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Sebastian Krüger - FACE2FACE :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
11.12.2019, 11:48 Uhr
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geschrieben von StefanS am Sonntag, 26. April 2015 (2529 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Was verbindet Donald Duck und Brad Pitt?


Buchvorstellung FACE2FACE am 24.4.15 in Hannover


Sebastian Krüger - Buchvorstellung FACE2FACE am 24.4.15 in HannoverAm 24. April 2015 hatte der Lappan Verlag zur Buchvorstellung von „FACE2FACE – Fine Art by Sebastian Krüger“ ins Funkhaus eines örtlichen Radiosenders in Hannover eingeladen. Neben den Cartoon-Bänden erscheinen beim Oldenburger Verlag eben auch Bildbände, die unter dem Label Lappan Art laufen, daran wird sich voraussichtlich auch durch die Übernahme durch den Carlsen Verlag nichts ändern. Was genau gibt es in Krügers Buch zu sehen und warum fiel ein skandalträchtiges Bild unter den Tisch?

Sebastian Krüger ist möglicherweise der deutsche Alex Ross, was freilich ein unnötiger Vergleich ist, da Krüger wie Ross ein renommierter Künstler ist, dennoch: Wie spannend wäre es, eine Art deutschen „Kingdom Come“-Comic vom gebürtigen Norddeutschen zu sehen! Die Grundlagen sind da: Krüger zeichnete bereits Comics und Karikaturen. Seit Jahren malt er bevorzugt fotorealistische Bilder von berühmten Schauspielern und Rockmusikern. Und so beginnt Dieter Schwalm von Lappan sein Gespräch mit dem international bekannten Künstler mit einem Zitat des Regisseurs Robert Rodriguez, das sich auch im Buch findet. Krüger gibt das Lob sogleich zurück und findet es amüsant, dass er seit über zehn Jahren Fan der Filme des amerikanischen Regisseurs ist, während dieser ein Bewunderer seiner Bilder ist. „Da habe ich also einen texanischen Bruder mit mexikanischen Wurzeln“, scherzt er.

Sebastian Krüger - Buchvorstellung FACE2FACE am 24.4.15 in Hannover
Ein fotorealistisch gemalter Charles Bronson von Sebastian Krüger

Warum müssen es denn unbedingt prominente Menschen sein, die er zeichnet, fragt Schwalm und fügt die Frage hinzu, warum es denn ausgerechnet so oft die Musiker der Rolling Stones sind. „Das liegt an meiner Vorliebe für Abenteuergeschichten seit meiner Kindheit“, lautet die Antwort. Ein Keith Richards etwa sieht so aus als ob er problemlos in jede Erzählung von Robert Louis Stevenson oder Mark Twain hineinpassen würde, meint er. Gut 80 Prozent seiner Bilder sind Auftragsarbeiten, verrät er und da würden eben sehr oft prominente Männer verlangt. Das kommt Krüger entgegen, denn ihnen kann er sich eben sehr gut identifizieren und „Ikonen haben mehr zu erzählen“, obwohl sie letztlich „auch normale Menschen sind“. Als Kind habe er aus genau den Gründen, aus denen er heute Kurt Cobain, George Clooney oder Amy Winhouse zeichnet, gerne Donald Duck gezeichnet: „weil sie unerreichbar sind“.

Sebastian Krüger - Buchvorstellung FACE2FACE am 24.4.15 in Hannover
Von links: Dieter Schwalm und Sebastian Krüger kennen sich seit über 20 Jahren, dementsprechend locker war ihr Gespräch über Krügers Bilder

Winhouse fällt auf in „Face2Face“, nicht nur wegen der beeindruckenden Gestaltung, sondern weil sie eine der ganz wenigen Frauen ist, die Krüger bislang gemalt hat. Warum das so ist, hakt Schwalm nach. Die Antwort beginnt mit einer Frotzelei Krügers: „Du hast mir ja gesagt, dass Du am liebsten den ganzen Tag Brüste zeichnen würdest“, aber das fände der Maler eher langweilig. „Warum sollte man eine Frau nicht mit der gleichen Ernsthaftigkeit porträtieren können wie Männer“, fragt der gebürtige Hamelner. Der Bedarf danach scheint bisher eher gering zu sein, wenn man die Auftragseingänge seiner Käufer betrachtet. Aber das scheint sich zu ändern, denn aktuell arbeitet er an 20 Frauenbildern, von Pamela Anderson über Kate Moss und im Augenblick gerade Sophia Loren reicht dabei die Palette.

