MCM Comic Con Hannover 2017 & Interview mit Ladislav Beran (Hellboy 1) :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
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Zum zweiten Mal Comics, Promis und Cosplay in Hannover


Katie Cassidy signiertDie MCM Comic Con will ein Familienfest sein, bisher dominieren die TwensVom 20 bis zum 21. Mai 2017 fand auf dem Messegelände Hannover die zweite MCM Comic Con statt. Für Fans der Stargäste bieten sich mit den MCM-Shows in London und Dublin zusätzliche Gelegenheiten seine Idole live zu erleben. Dieses Jahr waren Katie Cassidy (Black Canary aus der TV-Serie Arrow), Summer Glau und Sean Maher (Firefly, Serenity), Ladislav Beran (Karl Ruprecht Kroenen aus Hellboy), Daniela Ruah und Eric Christian Olsen (Navy CIS: L.A.), Echo Kellum (Curtis Holt aus Arrow), Scott Adkins (Doctor Strange, Das Bourne Ultimatum), Hynden Walch (Batman: The Brave and the Bold) und weitere Gäste erschienen. Stefan Svik berichtet für CRS von seinem Besuch auf der Con am Samstag, außerdem gibt es ein Interview mit Ladislav Beran zum Anhören.

Echo Kellum bei seinem Panel

Drei Elemente machen den Reiz der MCM Comic Con aus: Stars und andere interessante Menschen treffen, Einkaufsbummel und ein wenig Karneval, bei dem liebgewonnene Welten wie Stars Wars und die Universen von Marvel, DC und anderen zum Leben erweckt werden. So beginnt und endet die Con dann in Bus und Bahn, wenn man Deadpool gegenüber sitzt oder Katana von der Suicide Squad wie selbstverständlich mit Fahrgästen in Alltagsklamotten durch Hannover fährt.

Die kreativen Kostüme der Besucher sind definitiv mit das Schönste an der Con, wie dieser Lego-Batman


So waren auch 2017 neben den Berühmtheiten vor allem diese Momente als Familienfest die schönsten: da ist man auf dem Weg zum nächsten Panel und ganz in Gedanken versunken, während hinter einem zwei Stormtrooper patrouillieren, inklusive Funkdurchsagen und schon ist man völlig ins Universum von Luke Skywalker eingetaucht. Oder eine Szene wie diese: ein Junge, vielleicht fünf Jahre alt, knuddelt voller Freude mit dem Marshmallow-Geist aus Ghostbusters. Je mehr faszinierende Kostüme um so größer der Spaß und je mehr spannendes Programm um so mehr Publikum – subjektiv waren 2017 weniger Kostümierte unterwegs und auch die Werbung war deutlich weniger, wurde 2016 noch sehr viel stärker mit dem damaligen Stargast Melissa Rauch aus The Big Bang Theory geworben.

Die Guardians of the Galaxy in liebevoll gebastelten Kostümen

Comics



Als Besucher mit einem besonderen Fokus auf Comics fiel an der MCM Comic Con 2016 in Hannover vor allem das Nischendasein dieses doch immerhin namensgebenden Bestandteils der Veranstaltung auf. Mit Bob Layton (Iron Man: Dämon aus der Flasche) war zumindest ein Star aus dem Bereich der Neunten Kunst zu Gast. 2017 blieb das Comic-Village erhalten und vorab lockte der Veranstalter auf seiner Homepage Nachwuchs- und etablierte Comic-Künstler mit der Möglichkeit ohne Standgebühr auf der Con eigene Werke zu präsentieren.

In der Masse der Star Wars Rüstungen waren Comicfiguren wie diese tolle Harley Quinn eher die Ausnahme

Und eben diese, die Zeichner und Autoren, nicht aber die Verlage, waren vor Ort. Die großen Häuser wie Panini Comics richten sich inzwischen etwa auf der Stuttgarter Con ein und präsentieren dort deutsche und internationale Comic-Größen. Pressesprecher Steffen Volkmer hatte das Fernbleiben auf der Messe in Hannover damit begründet, dass die Con 2016 mit sehr kurzer Vorlaufzeit realisiert wurde, nur eine Woche nach dem Comic-Salon-Erlangen stattfand und man bei Panini um eine gewisse Qualität bei den Messeauftritten bemüht ist, sprich: man braucht Personal zur Standbetreuung und Comickünstler – und die haben inzwischen die Wahl auf zahlreichen Cons im deutschsprachigen Raum aufzutreten. 2017 lag die Con in Hannover nur eine Woche vor dem Comicfestival in München. Auch in Sachen Comichändler fand eine deutliche Ausdünnung statt. Waren es 2016 noch zwei deutsche und ein niederländischer Verkaufsstand hatten Interessierte 2017 nur einen Stand mit Comics zur Auswahl, dessen Angebot überschaubar und vor allem aus Kisten mit Heften für 1 und 2 Euro bestand, das aber den ganzem Tag über dicht von Schaulustigen umringt war, im Gegensatz zu manch anderem Stand.

