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geschrieben von M.Hüster am Donnerstag, 18. März 2010 (6519 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Goethes Literatur-Klassiker als Comic von Flix



Fasut Comic Felix Görmann (Jahrgang 1976), Künstlername Flix, lebt zurzeit in Berlin. In den letzten 5 Jahren sind drei Grafik-Novellen („held“, „sag was“ und „mädchen“), drei Cartoonbände („VerFLIXt!“, „Du bist süss!“ und "Verliebt!"), zwei Comictagebücher ("heldentage" und "Der Swimmingpool des kleinen Mannes") ein Erinnerungscomic ("Da war mal was...") und ein Weihnachtsbüchlein ("Tut mir leid, aber Weihnachten fällt aus") entstanden, die allesamt bei CARLSEN COMICS veröffentlicht worden sind. „held“ und "sag was" wurden bisher in insgesamt vier verschiedene Sprachen übersetzt.
Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat er Goethes Klassiker „Faust“ über ein knappes halbes Jahr in 80 Folgen neu erzählt. Bei Carlsen erschien jetzt das Ganze als HC-Ausgabe in Reclam Optik unter dem Titel „Faust – Der Tragödie erster Teil“.

Flix zu der Frage, warum er nach „Who the fuck is Faust“ den Klassiker ein zweites Mal für den Comic adaptiert hat: „Ich mag den Charakter Faust echt gerne. Seine Suche nach etwas, was man nicht greifen kann, nenn’s Glück, Herz, Liebe, das ist zutiefst menschlich. Wer kennt das nicht von sich? Und dann kommt eines Tages jemand, der bietet ihm an, das zu erreichen. Der allerdings selber unter Erfolgsdruck steht, weil er gerne mit der Aktion an der Autorität seines Chefs kratzen möchte. Und der wiederum die Macht hat, in das Geschehen einzugreifen, weil er nicht irgendein Chef ist, sondern Gott. Diese Kombination hat eine unglaubliche Dynamik, ist eine großartige Ausgangssituation zum Erzählen. Und in dem Stück steckt noch SO viel mehr drin; es ist so vielschichtig, dass man es eigentlich im Ganzen gar nicht fassen kann. „Faust“ komplett und wortgetreu umzusetzen, egal ob im Theater, als Film oder als Comic, ist fast immer zum Scheitern verurteilt. Um ihn greifbar zu machen, muss man weglassen. Um ihn zugänglich zu machen, muss man mit dem Stoff spielen. Liebevoll, aber ohne falschen Respekt. Das habe ich versucht.“

Den schwierigen Goethe-Faust für den Comic zu adaptieren und eine lustige, ansprechende und unterhaltsame Geschichte davon zu machen, ist sicher keine leichte Aufgabe. Flix hat das in sehr gelungener Weise hinbekommen. Finde ich.

Faust vom Flix

Wenn man den Flix-Faust mit dem Goethe-Faust vergleicht, so ist alles, was für die Geschichte wichtig ist, vorhanden: „Die Wette“, „Das Studierzimmer“ (wenn auch in anderer Form), „Der Oster-Spaziergang“, „Auerbachs Keller“ alias Dante in den Hackeschen Höfen, „Der Nachbarin Haus“ und „Der Dom“, um nur einige Abschnitte zu nennen.
Auch personell ist das Werk recht vollständig besetzt: Mephisto wird zum coolen Meph und Gott zum trunksüchtigen Chef. Hinzu kommen Antiheld Faust, Wagner, Margarethe alias Özlem, Margarethes Mutter und Margarethes Bruder. Auch Marthe Schwerdtlein ist als Partnerschafts-Vermittlerin mit von der Partie. Witzig fand ich auch, dass Flix dem Hund von Wagner den Namen von Goethes jahrelanger enger Freundin, Charlotte von Stein, verpasst hat.

Bei allem Spaß deutet Flix in Faust aber auch auf gesellschaftliche Brennpunkte hin, vor allem auf die Problematik von Zwangsehen in bestimmten Migranten-Kulturen in Deutschland.

Eine gelungene Idee ist auch die optische Nähe des Covers zum Reclam-Heft.

Für die Carlsen-Ausgabe wurde der FAZ-Faust geringfügig überarbeitet und um einige Seiten ergänzt. Außerdem gibt es ein Vorwort von Andreas Platthaus. Es gibt also auch für die Leute, die alle FAUST-Folgen in der FAZ gelesen haben, im Buch noch was zu entdecken.

Fazit: Dringende Kaufempfehlung!

Faust vom Flix


Faust: Der Tragödie erster Teil
von Flix
96 Seiten, Hardcover,
s/w, Buchformat
Carlsen Comics, 14,90 €


Faust: Der Tragödie erster Teil von Flix kann man auch gerne hier kaufen

Faust Kühlschranktheater - Magneten

(c) Abbildungen: Carlsen Comics + Flix
 
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