Beni Merk - Familie :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
17.10.2017, 09:37 Uhr
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geschrieben von Maqz am Montag, 13. Februar 2017 (2275 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Boys don't cry


Familie Nach dem Interview von 2012 über das schweizer Projekt "Ausgezeichnet!" hab ich Beni Merk in Erlangen 2016 leider verpasst, sodass ich erst jetzt über sein neuestes Werk, den 24h Comic "Familie" berichte(n kann). Ein 28-seitiges Heft mit einer umfangreicheren Thematik, als der Seitenumfang vermuten lässt. Es geht um Wut und Gelassenheit im Familienleben -die eine leicht, die andere
manchmal schwer- zu bekommen ist, wenn das geliebte Kind schon wieder vehement was Süßes will, beim Essen losbrüllt oder den Vater trotzig gegen dass Schienbein tritt. Wir haben beim Zeichner mal nachgefragt, wie ein in 24 Stunden geschaffenes Comic solche Familien-Szenen
verarbeitet...


ComicRadioShow : Hi Beni, dein Comic Familie greift ein (auch für mich) wichtiges Thema auf. Hast Du die Beschriebenen Wutausbrüche, die Unzufriedenheit, Aussprachen, Tränen, Entschuldigungen Streit, Zweifel und Enttäuschungen am eigenen Leibe erfahren müssen?

Beni Merk: Hallo Markus.
Oh ja. :) Immer wieder, das gehört wohl zum Leben. Ich muss immer wieder mal schauen, wie ich mit meinem Emotionen umgehe, wenn nicht alles so läuft, wie ich mir das vorstelle. Wenn ich aus der Arbeitswelt zurück in die Familie komme, gelingt es mir nicht immer, genügend schnell umzuschalten. Dann beschäftigt mich im Kopf noch Dies oder Das oder aber ich bräuchte einfach meine Ruhe. Mit Kindern ist das allerdings manchmal schwierig bis unmöglich. Eigentlich auch das Normalste der Welt. Das führt dann eben auch mal zu Frust und Konflikten. In Wirklichkeit haben wir ja drei Kinder zu Hause - im Comic erscheint nur die Kleinste. Soweit ich mich erinnere, war das ein Entscheid, den ich getroffen habe, um die Komplexität zurückzunehmen und Zeit zu sparen.
"Familie" ist also ganz klar autobiographisch angehaucht. Welche Szenen jetzt der Wirklichkeit entsprechen, kann sich jeder selber denken. :)

CRS: Warum eine Zeile von The Cure auf Seite 3?
Beni Merk
Beni Merk: Während des Zeichnens habe ich unter anderem The Cure gehört. Und die Zeile hat dann halt wunderbar zur Gefühlswelt der Geschichte gepasst: Stark sein wollen oder müssen. Die Kontrolle behalten (die man ja sowieso nicht hat). Tränen, die heimlich geweint werden. Grosse Gefühle! Wie bei The Cure. Und ich bin Mitte der Siebziger geboren - und habe als Jugendlicher natürlich auch The Cure gehört.

CRS: Was macht das Thema für Dich so interessant?

Beni Merk: Ich habe mich da jetzt nicht hingesetzt und wochenlang überlegt, ob das Thema relevant ist. Die Geschichte ist ja in 24 Stunden entstanden am 24h Comic Tag in Winterthur in der Alten Kaserne. Auf der fast einstündigen Bahnfahrt dorthin habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, was ich denn zeichnen möchte in den kommenden Stunden. Die letzten Jahre waren es ja immer Storys, die nichts mit der Realität zu tun hatten (u.a. die Hanuman-Geschichten um diesen superstarken Affengott). Das Thema Familie und Beziehungen, meine Rolle als Vater war und ist logischerweise aktuell - ich habe also nur reingepackt, was eh schon da war. Das Thema, wie man Beziehungen pflegt und was das mit einem selbst zu tun hat, was es von einem fordert und welche Wege man nimmt, finde ich extrem interessant.

