logo  

 

(hoffentlich) 10 Antworten von Lars Henkel :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
21.04.2024, 04:14 Uhr
Hallo _GUEST
[ Noch kein Account? Registriere dich | Anmeldung ]

Sie können uns unterstützen!

(*)Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Die Comic-Cover sind Affiliate-Links!(*)

Übrigens...

an einem Tag wie heute...

1938
Die Comicfigur Spirou feiert ihr Debut im gleichnamigen Comic-Magazin

Online Comics

Online Comic Sammlung

wir empfehlen...

Comicmarktplatz

CRS auf ZACK !

Comic Radio Show auf ZACK !
Das ComicRadioShow ZACK-Archiv : Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Teil 5 Clifton-Spezial Teil 6 Teil 7 Teil 8 Teil 9 Teil 10 Teil 11 Teil 12
Die Hefte
#200 - #150 - #149 - #148 - #147 - #146 - #145 - #144 - #143 - #142 - #141 - #140 - #139 - #138 - #137 - #136 - #135 - #134 - #133 - #132 - #131 - #130 - #129 - #128 - #127 - #126 - #125 - #124 - #123 - #122 - #121 - #120 - 10 Jahre Zack - #119 - #118 - #117 - #116 - #115 - #114 - #113 - #112 - #111 - #110 - #109 - #107 - #84 - #75 - #64 - #55 - #46 - SH #4 - #9 - #1

Topics

Abenteuer Anthologien Biographisch Computerspiele Deutsch Die Disneys Erotik Fantasy Film und TV Frankobelgisch Grusel und Horror Humor und Cartoons Independent Kindercomics Krieg Kunst Mangas Mystery und Krimi Politik und Geschichte Schwarz-Weiss Science Fiction Superhelden Understanding Comics Western Die aktuellen Comics


Silent Movies

Alle Filme

Mehr Wert



   

geschrieben von Maqz am Donnerstag, 02. Mai 2013 (3748 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht
(*)

Herbe Comic Kunst


Petit Fours - Sag' mir wo die Blumen sindAls wir 2002 das Comic Formalin-Himmel bei der ComicRadioShow im Jahr 2002 unseren Lesern vorstellten, hatten wir in der Reaktion nicht hundertprozentige Zustimmung. Aussagen wie "...das Teil hat in meinen Augen nichts mehr mit Comics zu tun" oder "So was ist nur was für interlektuelle Kunst Junkies" wirken zehn Jahre später, in Zeiten der Graphic Novels und anspruchsvollen Bild-Erzählungen, ziemlich übertrieben. Ich fand' und finde Lars Henkels Bilder/Zeichnungen/Comics (!) immer sehr beeindruckend. Anlässlich seiner neuesten Veröffentlichung haben wir mal bei Lars Henkel nachgefragt, was so abgeht im Kunst-Comic Gewerbe...


ComicRadioShow: Servus Lars,  was denkst Du heute eigentlich, wenn Du die Kommentare zu Formalin-Himmel von damals wieder liest?

Formalin Himmel

Die Reaktionen von Eurem Leser "Just_man" waren wirklich nicht sehr positiv. In seinen Augen soll "ein Comic, (genau wie ein Film), unterhalten". Für mich ist ein Comic (genau wie ein Buch oder ein Film) aber erstmal ein neutrales Medium, mit dem alle Arten von Geschichten oder Themen behandelt werden können. Von unterhaltsamen Geschichten bis hin zu abstrakten Gedichten oder Dokumentationen ist da alles möglich.



Natürlich hat jeder das Recht, ein Buch wie "Formalin Himmel" nicht zu mögen. Jetzt mit mehreren Jahren Abstand fallen mir auch eine Menge Fehler auf. Aber ich finde es schade, wenn jemand nicht für Experimente aufgeschlossen ist, die probieren, eine neue Facette im Medium Comic zu entdecken. Denn das war die Arbeit damals an Formalin Himmel, ein einfaches Experiment aus der Studienzeit.



