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geschrieben von M.Hüster am Dienstag, 16. Juni 2009 (2998 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Drawn & Quarterly


Drawn & Quarterly  (Volume 4) Der von Chris Oliveros geführte kanadische Verlag Drawn & Quarterly ist einer der weltweit bedeutendsten Herausgeber für alternative Comics und dennoch wissen die meisten Kanadier noch nicht einmal, dass es diesen Verlag gibt. 1990 gegründet, lässt sich anhand der mehr oder weniger regelmäßig erscheinenden Drawn & Quarterly-Sammelbände unschwer die Entwicklung von einer Untergrundedition zu einem Verlag mit einem gepflegten Output von Comic-Erzählungen in stets ästhetisch ansprechend aufgemachten Booklets und Büchern verfolgen.

Seit 1990 kümmert sich Oliveros als Verleger um den jungen kanadischen und US-amerikanischen Untergrund. Hinzu kommen einige europäische Zeichner. Als Teenager war Chris Oliveros in den frühen 1980er Jahren von RAW fasziniert, einem avantgardistischen New Yorker Magazin, das als erstes Art Spiegelmans Holocaust-Comic „Maus“ veröffentlichte. RAW hatte damit etwas völlig neues getan. Das Magazin zeigte mit dem Abdruck, dass Comics sich mit jedem denkbaren Thema befassen können. Ein weiterer Einfluss ist dem klassischen Magazin The New Yorker der 1930er und 1940er-Jahre zuzuschreiben.

Drawn & Quarterly  (Volume 4)

Oliveros hat durch seine verlegerische Tätigkeit dafür gesorgt, dass Kanada zu einer bekannten Größe auf der internationalen Comic-Landkarte geworden ist. „Es gibt nur wenige Comic-Verleger in Nordamerika, die wirklich von Bedeutung sind, aber Chris ist einer von ihnen,“ sagt Art Spiegelman, der 1992 für „Maus“ den Pulitzer-Preis gewann und zu den meist beachteten Namen des literarischen Comics zählt.

Die Auflagen der Drawn & Quarterly Bände sind relativ gering, etwa 5000 bis 15000 Exemplare pro Titel, die hauptsächlich in den Vereinigten Staaten vertrieben werden, aber ebenso in Europa in englischer Sprache und einigen Übersetzungen erscheinen. Trotz der zahlenmäßig eher bescheidenen Auflagen haben die Comics von Drawn & Quarterly einen großen Einfluss auf das Medium Comic. Auch in Ländern wie den Niederlanden, Frankreich und Belgien, wo Comics einen hohen Stellenwert besitzen, ist der Name Chris Oliveros als Verleger von Chester Browns „Yummy Fur“, Seths „Palooka-Ville“ oder Joe Matts „Peepshow“ ein Begriff.

„Ich war immer von der Idee begeistert, einen Verlag zu haben, der ein Magnet für große Talente ist“, sagt Oliveros, „die meisten Verlage haben, egal in welchem Medium, leider nur zwei oder drei Talente, die von einer Menge Mittelmaß umgeben sind. Das wollte ich anders machen.“

Die Anfänge seiner verlegerischen Tätigkeit gehen auf das Jahr 1988 zurück, als er einige Monate an der Herausgabe der Comic–Anthology „Core“ beteiligt war. 1990 entschied er sich endgültig, selbst Verleger zu werden. Er inserierte in Magazinen wie Village Voice und Mother Jones um Künstler zu finden und pflegte seine Kontakte in der Comic-Szene. Er lieh sich von seinem Vater Geld und gab seine erste Drawn & Quarterly–Anthology heraus. Es war finanziell ein Misserfolg und so lieh er sich von seinem Vater weiteres Geld und brachte eine weitere Anthology heraus: Mit dem gleichen unerfreulichen Ergebnis.
Sein Vater Rafael versuchte mit Ideen zu helfen. Oliveros: „Eines Tages zeigte er mir eines dieser schrecklichen Quebecer Witzmagazine, solche Sachen mit drittklassigem Humor, beispielsweise Queen Elisabeth auf der Toilette oder so ähnlich. Er meinte, dass solche Dinge bei den Leuten ankommen. Mir fiel dazu nicht mehr viel ein ...“

Oliveros verdankt seinen Erfolg seinem Durchhaltevermögen und einer Auswahl von Zeichnern, die echte Qualität abliefern.

