiten)

• Comic-Experte Claude Moliterni gestorben
• Das neue Team von Spirou
• Erstmals Comics im Louvre ausgestellt
• Klassiker von Paape
• XIII-Die Comic-Verfilmung
• Comics & Mehr wird 20!
• Die Jeff Jordan Gesamtausgabe bei der ECC
• Sammy’s Boy
• Lucky Lukes Beitrag zum Superwahljahr


ZACK-Entdecker: (S. 3)

Zack Entdecker
Zack 118
Rubine
… diesmal aus Rubine 9 „Modellstadt“, Seite 34, erster Streifen, zweites Panel: Rubine verstaut ihre Einkäufe im Heck ihres Porsches. Das ist unmöglich, da im Heck des 911er der Motor sitzt!







Rezensionen/Vorstellungen: (S. 35 - 37, 3 Seiten mit Werbung)



• MOSAIK 400: 400 Abrafaxe-Abenteuer
• All Star Superman 6
• Der Feind 3
• Dick Herrison 9
• Sleeper 2
• Strapazin
• Die! Oder wir
• Aus dem Archiv: Die bunten Abenteuer von Peter + Alexander
• Belladonna
• Engel

SONSTIGES:

• Novitäten (S. 34 & 35, ca. eine Seite)

Termine (S. 32, 0,5 Seiten)
• Diverse Ausstellungen + Börsen + Messen + Veranstaltungstermine


Vorschau (S. 82), u. a. mit folgenden Comics

• Isnogud
• Die Legende von Malemort
• Der Stern von Afrika
• El Nino
• Lady S
• Napoleon Tran



ZACK 118 / April 2009 / 84 Seiten



ZACK erscheint beim MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag und kostet im Handel im Einzelverkauf 7,90 €. Abonnement-Bedingungen sind im Magazin erläutert oder können beim Verlag erfragt werden.

© der Abbildungen liegt bei den jeweiligen Verlagen und Autoren

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