Cosplayer zeigen ihre detaillierten, filmreifen Werke

2016 waren Rainer F. Engel, Marie Sann, Elbe-Billy und Chris Kloiber mit seinem Verlag Plem Plem Productions erstmals Gäste der niedersächsischen Con und äußersten sich positiv über die Veranstaltung, Engel etwa lobte die unkomplizierte Möglichkeit Extras wie weitere Stühle für seinen Stand zu erhalten, merkte allerdings auch an, dass am Sonntag deutlich weniger Besucher kamen als am Samstag, an dem Melissa Rauch die Massen lockte. 2017 war Engel und die anderen nicht auf der Con – denkbarer Grund: das Comic-Festival in München nur eine Woche später.

Auf ein Star Trek Kostüm kamen 50 Star Wars Anhänger

Lasertag, Memorabilia und Kulinarisches



Wer bereits im Vorjahr da war fand sich bestens zurecht, der Aufbau war im Wesentlichen gleich. Eine überschaubare, lichtdurchflutete Messehalle, die Möglichkeit das Freigelände mit Wiese und Sonnenschein für ein Picknick oder Cosplay-Spielereien zu nutzen, dabei war der Trubel in der Halle durchaus überschaubar, im positiven Sinne: sehr entspannte Besucher, kein lästiges Gedrängel, aber immer genug Optionen, um etwas zu unternehmen.

Die Qual der Wahl: Fotos von Katie Cassidy zum Signieren

Das kulinarische Angebot war mit Burgerbude, Crêpes und Snacks so spartanisch wie es auf einer Buch- oder anderen Messe eben üblich ist. Es gab eine Kinderecke, in der Kinderschminken möglich war und große Turtles-Figuren als Fotomotiv standen, die Ghostbusters aus Niedersachsen, die rührigen Star Wars-Fans mit deutlicher Überzahl an Imperiums-Kostümen, DVD-Verkaufstische, Lasertag und andere Angebote füllten die Halle. Lockten 2016 noch US-Comics und Autogramme von Jennifer Lawrence oder Melissa Benoist (Supergirl) an den jeweiligen Ständen war 2017, zumindest aus Sicht des Reporters, nichts Budget-Gefährendes im Angebot, von der Option Fotos und Autogramme mit den Gästen kaufen zu können mal abgesehen.

So sahen die Fotos für die Autogramme von Summer Glau aus

In Zeiten des Internets aber ohnehin schwierig auf einer Messe etwas anzubieten, was es nicht ohnehin auch anderswo reichlich gibt. 2016 ergab sich für den Comic-Shop aus Holland durch den Auftritt von Bob Layton die Gelegenheit US-Hefte zu verkaufen und sich dann vom Künstler signieren zu lassen.

Der einzige Comicstand auf der MCM Comic Con Hannover 2017 allzeit dicht umlagert


Katie Cassidy


Katie Cassidy bei Ihrem PanelWenn sich der größte Star an dem Covermotiv des Programmhefts und an dem Preis für die Fotosession festmacht, dann war es 2017 die US-Schauspielerin Katie Cassidy, bekannt als Black Canary und Black Siren aus dem DC-TV-Serien-Universum mit Arrow, The Flash, Supergirl usw. Wer gezielt wegen der 30-Jährigen da war und alle Gelegenheiten nutzen wollte, um sie zu erleben, gestaltete den Samstag wie folgt: 10.30 bis 11.30 Uhr (zweite Chance 14 bis 15 Uhr) für ein Autogramm anstehen, Kosten: 40 Euro. Danach weiter zur Hauptbühne (die erneut nicht als solche, sondern schlicht als „MCM Main“ beschriftet war und etwas umständlich zu finden war) und von 12 bis 13 Uhr dem Panel folgen (war im Preis des Tickets enthalten, Ticket: ab 22,10 Euro für einen Tag), dort hatte das Publikum die Möglichkeit Fragen an Cassidy zu richten, Fragen und Antworten waren auf Englisch, ein Moderator, der übersetzt hätte, war nicht da). Anschließend 13.30 Uhr zur Fotosession für 60 Euro.