Ich denke, wir müssen hier nicht darauf hinweisen, wie viele wunderbare gezeichnete Bücher es gibt, die nicht im klassischem Sinn unterhalten wollen.





CRS: Sind "Comics" eigentlich noch ein Thema für Dich?



Definitiv! Wenn sich eine Gelegenheit ergeben würde, dann würde ich jederzeit wieder eins zeichnen. Wobei ich immer noch nicht an "unterhaltsamen" Comics interessiert bin, auch wenn das "Just_man" nicht gerne hören wird. Mich reizen weiterhin experimentelle Formate, die die Möglichkeiten untersuchen, die man mit Bildern, Sequenzen und Worten erzeugen kann.



Ähnliches habe ich auch schon bei der "Waldminiatur" probiert. Das ist eine Kurzgeschichte, die ich für ein Magazin angefertigt habe. Sie handelt von einem Mann, der sich in einem Wald verläuft. Eine Art Comic, das aber keine klassische, narrative Geschichte erzählt, sondern mit freien Bildern und Texten subjektive Eindrücke vermittelt und bei dem Betrachter Assoziationen erzeugt. Ich versuche, in den Geschichten einen gewissen Spielraum für Interpretationsmöglichkeiten einzubauen. Der Leser kann so seine Imagination nutzen und eigene Erfahrungen einfließen lassen.



Lars HenkelFür größere Darstellung auf Bild klicken!



CRS: Hatte Formalin-Himmel beim französischen Verlag Presse à Grumeaux eigentlich eine nachhaltige Wirkung in Deinem Geldbeutel (oder bei den Franzosen) hinterlassen?



Nein. Selbstverlegte Publikationen dieser Art decken maximal ihre Kosten. Aber es gab auch nie die Absicht, damit Geld zu verdienen, man war einfach froh, ein gedrucktes Exemplar der eigenen Arbeit in den Händen halten zu können. Dazu konnte man noch ein paar Hefte zur Eigenwerbung verteilen, wodurch ich z.B. einen meiner ersten Jobs bekommen habe. Ride Snowboards gefielen die Zeichnungen so gut, dass ich eine eigene Serie gestalten durfte. So gesehen gab es doch eine nachhaltige Wirkung auf den Geldbeutel.



Portfolio

CRS: Und wie ist es dann seit damals (u.a. publizistisch) bei Dir weiter gegangen?



Nach dem Studium musste ich erstmal Geld verdienen, habe mich auf Illustration konzentriert und habe für unterschiedlichste Kunden gearbeitet. Neben vielen Aufträgen für Magazine illustriere ich z.B. seit 3 Jahren eine monatliche Kolumne bei GEO. Ich habe ein Geschäftsbericht für ein Energieunternehmen illustriert, ein Kundenmagazin für eine Bank, Snowboards, CD-Cover, Wissenschaftsmagazine, alles mögliche...





CRS: Was hast Du denn neben der reinem Papier-Illustration sonst noch so alles gemacht?



Webdesign, ein animiertes Musikvideo, einen TV-Vorspann für die ARD, live-Illustrationen für den WDR zum Beispiel. Als Freelancer bekommt man sehr unterschiedliche Aufträge angeboten und nimmt sie auch meistens an. Dadurch erhält man nach einigen Jahren ein vielfältiges Portfolio.





CRS:  Was ist derzeit Dein Lieblings-Projekt?



In der letzten Zeit habe ich viel für Kunden gearbeitet und befinde mich gerade in einer Phase, in der ich experimentiere und nach neuen Themen suche. Ich recherchiere also viel, lese Bücher und gucke Filme und sammle Ideen und Skizzen in meinem Skizzenbuch. Eine sehr spannende Phase, weil noch alles möglich ist und ich hoffe natürlich, dass es sich zu meinem neuen Lieblingsprojekt entwickelt.





CRS: Inzwischen kann man ja Formalin Himmel oder auch eines Deiner Skizzenbücher komplett online anschauen.  Sind reine Online-Publikationen etwas für Dich?



