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geschrieben von emha am Donnerstag, 13. August 2015 (5030 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Warnung: Cartoons zum Totlachen!


BEST OF von TOT ABER LUSTIG!Michael Holtschulte, Jahrgang 1979, lebt mit Hund, Katzen, Spielekonsolen und Frau in Herten. Dort arbeitet er als Cartoonist für zahlreiche Zeitungen und Magazine (u.a. für Süddeutsche Zeitung, TAZ, Eulenspiegel, Deadline, YPS). Darüber hinaus illustriert er für verschiedene Werbeagenturen, Postkarten-, Kinderbuch-, Schulbuch- und Spieleverlage.

Bisher sind zahlreiche Bücher von Michael Holtschulte oder mit seiner Beteiligung bei Lappan erschienen. Regelmäßig erscheinen neue Cartoons auf seiner Seite www.totaberlustig.de, die Anfang 2015 ihr 10-jähriges Jubiläum feierte.

Passend zum Jubiläum erschien bei LAPPAN der Cartoonband TOT, ABER LUSTIG! Mit diesem Buch sind die besten Cartoons der Facebook-Seite "Tot, aber lustig" - die über 230.000 quicklebendige Fans besitzt - nun auch offline genießbar.


Die CRS sprach mit Michael Holtschulte.


Hallo Michael! Wie bist du zum Karikaturenzeichnen gekommen?

Michael Holtschulte: Ich habe mit 14 Jahren angefangen Cartoons zu zeichnen und da ich zu dem Zeitpunkt aktiv Basketball gespielt habe, lag es für mich nahe, das zum Thema zu machen. Diese aus heutiger Sicht grauenvollen Machwerke sind dann in dem Magazin des Bundesliga-Vereins aus Herten abgedruckt worden. So sind dann zwei Tageszeitungen auf mich aufmerksam geworden und fragten mich, ob ich mir vorstellen könnte, für sie zu zeichnen. Das habe ich auch für die Lokalredaktion der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung getan und dadurch gemerkt, dass man damit auch Geld verdienen kann. So wurde im Grunde genommen der Grundstein gelegt, auf dem ich dann nach und nach aufgebaut habe, so dass ich heute sagen kann, dass ich hauptberuflicher Cartoonist bin.


War dein Berufswunsch in Richtung Illustrationen/Cartoons von Beginn an klar oder hattest du zunächst andere Pläne?

Michael Holtschulte: Soweit ich mich erinnern kann, gingen meine Pläne immer schon in den Bereich, allerdings mit einem Schlenker hin zur Werbung. Also der klassischen Agenturarbeit. Ich habe dann auch lange neben dem Studium bei Agenturen gearbeitet, war aber immer darauf bedacht, meine Selbstständigkeit im Zeichnerischen aufzubauen. Vor ein paar Jahren habe ich dann den kompletten Schritt gewagt. Und das genieße ich in vollen Zügen, zumal ich gemerkt habe, dass der Job in einer Werbeagentur nicht so cool ist, wie ich früher dachte. Zumindest nicht für mich persönlich.

BEST OF von TOT ABER LUSTIG!

Hast du eine künstlerische Ausbildung absolviert?

Michael Holtschulte: Gemalt und gezeichnet habe ich schon seit ich denken kann, auch wenn sich das nach einer Standardfloskel anhört. Das ging auch schon lange vor den oben genannten Schulheften los, z.B. auf Tapeten im Kinderzimmer.
Im Detail hat mir meine Mutter, die selbst Kunst studiert hat, viel beigebracht. Mit ungefähr 14 Jahren habe ich gemerkt, wie sehr ich mich für Cartoons begeistere und mich dann selbst daran versucht. Zur künstlerischen Ausbildung im weitesten Sinne kamen dann noch diverse Praktika bei Werbeagenturen und Kurse, bei denen ich relativ früh den Umgang mit Software wie Photoshop und seinerzeit noch QuarkXPress und Freehand erlernen konnte.

Nach der Schule wollte ich dann eigentlich Grafik-Design studieren, was aber nicht auf Anhieb geklappt hat. Das war erst einmal ein Rückschlag, aber zur gleichen Zeit habe ich dann den ersten Auftrag für Buchillustrationen und eine Stelle bei einer Werbeagentur angeboten bekommen. Der Weiterbildung wegen habe ich mich dann für Germanistik, Sozialpsychologie und Politikwissenschaften eingeschrieben, neben dem Studium meine Selbstständigkeit aufgebaut und letztendlich sogar das universitäre Bildungspatent erhalten.

