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Karl Valentin als Münchner Bilderbogen :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
19.02.2020, 10:39 Uhr
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geschrieben von Maqz am Donnerstag, 22. März 2012 (3716 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Comicaze schafft eine Comic-Biografie mit 19 Zeichnern

Karl Valentin - Sein ganzes Leben in einem ComicDer umtriebige Verein Comicaze, seit über 15 Jahren in der 'comicalischen' Nachwuchsförderung im Großraum München tätig, schuf zum zweiten Mal, nach dem "Wiesn-Comic" über das Münchner Oktoberfest in Zusammenarbeit mit demVolk-Verlag, heuer ein Sonderband zu einem Thema das jedem eingefleischten und so manchen Zuagroasten Münchnern sehr am Herzen liegt: der unvergessenen Komiker- und KünstlerlegendeKarl Valentin. Die ComicradioShow hat bei Comicaze mal nachgefragt, wie sich der neue Titel, den es (typisch für Valentin) seit dem 29.Februar auf dem Markt ist, so anlässt.

ComicRadioShow: Nach Veröffentlichung des Bandes zum Schaltjahrestag und Vernissage im Valentin-Karlstadt-Musäum, wie bist Du mit dem Medienecho zufrieden?

Christian Effenberger: Sehr zufrieden, zahlreiche Zeitungsartikel, 2 Fernsehbeiträge – so genau weiß ich es nicht, aber bin immer noch überrascht, was das Album so alles losgetreten hat.
Karl Valentin - Sein ganzes Leben in einem Comic
Timo Böhmler: Auf jeden Fall sehr zufrieden. Ich denke, die meisten hätten nicht mit so einem starken Medieninteresse gerechnet, wobei uns natürlich klar war, dass wir einen der großen Münchner Stadthelden als Vorlage für unseren Comic genommen haben.

Karl Valentin - Sein ganzes Leben in einem Comic

CRS: Und waren die Zeichner mit dem Band zufrieden?

CE: Klaromat.

TB: Dito.


CRS: Ach ja, gab's auch einige Leser, die's gelesen haben und es gut fanden (und auch direkt gekauft haben?)

CE: Diese erfreuliche Verhaltensweise habe ich persönlich bei der Vernissage im Valentin-Karlstadt-Musäum beobachten können.
Ansonsten kann ich nur hoffen, daß das auch im Comicladen und im Buchhandel so klappt.

TB: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sie die Leute am Meisten für die Comics interessieren, wenn sie gleichzeitig den direkten Kontakt zu den Zeichnern/Texter haben. Daher freue ich mich schon auf den Comic-Salon in Erlangen und wir werden auch in München noch weitere Signierstunden machen.

Karl Valentin - Sein ganzes Leben in einem Comic

CRS: Was steckt hinter Eurem Konzept des Jam-Comics mit 19 verschiedenen Zeichnern?

CE: Es ist im Prinzip wie unser kostenloses Comicmagazin Comicaze aufgebaut.
Verschiedene Zeichner/Texter widmen sich einem Thema. Bei diesem Band hier natürlich mit erheblich mehr Vorlauf, Planung und etwas längeren Beiträgen. So kann man zusammen mal eben satte 100 Seiten auf die Beine stellen, sich tief ins Thema setzen und mit Vielfalt auffahren.


CRS: Geb't ihr jedem Vereinsmitglied eine Chance ins Projekt zu kommen, und wie wurde ausgewählt?

CE: Es konnte jeder von Comicaze mitmachen. Im Laufe der Planung mußte man sowieso ein Storyboard/Layout und ein ausgearbeitetes Panel vorzeigen, da konnte man schon gut abschätzen, wie das Endergebnis aussehen würde.
Auswählen mußten wir nicht, ich glaube alle, die sich gemeldet hatten, sind auch am Ende im Album. Sicher hat man sich hier und da mal gegenseitig unter die Arme gegriffen. Diesmal war noch eine zusätzliche Instanz zu durchlaufen, denn jede Geschichte mußte beim Nachlassverwalter Karl Valentins und Erben vorgelegt werden. Die hatten aber nichts auszusetzen und winkten das Album durch.

TB: Da die meisten von Comicaze nicht hauptberufliche Comiczeichner sind, gab es sicher noch einige Mitglieder, die gerne mitgemacht hätten, aber aus beruflichen oder privaten Gründen nicht mitmachen konnten. Schließlich verpflichtet man sich mit seinem Beitrag für ein Projekt, dass einige Monate Zeit in Anspruch nimmt, wie Chriseff schon gesagt hat.

Karl Valentin - Sein ganzes Leben in einem Comic

CRS: CRS: Wo haben die Zeichner recherchiert und stimmt das alles, wie es in Eurem Band steht?