Sebastian Krüger - Buchvorstellung FACE2FACE am 24.4.15 in Hannover
Sebastian Krüger reagiert auf die Lobpreisungen von Schwalm, der gerade Regisseur Robert Rodriguez zitiert

Er malt und zeichnet ohne technische Hilfsmittel, sagt er und verweist auf seine Workshops, bei denen die Teilnehmer miterleben können, wie es mit der leeren Leinwand beginnt und dann innerhalb von bis zu einem Monat fast schon hyperrealistische Bilder entstehen. Im Buch finden sich darüber hinaus auch Skizzen und Arbeitsschritte, die einen interessanten Einblick in die Entstehung von Krügers Werken vermitteln. Los geht es mit den Urvätern der Rockmusik wie Leadbelly und das zieht sich hin bis zu Amy Winheouse und Oasis-Songwriter Noel Gallagher, der nicht sehr nach einem Adonis aussieht, so wie ihn der Maler porträtiert hat. „Das Zeichnen ist eine Waffe und da vergaloppiere ich mich auch mal“, gibt er selbstkritisch zu. Einmal wurde ein Weihnachtsmann als religiöse Gefühle verletzend interpretiert und wenn ihn Keith Richards „Dr. Frankenstein“ nennt, dann rätsle Krüger schon, ob das als Kompliment gedacht ist oder ob der Musiker nicht doch etwas mit den Bildern hadert, auf denen er besonders faltig wirkt.

Sebastian Krüger - Buchvorstellung FACE2FACE am 24.4.15 in Hannover
George Clooney verlässt Hannover nach der Präsentation wieder

Sebastian Krüger - Buchvorstellung FACE2FACE am 24.4.15 in Hannover
Krüger: “Ich habe schon so viele unterschiedliche Sachen gemacht: Illustrationen, Comics, Karikaturen, Malerei und dann kommen doch immer mal wieder Leute und wollen mich in die Schublade Cartoonist stecken”.

Ein Bild hat es nicht ins fertige Buch geschafft. Seine Frau stellte dem Künstler eine echte Herausforderung. Sie fragte ihn, was er tun würde, wenn er den Auftrag bekäme Adolf Hitler zu zeichnen. Das gefiel Krüger, denn das war etwas Neues und ein Thema, das ihn längere Zeit stark beschäftigte. Und etwas an dem er fast gescheitert wäre, denn wie sollte er den richtigen Ton treffen? „Malt man Hitler ganz normal, dann hängt ihn sich ein Brauner an die Wand“, meint er. Als Karikatur hingegen sei das Thema ausgelutscht und als Teufel „nimmt man ihn als Bedrohung viel zu ernst“. Dann sah Krüger ein Farbfoto des Diktators, das ihn in einem Flugzeug sitzend und aus dem Fenster schauend zeigt – daraus entstand dann Krügers Bild. „Es passte dann aber nicht zu den anderen Bildern im Buch“, so Dieter Schwalm und so bekam mit Charlie Chaplin der Mann den finalen Platz im Buch, der ohnehin viel früher den kleinen Bart und mehr Erfolg als Künstler hatte.

Sebastian Krüger - Buchvorstellung FACE2FACE am 24.4.15 in Hannover
Die Stones bleiben in Hannover, mit drei Monaten Arbeitszeit bisher Krügers zeitintensivstes Werk


FACE2FACE – Fine Art by Sebastian Krüger
160 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag, farbig
Lappan Art 2015
50 Euro


Am Besten kauft man sich das Comic beim Comichändler seines Vertrauens
...jedoch... Sebastian Krüger - FACE2FACE kannst Du auch hier kaufen.


Sebastian Krüger - Buchvorstellung FACE2FACE am 24.4.15 in Hannover
Krüger: “Hannover hat zu Unrecht den Ruf langweilig zu sein, ich lebe gerne hier”, Schwalm: “Ich finde Oldenburg schöner”.

(c) der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: Lappan Verlag 2015
Copyright alle Fotos: Stefan Svik 2015
 
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