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geschrieben von Maqz am Samstag, 27. Oktober 2001 (3955 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

McKeevers Batman


CoverEs ist nicht einfach (schon wieder) eine Rezension über einen Batman-Comic zu machen. Irgendwie scheint dieser Superheld nicht nur die Comiczeichner zu faszinieren, sondern auch mich. Aber weder John Boltons preisgekrönter "Manbat", der Sammelband: "Schwarz auf weiß" oder die bittere Geschichte "Die Geschäfte des Bösen" haben mich so persönlich beeindruckt, wie Ted McKeevers "Maschinen".

Es ist der Zeichenstil, der düsterer ist als in "Houdini" und die Geschichte, die tiefsinniger ist, als in Millers "Rückkehr des Dunklen Ritters".

Und schon läuten wieder die Alarmglocken: Achtung Grubi, du übertreibst mal wieder! Maschinen ist erneut nur eine weitere Geschichte um einen Massenmörder, der sein Unwesen in Gotham City treibt. Batman stellt ihn, löst aber dabei eine noch größere Katastrophe aus. Und plötzlich stehen Held und Täter gemeinsam dem Unfaßbaren gegenüber...

BeispielWieder einmal schafft es McKeever Randfiguren in den Mittelpunkt zu stellen und Helden an den Rand zu schieben. Batman ist zwar Titelgeber dieser Serie, in "Maschinen" ist er aber nicht die wichtigste Person für die Handlung. Am Schluß der Geschichte, die viel mehr beinhaltet, als ich hier beschreiben könnte, hatte ich das Gefühl, dass die Hauptperson, der Massenmörder Eustace, ziemlich viel Ähnlichkeit mit Ted McKeever selbst haben könnte: ein Comiczeichner in seiner depressiven Phase, der seine Ängste und dunklen Wünsche in dieser Geschichte manifestiert und mit einem Superstatisten mit Fledermausmaske garniert? (mg)

Was meint Ted selbst dazu? Fragen wir ihn doch einfach! Wer Fragen und Antworten im Original (also Englisch) lesen möchte, sollte dem Link folgen. Jetzt aber zu Ted McKeevers Antworten.

F: Was halten Sie von der Theorie, dass Sie in gewisser Weise Eustace in "Maschinen" sind?

A: Die Idee für die Geschichte ergab sich aus meinem Unwissen über Batman, ich dachte immer er wäre so undefiniert in seinem Gegensatz zwischen Image und Erscheinung. Er stand für das Gute, aber rein optisch erschien er mir immer "böse". Hinzu kam mein Glaube, dass der Prozeß des Alterns eine faszinierende Reise ist. Schmeiß das alles in eine Topf, pack noch ein paar Fragen der Moral und Selbstfindung dazu und "Maschinen" war geboren. Also kann man sagen, dass seine Person und sein Glauben auch meine sind.

F: Warum benutzen Sie durchgehend den Inneren Monolog?

A: Weil Eustace sich seiner selbst und seiner Wahrnehmung sehr bewußt ist. Und für jemanden, der so nach innen gekehrt ist gibt es nur sehr wenige gesprochene Worte. So erschien es mir nur natürlich eine "Quasi-Erzähler-Perspektive" zu verwenden. Auf diese Weise bringe ich den Leser vollkommen in sein Welt. Es gibt nur "seine" Sichtweite.

ER IST DA - Beispiel 2F: Ist Batman eigentlich wirklich wichtig für die Geschichte? Oder ist er nur ein Vehikel um etwas zu verkaufen?
A: Ich denke, dass er sehr wichtig für die Geschichte ist. dass er als Medienikone betrachtet wird gab mir die Idee zu hinterfragen wer und was er ist. In einer Zeit wo alles "Super"-dies und "Super"-das ist war es mir ein Vergnügen einen Charakter zu zeigen, der zwar als Superheld beschrieben wird, aber doch nicht mehr ist als ein Mensch. Batman ist also einer der wenigen, die das haben, was wir haben: Die Fähigkeit ein Held zu sein mit nicht mehr als dem Willen genau das zu sein. Mit Superman hätte die Geschichte nicht funktioniert.

