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Interview mit Michael Holtschulte (04/2023) :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
15.04.2024, 01:50 Uhr
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geschrieben von Maqz am Donnerstag, 20. April 2023 (905 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht
(*)

Michael Holtschulte macht „Feierabend“.

Michael Holtschulte Das letzte (extrem lange) Interview mit Michael war vor drei Jahren. Danach dachte ich erst einmal, alles ist gefragt. In der Zwischenzeit ist aber wieder viel Tusche das Papier runtergeflossen und Michael hat (wieder einmal) den ein oder anderen Titel veröffentlicht und ist aktuell in der Zeitung und/oder im Podcast. Grund genug, mal wieder nachzufragen, warum überhaupt, und siehe da, der neueste Titel heißt „Tot, aber lustig – Feierabend!“ DA fragt man sich schon ... aber wir fragen den Autor ...

ComicRadioShow: Hallo Michael, wie geht es dir, und wo treffe ich dich gerade?
Michael Holtschulte:
Danke der Nachfrage, mir geht es gut. Ich bin zwar sehr müde, was momentan ein Dauerzustand ist, aber ich denke, das ist auch völlig normal. Mit einem zweijährigen Kind und einem sehr agilen Hund hat man ja sowieso das Gefühl, Müdigkeit erfunden zu haben. Insofern triffst du mich gerade nach allem, was morgens so nötig ist, um das Kind zu versorgen und der obligatorischen Hunderunde am Zeichentisch, der für dieses Interview als Schreibtisch dient.

ComicRadioShow: Warum „Feierabend“? Ist es schon so weit?
Michael Holtschulte:
Definitiv nicht, keine Sorge! Ich habe noch viel vor.
Ich mag einfach die Mehrdeutigkeit des Untertitels meines neuen Tot, aber lustig-Buchs. Bezogen auf den Sensenmann ist der Witz ja nicht weiter erklärungsbedürftig, aber das Wort Feierabend deutet ja nicht nur ein Ende eines Abschnitts an, sondern auch einen Beginn. Das Wort Feier ist ja durchaus positiv besetzt und etwas, worauf man sich freut. Und was passt da besser zu einem dicken Buch voller Bilder mit Witzen?

Michael Holtschulte

ComicRadioShow: Was ist das Besondere an deiner aktuellen Neuerscheinung? In der Leseprobe ist der „Tod“ gar nicht so präsent.
Michael Holtschulte:
Da würde ich gar nicht so zustimmen, denn der Sensenmann nimmt schon einen großen Raum ein. Aber ich muss dir Recht geben, in dem Buch werden darüber hinaus sehr viele Themen angeschnitten, was einen einfachen Grund hat: Das Buch ist ein Best-of der letzten drei bis vier Jahre, ergänzt um brandneue Cartoons. Somit spiegelt es all das wieder, was man eben so von meinen Arbeiten kennt. Und mal ehrlich, hat nicht alles irgendwie mit dem Tod zu tun?

Michael Holtschulte

ComicRadioShow:  Mit (positivem) Neid sehe ich, dass du im April auf der Leipziger Buchmesse mit Till Mette aus (euren) Werken vorlesen wirst. 
Michael Holtschulte: Wieso Neid? Weil du selbst gerne mit ihm auftreten würdest oder weil du es nicht nach Leipzig schaffst? [CRS: Beides!]
Ersteres ist für mich auch etwas ganz Besonderes. Meine Soloshows oder auch die mit Oli Hilbring sind inzwischen ein fester Bestandteil meines Cartoonisten-Daseins, aber mit Til Mette auf der Bühne zu stehen, ist noch mal etwas anderes. Ich bewundere und mag Til sehr, da er nicht nur ein Ausnahmecartoonist ist, immer ein offenes Ohr hat und einfach ein super Typ ist. Kurz: Ich freu mich tierisch. Jetzt wartet noch ein wenig Arbeit auf uns, das Programm zusammenzustellen, aber ich denke, dass der Abend viel von unserer Spontanität leben wird.  
Unsere Show findet in Leipzig statt, genauer im Blauen Salon des Central Kabaretts und ist eine Abendveranstaltung im Rahmen der Leipziger Buchmesse, wo wir tagsüber beim Lappan Verlag unsere neuen Bücher signieren. Und andere Autoren des Verlags natürlich auch, was die Messe wieder zu einer Klassenfahrt im allerbesten Sinne macht. Zumal man solche Veranstaltungen nach Corona mehr zu schätzen weiß, und wir uns alle auf unsere Fans freuen.