Familie

CRS: Wie konntest Du in der begrenzten Zeit die Geschichte planen und letztendlich finalisieren?

Beni Merk: Ich war jetzt neun oder zehn Mal an diesem 24h Event, es hat mir jedes Mal einen wahnsinnigen Spass bereitet. Ich versuche jeweils schon das eine oder andere zu überdenken, anders an die Sache ranzugehen, mir Vorgaben oder zeitliche Ziele zu setzen. Das klappt meist überhaupt nicht, macht aber irgendwie auch den reiz des Ganzen aus. Nach der Fertigstellung am Sonntagmittag bin ich natürlich hundemüde und schau mir die Geschichte auch nicht gerne an. Ein paar Tage später wage ich dann einen Blick. Bei "Familie" war ich eigentlich ganz zufrieden und habe nur noch kleine Details abgeändert. Kai Jerzö, Inhaber des Herzglut Verlags hat dem Ganzen dann mit - wie ich finde - viel Liebe zu den Details den letzten Feinschliff verpasst. Er ist - als er mitbekommen hat, dass ich vorhabe, die Geschichte drucken zu lassen - auf ich zu mit der Frage, ob ich das Heft denn in der kleinen, feinen 17 x 24 Reihe seines Verlags sehen würde. Wer kann da schon Nein sagen? Und ich wusste ja, dass meine Familie dann in guten Händen sein würde - Kai ist u.a. der Herausgeber der wunderbaren "Fussballhelden"-Bücher und beeindruckt mich immer wieder mit seiner Hingabe, mit der er sich um "seine" Bücher kümmert.

CRS: Kam die Ausgabe aus dem herzglut-Verlag in Erlangen und u.a. dann auch in Olten (ausserhalb der Comicszene) an? Wie (unterschiedlich) war das Feedback der Leser?

Beni Merk: In Erlangen bin ich ein paar Ausgaben losgeworden. Ich habe ja einfach ein paar Kartons in den Koffer gepackt und bin losgezogen. Wahrscheinlich haben sich dann einfach ein paar Zeichnerkollegen meiner erbarmt und mir unter einem erzwungenem Lächeln ein Exemplar abgekauft. :) So genau weiss ich das nicht mehr, die Eindrücke sind dann immer so überwältigend, dass ich mchmal kaum durchsehe.
Mit Olten meinst du jetzt wahrscheinlich, dass ich die Hefte halt auch dabeihabe, wenn ich an einem Koffermarkt bin oder wie kürzlich am Kunstnachflohmarkt hier in der Nähe. Da tummeln sich allerlei Leute, die jetzt sicherlich keine typischen Comicleser sind. Wenn dann jemand Interesse hat an der Geschichte, freut mich das umso mehr.
Die Reaktionen der Leserinnen und Leser waren aber grundsätzlich positiv. Das ist natürlich immer schön und ermutigend.
Die ersten 12 Seiten waren als Originale ausgestellt in einer Sammelaustellung im fafou. ( www.fafou.ch )
Es hat mich total gerührt, dass mich zwei Besucher angesprochen und gefragt haben, ob die Geschichte denn (zumindest in Wirklichkeit) ein gutes Ende nehme. Ich konnte sie beruhigen. :)
Vielleicht ist die Thematik aber tatsächlich ein wenig trist und nicht nur herrlich aufbauend. Dazu kommt, dass die Bilder jetzt sicherlich nicht wahnsinnig familientauglich sind.

CRS: In wie weit wolltest & konntest Du mit dem Comic Vätern in der beschrieben Situation mit Deinem Comic helfen?

Beni Merk: Huh, wenn ich damit jemandem helfen konnte, würde mich das natürlich freuen und geichzeitig auch total überraschen. Die Geschichte ist ja kein Ratgeber und ich habe auch keine guten Tipps bereit, wie man sich in den jeweiligen Situationen am besten verhalten sollte. Wenn aber ein Vater die Geschichte liest und sich zum Teil darin erkennt, dann funktioniert es ja. Diese Rückmeldung habe ich verschiedentlich gekriegt. Das freut mich sehr

Familie

CRS: Hat sich die Auflage eigentlich gut verkauft?