Auf die Gefahr hin, dass sich das nun nach der nächsten Floskel anhört, bin ich der Meinung, dass man nicht aufhören sollte, für alles offen zu sein und sich fortzubilden. So oft es geht, versuche ich beispielsweise Zeichenkurse, Fortbildungen oder auch Zeichnertreffen zu besuchen. Was ich auch nur jedem empfehlen kann, der sich aktiv mit Cartoons auseinandersetzt, ist ein Besuch der Sommerakademie der Caricatura in Kassel. Ein einwöchiger Workshop, der jedes Jahr von einem anderen Top-Cartoonisten und Gastdozenten geleitet wird.

BEST OF von TOT ABER LUSTIG!

Wie entstand die Idee zur Homepage www.totaberlustig.de?

Michael Holtschulte: Ende 2004 brachte der Toonster Verlag, den es inzwischen nicht mehr gibt, mein erstes eigenes Cartoon-Buch heraus. Bei der Vorarbeit suchten der Verleger und ich einen roten Faden bei dem Haufen Cartoons, die ich zu unserem Treffen mitbrachte. Da der Humor teilweise recht schwarz war und oft Sensen auftauchten, kristallisierte sich irgendwie „Tot aber lustig“ als Motto heraus. Ich persönlich hatte andere Favoriten, letztendlich war es dann aber so.

Man kann sich das vorstellen, wie das mit dem ersten eigenen Buch ist: Total stolz und motiviert habe ich dann eine Webseite zum Buch machen wollen, die dann eben genauso hieß. So einfach ist die Geschichte dahinter. Ich habe auch erst seitdem angefangen, regelmäßig Cartoons zu zeichnen und einen mir selbst auferlegten Rhythmus einzuhalten, um die Webseite mit mindestens einem Cartoon pro Woche füttern zu können.
In der Nachbetrachtung waren meine Cartoons zu dem Zeitpunkt bei weitem noch nicht so weit, als dass man sie in ein Buch hätte drucken können oder dürfen. Das Ganze ging eigentlich zu schnell und war überhaupt nicht ausgereift. Was ich aber aus der Zeit mitgenommen habe, ist die Disziplin, regelmäßig Cartoons zu zeichnen und auf der Webseite zu veröffentlichen. Seit einiger Zeit haben ja soziale Netzwerke eine enorme Bedeutung erlangt und wenn ich mir heute so ansehe, dass über 230.000 Menschen meiner Facebookseite folgen, kann ich das gar nicht richtig fassen. Ich hätte jedenfalls vor zehn Jahren nicht gedacht, einmal so viele Leute zu erreichen und (hoffentlich) zum Lachen zu bringen.

Wie entstehen deine Cartoon-Ideen? Gibt es ein Notizbuch für geniale Einfälle?

Michael Holtschulte: Zuerst ist da natürlich eine Idee. Manchmal ein Geistesblitz, den ich dann nur noch umsetzen muss, weil der ganze Cartoon schon fertig im Kopf ist. Ein anderes Mal existiert nur eine grobe Richtung, die länger reifen muss. Grundsätzlich wird das alles in ein Notizbuch geschrieben oder skizziert, manchmal tippe ich auch nur als Gedankenstütze ein paar Stichwörter ins iPhone. Hauptsache, die Idee wird irgendwie für die Umsetzung festgehalten, ansonsten vergisst man einfach zu viel.
Insgesamt gibt das einen guten Fundus, um auch mal einen vermeintlich ideenfreien Tag zu überbrücken. Das kommt aber zum Glück nicht so oft vor.
Die dritte Variante ist dann die, bei der themenbezogen gearbeitet, bzw. gedacht wird: Wenn man z.B. Cartoons für eine Anthologie (Fußball, Kinder, Lehrer etc.) abliefern muss oder wie bei iVolution Apple-Cartoons macht, dann kreisen die Gedanken schon ein wenig enger, aber die Mechanismen die dann folgen, sind wieder die oben genannten.
Eine ganz besondere Herausforderung sind aktuelle Themen für Tageszeitungen, wobei ich dabei gar nicht wirklich sagen kann, wie ich auf die Ideen komme. Liegt wahrscheinlich am Tunnelblick aufgrund des Zeitdrucks.
Das hört sich wahrscheinlich alles viel weniger glamourös an, als man gemeinhin so denkt. Man sieht: Humor ist ernstes Geschäft.