Diese PDFs sind zur Eigenwerbung gedacht. So wie mein PDF-Portfolio können sich Kunden diese herunterladen um sie sich in Ruhe auf ihrem Computer anzugucken. Online-Publikationen sind eine Alternative, falls die Finanzen für den Druck eines Buches nicht ausreichen würden. Aber eigentlich würde ich schon immer probieren, ein physisches Exemplar zu erstellen, damit man es in den Händen halten kann. Selbst wenn es nur ein paar Exemplare einer Digitaldruckerei sind.





CRS: Dein Buch hat den Titel "Sag mir wo die Blumen sind?" mit dem bekannten Text von Pete Seegar. Wie ist es dazu gekommen und was muss sich der potentielle Besitzer darunter vorstellen?



Die Büchergilde Gutenberg hat 2012 eine neue Serie gestartet mit dem Titel "Petit Four". Das sind kleine Bücher (9x12 cm, 32 Seiten) mit illustrierten, bekannten Geschichten oder Liedtexten, wie in meinem Fall. "Sag mir wo die Blumen sind?" ist als Lied durch die Interpretation von Marlene Dietrich und als Anti-Kriegs-Lied bekannt. Bei diesem Auftrag bestand die Herausforderung darin, neue Motive für einen Text zu finden, mit dem jeder bestimmte Bilder und Assoziationen verbindet.



Petit Fours - Sag' mir wo die Blumen sind



CRS: Jetzt hast du dazu im zeixs Verlag dein Portfolio veröffentlicht, wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?



Marc Wnuck von ZEIXS habe ich bei der Zusammenarbeit am ersten ZEIXS Kartenspiel kennengelernt. Irgendwann hat er diese Idee für eine Portfolioserie entwickelt und mich gefragt, ob ich mitmachen möchte. Das Konzept dieser Serie ist relativ simpel, in jedem Heft wird ein Künstler, Illustrator, Fotograf oder ähnliches präsentiert. Dabei darf jeder Künstler sein Heft selber gestalten, nur ein paar durchgehende Designelemente bleiben bestehen, wie Format, Poster-Umschlag, Banderole oder die Auflage von 999 Stück. Mein Portfolio war die erste Ausgabe, als nächstes wird Roman Klonek das Heft mit seinen Holzdrucken füllen.

Bei der Auswahl der Arbeiten im Heft haben wir uns für eine Mischung aus unterschiedlichen Projekten und Stilen entschieden. So sind freie wie kommerzielle Arbeiten vertreten, Collagen und Zeichnungen, Skizzenbuchseiten und Experimente.



CRS: Wenn Du Deine Kunst erklären müsstest, was würdest Du sagen?



Im besten Fall sollte sich die Arbeit selbst erklären.

Das Problem ist immer, wenn man eine Erklärung vorformuliert, dann kann der Betrachter nicht mehr unvoreingenommen die Arbeit betrachten und seine eigene Interpretation entwickeln. Und genau dieser Aspekt ist mir sehr wichtig.





CRS: Kann man sich Deine Werke auch persönlich signieren lassen? Zum Beispiel bei einer Deiner Ausstellungen?





Natürlich! Auch Bestellungen aus meinem online-shop signiere ich auf Wunsch gerne.






CRS: Wo wäre denn da die nächste und warum?



Letztes Jahr gab es verschiedene Ausstellungen, momentan ist leider keine geplant. Aber sobald eine neue bevorsteht, wird sie auf meiner Homepage angekündigt (www.larshenkel.com)





CRS: Lieber Lars, vieln Dank für die zehn Antworten!



Vielen Dank für das Interview, Markus!










Lars Henkel gab uns u.a. noch den Link zu dieser LESEPROBE von Petit Fours - Sag' mir wo die Blumen sind Viel Spaß beim stöbern.



Sie können uns unterstützen! (*)Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

 
verwandte Links

· mehr zu Kunst
· Beiträge von Maqz


meistgelesener Beitrag in Kunst:
Lars Henkel: Formalin Himmel


(hoffentlich) 10 Antworten von Lars Henkel | Benutzeranmeldung | 0 Kommentare
Wir sind nicht verantwortlich für Kommentare unserer Benutzer