Fotomöglichkeit mit einer Figur aus Das Imperium schlägt zurück

Da die Amanda aus „96 Hours“ und die Darstellerin aus Supernatural und New Girl beide Tage in Hannover war, wiederholte sich das Programm am Sonntag und somit sollte jeder Interessierte seine Chance bekommen zu haben, seinem Idol nahe zu sein, so nahe wie man jemanden in wenigen Sekunden des Signierens, in einer Stunde Bühnenpräsenz oder bei einem Fototermin eben sein kann. Der Tag begann verspätet für die Blondine, welche die Cons für einen Europa-Trip nutzt, wie ihre Fotos bei Twitter und Facebook belegen. Cassidy stand im Stau, die Wartenden in der Schlange vor ihrem Signiertisch wurden informiert und konnten wählen: stehen bleiben und eine weitere Stunde warten oder später wiederkommen. Als es dann um 11.30 Uhr losging (wie bereits 2016 fanden nahezu alle Termine pünktlich zur vorher angegeben Zeit statt) bekam jeder, der zuvor an der Kasse bezahlt hatte, ein Autogramm. „No selfies“ stand über dem Signiertisch, die Blondine lächelte, signierte auch mal einen „Black Canary“-Becher und alles wirkte professionell und unter dem Con-Publikum, das von den Unter-Dreißigjährigen, insbesondere von den Twens dominiert wurde, werden dieses Zahlen für ein Autogramm vielleicht als Regel und nicht als Ausnahme betrachten. Alte Hasen können wehmütig von der guten alten Zeit berichten, als Autogramme schlicht im Eintrittspreis erhalten waren, aber damals, in den fernen 1990ern gab es auch kein Streaming und nicht hunderte Fernsehsender mit abertausenden Serien. Wer soll die bloß alle gucken? Katie Cassidy und Summer Glau, Daniela Ruah und Eric Christian Olsen jedenfalls nicht, denn die müssen arbeiten gehen und haben wenig bis gar keine Zeit zum Fernsehen, so der Tenor der Panels. Sie sind doch erkennbar anders als ihr Publikum, extrem viel dünner als die Menschen, die im Alltag das Stadtbild beherrschen und ja, sie denken auch anders, wie etwa Sprecherin Hynden Walch und die anderen Schauspieler verrieten: ein Fan denkt, diese und jene Serie interessiert mich, also arbeite ich darauf hin, ein erfahrener Darsteller aber weiß, dass diese Methode so planbar ist wie ein Lottogewinn. Ein Schauspieler arbeitet an seinem Körper und seinen Fähigkeiten, sammelt Berufserfahrung und hat eher als Kind Fernsehen und Filme aus reinem Vergnügen geguckt, während es inzwischen hauptsächlich als Vorbereitung auf eine Rolle erfolgt.

Das Comic Village bot Nachwuchskünstlern kostenlose Stände an

Cassidy hat sich zum Teil an den Comics orientiert, nennt ansonsten aber vor allem Linda Hamilton aus James Camerons Filmen Terminator 1 und 2 als großes Vorbild und vertieft das Thema als Antwort auf weitere Fragen aus dem Publikum mit einer scherzhaft gemeinten „Bewerbung“ um eine Rolle als Catwoman oder Bond-Girl oder eben in einem Film von James Cameron, „vielleicht spiele ich dann die alte Dame von der Titanic“, sagt sie und muss darüber lachen. Auf die Frage, wie man es ins Filmgeschäft schafft rät sie zu einer Ausbildung als Schauspielerin, zum Aufenthalt an einem Film-Set, um die Fachbegriffe zu lernen und die Praxis zu erleben und man solle sich ein dickes Fell zulegen, denn es wird immer wieder Ablehnungen geben, aus welchen Gründen auch immer, in jedem Fall soll man davon nicht das Selbstwertgefühl abhängig machen. Wenn Cassidy dann in einem Nebensatz erwähnt, dass sie gerne Videospiele wie Call of Duty spielt, weil man dabei nicht denken muss und das besonders gut gegen Angstzustände sei und sie zuvor, wenn auch spaßeshalber, ihre Psychologen und Themen wie 16-Stunden-Drehtage, möglichst tägliches Fitnesstraining, lange Drehpausen ohne Zeit zum Essen nennt, wirkt das Hollywood-Leben gar nicht mehr so schillernd. Eventuell auch nur eine subjektive Sichtweise,l andere Besucher twittern vom Panel Aussagen wie: „Katie hat ihre Lederjacke aus der Show“ direkt behalten, weil sie ihr so gut gefiel, haben den Auftritt Cassidys also vor allem positiv wahrgenommen.

