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geschrieben von StefanS am Freitag, 24. Mai 2013 (2842 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Der Zweite Weltkrieg 1939 bis 1946?


WunderwaffenWas wäre, wenn...? Eine immer wieder faszinierende Frage! Was wäre, wenn Hitler den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätte, beantwortet das Buch "Vaterland" von Robert Harris: bis in die 1960er Jahre hat sich das Dritte Reich bereits gehalten. Statt Berlin gibt es nun die Stadt Germania, nach den Plänen von Albert Speer und Adolf Hitler. Die Beatles hätte es trotzdem gegeben, nur touren die nun eben durch NS-Deutschland. Ganz so weit wagt sich der Comic Wunderwaffen nicht in die Zukunft. Die Handlung spielt 1946. Die Niederlage der Wehrmacht in Stalingrad fand in dieser Alternativ-Welt nicht statt und auch keine Landung der Alliierten in der Normandie.

Eine wesentliche Rolle spielen die so genannten Wunderwaffen, von denen es eine Vielzahl bereits in der Realität gab: etwa die Rakete, mit dem Propagandanamen Vergeltungswaffe V2 und den Düsenjet Me 262. Während diese Erfindungen tatsächlich produziert und eingesetzt wurden, blieb einiges andere in Testphasen stecken, das ändert sich nun in dieser Version der Geschichtsschreibung: eine Staffel deutsche Lippisch P13A stellt sich den amerikanischen Bombern entgegen. Dieser Flugzeugtyp ist in Band 1 von Wunderwaffen am häufigsten zu sehen, aber auch andere Maschinen dürften Technikbegeisterte erfreuen. Und das ist sicherlich auch ein wesentlicher Aspekt dieses Comics: spannende Technik in Aktion zu zeigen. Ähnlich wie in "Himmel in Trümmern" sind die Flugsequenzen offenbar wieder nicht ausreichend und könnten als Kriegsverherrlichung betrachtet werden? Also musste wohl noch eine überdeutliche Anti-Kriegs-Botschaft her. In "Wunderwaffen" geschieht das allerdings etwas überzeugender und geringfügig weniger platt und überladen.

Adolf Hitler, Eva Braun und Joseph Goebbels fliegen mit der Privatmaschine Hitlers, einer Ju 209, eskortiert von einer Staffel Horton 220, nach Hamburg. Alle genannten Figuren sind zeichnerisch sofort als eben diese Personen zu erkennen. In der Hansestadt angekommen zeichnet der Führer die Hauptfigur von "Wunderwaffen", den blonden Piloten Walter Murnau, mit dem Eisernen Kreuz aus und befördert ihn zum Major. In seiner Ansprache nennt Hitler den Flieger "Pilot des Teufels", ein Spitzname, der sich auf den Wagemut Murnaus bezieht. Ob Teufel hier als Synonym für Hitler steht, bleibt offen - klar ist jedenfalls, dass sich beide Männer auf Anhieb nicht ausstehen können. Nach "Himmel in Trümmern" also ein weiterer Luftwaffe-Pilot, der seinen Widerwillen gegen das NS-System runterschluckt und trotzdem für dessen Bestand kämpft. Im weiteren Verlauf der Handlung versucht sich Murnau als Testpilot für die Me 163, trifft sich mit hochrangigen Nationalsozialisten und rutscht in eine private Fehde mit Adolf Hitler hinein, der offenbar gerade insgeheim etwas Ungeheuerliches plant.

Wunderwaffen

Adolf Hitler, Eva Braun und Joseph Goebbels fliegen mit der Privatmaschine Hitlers, einer Ju 209, eskortiert von einer Staffel Horton 220, nach Hamburg. Alle genannten Figuren sind zeichnerisch sofort als eben diese Personen zu erkennen. In der Hansestadt angekommen zeichnet der Führer die Hauptfigur von "Wunderwaffen", den blonden Piloten Walter Murnau, mit dem Eisernen Kreuz aus und befördert ihn zum Major. In seiner Ansprache nennt Hitler den Flieger "Pilot des Teufels", ein Spitzname, der sich auf den Wagemut Murnaus bezieht. Ob Teufel hier als Synonym für Hitler steht, bleibt offen - klar ist jedenfalls, dass sich beide Männer auf Anhieb nicht ausstehen können. Nach "Himmel in Trümmern" also ein weiterer Luftwaffe-Pilot, der seinen Widerwillen gegen das NS-System runterschluckt und trotzdem für dessen Bestand kämpft. Im weiteren Verlauf der Handlung versucht sich Murnau als Testpilot für die Me 163, trifft sich mit hochrangigen Nationalsozialisten und rutscht in eine private Fehde mit Adolf Hitler hinein, der offenbar gerade insgeheim etwas Ungeheuerliches plant.