CE: Jeder hat unterschiedlich recherchiert, je nach Lebensabschnitt von Karl Valentin und Szenario: Stadtarchiv, -biliothek, Fotobände, Biographien und Online. Wir hatten dazu auch kräftig Unterstützung des Münchner Turmschreibers Alfons Schweiggert, der uns bereits zahlreiche Episoden aus Valentins bewegtem Leben in kurzen Sätzen herausgarbeitet hatte.
Diese Themenvorschläge mußte man dann eben noch durch eigene Recherche vertiefen.
Also stimmen auch alle Fakten im Album, doch wie sie erzählt werden, blieb jedem Zeichner/Texter überlassen.


CRS: Worauf hab't ihr bei der Zusammenstellung der 100 Seiten besonderen Wert gelegt?

CE: Das Hauptaugenmerk wurde auf die chronologische Reihenfolge mit ein paar Einwürfen aus seinen Filmen gelegt. Ansonsten, daß es eben gut ausschaut.

TB: Unser Verleger, Michael Volk, hat uns sehr große Freiheiten bei der Gestaltung gelassen. Da es schon unsere zweite Zusammenarbeit nach dem Wiesn-Comic über das Oktoberfest in München war, hatte er wohl genug Vertrauen. [Gruß an Michael an dieser Stelle.]


CRS: Gab's von den Geschichten her auch etwas neues über Karl Valentin zu berichten?

CE: Da ich vorher kaum was über ihn wußte, war mir so ziemlich alles neu.
Was mich persönlich an Valentin überrascht hatte, war doch der recht tragische Verlauf seiner Biographie. Da kommt man gar nicht drauf, wenn man nur die bekanntesten seiner Werke kennt.

TB: Ja, so ging es vermutlich vielen anderen auch. Ich weiss, dass wir nach dem Treffen mit Alfons Schweiggert noch sehr viel untereinander gesprochen haben, weil er uns zum ersten Mal einen kleinen Gesamteindruck über Karl Valentin als Künstler und als Privatmensch vermittelt hat.

Karl Valentin - Sein ganzes Leben in einem Comic

CRS: Hat sich Deine / Eure Meinung über Karl Valentin nach der Arbeit zu dem Projekt verändert?

CE: Ich kann mir jetzt zumindest ein besseres Bild von ihm machen.

TB: Ja, auf jeden Fall. Vorher war Karl Valentin für mich hauptsächlich der Erfinder der Volpertingereier und anderer Kuriositäten, die ich im Valentin-Karlstadt-Musäum als Kind gesehen hatte.
Ich erinnere mich, dass ich während des Projektes ein paar Mal dachte, ich kann ihn nicht leiden, dann wurde er mir wieder sympathischer. Insgesagt kann ich jetzt sagen, dass ich einen großen Respekt für ihn als Mensch entwickelt habe.


CRS: Wie war den im Rückblick der Erfolg zum Oktoberfest-Band oder zum Beispiel das Album von Comicaze-Vereinsmitglied Reiser zum Brandnerkasper vor einigen Jahren?

CE: Ui, da muß ich Dich an Jan Reiser und den Michael Volk vom Volk Verlag verweisen. Die werden doch mir gegenüber nie mit ihren Zahlen rausrücken...

TB: Für uns als Verein ist jede Publikation ein Erfolg, denn wir hätten nie damit gerechnet, dass sie ein Verlag für uns interessieren würde.



CRS: Wird es eigentlich auch ein Liesl Karlstadt-Band von Euch geben?

CE: Das bezweifele ich, doch falls er in ein, zwei Jahren erscheinen sollte, wird er bestimmt der Hammer.


CRS: Was muss man tun, um bei Euch mitmachen zu können?

CE: Sich für Comics interessieren. Sonst nix. Ob man zeichnet, textet, liest oder mehr erfahren will, ist dabei egal. Bester Anlaufpunkt ist der monatliche Stammtisch im Klenze 17, (Klenzestr. 17, am 2ten Mittwoch im Monat) im Glockenbachviertel. Da sind wir irgendwann alle mal angeschwemmt worden!

Comicaze - Logo

CRS: Wohin wird Die Reise mit dem nächsten bayrischen Comic-Projket hingehen? Sedlmayr, Moshammer oder gar Strauß?

CE: Das kann ich Dir leider noch nicht sagen – es rumort aber schon in den Köpfen, so wie das mitkriege. Vielleicht bekommt Stoiber noch zu Lebzeiten einen Comic gewidmet... na Schmarrn.


CRS: ...oder wird's etwa preussisch?

CE: Ob das ins bayrische Verlagsprogramm vom Volk Verlag paßt, das kann Dir nur unser Verleger beantworten.