F: Ist "Maschinen" nur etwas zur Unterhaltung des Lesers oder gibt es eine Art von Moral?
A: Unterhalten, ja. Aber es war meine Art zu sagen, dass älter werden nichts schlimmes ist. Wir werden alle alt, wir können es nicht aufhalten. Außerdem hat jeder die Fähigkeit sich selbst mit den inneren Dämonen zu konfrontieren und sie auf die eine oder andere Art zu akzeptieren. Mensch zu sein gibt uns das Recht gleichzeitig gut UND böse zu sein.

F: Sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis Ihrer Arbeit?
A: Zufrieden? Ja, in gewisser Weise. Wenn ich ein Buch beende schaue ich nie zurück und denke, dass ich etwas hätte anders machen sollen. Denn wenn ich an einem Projekt arbeite bekommt es ein Eigenleben und ich arbeite daran bis es sich "richtig" anfühlt. Egal ob die Zeichnungen oder der Text. Beides entwickelt sich bis es richtig ist und ich es als fertig empfinde. Des weiteren verbringe ich vor dem Beginn eines neuen Projektes so viel Zeit mit Nachforschungen, Nachdenken und Überdenken, dass es halb fertig ist, wenn ich tatsächlich anfange. Also, ja, ich bin glücklich mit dem was ich geschafft habe.

Was die Gefühle der Leser betrifft: Ich will Gefühle tief in ihnen wecken. Zum Beispiel durch eine ähnliche Erfahrung wie die Figur sie erlebt oder indem ich ein Interesse am Schicksal der Figur wecke, ob positiv oder negativ ist dabei egal. Ich will, dass der Leser sich in die Figur hinein fühlt und die Geschichte sie zu ihrer eigenen machen.

F: Glauben Sie, dass Ihr Stil (Text und Zeichnung) besser zu Batman paßt als die üblichen Mainstream-Versionen?
A: Nein, nicht besser, aber eben so gut. Nachdem ich nun "Maschinen" gezeichnet habe und danach die Geschichte "Perpetual Mourning" für "Batman: Schwarz auf Weiß" denke ich, dass Batman eine der seltenen Figuren ist, die wie Lehm sind. Abgesehen von seiner Philosophie des "Guten" kann er unendlich oft geformt und neu definiert werde. Klar, seine Ausstattung bleibt prinzipiell dieselbe, aber wegen seiner Einfachheit erlaubt er eine sehr flexible Interpretation. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mein Stil z.B. zu Wonder Woman passen würde, aber um ehrlich zu sein, da ist was mit ihr für nächstes Jahr geplant. Man weiß also nie. Ich werde es wissen, wenn ich's versuche. Das war bei Batman dasselbe. Ich wußte nicht, wie ich damit arbeiten würde, bis ich es tat.

F: Eustace ist nicht der erste Massenmörder in einer Batman-Geschichte. Würde es auch funktionieren wenn Batmans Gegner z.B. nur ein einfacher Dieb wäre? Oder können solche Comic-Geschichten nur noch mit Fast-Holocaust-Szenarien funktionieren?
A: Nein, er ist kein Massenmörder. Jedenfalls nicht im üblichen Sinne. Er bringt nicht "Die Unschuldigen" um, wie die meisten Massenmörder, sondern die "Killer" der Unschuldigen. Es hätte funktionieren können, wenn die Geschichte nach einem gewöhnlichen Dieb verlangt hätte. Aber wegen der Frage, die ich mir immer stelle - wo all das ganze Böse und das vergossene Blut hingeht - musste Eustaces Gewaltakt etwas viel schlimmeres sein als nur Diebstahl. Er musste sozusagen mit der Schwere der restlichen Geschichte mithalten. Auf der anderen Seite funktioniert eine Geschichte wie "Perpetual Mourning" ganz anders: sie ist leise, zurückhaltend, fast wie ein Flüstern, das genaue Gegenteil eines Holocaust-Szenarios. Genau wie Batman können Comics sehr vielseitig sein und ich hoffe, dass sie das eines Tages umso mehr sein werden.

Markus führte das E-Mail-Interview, Stephan übersetzte.

Batman Bd. 34: Maschinen
Text und Zeichnungen: Ted McKeever
56 Seiten, Softcover
Carlsen Verlag, 19.90 DM
März 1998



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