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geschrieben von emha am Donnerstag, 26. November 2015 (2871 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Autor Hermann J. Mencer: "Wie vielleicht jeder Sammler, hatte ich auch immer den Wunsch, die schönsten der vielen losen Hefte auch einmal in Buchform gebunden im Schrank stehen zu haben."


Enzyklopädie Deutscher Piccolo-Bilderhefte – Faszination Lehning
Mit der Enzyklopädie Deutscher Piccolo-Bilderhefte kann der geneigte Leser und Fan der Lehning-Publikationen erstmals die komplette und faszinierende Geschichte der legendären Bilderhefte-Produktion des Walter Lehning Verlags Woche für Woche wieder entdecken! Beginnend ab dem Jahr 1953 kann man von Anfang an chronologisch sämtliche Neuerscheinungen wie in einer Zeitreise mitverfolgen. Angefangen von den berühmten und vielfach umstrittenen Piccolos, bis hin zu allen anderen Publikationen, wie den Romanen in Bildern oder den Märchen- und Sagenbänden, die Walter Lehning nach und nach auf den Markt brachte. Und da sind sie alle wieder, die Helden der Lehning-Ära wie Akim, El Bravo, Carnera, Sigurd, Peterle, Der rote Adler, Harry der Grenzreiter, Fulgor und Raka. Vor allem Mitgliedern der Generation Lehning wird es da sicher ganz warm ums Herz werden. Die CRS sprach mit dem Autor der Enzyklopädie, Hermann J. Mencer.

CRS: Wann und durch welche Publikationen bekamen Sie erstmals Kontakt zum Medium Comic?

Hermann J. Mencer: Mit fünf oder sechs Jahren schenkte mir meine Tante einen Stapel zerfledderter Micky Maus Hefte. Ihr Sohn, mein Vetter, war vier Jahre älter als ich und kam auf die Realschule. Da war diese Art Lektüre natürlich nichts mehr für ihn. Er war ihrer Ansicht nach mittlerweile zu alt dafür. Ich verliebte mich sofort in die Hefte, obwohl ich noch gar nicht lesen konnte. Da war es um mich geschehen!


CRS: Wann begann dann die Begeisterung für Lehning?

Hermann J. Mencer: Ich war wohl neun oder zehn, als ich das erste Mal mit den schmalen Streifenheften von Lehning in Berührung kam. Auf unserem Schulhof wurden manchmal welcher hinter schützender Hand getauscht. Das war damals so genannte „verbotene Literatur“. Man durfte sich nicht damit erwischen lassen. Meine Mutter hatte eigentlich nichts dagegen, aber die Lehrer in der Schule. Au weia! Wenn man damit erwischt wurde gab´s fürchterliche Backpfeifen und das Heft war weg.

Meine ersten beiden Hefte waren Akim 141 mit dem Titel “Verschüttet” und Sigurd 246 “Wer zuletzt lacht...” Beide Piccolos hatte ich von irgendjemand im Tausch bekommen. Das Akim-Heft empfand ich besonders faszinierend. Da saß eine Horde großer Affen auf einem Bergmassiv und die warfen Felsbrocken auf eine Meute von Wilden hinab. Alleine das Titelbild mit der roten Schrift auf dem gelben Grund war eine Wucht. Und dann der Name selbst - “Akim” – nie zuvor hatte ich dergleichen gehört.

Wie sich erst vor ein paar Jahren herausstellte, als ich an meiner Buchreihe arbeitete, waren beide Hefte damals am selben Tag erschienen. Seltsam – ich hatte sie schließlich im Tausch bekommen und nicht am Kiosk zusammen gekauft.

Enzyklopädie Deutscher Piccolo-Bilderhefte – Faszination Lehning

CRS: Backpfeifen, weil man Heftchen liest. Da haben sich die Zeiten zum Glück ganz schön geändert. Haben Sie damals nur getauscht oder ging es auch schon mal an den Kiosk, um dort neue Hefte zu kaufen?