TB: Die Zusammenarbeit mit dem Volk Verlag wird sicher weiter gehen und wir werden auch wieder eine bajovarisches Thema finden, allerdings haben viele Mitglieder auch eigene Projekte und Idee und wie gesagt braucht ein Jam-Projekt wie der Valentinband einiges an Zeit, Planung etc.
Wir werden auf jeden Fall rechtzeitig darüber informieren, wenn ein neues Projekt feststeht.


Karl Valentin - Sein ganzes Leben in einem Comic

CRS: Kann man sich eigentlich von Euch auch ein signiertes Album bestellen oder gar die Originalzeichnungen zum Band aus der Ausstellung im Valentin-Karlstadt-Musäum (vom 8.3.2012 bis 12.6.2012)?

CE: Bereits signierte Alben bestellen – einfach mal beim Verlag anfragen. Am besten sein Album zum Stammtisch mitbringen, da ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß viele der Zeichner anwesend sind. So machen wir das auch mit unseren eigenen Alben.

TB: Natürlich kann man auch bei einer unserer Signierstunden ein entsprechendes Album bekommen und wir werden auch wieder auf dem Comic-Salon in Erlangen vertreten sein.

CE: Originale aus der Ausstellung kann man direkt beim Künstler anfragen.
Unser neuer Vorstand Tobias Bitterer hat neben unseren Emailadressen auch so hippe QR-Codes angebracht, die dann im besten Fall auch auf die Seite des jew. Zeichners/Texters führen. Leider kann mein Handy nur sms schreiben und Akku verbrauchen – hätte es gerne mal ausprobiert.

Karl Valentin - Sein ganzes Leben in einem Comic

CRS: Abschließend für die zukünftigen Käufer des neuen Karl Valentin Comics noch: Was war für Dich der Beste Spruch aus den 100 Seiten (und das beste Bild)?

CE: Das wär z.B. ein Valentin-Zitat: „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.“ Subjektiv, eins der besten Bilder: Panel 3 auf Seite 52, vom Ferdinand Haschner (@ Ferdl: Das Bier, das Du mir schuldest, würd ich dann gerne beim nächsten Stammtisch am 11.04. einlösen).

TB: Für mich lässt sich das ganze Album zusammenfassen mit dem Valentin-Zitat:
"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit."
Und mein persönliches Lieblingsbild stammt von meinem lieben Kollegen Chriseff. Valentin als Steppke mit seine Rasselbande. Chapeau Monsieur!

CRS: Lieber Timo, lieber Christian vielen Dank für das Gespräch!


Karl Valentin - Sein ganzes Leben in einem Comic




Und hier noch einige Infos zum Karl Valentin-Titel:

Auf über 100 Seiten interpretierten 19 Texter(innen) und
Zeichner(innen) Episoden aus seinem Leben, von seiner frühesten Kindheit
bis zu seinem tragischen Tod. Heiteres, besinnliches, absurdes, skurriles,
eben alles, wofür Karl Valentin bekannt, berühmt und berüchtigt war und
ist. Nach vielen zähen Verhandlungen, leichter Erpressung und großem
Drama, konnten wir den Verkaufspreis auf Valentin-schlanke 19,90 Euro
drücken. (Die letzten 10 Cent waren am schwersten.)
Karl Valentin Musäum
Ebenfalls an dieser Stelle möchten wir auf die Sonderausstellung im Valentin-Karlstadt-Musäum (8.3.2012 bis 12.6.2012) hinweisen.
Die Ausstellung zum Album Sonderausstellung vom 8.3.2012 – 12.6.2012. Die Ausstellung zeigt Ausschnitte und Original-Skizzen aus dem Album. Valentin-Karlstadt-Musäum Tal 50, 80331 München Öffnungszeiten: Mo, Di, Do 11:01 – 17:29 Uhr Fr, Sa 11:01 – 17:59 Uhr So 10:01 ––17:59 Uhr Jeden 1. Freitag im Monat bis 21.59 Uhr Autoren und Zeichner des Valentincomics Adrian vom Baur, Tobias Bitterer, Timo Böhmler (Patsch), Frank Cmuchal, Christian Effenberger (Chriseff), Brigitte Gebhardt (Bhrìd), Ferdinand Haschner, Josef Hölzl (Huawa Sepp), Rees Jeannotte, Michael Kaintoch (TAZ), Eva Maria Klaehn, Uli Knorr, Stefanie Königshausen (St. Königshausen), Gaelle Liedts (Helga L.), Steffi Lohmann, Maximilian Lückenhaus, Heiner Lünstedt, Oskar Rauch, Jan Reiser, Sabine Rinberger, Ingrid Sabisch, Rainer Schneider (Sastre), Thomas Schwarzenberger, Alfons Schweiggert, Inci Yenen
 
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