ICOM - Preis für Laskas Laika & Tentakel 4 :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
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geschrieben von gruber am Sonntag, 13. April 2003 (8206 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Hauptpreis geteilt zwischen Laskas und Ulf K.


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Hier findet Ihr alle aktuellen Informationen zum ICOM-Preis 2003. Erstaunlich ist, daß der ICOM-Haupt-Preis in diesem Jahr geteilt wird zwischen Ulf K und Elke Reinhart / Gerhard Schlegel=Laska Comix.
Und wer jetzt aufschreit und meint: "Schon wieder diese Laskas! Die haben doch schon so viele Preise gewonnen!" Dem kann ich nur erwiedern: Wer ko, der ko! ;-)


Die Jury des ICOM Independent Comic Preises 2003

Klaus N. Frick (Redakteur)
Harald Havas (Autor)
Verena Hinze (Grafikerin)
Achim Schnurrer (Redakteur)


Der Preis

Der Interessenverband Comic e.V. ICOM vergibt seit 1994 diesen Preis für die ungeheuer rege Verlags- und Zeichnerszene jenseits der etablierten, auf dem Abdruck aus dem Ausland importierter Comics basierenden Branchenriesen. Der Preis zeichnet Eigenproduktionen aus dem zurückliegenden Kalenderjahr aus. Im Gegensatz zum Max-und-Moritz-Preis ist der ICOM-Preis mit insgesamt 2.000 € dotiert. Der Hauptpreis "Bester Independent Comic" ist mit 1.000 €, die anderen vier Kategorien sind mit jeweils 250 € dotiert.

Der Jury des ICOM Independent Comic-Preises lag aus dem Bewertungs-Zeitraum des Jahres 2002 eine Vielzahl von Comics vor: in verschiedenen Formaten, verschiedenen Preisklassen und verschiedenen stilistischen Richtungen. Auffallend war dabei: Die klassischen "kleinen Fanzines" gab es im Jahr 2002 so gut wie gar nicht. Entweder verzichteten die Herausgeber darauf, sich am Preis zu beteiligen, reichten also erst gar keine Beiträge ein, oder die Zahl der Fanzines hat sich wirklich drastisch reduziert. Ebenso auffallend war die Tatsache, dass sehr viele der eingereichten Comics eine hohe Qualität hatten sowohl zeichnerischer als auch drucktechnischer Art. Das machte die Auswahl in manchen Bereichen richtig schwer, trotzdem fand die Jury in fast allen Bereichen sehr schnell ihre Favoriten. "Erschwerend" kommt die Tatsache hinzu, dass es mit Edition 52, Weißblech, Gringo oder Zwerchfell und anderen kleinen Verlagen mittlerweile eine richtige "Industrie" gibt, die das Niveau schon in punkto Ausstattung steigert. Ein kleines Fanzine muss da fast gezwungenermaßen "nach hinten" fallen, während Fanzines, die sich an ein ganz bestimmtes Publikum richten wie etwa "Mosa-Icke" den Rahmen auch schon wieder sprengen.


Bester Independent-Comic

Edition 52 für "Floralia" von Ulf K. und "Kosmonaut Laika" von Laska Comix
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Wegen einer Vielzahl preiswürdiger Arbeiten, die dieses Jahr eingereicht wurden, hat sich die Jury entschieden, den Preis in der Kategorie "Bester Independent Comic" diesmal nicht einem einzelnen Titel oder Künstler zuzusprechen, sondern einem Verlag. Die Publikationen dieses Verlags hätten ansonsten auch alle anderen Kategorien besetzen können, was aber zu dem Eindruck geführt hätte, beim Independent-Comic wäre es zu einer ähnlichen Monopolisierung gekommen wie bei den Großen der Branche. Dass dem erfreulicherweise nicht so ist, beweisen die übrigen Kategorien. Ein Verlag ist natürlich nichts ohne seine Künstler. Dass aber Künstler, die beim richtigen Verlag erscheinen, einen erheblichen Mehrwert gewinnen können, das bewies auf eindrucksvolle Weise die Edition 52. Sie wird namentlich für die Publikationen "Floralia" von Ulf K. und "Kosmonaut Laika" von Laska Comix ausgezeichnet. Zwei Titel, auf die sich die Jury einstimmig festlegen mochte. Erwähnt werden müssen aber auch zwei Minderheits-Voten, nämlich "Das Grauen im Gemäuer" von Reinhard Kleist und "Das Raupenbuch" von Nicolas Mahler.

