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Omni-Visibilis :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!
25.05.2026, 05:42 Uhr
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geschrieben von M.Behringer am
Samstag, 05. Mai 2012
(1459 Aufrufe)
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Hintergründige Satire
In der burlesken Komödie 'Omni-Visibilis' von Lewis Trondheim und Matthieu Bonhomme kann die ganze Welt plötzlich sehen, hören und spüren, was ein ganz gewöhnlicher Mann erlebt. 'Omni Visibilis' stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie 'alles sichtbar'. In der Graphic Novel 'Omni-Visibilis' (Salleck Publications) inszenieren Trondheim und Bonhomme eine absurde Tour de Force. Denn für die Menschheit wird 'alles sichtbar', was ein einziger normaler Mann sieht. In Zeiten von Webcams und Facebook stellen die Autoren auf satirische Weise in Frage, wie es in der gegenwärtigen Gesellschaft um die Privatsphäre bestellt ist.
Hervé wirkt wie ein stinknormaler Durchschnittstyp. Er arbeitet in einem Büro und hat eine Freundin. Doch schon bald stellt sich heraus, dass er ein Großstadtneurotiker ist. Denn Hervé hat eine panische Angst vor Bakterien und hat deswegen immer ein Desinfektionsmittel dabei, falls er sich nicht die Hände waschen kann. Dann reisen ihn merkwürdige Ereignisse aus dem Alltag.
Fremde Menschen sprechen ihn auf der Straße an und nennen ihm Details aus seinem Alltagsleben, die niemand außer ihm wissen kann. Es stellt sich heraus, dass alle hören, was Hervé hört, wenn sie ihre Ohren zudrücken, und sehen, was er sieht, wenn sie ihre Augen schließen. Die Situation spitzt sich zu, als immer mehr Menschen seine „Gabe“ ausnutzen, um ihre Botschaften an die Welt zu verkünden.
Trondheim ist bekannt durch satirische Serien wie seine 'Donjon'-Reihe oder seine Abenteuer mit oder ohne 'Herrn Hase' (beide Carlsen/Reprodukt). Auch in 'Omni-Visibilis' bleibt er seinem Genre treu. Doch diesmal macht er keine Ausflüge in das Semi-Funny- oder Fantasy-Genre. Die Graphic Novel beginnt im Hier und Jetzt, aber hebt dann zu irrwitzigen surrealen Flügen ab.
In einer Mischung aus 'Being John Malkovich' und Filmen von Woody Allen geht er allen Konsequenzen des mysteriösen Phänomens nach. So entdecken beispielsweise viele Mitmenschen das Werbepotential Hervés und nutzen ihn als 'Medium' aus. Jedenfalls führt die Gabe des Protagonisten zu vielen haarsträubenden und witzigen Situationen.
Der Zeichner Bonhomme hat bereits durch die Serie 'Der Marquis von Anaon' und den Doppelband 'Esteban' (beide Salleck Publications) auf sich aufmerksam gemacht. In 'Omni-Visibilis' illustriert er die Burleske durch dreifarbige Bilder, die neben schwarzweiß auch einen matten Türkiston als Füllfarbe enthalten. Sein zweckmäßiger Strich schafft eine perfekte Gratwanderung zwischen Leichtfüßigkeit und Realismus.
'Omni-Visibilis' ist eine herrliche Burleske mit leichtem Tiefgang. Trondheim und Bonhomme ergänzen sich in der Graphic Novel hervorragend und durchdringen das Sujet auf interessanten Ebenen. Das gebundene Buch ist makellos verarbeitet, das raue Papier hat eine gute Dicke.
Omni-Visibilis
Von Lewis Trondheim und Matthieu Bonhomme
Hardcover, 160 Seiten
Salleck Publications 2012
Am Besten kauft man sich das Band beim Comichändler seines Vertrauens
...jedoch...
Omni-Visibilis kann man auch gerne hier kaufen.
(c) der Abb.: mit freundlicher Genehmigung Salleck Publications + Autoren
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