Das Bild vom "sauberen, ritterlichen" Kampf in den Lüften von unpolitischen Piloten ist sicherlich fragwürdig. Zumindest wird das "Verheizen" der jungen Männer und Aspekte, wie die geringe Lebenserwartung der Piloten, etwa über den rumänischen Ölfeldern, thematisiert. Die Trennung zwischen skrupelloser Führungsriege und aufopferungsvollen, gutmütigen Idealisten wie Murnau wirkt geradezu beleidigend simpel gestrickt.

Anders als in den ersten Bänden der ebenfalls in einem alternativen Zweiten Weltkrieg spielenden Serie "WW 2.2" (Rezension folgt demnächst auf dieser Seite) gibt es in "Wunderwaffen" enorm viel Abwechslung fürs Augen: Ministerien in Berlin, der Berghof, Göring, Himmler, neue Flugzeugmodelle, Luftkämpfe. Optisch sehr komplex, inhaltlich leider weniger.

Die Hauptfigur, der "Pilot des Teufels" wirkt nicht sehr überzeugend und Hitlers "Röntgenblick", mit dem er sofort Juden und andere Menschen aufspüren kann, die ihm verdächtig sind, wirkt überaus lächerlich. Spannend und packend ist die Story dennoch, insbesondere der Cliffhanger am Ende funktioniert ganz hervorragend: was hat es denn nun mit diesen geheimnisvollen Änderungen in Auschwitz auf sich?

Im sehr gelungenen Bonusteil wird darauf hingewiesen, dass alle Waffengattungen Wunderwaffen hatten, so waren etwa völlig überdimensionierte Super-Panzer oder Vorläufer des Sturmgewehrs AK 47 in Planung, die beeindruckensten Ergebnisse aber lieferten die Luftstreitkräfte, so schreibt es der Autor.

WunderwaffenDer Untertitel "Der Pilot des Teufels" erinnert an das Bühnenstück / den Film "Des Teufels General", über den Piloten Ernst Udet - eine ungleich gehaltvollere Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und auch wesentlich ehrlicher. Wen juckt schon das Gewissen, wenn solche immensen Möglichkeiten und so eine rasante Karriere locken - so unangenehme Fragen stellt "Wunderwaffen" nicht. Der, durch ein weiteres Attentat, eines Armes beraubte und entstellte Hitler wirkt in diesem Comic ohnehin eher wie eine Karikatur oder auch wie der Imperator aus Star Wars. Dabei wären doch noch so viele Fragen interessant, etwa: hätten die wenigen Wunderwaffen wirklich so viel ausrichten können, gegen die Massenproduktion der Russen und Amerikaner? Auch bedenkenswert eine Frage aus der TV-Serie "Ein Herz und eine Seele": was wäre denn wirklich, wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte? Nur noch Wagner-Opern, Marschmusik und die Berufszweige: Bauer, Soldat oder Mutter?

"Wunderwaffen ist der bisher eindeutig stärkste Comic des All Verlags! Zeichnerisch überaus ansprechend, spannend, wenn auch mit unglaubwürdigen Figuren. Sehr empfehlenswert für Freunde von Fliegercomics und Was-wäre-wenn Geschichten. Diese Reihe dürfte gerne länger laufen als nur zwei Bände!

Wertung: 80 %


Wunderwaffen
Autor: Richard D. Nolane, Zeichner: Maza, Übersetzung: Saskia Funke,
56 Seiten, Hardcover, Farbe, Format: 24 x 32 cm,
Extras: sechs illustrierte Seiten über NS-Wunderwaffen,
All Verlag 2013, 15,80 Euro


Am Besten kauft man sich den Band beim Comichändler seines Vertrauens...jedoch...
Wunderwaffen kann man auch hier kaufen.

Ebenfalls erschienen ist eine auf 111 Exemplare limitierte Ausgabe, inklusive signiertem Druck, 29,80 Euro


(c) der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: All Verlag
 
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