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geschrieben von Micha am Dienstag, 28. Oktober 2008 (4918 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Seit 40 Jahren blau


Die Blauen Boys 35: Die Schlacht im Nebel Wenn eine Serie vier Jahrzente lang läuft, muss irgendetwas gut dran sein. 1968 erschien in Heft Nr. 1585 von Spirou die erste kurze Geschichte um „Die Blauen Boys“, mithin feiert die Serie dieses Jahr ihr 40. Jubiläum. Und ein echter Klassiker ist sie, wohl eine der besten Serien im typischen Dupuis-Stil der École Marcinelle mit inzwischen nicht weniger als 52 Alben. Sie war nicht nur lustig und sehr gut gezeichnet wie fast alle Serien in Spirou, sondern wies neben der äußeren Handlung auch immer (von den ganz frühen Storys mal abgesehen) noch eine innere Handlung um die inneren Konflikte und Gefühle der Figuren auf.

Die Blauen Boys 35: Die Schlacht im Nebel Zusammen mit der konsequenten, aber nicht zu plakativen Militarismuskritik machte dies „Die Blauen Boys“ zu einer der erwachsensten Funny-Serien im Comic überhaupt. Dem deutschen Verleger Eckart Schott muss ebenfalls ein Lob dafür ausgesprochen werden, dass er den aktuellen Band „Die Schlacht im Nebel“ auf deutsch vorlegt, kaum dass er in Frankreich erschienen ist.
Und jetzt kommt leider das große ABER. Denn das Album, das Cauvin und Lambil zum Jubiläum abliefern, zeigt, dass die Zeit ist nicht ganz spurlos an ihnen vorbeigegangen ist. Der 70jährige Texter Cauvin, dessen Gesamtwerk von Umfang und größtenteils auch der Qualität her wahrhaft trondheimesk zu nennen ist, hat diesmal keine zweite Ebene neben der äußeren Handlung eingebaut. Keine inneren Konflikte, keine Emotionen, die den Leser berühren, es geht einfach nur darum, wie die Unionstruppen immer wieder gegen den im Nebel liegenden und von Südstaatlern besetzten Berg anrennen und an diversen Missgeschicken scheitern. Der 72jährige Zeichner Lambil meistert Bildkomposition, Perspektiven und Proportionen mit gewohnter Leichtigkeit (nur Schuhe von unten zeichnen kann er immer noch nicht), doch es gelingt ihm nicht mehr, die Gesichter mit differenziertem Ausdruck zu versehen. Vielleicht ist es eine Form vom Altersmilde, denn diese Weichheit des Ausdrucks war beispielsweise auch in den Spätwerken von Morris und Franquin zu – so muss man es sagen – bemängeln. Bei Lambil ist es so arg, dass man die Gesichter von Blutch und Chesterfield ohne Chesterfields rote Haare gar nicht mehr unterscheiden könnte.
Die Blauen Boys 35: Die Schlacht im Nebel
Wenn man zur Probe einen alten Band aus der Glanzzeit der Serie hervorholt und die Emotionen in den Gesichtern vergleicht, tut es direkt weh. Dafür macht sich der Kolorist mehr Mühe, denn statt wie früher alle Konföderierten in einem einheitlichen Grau einzufärben, bekommt praktisch jedes Kleidungsstück jedes einzelnen Soldaten – historisch korrekt – seinen eigenen Farbton irgendwo zwischen braun und grau.

Ein richtig schlechter Comic ist „Die Schlacht im Nebel“ keineswegs (Stichwort „Asterix“!), aber gemessen an den Qualitätsmaßstäben der Gesamtserie „Die Blauen Boys“ ist das hier ein bisschen wenig. Doch sollte man die Lebensleistung von Cauvin und Lambil nicht an diesem Band messen, sondern an die unzähligen großartigen Alben dieser überdurchschnittlichen Serie denken und sich freuen, dass es sie gibt und auf deutsch erhältlich sind. Einige gute Bände sind übrigens auch noch gar nicht verlegt. Und vielleicht beglückt uns Eckart Schott ja auch eines Tages noch mit der anderen Serie dieses Teams, dem Kleinod „Pauvre Lampil“.

Die Blauen Boys 35: Die Schlacht im Nebel


Die Blauen Boys 35: Die Schlacht im Nebel
von Cauvin und Lambil,
44 Seiten, Softcover
Salleck Publications, 11 Euro

Die Blauen Boys 35: Die Schlacht im Nebel kannst Du hier gerne kaufen.

(c) der Abb.: Salleck und Cauvin/Lambil

 
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