Hermann J. Mencer: Am Anfang habe ich nur getauscht und durch Altpapier-Aktionen und ähnlichem schon einen Großteil meiner frühen Sammlung auf diese Weise zusammen bekommen. Das war mitunter äußerst abenteuerlich!
Das alles ist im Band 5 als Vorwort in einer wirklich tollen Story zusammengefasst. Mehr kann ich hierzu nicht verraten. Aber zwischen 25 und 30 hatte ich bereits meine heutige Sammlung bis auf ganz wenige Ausnahmen schon beinahe vollständig komplett. Die umfasst aber nicht nur Lehning, sondern auch Micky Maus, und das sogar aus drei europäischen Ländern, außerdem Fix und Foxi, Tom & Jerry, Tarzan, Pecos Bill, Eisenherz, Semrau, Illustriere Klassiker und viele andere seltene Sachen mehr.

Mein erstes gekauftes Heft war eine Micky Maus im Jahr 1958. Mein erstes Heft von Lehning hieß “Ein schlauer Plan” – das war Akim Nummer 191. Ich habe es mir damals als erstes Heft von Lehning von meinem mageren Taschengeld am Kiosk gekauft, um alle weiteren Ausgaben im verlagsneuen Zustand zu haben.

Heute kann ich, dank meiner Buchreihe, auch genau sagen wann das war: Es war in der Woche vom 7. bis zum 13. August 1959. Damals war ich also gerade mal 10 Jahre alt.
Woher ich das so genau weiß? Meine Buchreihe gleicht vom Aufbau her einem präzisen Terminkalender. Jeder kann darin nachschlagen, wenn ihm ein bestimmtes Heft aus seiner Jugend in Erinnerung kommt, wann es genau erschienen ist. Und das ist das Schöne an dieser Buchreihe!


CRS: Gab es einen Lieblingscomickünstler?

Hermann J. Mencer: Für Comic-Künstler interessierten wir uns nicht! Keiner von uns wusste oder hatte eine Ahnung, wer Wäscher oder wer Pedrazza war. Glauben Sie, wir hätten das Kleingedruckte auf den Rückseiten gelesen? Wir haben nur die Hefte verschlungen – und das wie verrückt. Und den Begriff Comics – den gab es nicht – die Hefte hießen bei uns im Sprachgebrauch: “Heftchen”!


CRS: Dann waren Sie so etwa Ende der 1970er - Jahre fast komplett. Entwickelten Sie dann bis heute weitere Sammlerziele?

Hermann J. Mencer: Ich war irgendwann zwischen 1978 und 1979 so gut wie komplett. Dann habe ich mich aus der Szene der Comic-Liebhaber zwangsläufig zurückgezogen, weil mich Treffen nicht interessierten und Börsen nichts mehr hergaben. Deswegen kennt mich heute auch kaum noch einer und viele dachten, ich wäre ein Neuling. Und deswegen hat mir auch niemand so ein gigantisches Werk wie diese Enzyklopädie zugetraut! Einem Neuling traut ja bekanntlich niemand was zu. Ist auch verständlich.

Überhaupt habe ich ab 1964 ohnehin aufgehört mir Hefte zu kaufen. Nahezu alles, was danach raus kam, interessierte mich nicht mehr. Ich hab dann danach eigentlich nur noch Zustandssuche betrieben, um die vorhandenen Hefte immer noch besser zu bekommen.
So was lief über Suchlisten ab.
Darüber hinaus habe ich Auktionen verfolgt, auf denen Disney-Raritäten, wie –Filme, –Filmplakate, –Spielzeuge, -Figuren, –Uhren usw. angeboten wurden. Das mache ich auch heute noch, denn das Gebiet ist unendlich.

Enzyklopädie Deutscher Piccolo-Bilderhefte – Faszination Lehning

CRS: Wann entwickelt sich dann aus Ihrem jahrzehntelangem Hobby die Idee zur Enzyklopädie Deutscher Piccolo-Bilderhefte? Gab es so eine Art Initialzündung?