Katie Cassidy signiert

Neben der harten Arbeit und der strengen Disziplin bleibt eben doch auch Unterhaltung, die Menschen Trost spendet und inspiriert und als ein junges Mädchen, geschätzte 14 Jahre jung, in einem Supergirl-Kostüm durch die Messehalle schreitet und dabei selbstbewusst und fröhlich wirkt oder wenn Daniela Ruah bei ihrem Panel die rührende Geschichte von einem Teenager erzählt, der ihre Serie Navy CIS: L.A. immer mit dem Vater gesehen hatte, der kürzlich verstorben ist und die nun diese Sendung weiter guckt, um diese positiven Erinnerungen wachzuhalten, wird klar: der Job als Schauspieler kann gleichzeitig extrem deprimierend und extrem beflügelnd sein, den Fans Trost spenden und sie inspirieren, positive Ziele zu verfolgen.

Summer Glau & Sean Maher



Neben Katie Cassidy gehörte eine weitere US-Schauspielerin zu den Top-Gästen der Con: Summer Glau aus Firefly, Serenity, Terminator: The Sarah Connor Chronicles erschien gemeinsam mit ihrem Serien-Bruder Sean Maher. Auch diese Künstler standen am Wochenende für Fotosessions, Autogramme und Panels zur Verfügung. Bei der einstündigen Fragerunde wurde über Mahers Adoptivkinder und die Chinesisch-Kenntnisse der beiden Darsteller aus Joss Whedons Kultserie gesprochen, eine Chinesisch-Studentin klärte ihn über die unterschiedlichen Bedeutungen eines Wortes aus, dass Maher bisher als freundliche, eher neutrale Formulierung gedeutet hatte, das aber laut der angehenden Sprachkundlerin „Darling“ bedeutet. Das werde bei seinem Nachwuchs viele künftige Therapiestunden nötig machen, scherzte der Mann, der in Firefly den Simon Tam spielte.

Maher und Glau wurden viel zu Firefly befragt

Diese Steilvorlage wurde dann zum Running Gag des Panels. Seine Drehpartnerin Summer Glau wirkte auf der Bühne zurückhaltend, sprach mit leiser Stimme und verriet Anekdoten aus ihrer Zeit bei Firefly, „immens dankbar“ sei sie vor allem für diese Zeit, so brachte sie es auf den Punkt, weil das ihr Durchbruch als Schauspielerin war. Beide, Maher und sie, würden jederzeit Rollen übernehmen, wenn Joss Whedon riefe, so berichtete Maher davon spontan für Whedon eingesprungen zu sein, als Scarlett Jonannson beim Dreh des Avengers-Films einen guten Schauspieler brauchte, um für den CGI-Hulk einzuspringen. Viel mehr kam bei dieser Arbeit nicht herum, aber „immerhin konnte ich Scarlett küssen und obwohl ich ein schwuler Mann bin, war das wirklich toll“ bekannte Maher lachend. Glau erzählte, dass sie in Zukunft gerne mehr Komödien und in einem Musical spielen würde. Ihr aktuelles Projekt sei es aber ein zweites Kind zu bekommen, verriet sich lachend. Aus dem Publikum kam die Frage nach ihrem Auftritt in The Big Bang Theory, indem sie sich selbst spielt und von den vier Nerds bei einer Zugfahrt gestalkt wird. Der Auftritt kam zustande, weil sie damals gerade am Set nebenan drehte und an die Serie „verliehen“ wurde, wie in den alten Hollywood-Zeiten, wie sie sich schmunzelnd erinnerte. Das Live-Publikum, das deutliche andere Sprechtempo, die Pausen (für die Lacher) – all das war neu für Glau. Außerdem habe sie „ein nervöses Lachproblem“, sie würde oft an der unpassenden Stelle lachen, beschrieb sie und deshalb habe sie mehrere Takes der Episode ruiniert. Das Team sei aber sehr geduldig und hilfsbereit gewesen. Später dann traf sie einige der Darsteller immer mal wieder zufällig in Kalifornien und hatte so das Gefühl, das sie, die in der Show gestalkt wurde, nun die Stalkerin von Jim Parsons, Kaley Cuoco und Kollegen sei. Das Panel war zu Ende, am Eingang hatten sich bereits junge Männer mit Rosen eingefunden, nur ein Beleg dafür wie groß die Verehrung und Liebe für die Stars der Con ist. Interviews mit Summer Glau und Katie Cassidy hätten diesen Bericht natürlich noch wunderbar abgerundet, leider ergab sich keine Chance und als höflicher Mensch hat der Verfasser dieses Textes weder Frau Cassidy angesprochen als sie im Pressebereich an ihm vorbeimarschierte noch den Tross von Frau Glau samt Baby und Gefolgschaft zu spontanen Fragen oder Backstage-Fotos behelligt. Generell waren die Panels sehr interessant, quasi das Blu-ray/DVD-Bonusmaterial mal live.

