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geschrieben von Maqz am Dienstag, 05. Januar 2010 (2964 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Fiese Bilder aus der Provinz


Elende Helden
Dieser Comic ist wütend, hässlich und klagt an! Der aus den Vogesen stammende Schriftsteller Pierre Pelot (u.a. "Der Pakt der Wölfe") schreib die Geschichte über "Elende Helden" nachdem er an einem Tag Ende Juni in den 80er Jahren, als er seine Frau und seinen am Vortag geborenen Sohn in einem Zimmer der Frauenklinik im Nachbarort besuchte. Die Entbindungsstation gehörte zu einem Komplex, in dem sich auhc ein Altersheim, eine Art Irrenanstalt und ein Weisenhaus befand. Er hörte Rufe, die von draußen in das Zimmer drangen. Sie kamen aus einem Kerker unter der Kapelle der Anstalt.

Zwei Kinderhände klammerten sich um die Gitterstangen eines Kellerfensters, der bleiche Fleck eines kleinen Gesichts sah aus dem Dunkel... "Bitte, mein Herr, helfen Sie mir hier raus! Ich tue es nie wieder...Bitte, mein Herr..." Der Wind trieb die Rufe hinaus in den beginnenden Sommer, den pelot aus dem fenster heranziehen sah... Als er wieder zu Hause war, begann er "Elende Helden" ´zu schreiben. Mit der Axt.

Elende Helden

Und es scheint, daß der preisgekrönte Zeichner Hervé Barulea (alias Baru) diese Geschichte ebenso scharf in diesem Comic adaptierte, der nun beim kleinen, aber feinen deutschen Verlag Edition 52 erschienen ist. Baru (u.a. Autoroute Du Soleil, "Wut im Bauch") der als Comic-Autodidakt viel Preise einheimste präsentiert "Elende Helden" so dreckig, hässlich und enorm stark, wie die Geschichte es verdient hat. Mit einem intensiven Eintritt in die Welt des französischen Prekariats wird der Band eröffnet. Böller treiben eine versoffene Oma aus der Gemeinschaftstoilette eines abgerissenen Mietskaserne. Danach folgen ein hässlicher Reigen von bemitleidenswerten Underdogs. Dazu gehören die Katzenfrau, der Kupferkabel klauende Kleinkriminelle oder der Ufo-Gläubige Landwirt. Als dann Joses Freundin, die Betreuerin einer geistig Behinderten Kindergruppe, eines ihre Schützlinge (ohne Schuld) verliert, wird die Geschichte noch dramatisch. Gegen die hochnäsige Chefärztin des Hospiz scheint auch der Jähzornige Jose keine Chance zu haben, als man seiner Freundin die Schuld für das Unglück anhängen möchte. Baru verbindet die Lebenslinien der Randfiguren der Gesellschaft miteinander und die Geschichte eskaliert fast schon automatisch.

Elende Helden

Die auf 79 Seiten angenehm haptische deutschen Edition dieses Comics mit beeindruckend realistisch wirkenden Bildern auf schlichten, aber wirksamen (nicht glänzenden) Papier (inklusive einer interessanten Kurzeinleitung von Bernd Hinrichs + Klappentext-Biografien) machen "Elende Helden" zu einem grafischen Ereignis! Die wahrlich passende Kombination Pierre Pelot - Baru sorgen bei mir für den Wunsch, dass die Beiden doch (bei dem umfangreichen vorliegenden Material Pelots und dem unerschöpflichen Talent Barus) bitte noch öfter etwas zusammen schaffen werden.

Fazit:
Wieder ein Kandidat für die angesagte Sparte "Graphic Novel", eigentlich jedoch "nur" ein guter Comic, den man gesehen und gelesen haben sollte.

Wer hier übrigens auf den Baru-Geschmack gekommen ist, kann das bei der Edition 52 erschienende Meisterwerk "Wut im Bauch" direkt mitbestellen.

Elende Helden

Elende Helden
Barus Comicadaption einer Geschichte von Pierre Pelot
79 Seiten, Softcover
Edition 52, 18 Euro


Elende Helden kannst Du gerne auch hier kaufen


9 Seiten - LESEPROBE zu Elende Helden

Elende Helden



(c) der Abb.: Edition 52 und Baru
 
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