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geschrieben von StefanS am Mittwoch, 06. August 2014 (1341 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Als Kinder Freunde, als Erwachsene Rivalen


BärenzahnNach „Himmel in Trümmern“ und „Wunderwaffen“ erscheint im All Verlag mit „Bärenzahn“ ein weiterer Fliegercomic, der im Zweiten Weltkrieg spielt. Die Zeichnungen sind top, die Geschichte basiert auf wahren Tatsachen. Legt die dreiteilige Serie einen geglückten Start hin oder droht eine Bruchlandung?


Der Comic trägt den Titel „Bärenzahn“ und auf dem Cover ist ein Junge mit einem Modellflugzeug abgebildet – das dürfte bei manchen Betrachtern Assoziationen zur Kindersendung „Löwenzahn“ wecken. Das klingt gar nicht so schnittig wie „Wunderwaffen“ oder „Lady Spitfire“. Inhaltlich liegt dieser Comic aber durchaus bei diesen Fliegercomics, die in den letzten Jahren erschienen: sie sind zeichnerisch grandios, aber die Geschichten wirken immer etwas bemüht.

Max, Werner und Hanna wachsen in Schlesien auf. Die Kinder verbindet ihre Begeisterung für das Fliegen. Sie wachsen in den 1930er Jahren auf. Max ist ein polnischer Jude, deshalb wird ihm die Aufnahme in die Segelfliegerschule verwehrt. Das Klima wird immer rauer, Max wandert in die USA aus und kann sich dort seinen großen Traum erfüllen, Pilot zu werden. Doch seine Karriere, sogar sein Leben, könnte nun abrupt enden, denn seine Vorgesetzten verdächtigen den blonden Max ein Spion der Nationalsozialisten zu sein.

Bärenzahn

Die pauschale Verdächtigung von Japanern und Deutschen in den USA während des Zweiten Weltkriegs ist ein dunkles Kapitel der Nordamerikaner. Menschen wurden in Lager gesperrt, nur weil sie aus den Ländern stammten, die nun Kriegsgegner waren. Diesen Punkt greift der Comic wage auf, ebenso wie andere Elemente. Zahlreiche Fußnoten unterstreichen den historisch, mehr oder weniger, fundierten Grund, auf dem diese Geschichte steht. Der 1954 in Marseille geborene Vielschreiber Yann (Helden ohne Skrupel) lässt sich trotzdem genügend Freiraum. Bei manchen Erklärungen werden Leser, die schon einiges über Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg wissen, etwas gelangweilt sein, denn wer Adolf Galland war, sollte wohl geläufig sein. Und die Stichworte Flugzeuge, Weltkrieg und Hanna nehmen bereits zu Beginn vorweg, was am Ende als „schockierende“ Wendung inszeniert wird – das wirkt etwas unfreiwillig komisch. Überhaupt ist die Geschichte recht platt, die Figuren stammen aus dem Bastelkasten für politisch korrekte Geschichten über die NS-Zeit. Das langweilt doch sehr!

Der Comic beginnt mit einem Angriff im Pazifik, Max kämpft mit seiner blauen Corsair gegen japanische Zeros, später geht es in Europa in Luftduelle gegen die deutsche „Wunderwaffe“ Me 163 – das sind die interessantesten Szenen in „Bärenzahn“. Alles andere ist eher Seifenoper für 12-Jährige. Der Titel beruht im Übrigen auf dem Glücksbringer, den Max an einer Kette um den Hals trägt. Diese Inszenierung von heldenhaften, ritterlichen Piloten mit den Eigenschaften eines gutmütigen Bären ist super-klischeehaft.

Der belgische Zeichner Henriet, wurde 1973 geboren und debütierte 1996 mit einer „skurille(n) Geschichte über eine Pizza“ - so steht es in diesem schön gebundenen Buch, das in der Deluxe-Edition mit signiertem Druck noch edler wirkt.

Bärenzahn

Anders als in „Himmel in Trümmern“ gibt es in „Bärenzahn“ zumindest keine diabolischen, sprechenden Hunde. Auffällig übrigens, dass bei Werken wie „Lady Spitfire“ und diesem Comic der Anteil weiblicher Piloten immens viel höher ist als es damals in der Realität der Fall war.

„Bärenzahn“ erzählt eine simple, recht solide Geschichte über die Begeisterung fürs Fliegen.

Außerdem erschienen: eine auf 111 Exemplare limitierte Vorzugsausgabe mit Schutzumschlag und signiertem Exlibris für 39,80 Euro.

Wertung: 68 %

Bärenzahn
Originaltitel: Dent d'ours – Tome 1 „Max“
Text: Yann
Zeichnungen: Henriet
Farben: Usagi
Übersetzung aus dem Französischen: Saskia Funke
48 Seiten, Hardcover, farbig, Format: 24 x 32 cm
2014 All Verlag, 13,80 Euro


Am Besten kauft man sich das Comic beim Comichändler seines Vertrauens
...jedoch...
Bärenzahn kann man auch hier kaufen


(c) der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: All Verlag


 
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