Andreas Martens im Gespräch :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
26.03.2017, 00:43 Uhr
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geschrieben von Maqz am Mittwoch, 19. März 2014 (2027 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Andreas - Von Weißenfels in die Bretagne


Interview mit Andreas MartensAls ich vor rund 20 Jahren angefangen habe Comics zu rezensieren, hab ich das gemacht, weil ich Jean -Moebius- Giraud in Köln während eines Signierstunde interviewen wollte. Zu der Zeit bekam ich aber dann auch auch sehr viele Comics zum Rezensieren zugeschickt. Unter anderem die legendären Carlsen LUX-Ausgaben, bei denen mich sehr stark auch die Alben "Raffington Event - Privatdetektiv" und besonders "Azteken" beeindruckt haben. Der Zeichner Andreas war auch in späteren (eher zufälligen) Comicfunden wie "Die Rückkehr des Cromwell Stone" (mein einziges Comic in einer Japan-Bindung!) oder Capricorne sowie dem Frühwerk "Udolfo" (gezeichnet mit Eddy Paape) leicht wiederzuerkennen. Einer plötzlichen Eingebung folgend, hab ich ihn via Twitter gefunden und zu einem Interview überreden können! Mann bin ich aufgeregt! :-)) Hier das Interview, die ich schon viel früher (vielleicht 20 Jahre früher) hätte führen sollen...

ComicRadioShow: Hallo Herr Martens, ich hoffe es geht Ihnen gut in der Bretagne? Wandeln Sie dort etwa auf den Spuren des Asterix?

Wohl kaum. Ich habe den größten Teil meines Lebens den Comics gewidmet, aber meinen Wohnort suche ich mir nach anderen Kriterien aus.


CRS: In Ihrer Info bei Twitter ist zu lesen, dass Sie in Frankreich und in Belgien Comics wie (...) RORK, CAPRICORNE, ARQ, CROMWELL STONE etc. (...) gezeichnet haben. Die Zahl geben Sie mit "ca. 60" an. In Deutschland waren es nicht ganz so viele. Woran glauben Sie hat das gelegen?

An den Verkaufszahlen, denke ich mir. Ich bin kein « populärer » Autor. Die meisten Verlage, wenn sie im Ausland einkaufen, stürzen sich zuerst auf die Erfolgs-Comics. Meine Nationalität spielt da keine Rolle.

Quintos von Andreas
CRS: Erfreulicherweise erschien vor relativ Kurzer Zeit Ihr Quintos beim Finix-Verlag. Wie ist dieses Zusammenarbeit zustande gekommen? Schließlich war (bis auf Ihr Donjon Monster #3 bei Reprodukt 2009) seit 1999 nichts mehr von Ihnen in Deutschland erschienen.

Der Finix Verlag hat mich angeschrieben. Ich habe dann mit ihnen zusammengearbeitet, ihnen Material geschickt.


CRS: Angesichts Ihrere reichhaltigen (französischen) Bibliografie ( http://fr.wikipedia.org/wiki/Bibliographie_d%27Andreas ) könnte man meinen, dass man doch so einiges auch bei uns veröffentlichen könnte. Welche Serie würde sich nach Ihrer Meinung nach besonders "lohnen"?
Cover
Das ist schwer zu sagen. Wenn man von den Verkaufszahlen absieht, gefiele es mir wenn Capricorne in Deutschland veröffentlicht würde. Vielleicht wenn die Serie zu Ende ist (2016)...


CRS:Ihre Werke erscheinen in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien, Polen, USA und wieder etwas in Deutschland. Wo wollen Sie noch überall hin? Wäre Japan noch ein Land in dem Sie sich gerne publiziert sehen möchten?

Nicht unbedingt. Ich suche mir die Länder nicht aus. Meine Verlage kümmern sich um diese Dinge...


CRS: Und inhaltlich. Würde Sie eine amerikanische Superhelden-Serie zum zeichnen reizen. Batman zum Beispiel?

Vor zehn oder fünfzehn Jahren hätte mich das vielleicht noch interessiert. Und nur Batman. Aber heute will ich vor allen Dingen an meinen eigenen Projekten arbeiten. Ich mag Superhelden noch ganz gern, aber doch hauptsächlich der amerikanischen Zeichner wegen…
Interview mit Andreas Martens

CRS: Mitte der 90er Jahre sagte Sie einmal "(...)I love mysteries and fantastic tales. I have read many books in these genres, and I have sought intensely for literature that I didn't know yet. Until I discovered H.P. Lovecraft <http://www.dossier-andreas.net/andreas/p1_p21.php>, then I stopped, that was the top for me. The mystery, the greatness, the dark forces of his stories, that has influenced me. Almost simultanuously, and it probably wasn't a coincidence, I started the Rork-cycle.(.:.)"Zitat aus: "/The mystery Andreas (1996) <http://www.dossier-andreas.net/andreas/p1_art3.php>/". Ist der Einfluss H.P. Lovercrafts geblieben (schließlich steht dieser Einfluss auch erklären im Wikipedia-Artikel über Sie?

Der Einfluss Lovecrafts war nur Ende der siebziger Anfang der achtziger Jahre bedeutend für mich. Das Problem mit Artikeln über einen Autoren ist daß Journalisten gern bei den Kollegen abschreiben, und « Lovecraft » ist da natürlich eine tolles Etikett was sich prima immer wieder aufkleben läßt. Einflüsse sind am Anfang einer « Karriere » wichtig, aber mit der Zeit werden sie vom Autoren verarbeitet und seinem eigenen Stil untergeordnet.