Sean Maher und Summer Glau

Wenn Glau dann nach ihrem liebsten Haus aus der Welt von Harry Potter gefragt wurde und diese bekannte, sich damit nicht wirklich auskenne, aus Höflichkeit aber noch ein „Wo auch immer Hermine Mitglied ist, das ist mein Favorit“, dann sind das Fragen, die vermutlich vor allem für die Fragende von Bedeutung sind, aber zumeist wurde so zielgerichtet nach Figuren und Details vom Dreh gefragt – es war eine helle Freude und eine schöne Abwechslung zu den oft extrem oberflächlichen Statements, die Schauspieler auf Promotour in TV-Interviews geben, zumal in solchen, in denen Klatsch und Tratsch und nicht die Kunst im Mittelpunkt stehen.


Urplötzlich von Boba Fett gejagt - herrlich surreale Momente

Daniela Ruah und Eric Christian Olsen



Nun gibt es sicher Menschen, die all die Gäste einer Con seit Jahren aus dem Fernsehen kennen, sämtliche Episoden mitsprechen und die detailliertesten Fragen stellen können. Während Summer Glau und die Serie Arrow auch Menschen bekannt sein dürften, die aktuell nur wenig fernsehen. Trotz völliger Nichtkenntnis jeglicher Serie mit dem Bestandteil „CSI“ in Namen war das Panel der Portugiesin Ruah und des Norwegers Olsen das mit Abstand unterhaltsamste der Con, wobei der Reporter Scott Adkins und die Cosplay Masquerade ausgelassen hat und zwar aus Zeitgründen, nicht aus Mangel an Interesse.

Daniela Ruah und Eric Christian Olsen

Besonders Olsen gab sich als geborener Entertainer, bezog das Publikum immer wieder mit ein und sprühte vor Witz, Selbstironie und charmanten Seitenhieben für seine Drehpartnerin. Zum Schluss kamen Ruah dann noch die Tränen, als die Frage aus dem Publikum nach einem kürzlichen verstorbenen Mitglied des Casts Olsen zum Verlesen seines Eintrags dazu im Sozialen Netzwerk brachte. Ruah musste sich anschließend mehrfach die Tränen aus dem Gesicht wischen und bat zum Abschluss um eine fröhliche Frage. Aber auch zwischen den vielen, gut gelaunten Anekdoten der Beiden gab es ernstere und nachdenklichere Töne, etwa als Olsen einem etwas schüchternem 14-Jährigen, der sich für sein Englisch entschuldigte, ein wenig Lebensweisheiten als Antwort mitgab. Olsen erzählte davon, wie seine Karriere als Schauspieler immer weiter voranging und er nie so recht genießen konnte, was er erreicht hatte. Als er seine ersten Erfolge hatte, war das okay, aber in Gedanken war er schon beim nächsten Ziel: erste Serienrolle, erste DVD mit Namen auf der Packung, erster Blockbuster („a thing that doesn‘t exist anymore“, wie er halb resigniert, halb ironisch anmerkte) und so weiter. Irgendwann kam dann die Einsicht, dass er lieber den Augenblick bewusst erleben und wertschätzen solle, denn schließlich seit die Zeit zwischen dem Erreichen von Zielen doch das Leben. Es gibt keinen Grund die Dinge aufzuschieben, die uns glücklich machen, gab er dem jungen Zuschauer mit auf den Weg. Ruah gab ihm zwar recht, sprach sich aber auch dafür aus sich eben solche Ziele zu setzen, damit man vorankommt. Bei ihr ging es mit 16 Jahren mit Seifenopern in Portugal los und führte sie bis nach Hollywood. Sehr amüsant war ihr Nachspielen des Castings für Navy CIS: L.A. Sie war frisch aus Europa in die USA gekommen, hatte im ganzen Leben noch keine Waffe in der Hand, sollte nun in einem absurd winzigen Raum eine Actionszene mit Pistole und Funkgerät am Handgelenk spielen. Das Ergebnis war aus heutiger Sicht sehr lustig, aber damals vor allem peinlich für sie und auch für den Produzenten zu schlecht. Der sah die Szene auf einem winzigen Bildschirm, fand den Auftritt schlimm, mochte aber den Typ für die Rolle, also bekam Ruah den Job.

