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Oliver Ottitsch im Dialog :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
29.11.2022, 02:05 Uhr
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geschrieben von Maqz am Freitag, 03. Dezember 2021 (637 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Was zählt, ist nur die Gegenwart die noch auf uns wartet

Die Liebe ist stärker als der Tod: Cartoons & Comics zu den letzten Dingen - Lexikon Der österreichische Cartoonist Oliver Ottitsch hat alles richtig gemacht! Mit einem kleinen Sketch auf dem Umschlag und einer Widmung in seinem neuesten unverlangt beigelegten Werk „Die Liebe ist stärker als der Tod“ und diversen personalisieren Zeilen im Anschreiben erhält der alte Comic-Nerd (also ich) mehr Aufmerksamkeit, als gewohnt. Prompt wird der (nun) geschätzte Comic-Künstler digital zu einem Mail-Interview eingeladen. Das Ergebnis gibt es nun hier (statt der Rezension).

ComicRadioShow: Hallo Oliver Ottitsch, vielen Dank für die bisherigen Zusendungen. Wie ist es eigentlich dazu gekommen?

Oliver Ottitsch: Zur Zusendung? Ich wollte die Werbetrommel rühren, für mein neues Buch "Die Liebe ist stärker als der Tod". Durch den erstmals hohen Anteil an Strips, Onepagern und gezeichneten Kurzgeschichten, hatte ich das Gefühl, jetzt darf ich auch mal bei den Comic-Nerds anklopfen. Auf die ComicRadioShow aufmerksam geworden, bin ich vor vielen Jahren, ob eines hervorragenden Interviews des hervorragenden Martin Perscheid.


CRS: Ich gestehe, dass ich dein neuestes Werk mit einer Mischung aus Erheiterung und Abscheu (in einem Rutsch) durchgelesen habe. Ist das diese „Wiener Morbidität“, die Sie als gebürtiger Grazer verinnerlicht haben und die ich als Piefke eh nicht verstehe?

OO: Die Mischung aus Lust und Verstörung, ist eine gar köstliche. Die Gleichzeitigkeit scheinbar widersprüchlicher Gefühlsebenen beim Betrachten komischer Kunst, gibt dem Ganzen Spannung, wie zwischen zwei Polen, zwischen denen man sich hin- und hergerissen fühlt. Und es entzieht sich der reinen Umarmung. Also ich mag das.
Neben geistigen Vorbildern aus Österreich, wie Manfred Deix, gibt es aber auch hervorragenden düsteren Comic-Humor aus vollkommen anderen Weltgegenden. Etwa aus Deutschland. Do you know Walter Moers?

Krixi Crime

CRS: Ok, zugegebenermaßen beeindrucken mich Cartoonisten, die (Achtung Wortspiel) frisch von der Leber weg zeichnen, als gäbe es kein Morgen bzw. keine Grenzen des guten Geschmacks. Aber warum haben Sie diese Art des (nekrophilen) Humors eingeschlagen?

OO: Ich glaube Sie übertreiben etwas. Das ist wie mit Fisherman’s Friend. Sind sie zu stark, bist du zu schwach.

Die Liebe ist stärker als der Tod: Cartoons & Comics zu den letzten Dingen - Lexikon


CRS: Erfreulich für Sie (und für mich) sind in diesem Zusammenhang auch die erstaunlich internationalen Preise, die sie mit ihren Cartoons verliehen bekommen haben. Welcher ist denn ihr liebster und warum?

OO: Immer der nächste. Was zählt, ist nur die Gegenwart die noch auf uns wartet.

Krixi Crime

CRS: Bei der Recherche zu ihrem Werk und ihrer Person ist mir dann übrigens mit Erschrecken klar geworden, dass ich dereinst drei Ihrer Krixi Hefterl in den Händen halten durfte. „Der Beste“ Gag damals war „Wir sind zu früh“. (Geniale Idee!) Wie haben sich die Verkaufszahlen dieser Heftchenserie bis heute entwickelt?

OO: Die Zahlen sind an Unterentwicklung krepiert, fürchte ich. Zumindest haben wir nach der Nummer 7 mal eine Vollbremsung hingelegt. Aber vielleicht können wir ja hier und heute, durch eine wahre Flut an Neusammlern, welche sich im Anschluß an das Interview, auf die bisherigen Heftnummern dieser Serie (alle nach wie vor erhältlich im Scherz & Schund Verlag) stürzen, den Krixi-Heften zur Wiederauferstehung verhelfen.

Krixi Crime

CRS: Ich erinnere mich auch an die ein oder andere Hefterl-Publikation anderer (österreichischer) Cartoon- oder Comic-isten. Haben Sie Kollegen, die Sie in ihrem Künstlerleben inspirierten?


OO: Nun, Gerhard Haderer hat mit seinen Moff-Heften, seit vielen Jahren eine monatliche Comic-Serie samt fixer Leserschaft etabliert, deren Lebensdauer und Qualität erstaunlich ist.


CRS: Kurz zur Konkurrenz-Beschimpfung: Gibt es ihrer Meinung nach einen entscheidenden Unterschied zwischen den Cartoonisten in Deutschland, Österreich oder der Schweiz?


OO: Um mit Alfred Dorfer zu sprechen: „Wir Österreicher haben nur einen Vorteil gegenüber den Deutschen - wir sind weniger.“


CRS: Auch, wenn die meisten Themen in „Die Liebe ist stärker als der Tod“ sich weniger darum drehen, trotzdem die Frage: Wie politisch möchten Sie mit ihren Werken sein?