BEST OF von TOT ABER LUSTIG!

Wie die Zeit vergeht: 10 Jahre gibt es jetzt www.totaberlustig.de,
Wie würdest du die 10 vergangenen Jahre im Rückblick resümieren?
Was war toll, was weniger gut?

Michael Holtschulte: Im Bezug auf die Seite (nun ja auch Facebook) und die Cartoons kann ich eigentlich nur sagen, dass es stetig nach oben ging. Besucherzahlen, Printveröffentlichungen in Zeitungen, Magazinen oder eben meine Bücher, ich kann mich wirklich über nichts beklagen. Selbst vermeintliche Rückschläge sehe ich heute nicht mehr als solche, weil sich meist später etwas Besseres daraus entwickelt hat. Kurz: Ich bin rundum zufrieden und glücklich, so einen tollen Job zu haben.
Natürlich kassiert man öfter mal Kritik und gerade Facebook ist dafür ja prädestiniert, weil der Kontakt so unmittelbar ist, aber das ist völlig normal. Humor ist eine sehr subjektive Sache und man kann es nicht allen recht machen. Hauptsache ist erst einmal, dass ich die Cartoons mache, die ich persönlich lustig finde. Wenn diese Cartoons gut ankommen, ist das natürlich umso besser.

Und es gibt einen Themen-Band passend zum Jubiläum: Tot, aber Lustig.
Sind das alles Cartoons von der Homepage oder brandneues Material?
Wer hatte die Idee zu dem Themenband über den Tod?

Michael Holtschulte: Naja, die Idee zu einem Themenband über den Tod ergibt sich ja schon daraus, wie das alles angefangen hat. Sagen wir es so: Ich hatte bei dem Thema immer schon bewusst oder unbewusst einen Schwerpunkt. Die Bekanntheit der Seite und das bevorstehende Jubiläum sorgten dann dafür, dass mir mein Verleger beim Lappan Verlag sehr schnell ermöglichte, das „Tot, aber lustig“-Buch zu machen, wie ich es mir immer gewünscht habe.
Was auch heißt, dass alles darin neu gezeichnet ist, damit das Buch aus einem Guss ist. Dazu gehören natürlich die besten Cartoons mit dem Sensenmann, die auf der Seite zu sehen sind oder waren. Es gibt aber auch richtig viel neues Material, das ich extra für das Buch gemacht habe. Über das Vorwort von Oliver Uschmann freue ich mich auch ganz besonders. Da steckt also insgesamt verdammt viel Arbeit drin.
Und das Beste: Wenn man das Buch durch hat, kann man es als Nachtlicht benutzen. Der Schriftzug leuchtet nämlich im Dunkeln.

BEST OF von TOT ABER LUSTIG!

Welche Cartoonbände von dir kann der geneigte Fan aktuell erwerben?

Michael Holtschulte: Wenn man jetzt vergriffene Titel außen vorlässt, die man aber noch gebraucht bekommt, kann man von mir als Autorentitel momentan natürlich „Tot, aber lustig“ erwerben und die beiden iVolution-Bände mit Cartoons für Apple Fans.
Als Herausgeber und Mitcartoonist habe ich vor kurzem „Männer - Frauen: Ein Gelächterkampf in Bildern“ zusammengestellt, dann gibt es die Bände „Fußball!“ „Lehrer!“ und „Kinder!“, in denen sich ein paar Kollegen und ich thematisch auslassen konnten. Das ist alles bei Lappan erschienen. Von Lappan sind dann auch immer die dicken Anthologien empfehlenswert, worin sich dann noch mehr Kollegen finden lassen: Fiese Bilder, Beste Bilder, Alle Jahre fieser, Coole Bilder etc.

Michael, vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen zu deinem künstlerischen Schaffen!

Michael Holtschulte: Sehr gerne!


BEST OF von TOT ABER LUSTIG!



Am Besten kauft man sich das Comic beim Comichändler seines Vertrauens ...jedoch... Best of Tot, aber lustig kannst Du auch hier kaufen.

Hier geht es zu einem schönen Video bei youtube zu einem Cartoon aus dem neuen Buch


(c) der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: Lappan Verlag 2015, Michael Holtschulte
 
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