"Floralia" ist ein wunderschöner Comic, der ohne Text auskommt, der die wenigen Dialoge in Piktogrammen darstellt und der dennoch eine rundum gelungene Geschichte erzählt:
In einem Zirkus gibt es einen kleinen traurigen Clown, der in Form des Starken Mannes einen Gegner hat, der ihn gerne verspottet. Der Starke Mann wiederum ist mit der Dompteurin zusammen, worauf der Clown ein bisschen neidisch ist. Als einziger Freund des kleinen Clowns entpuppt sich eine Blume, die unweit des Zirkus unter einem Baum wächst.
Aus diesen kleinen Themen entwickelt Ulf K. seine wunderbare, märchenhafte Geschichte, die bis zu einem hoffnungsvollen Höhepunkt geführt wird. Lustig ist das nicht erzählt, eher traurig und melancholisch; umso besser kommt hier das Ende.
Zeichnerisch bleibt Ulf K. bewusst schlicht, benutzt neben schwarz und weiß als einzige Farbe ein ohnehin schon traurig wirkendes Ockergelb. Damit schafft er eine spezielle Stimmung, die er konsequent durchhält. Der nur scheinbar schlichte Strich von Ulf K. hat in diesem Comic etwas ganz Besonderes erzeugt: eine fragile Balance zwischen retro-orientiert und modern.
Zeichnerisch schwebt Ulf K. mit einer beneidenswerten Leichtigkeit zwischen nostalgischen Anklängen, die an den Ligne-Claire-Klassiker "Der kleine König" von Soglow erinnern, und einem expressiven Ausdruck, der möglicherweise von Yves Chaland inspiriert, ins hier und jetzt übertragen wurde. "Floralia" ist traditionsbewusst und dennoch ganz eindeutig ein Comic des 21. Jahrhunderts.
Beispiel
Einiges von dem, was zu Ulf K. und "Floralia" gesagt wurde, trifft auch auf "Kosmonaut Laika" von Laska Comix zu. Mit einer Rakete startet die stets mit großen Augen durch ihren Raumhelm starrende Hündin Laika zu ihrer großen Reise ins All. Was mit einem Routineflug beginnt, entwickelt sich rasch zu einer zauberhaften Geschichte, in der ein fröhlicher kleiner Außerirdischer eine wichtige Rolle spielt.
In wunderschönem Schwarzweiß-Stil erzählt das Laska-Team diese Geschichte, die ohne Worte in Sprechblasen auskommt und immer ein bisschen traurig wirkt. Auch dieser Comic findet ein wunderbares Gleichgewicht zwischen einem Thema, das zu einer Zeit die Menschen bewegt hat, als die Laskas wahrscheinlich noch gar nicht geboren waren, und einer Aussage, die heute mindestens ebenso aktuell ist, wie in den frühen sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, als mit den ersten Sputniks auch die ersten Lebewesen ins All geschossen wurden ohne Rückfahrkarte. Die Melancholie, die jeden normal empfindenden Menschen packt, der sich irgendwann mal nächtens mit seinem Blick in einem sternklaren Himmel verliert, dieses Gefühl schwingt auch noch lange, nachdem man das Heft von Laska Comix zugeklappt hat, in einem nach. Es gibt eigentlich kein besseres Qualitätsmerkmal, das die Wirkung einer kreativen Leistung beschreibt, als dieses emotionale "Nachbeben".

 
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ICOM - Preis für Laskas Laika & Tentakel 4 | Benutzeranmeldung | 7 Kommentare
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Re: ICOM - Preis für Laskas Laika & Tentakel 4 (Wertung: 1)
von Diana (diana@kennedy-comic.de)
am 13.04.2003, 00:15 Uhr
(Benutzerinformation | Nachricht senden) http://www.kennedy-comic.de
WAS? I hab den Szenario-Preis gewonnen? Goil, goil, einfach nur mega-goil! Tausend Dank an die CRS, dass sie diesen Artikel zu der späten Stunde noch online setzte und mir daher die Zeit des Werweissens und Zitterns verkürzte! Leider konnte ich ja nicht in Köln sein. Allen anderen Gewinnern auch meinen herzlichen Glückwunsch!! Glückliche Grüsse in die Nacht!! Diana


Re: ICOM - Preis für Laskas Laika & Tentakel 4 (Wertung: 1)
von Diana (diana@kennedy-comic.de)
am 13.04.2003, 00:20 Uhr
(Benutzerinformation | Nachricht senden) http://www.kennedy-comic.de
PS:

Kann mir noch jemand sagen, was "bukolisch" heisst? :-))