Interview mit Andreas Martens

CRS: Hat sich die Botschaft in Ihren Comics geändert?

Wahrscheinlich. Man wird älter und (hoffentlich) weiser (oder auch nicht…). Da findet eine ganz natürliche Entwicklung statt.


CRS:Es wäre nun (zu?) einfach Ihren Stil mit anderen Zeichnern (wie möglicherweise Schuiten oder Paape) oder den von Holzstich Illustrationen des 19. Jahrhunderts zu vergleichen. Möchten Sie gerne in diese Schublade gesteckt werden, oder würden Ihren Stil gerne anders beschreiben?

Ich will eigentlich nicht versuchen meinen Stil zu beschreiben. Das überlasse ich gern anderen, was dann aber nicht immer zu sehr glücklichen Resultaten führt (siehe meine Antwort über Einflüsse).


Interview mit Andreas Martens

CRS:Abgesichts Ihrer Vielarbeit: Haben Sie einen Ausgleich für Ihre lange Zeit vor dem Zeichentisch?

Nur wenig. Ich arbeite jeden Tag, auch an Wochenenden. Ich bin kein sehr guter Zeichner und muss viel an meinen Seiten arbeiten. Für mich ist das Wichtigste was zwischen Schreiben un Zeichnen passiert: Das Erzählen, das heißt die Seiteneinteilung, die Passagen von einem Bild zum nächsten, der Weg des Auges in der Seite, usw. Daran habe ich den meisten Spaß. Das Zeichnen ist dann mehr eine Pflichtübung. Aber natürlich macht mir das dann auch Freude. Ich sehe mich eher als einen Geschichten-Erzähler als einen Zeichner.


CRS:Wohin geht die Reise in Ihren quasi Dauerserien Arq oder Capricorne. Ist bei Arq zum Beispiel das von Ihnen angekündigte Ende in Sicht?

Der siebzehnte Arq kommt hier im Mai heraus, der achtzehnte wird dann der letzte (2015). Capricorne ist ein Jahr später zu Ende. Danach mache ich dann keine Serien mehr, nur noch Einzelbücher oder höchstens die eine oder andere Trilogie...

Interview mit Andreas Martens

CRS:Verkaufen Sie eigentlich (irgendwann) Ihre Originalzeichnungen, oder haben Sie dies bei den Vielen verkauften Alben garnicht nötig?

Nötig hätte ich es eigentlich nicht, aber ich verkaufe Seiten und Illustrationen seit einigen Jahren. Ich mache auch Auftrags-Zeichnungen (wenn ich die Zeit dazu habe! Meine Geschichten haben immer den Vorzug!!!)


CRS:Zeichnen Sie noch immer "klassisch" oder sind auch Sie schon auf digitale Zeichenwerkzeuge umgestiegen. Und wie sehen sie die Entwicklung bei sich und Ihren Künstler-Kollegen?

Ich zeichne immer noch auf Papier. Ich habe nichts gegen digitale Techniken, ich werde wahrscheinlich ein paar Versuche auf dem Gebiet machen. Aber ich glaube nicht, daß ich das Papier aufgeben werde. Es macht mir zuviel Spaß. Es arbeiten immer mehr Zeichner digital, warum auch nicht?… Je mehr experimentiert wird, desto besser!

Interview mit Andreas Martens

CRS:Werden Sie Ihre Werke irgendwann alle digital online anbieten wollen, oder muss für Sie ein Comic aus Papier bestehen?

Wir werden sehen wohin die Entwicklung geht. Ich habe da keinerlei Vorurteile. Solange ich Geschichten in Comic-Form erzählen kann...


CRS:Abschließend noch die Frage nach Ihrer Einschätzung wo der Comic in den nächsten Jahren in Frankreich (und den anderen Ländern, inb denen Sie publiziert werden) wohl entwickeln wird? Was macht der Manga, wohin gehen die Serien mit den hohen Auflagen, mit was werden Sie uns noch überraschen? ;-)

Da habe ich wirklich keine Ahnung. Diese Dinge voraus zu sagen ist immer eine heikle Sache. Da haben sich schon viele total geirrt. Man muss da auf alles vorbereitet sein und sich nicht aus der Bahn werfen lassen. Jede Art der Comics ist mir willkommen. Ich lese amerikanische, französische, holländische, englische, schwedische Comics (die Liste ist nicht beschränkt…), Mangas, Mainstream, « Underground », alles Mögliche… Seit dem Internet, findet so ungefähr Alles seine Leserschaft. Für mich ist das sehr ermutigend. Wahrscheinlich wird sich das Verlagswesen dadurch mit der Zeit ändern…

Über meine eigenen Zukunfts-Projekte spreche ich jetzt noch nicht, ich will erst einmal meine beiden Serien zum Ende bringen.


CRS: Herr Martens, vielen Dank für Dieses Interview. Es war mir wirklich ein Vergnügen und eine Ehre.
Interview mit Andreas Martens
Es war mir eine Freude. :-)


Mit herzlichen Grüßen!
Markus Gruber


Chefredaktion ComicRadioShow



(C)opyright der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: Andreas Martens 2014
 
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