ComicRadioShow: Machst du noch den Podcast mit Oli H.?
Michael Holtschulte: Wieso noch?! Wir haben bald Einjähriges und haben vor, das noch lange weiterzumachen. Zumindest so lange, bis wir uns so in die Haare bekommen, dass wir kein Wort mehr miteinander sprechen. Was kontraproduktiv für einen Podcast wäre. Aber danach sieht es nicht aus. Wir hatten zuletzt tolle Gäste wie Sven Bensmann, haben noch sehr viel vor und wagen im Juni sogar den Schritt, live vor Publikum aufzuzeichnen, wofür uns die Caricatura Galerie in Kassel den passenden Rahmen bietet.

Michael Holtschulte

ComicRadioShow: Wow, brandneue Webseite! Warum? :)
Michael Holtschulte: Kurz, weil es nötig war. Die alte Webseite habe ich jetzt seit 2004 aufgebaut, immer wieder geändert und gepflegt. Wobei letzteres immer mehr auf der Strecke blieb, weil ich es einfach zeitlich nicht mehr hinbekommen habe. Irgendwann hatte sich technisch so ein Rückstand aufgehäuft und optisch war ich so unzufrieden, dass ich einen Cut gemacht habe und es an der Zeit war, alles neu zu machen. 
So seltsam es klingen mag, dazu gehörte eine große Portion persönlicher Entwicklung, weil ich es immer gewohnt war, alles alleine zu machen und schlecht etwas aus der Hand geben konnte. Erst in meiner Frau habe ich jemanden gefunden, dem ich das in vertrauensvolle Hände abgeben konnte. Sie ist Grafikdesignerin und hat mit ihrer Agentur punktbar dann den kompletten Auftritt mit mir zusammen neu gemacht.

Michael Holtschulte

ComicRadioShow: Deine Neuerscheinung „Tot, aber lustig – Feierabend!“ erscheint mir persönlich in einem etwas neueren Stil. Hat diese Änderung auch damit zu tun?
Michael Holtschulte: Ja, genau! Meine Frau hat mit mir vieles überarbeitet, dass der gesamte Auftritt von Webseite, über die Tourplakate bis hin zu Buchcovern frischer und moderner aussieht. Falls du zusätzlich auf die Cartoons anspielst, die haben sich wenn, dann in einem natürlichen Prozess weiterentwickelt. Man arbeitet ja im Idealfall ständig an seinen zeichnerischen und humoristischen Fähigkeiten, und somit ist das auch gut so. Viele Cartoons von vor ein paar Jahren sehen tatsächlich ein wenig anders aus als heute, aber es wäre ja auch schlimm, wenn man stagniert.

Michael Holtschulte

ComicRadioShow: Warum hat Marc Uwe Kling den Gag auf Seite 70 nicht verstanden?
Michael Holtschulte: Du beziehst dich auf das Lob von Marc Uwe auf der Rückseite des neuen Buchs. Diese Aussage ist mit einem Augenzwinkern zu lesen und hat damit zu tun, dass sich ein Insidergag bezogen auf Oli Hilbring auf der Seite findet. Das ist aber nur ein Teil des Cartoons und sagen wir mal so: Wer ein wenig die Cartoonbranche verfolgt, wird diese Anspielung verstehen. Lasst euch überraschen. :-)

Michael Holtschulte

ComicRadioShow: Was ist die letzten drei Jahre eigentlich noch so bei dir passiert? Bürgerpreise, Karikaturpreise, politische Vergangenheit?
Michael Holtschulte:  Ich habe tatsächlich in der Zeit nach unserem letzten Interview den Bürgerpreis der Stadt Herten erhalten, für kulturelles Engagement. Lustigerweise wohne ich aber inzwischen in Essen. Der Familie wegen. Bin ja vor etwas mehr als zwei Jahren Vater geworden, wie ich eingangs ja schon angedeutet habe. Das, die Hochzeit und davor die erfolgreiche Behandlung meiner Depressionen sind aber die emotional wichtigsten Stationen in meinem bisherigen Leben, die ja auch einiges an positiven Änderungen mit sich gebracht haben. In Summe und ohne mit Details zu langweilen, gehört das auch zu den Gründen, weshalb die Politik der Vergangenheit angehört. Außer als Chronist mit meinen Cartoons natürlich.