Ruah stellte ihr desaströses Casting nach

Olsen hatte dann eine sehr ähnliche Anekdote zum Transformers-Casting parat und erntete auch dafür Lacher aus dem Publikum. Erfreulich natürlich und offen dieses Panel und sympathisch mit welch diebischer Freude Ruah reagierte als sich Olsen kurz dafür entschuldigte als das Wort „dick“ fiel. Das sei doch nicht schlimm, gab sie zu bedenken und schlug alternativ einfach „Penis“ vor und wiederholte den „ganz normalen medizinischen Begriff“ dann nochmal in ihren Wortbeiträgen, was sie und Teile des Publikums zum Lachen brachte.

Die Ausbeute



Hätte es nicht doch ein Autogramm von Katie Cassidy für 40 Euro sein sollen? Vor dem Besuch der Con fest entschlossen sich das zu verkneifen, weil es dann später eh nur zu Hause rumliegt, geht von der mehr oder weniger einmaligen Chance nun einen Promi zu treffen, sei es einer aus der Kategorie A bis C, dann doch eine gewisse Anziehung aus. Wollte man einen besonders (gesellschafts-)kritischen Artikel über die Con schreiben es wäre leicht: hier erleben wir den Kapitalismus in all seinen Seiten, den guten (tolle Organisation, Stars in Hannover), aber auch die unerfreulichen (ein Autogramm nach einem Konzert ergattern ist cool, eines kaufen zu müssen hat schon etwas befremdliches, andererseits… - ein sehr polarisierendes Thema). Aber gemach! Niemand wird gezwungen Geld für ein Autogramm auszugeben, dafür ist es eine prima Chance eine garantiert echte Signatur eines verehrten Promis zu erhalten. Man kann nölen, dass man in gut 20 Minuten komplett mit dem Gang über die Con fertig ist, man kann sich beschweren, dass in Stuttgart, Berlin, Wien und sonst wo mehr Gäste sind, bei denen man nicht erst umständlich erklären muss, wer sie überhaupt sind und ja, es wäre schon cool Jennifer Lawrence, Robert Downey Junior und den engen Kreis der Hauptdarsteller aus Serien wie The Flash, Daredevil, Game of Thrones, Breaking Bad etc. live zu erleben statt Nebendarsteller, die man selbst dann nicht erkennt, wenn man die betreffenden Serien sogar regelmäßig und aufmerksam verfolgt. Unterm Strich eine unterhaltsame Con. Steampunk-Kostüme, ein Alien samt Marines-Darsteller live erleben, Gleichgesinnte treffen, mit Comiczeichnern ins Gespräch kommen und insgesamt ein Wochenende lang die liebgewonnenen Phantasiewelten feiern und zum Leben erwecken, noch dazu mit freundlichen, entspannten Menschen statt mit pöbelnden und betrunkenen Jecken - als Norddeutsche ist die Con definitiv die einzig akzeptable Variante des Karnevals. Und der gilt ja als fünfte Jahreszeit, wäre schön, wenn sich das etabliert.

Interview mit Ladislav Beran


Ladislav Beran im Interview für CRS
Der Darsteller des Karl Ruprecht Kroenen aus dem ersten Hellboy-Kinofilm stand freundlicherweise für ein Interview mit CRS zur Verfügung. Das Gespräch ist in voller Länge, gut 15 Minuten, in Deutsch auf youtube zu sehen bzw. anzuhören:

Interview mit Ladislav Beran auf der MCM Comic Con Hannover 2017

Ladislav Beran im Interview für CRS




(c)opyright Fotos: Stefan Svik 2017
 
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