OO: Das geht mir nicht tief genug. Wir sind Naturwesen. Auch die gesellschaftlich-kulturellen Organisationsformen, die wir uns geben, sind letztlich Oberfläche, Ausdruck einer Spezies mit einer langen Entwicklungsgeschichte in den Knochen, die uns geformt hat und unser Handeln leitet.
Ansonsten darf man konstatieren: Wenn Betrachter eine weltanschauliche Obsession in sich tragen, finden sie diese auch überall widergespiegelt. Weil sie sie für alles durchdringend relevant halten. Kann sein, kann aber auch täuschen. Das muss ich dann nicht auch noch künstlerisch bedienen. Muss nicht, kann. Machen aber schon genug Leute. Wenn alle an den selben Stellen graben, fallen die Funde dementsprechend ähnlich aus. Dafür finde ich ungeborgene Schätze, die anderen entgehen.


CRS: Gibt es (politisch oder unpolitisch) den einen Lieblings-Cartoon bzw. Comicgeschichte die sie unseren Lesern unbedingt ans Herz legen möchten? DAS Meisterwerk, DER Schlüsselcartoon, DIE Wundergeschichte!

OO: Zum Glück nicht. Obwohl, einige Hausgötter gibt es schon. Aber wie alles Vergängliche, ist auch der persönliche Geschmack im zarten Wandel begriffen. Außerdem habe ich jetzt schon so viele Namen fallen lassen, da hebe ich einen gleich wieder auf: Walter Moers, Wenn der Pinguin zweimal klopft.


CRS: Erst Hefterl und jetzt ein schönes 96seitiges Hardcoveralbum. Wie kam es dazu? Die vielen Preisgelder, eine unerwartete Erbschaft oder der Publikationsgedanke „Nicht kleckern, sondern klotzen!“ ?

OO: Ein ordentliches Buch gehörte mal wieder her. Außerdem hatte ich Lust aus dem strikten Einbildwitzschema auszubrechen. Auf der Suche nach einem Forum zum Experiment mit der längeren Form, ist es mir gelungen den Scherz & Schund Verlag zu verleiten, ein Buch zum Thema Tod und Tod & Liebe zu machen. Hauptsache gezeichnet und lustig. Und gelegentlich ein bisschen Fisherman’s Friend.


CRS: Apropos Geld, geht es aufwärts, gibt es einen Lichtstreifen am Horizont oder gibt’s für den Drittporsche derzeit keinen Garagenplatz, weil der Rolls trocken stehen muss?

OO: Jetzt wird’s aber indiskret. Sagen wir mal so: Kauft meine Bücher, ich lese schon wieder Stellenangebote.


CRS: Kurze Zwischenfrage: warum dieser Samurai-Dauergag?

OO: Ich hatte zuvor bei der offiziellen internationalen Behörde für Samurai-Gags in Kakunodate extra nachgefragt und siehe da: Es gab noch nicht genug. Außerdem sind es bloß 4. Andere wiederkehrende Figurentypen treten, über das Buch hinweg, weitaus öfter in Erscheinung. Etwa Henker und Flugtiere.

Die Liebe ist stärker als der Tod: Cartoons & Comics zu den letzten Dingen - Lexikon

CRS: Wenn Sie jetzt in die Zukunft blicken, was kommt als nächstes? Doch noch ein morbides Corona-Cartoon-Themenalbum, oder ist das Thema nicht morbide genug?

OO: Über ungelegte Eier soll man nicht gackern, hat mir mal ein Hühnchen geraten. Wenn der Verkauf von „Die Liebe ist stärker als der Tod“ prächtig läuft, könnte man das als motivierendes Zeichen deuten, zusätzlich auch an Comic-Geschichten weiter zu basteln.


CRS: Martin Perscheid hatte neben seinen Cartoons immer mal wieder an seinem Motorrad geschraubt, Uli Stein hat auch gerne Hunde fotografiert, was ist ihr Ausgleich zu dieser fordernden Cartoon-Szene?

OO: Ab jetzt, Interviews auf ComicRadioShow geben.


CRS: Gibt es eigentlich auch für andere Fans die Chance ein Album mit Widmung zu erhalten bzw. zu erwerben? Wo und wie könnte man Ihnen persönlich diese Zeichnung abringen?

OO: Machen wir es möglich. Bestellen, am besten direkt beim Scherz & Schund Verlag, mit dem Vermerk ein signiertes Exemplar zu wünschen. Falls jemand anderswo eines erworben hat, kann die Person mich via e-mail (siehe Ottitsch homepage) kontaktieren. Wenn die Versandkosten übernommen werden, können wir das Buch postalisch her- und hinschicken. Als Angebot.


CRS: Abschließend die Frage nach Ihren Wünschen fürs neue Jahr 2022 (Weihnachten entfällt ja coronabedingt). Soll es Rote Rosen regnen, ist ein Nachwuchs im Gespräch oder doch die Weltherrschaft?

OO: Für dich soll’s rote Nasen regnen, mir sollten sämtliche Wunder begegnen. Und dass wir das alles bis zum nächsten Interview unbeschadet überstehen.


CRS: Vielen Dank für die Antworten und weiterhin viel Erfolg mit ihrem todschicken Humor.

OO: Ich bedanke mich recht herzlich für Ihr Interesse und das schicke Interview.


MEHR zu Oliver Ottitsch findet sich unter:

www.oliverottitsch.com>
https://www.scherzundschund.at/laden/buecher/liebetod/
https://www.scherzundschund.at/laden/krixi/

#SupportYourAustrianArtist :-)

Die Liebe ist stärker als der Tod: Cartoons & Comics zu den letzten Dingen - Lexikon

(c)opyrighjt der Abbildungen und Fotos, mit freundlicher Genehmigung: Oliver Ottotsch 2021
 
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