Beni Merk: Ehrlich gesagt: Ich habe keine Ahnung. Es ist aber sicher nicht so, dass die kleine Auflage schon weg ist. Wenn also noch jemand ein Heft möchte, lässt sich das sicher einrichten. :) Entweder direkt beim Verlag , bei kwimbi oder direkt über mich, dann gibt's auch eine kleine Zeichnung und eine Signatur.

CRS: Was wurde aus Deinem "Ausgezeichnet!"-Magazin?

Beni Merk: Das Ausgezeichnet! entstand ja damals als Beitrag zum Comic Clash. Und ich hatte das Glück, zusammen mit Boris Zatko dieses tolle Magazin rauszugeben. Der Höhepunkt des Ganzen war für mich Erlangen und die ganze Clash Geschichte. Die Arbeit daran hat mich in verschiedenster Hinsicht viel Kraft gekostet. Manchmal fast zu viel. Und wir brauchten eine Pause. Oder zumindest ich. Und wie es manchmal so ist: Aus einer Pause wird dann ne lange, lange, sehr lange Pause. Es gab immer wieder Anläufe, das Ganze wiederzubeleben. Wenigstens für eine zweite und gleichzeitig letzte Ausgabe wollten wir uns aufraffen und... Genügend gute Ideen und Konzepte waren da. Aber irgendwie wollte es nicht klappen. So haben wir dann vor einiger Zeit beschlossen, das A! zu Grabe zu tragen.


CRS: Wie hat sich die schweizer Comicszene seit dem Ende von "Ausgezeichnet!" entwickelt?

Beni Merk: Ach, da habe ich den Überblick wirklich nur sehr beschränkt.
Die Szene lebt und ist grösser als man das von aussen wahrnimmt. Einge Städte haben ein ComicStipendium eingerichtet, es gibt diverse Comic Festivals, richtig grosse Comicnamen kommen aus der Schweiz und wenn ich jetzt daran denke, dass Cosey gerade erst den Preis für sein Lebenswerk abgeräumt hat in Angouleme, dann kann ich eigentlich nur sagen: Die Szene ist sicher lebendig.
Ein wenig mehr bekomme ich mit im Raum Winterthur - Zürich - St. Gallen. Da ist die Szene definitiv sehr aktiv und es sind eine Menge guter Zeichner und Autoren unterwegs. Es finden regelmässige Treffen statt, man trinkt was, zeichnet und fachsimpelt. Einrichtungen wie die Alte Kaseren in Winterthur, in der auch die 24h comic Events staffinden, bemühen sich da sehr und tragen einen grossen Teil dazu bei, dass man sich trifft und kennenlernt.

CRS: Wird Family Holidays dein nächstes Comic?

Beni Merk: Haha, das wär's! Die Fortsetzung, wenn du so willst, habe ich mit "Alltag" gezeichnet, einer Geschichte aus dem vergangenen Herbst. Weitere 24 Seiten direkt aus der eigenen Familienküche - diesmal spielen unsere zwei Jungs und ihre Rollenspiele einen wichtigen Part. Vielleicht schaff ich es ja, die Seiten bis zum Sommer zusammen zu tackern. Dann würde ich dir eins mitbringen nach München.

CRS: Wo kann man Dich demnächst wieder live zeichnend erleben?

Beni Merk: Wenn du bei mir zu Hause vorbeikommst, wohl am ehesten. Wobei ich einfach beruflich und familiär momentan wirklich mehr als eingespannt bin. Da bleibt das Zeichnen manchmal ein wenig auf der Strecke. Aber ich will mich nicht beklagen - daraus ergeben sich auch wieder viele Szenen, die es sich zu zeichnen lohnen würde.

CRS: Lieber Beni, vielen Dank für das Gespräch!

Beni Merk:Danke dir, Markus! Es war mir eine Freude.
 
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