Michael Holtschulte

ComicRadioShow: Ja, will Herten denn den Preis wieder zurückhaben, oder kannst du ihn in Essen im Rathaus gegen die dortige Version umtauschen? Kulturelles Engagement ist ja auch dageblieben, oder?! :)
Michael Holtschulte:
Am Engagement hat sich nichts geändert. Sowohl kulturell, als auch sozial. Essen ist nun mein Lebensmittelpunkt, ich bin aber Herten nach wie vor sehr verbunden und regelmäßig da.

ComicRadioShow: Wie vereinbart sich eigentlich deine Vaterrolle mit der des Cartoonisten, der den Tod in den Mittelpunkt seiner Geschichten stellt?
Michael Holtschulte:
Am liebsten zeichne ich natürlich den Sensenmann, aber ich hatte es oben ja schon erwähnt: Ich bin mit meinen Themen sehr breit aufgestellt und keineswegs ausschließlich auf den Tod beschränkt. Vielmehr ist für mein Cartoonschaffen nun ein Thema hinzugekommen, eben das Dasein als Elternteil, das Leben mit Kind. Und ich kann schon einmal ankündigen, dass es dazu in naher Zukunft auch ein Buch geben wird.

ComicRadioShow: Ich frag es geradeheraus: Wird es ein Kinderbuch von dir geben, in der deine TaL-Hauptfigur eine Rolle spielt?
Michael Holtschulte:
Kinderbücher habe ich ja schon gemacht, die Kombination mit dem Sensenmann nicht. Aber die Idee hört sich gar nicht mal schlecht an. Muss ich mal drüber nachdenken.

Michael Holtschulte


ComicRadioShow: Aktuell (04/2023) sprichst du im Rahmen eines Zeitungsartikels über deine (überwundene?) Depression. Was war/ist hier deine Absicht?
Michael Holtschulte:
Ja, ich habe es ja auch weiter oben angedeutet und das ist auch nicht das erste Mal, dass ich offen darüber spreche. Mir geht es heute sehr gut. Nachdem ich es endlich realisiert hatte, was mit mir los war, habe ich alles dafür getan, wieder gesund zu werden. Da gehörten eben auch viele Gespräche zu und die Erkenntnis, dass man sich für diese Erkrankung nicht zu schämen braucht. Ich möchte anderen Betroffenen Mut geben, das auch anzugehen und darüber zu sprechen. Es hilft.

ComicRadioShow: Wird sich dieses Thema irgendwann (ebenso) in einer deiner zukünftigen Neuerscheinungen niederschlagen (oder hat es dies nicht schon längst)?
Michael Holtschulte:
Michael HoltschulteIch habe es die ganze Zeit in Cartoons thematisiert, da ist schon eine ganze Menge zusammengekommen. Ein Teil davon ist auch schon in dem Buch „Vom Buffet der guten Laune nehm ich die sauren Gurken“ gelandet, in dem viele Betroffene aus dem Bereich der Komischen Kunst zu Wort und Bild kommen. Schirmherr für dieses Projekt, das auch beim Lappan Verlag erschienen ist, ist übrigens Torsten Sträter. Ich glaube, er weiß gar nicht, wie viel ich ihm im Umgang mit meiner Erkrankung zu verdanken habe.

ComicRadioShow: Welche Reaktionen hast du auf diese Nachricht von deinem Umfeld erhalten?
Michael Holtschulte:
„Das war doch so klar!“ und „Habe ich mir gedacht.“ waren die häufigsten Kommentare. Es war für mein Umfeld weniger überraschend als für mich selbst. Man blendet das aus und will es nicht wahrhaben.
Ansonsten waren die meisten Reaktionen kurz gesagt für mich einfach richtig. Offen darüber zu reden hat beispielsweise eben auch dazu beigetragen, an bestimmen Punkten Zeit für sich zu gewinnen und mal in sich zu gehen.

ComicRadioShow: Wie geht’s jetzt bei dir weiter? Wo kann man dich (außer in Leipzig) persönlich um eine Signatur (oder ein Gespräch) ansprechen?
Michael Holtschulte:
Da kommt jetzt einiges. Am besten ist es tatsächlich, man schaut in die Termine auf meiner schicken neuen Webseite.

ComicRadioShow: Lieber Michael, vielen Dank für die Antworten und lass uns beide für das nächste Gespräch nicht wieder drei Jahre warten! ;-) 
Herzliche Grüße (auch an Frau und Kind) aus München! :-))

Michael Holtschulte




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