Drawn & Quarterly  (Volume 4)

Zu den Künstlern der ersten Stunde bei Drawn & Quarterly gehörten die Quebecer Autoren Julie Doucet („Dirty Plotte“) und Joe Matt, sowie die ebenfalls in Kanada lebenden Seth und Chester Brown. Oliveros kannte Browns „Yummy Fur“ und nahm zu ihm Kontakt auf, als dessen Vertrag mit Vortex Comics in Toronto auslief. Diese vier stellen sozusagen das Herz von Drawn & Quarterly dar.

Mit diesen Künstlern und deren Comics war Oliveros verlegerischer Start gesichert. Hinzu kam, dass der Comic-Markt expandierte. Ende der achtziger und zu Beginn der neunziger Jahre kam es durch Spekulationen zu einem regelrechten Comic-Boom. Die Kids kauften zehn Comics von einer einzigen Ausgabe in der Hoffnung, dass diese später Sammlerwert erhalten, doch die jugendlichen Spekulanten mussten schon bald feststellen, dass der Comic-Markt schnell gesättigt war. Die folgende Absatzflaute bedeutete den Untergang von Hunderten von Kleinverlagen. Drawn & Quarterly war davon glücklicherweise nicht betroffen, da die Leser der von Oliveros publizierten Comics zu einer älteren Zielgruppe gehören, die beständig Comics lesen. Wachstum war beim Verlag langsam aber kontinuierlich zu verzeichnen.

Drawn & Quarterly-Comics verkaufen sich zwar nicht so schnell wie die neuesten Superheldengeschichten, dafür verkaufen sie sich aber über lange Zeit gleich gut. Oliveros machte sich daran, sein künstlerisches Angebot zu erweitern und nahm Adrian Tomines „Optic Nerve“ in sein Verlagsprogramm auf. Es folgte der Amerikaner Joe Sacco, ein Comic-Journalist, dessen Arbeiten sich mit Palästina und Sarajevo befassen, und schließlich kamen Übersetzungen von finnischen, spanischen und französischen Comic-Künstlern hinzu.
Oliveros hat inzwischen sogar einen eigenen Comic mit dem Titel „The Envelope Manufacturer“ veröffentlicht. Thematisch geht es um einen Geschäftsmann, der versucht, einen Bankrott zu vermeiden.

Drawn & Quarterly  (Volume 4)

Die Qualität des künstlerischen Verlags-Angebotes ist, wie bereits an anderer Stelle erwähnt, außergewöhnlich. Hier findet man einen guten Teil der Crème de la Crème unkonventioneller nordamerikanischer Comic-Autoren versammelt, zu denen z.B. Jason Lutes, Debbie Drechsler, Adrian Tomine, Joe Matt, Julie Doucet, Chester Brown, Seth und viele andere zählen.


Link zu den D & Q Künstlern


Die Comics der meisten D & Q – Autorinnen und Autoren haben (auto)biographische Inhalte: Der erfolgreiche Adrian Tomine nimmt sich in seinen Sammelbooklets „Optic Nerve“ oft der neurotischen Seiten des amerikanischen Liebeslebens an. Um eine ähnlich Thematik geht es auch in den Storys der optisch völlig anders, häufig raffiniert zweifarbig arbeitenden Debbie Drechsler, deren Hauptfiguren meist junge Frauen sind. Ein Highlight des amerikanischen Teils des Verlagsprogramms stellt Jason Lutes dar, dessen aktuelle Serie „Berlin“ anhand der Geschichte eines Paares in sensibler Art und Weise ein Schlaglicht auf die Zeit der Weimarer Republik wirft.

Zitat des in Montreal/Kanada lebenden Comicverlegers Chris Oliveros: „Es ist ein langer, langsamer Prozess und es wird vielleicht viele Jahre dauern, vielleicht sogar Jahrzehnte, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Comics zu erhöhen und damit eine breite Leserschaft zu erreichen, aber ich bin geduldig.“


Mehr Infos hier bei www.drawnandquarterly.com

Rezension zu D & Q 4

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(c) Abbildungen: Drawn & Quarterly und Autoren


 
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