Hermann J. Mencer: 2007 setzte ich mich beruflich zur Ruhe. Es folgten Jahre des Privatlebens. Dann widmete ich mich irgendwann auch wieder intensiver meinem Hobby – den Comics. Wie vielleicht jeder Sammler, hatte ich auch immer den Wunsch, die schönsten der vielen losen Hefte auch einmal in Buchform gebunden im Schrank stehen zu haben.

Was die meisten Sammler immer davon abhält, ist die Zerstörung der finanziellen Werte, denn die Original-Hefte sind ja sehr wertvoll, und außerdem üben auch die Einzelhefte einen ganz anderen Reiz aus, der verloren geht, wenn man die Hefte zu einem Buch binden lässt.
Also verwirklicht im Endeffekt auch niemand diesen Traum vom gebundenen Sammelband.
Manche haben das mit ihren Micky Maus Heften gemacht, wie Benedikt Taschen.
Aber die meisten träumen nur davon und realisieren die Idee nie.

Da kam mir die Idee, zumindest mal die Cover alle einzuscannen. Lehning bot sich hierfür an. Besonders die Piccolos. Damit war die Idee geboren. Das war vielleicht vor fünf Jahren. Ich kaufte mir einen Hochleistungsrechner, einen Profi-Scanner für 600 dpi-Scanns und einen hochauflösenden Digital-Drucker und begann mit der Arbeit. Rein für mich privat. Ich wollte einen dicken Wälzer, in Leder gebunden und in der Stärke eines Lexikons. Aber eben nur für mich privat. Dann begann ich Informationen zu den Heften niederzuschreiben. Denn ein Buch ohne Text wäre schließlich langweilig gewesen und nicht das Wahre. So entwickelte sich die Sache langsam aber sicher.
Am Ende, nach Jahren, konnte ich den Wälzer endlich binden lassen. Mit fast 1000 Seiten. Ein richtig schönes und schweres Buch. In hellem Schweinsleder und außen mit Galle-Papier. Für eine Veröffentlichung eignete sich das Riesending natürlich nicht. Wer würde schon 300,- oder 400,- Euro für so einen Wälzer ausgeben. Dann kam mir etwa 2012 oder 2013 der Gedanke das Ding aufzusplitten und in Jahrgangsbände zu unterteilen. Damit war die Idee zu dieser Buchreihe geboren.


CRS: Da haben Sie ja unendliche Stunden investiert. Gewaltige Fleißaufgabe. Im Ergebnis sind ja nun insgesamt 10 Bände geplant. Diese umfassen, gemessen an Band 1, immer noch über 2000 Seiten. In welchem zeitlichen Abstand können Sie in etwa die weiteren Bände publizieren?

Hermann J. Mencer: Unser Verlag könnte augenblicklich drei weitere Bände auf den Markt werfen. Aber wir möchten auch, dass die Leser langsam die leichte Kost verdauen. So ganz nach Lehnings Prinzip - Fortsetzung folgt!
Die Fortsetzungsfolgen sind im Abstand von 4 bis 5 Monaten geplant. Auch sind viele unserer Buchleser bereits im Rentenalter angekommen und müssen mit ihren Mitteln haushalten. Band 2 erscheint im Januar 2016.


CRS: Wie geht es in Band 2 inhaltlich weiter?

Hermann J. Mencer: In Band 2 erscheinen „Die großen Jahre 1955 & 1956“. Lehning-Fans wissen was das bedeutet! Wäscher-Cover vom Feinsten!


CRS: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihrer Enzyklopädie Deutscher Piccolo-Bilderhefte. Ihre Antworten vermitteln doch den Eindruck, dass Sie als leidenschaftlicher Sammler viel Herzblut in Ihr Werk stecken!

Enzyklopädie Deutscher Piccolo-Bilderhefte – Faszination Lehning

Leseprobe Band 1 – Die Anfangsjahre 1953 & 1954


Vorschau auf Band 2 – Die großen Jahre 1955 & 1956



Mehr Infos bei Comic Selection / Kuhlewind Verlag: http://www.comicselection.de/
 
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