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geschrieben von emha am Mittwoch, 28. Mai 2008 (8005 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

"Freche Mädchen - freche Manga!"



Inga Steinmetz Sicher kennen viele jugendliche Leser die erfolgreiche Romanreihe "Freche Mädchen – freche Bücher!" aus dem Thienemann-Verlag, oder? Und bestimmt kennen viele dieser Leser auch die japanische Form von Comics, die man Manga nennt? Manga begeistern seit einigen Jahren auch hierzulande die Fans von Bildergeschichten, aber bisher gab es noch keine Umsetzung von Romanen in diese Erzählform.

TOKYOPOP hat nun diese beiden Erfolgsrezepte gemischt: Soeben erschien das erste Taschenbuch "Handykuss und Liebesrätsel", das auf einen Roman von Bianka Minte-König basiert und von der Zeichnerin Inga Steinmetz und der Autorin Yuki Kowalsky in die Welt der Manga übertragen wurde.

Die Publikation von Band 1 der neuen Manga-Reihe nahm CRS-Redakteur Michael Hüster zum Anlass, mit der Zeichnerin Inga Steinmetz das folgende Interview über ihre Arbeit an "Freche Mädchen - freche Manga!" zu führen.

Freche Mädchen - freche Manga!


CRS: Hallo Inga! Kurz etwas über dich selbst: Du wohnst wo? Was machst du z. Zt. beruflich?


Inga Steinmetz: Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen und nach Schule und Studium habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und halte mich seit etwa zwei Jahren tapfer. Als selbstständige Illustratorin bin ich natürlich nicht nur auf Manga beschränkt aber durch die Arbeit für Tokyopop ist das momentan meine Haupteinnahmequelle.


CRS: Wann hast du die Comic-Form Manga für dich entdeckt?

Inga Steinmetz: Erst recht spät, was meine zeichnerische Entwicklung angeht, mit etwa 15 Jahren. Davor habe ich in einem kindlichen Stil selbst Comics gezeichnet, die anfangs auch noch textlos waren, weil ich noch nicht schreiben konnte.


CRS: Wann entstanden deine ersten Zeichnungen?

Inga Steinmetz: Ich habe bereits in jungen Jahren sehr viel gezeichnet und immer eher "Geschichten" als Einzelillustrationen.
Inga Steinmetz

CRS: Hast du an Zeichenwettbewerben teilgenommen? Wenn ja: Welche?

Inga Steinmetz: Ich habe mehrmals beim Wettbewerb der Leipziger Buchmesse teilgenommen und auch an Wettbewerben des Vereins Animexx bzw. seiner Convention Connichi.


CRS: Wie bist du Comic-Zeichnerin geworden?

Inga Steinmetz: In einem steten Prozess, der sich über viele Jahre hinzog. Geschichten liegen mir mehr, als einzelne Illustrationen. Als Comiczeichnerin leben konnte ich erst, nachdem ich etwas halbwegs Vernünftiges gelernt hatte und danach bei einem Verlag unterkam.


CRS: Gab es vor Freche Mädchen - freche Manga! schon andere Zeichnungen, Storyversuche?

Inga Steinmetz: Ja, sehr viele sogar. Es gibt Kurzgeschichten und auch Fan-Comics zu bestehenden Serien und einige Auftragarbeiten in Comicform.
Freche Mädchen - freche Manga!
CRS: Wie ist die Verbindung zur Freche Mädchen –Autorin Bianka Minte-König entstanden?

Inga Steinmetz: Tokyopop ist mit diesem Projekt-Vorschlag an den Verlag Thienemann herangetreten und nach einer sorgfältigen Planungsphase und vielen Mails, hatte ich in Leipzig zur Buchmesse die Gelegenheit, die Autorin selbst zu treffen und mit ihr zwei Veranstaltungen zu leiten.


CRS: Wie war die Zusammenarbeit/Abstimmung mit der Buchautorin? Wer hat die Texte adaptiert?

Inga Steinmetz: Die Autorin hat uns freie Hand gelassen, allerdings war es unsere (also die meiner Redakteurin und meine) oberste Prämisse, die Werke sehr originalgetreu umzusetzen.
Das beginnt mit dem Character-Design bis hin zu den typischen Verhaltensweisen der Mädchen, die ja eben in Deutschland aufwachsen. Natürlich musste gekürzt werden aber die Quintessenz, also die Suche nach der ersten wahren Liebe und vor allem der Charme, sind erhalten geblieben.
Ich vermeide eigentlich, die Texte direkt zu übernehmen, außer sie sind wirklich so hinreissend, dass sie einfach mit hinein müssen. Bei dem, was in die einzelnen Kapiteln hineinkommt, hat generell meine Redakteurin Yuki Kowalski "das Sagen", aber da die Arbeit immer ein Dialog ist, wurde auch schon einiges auf meinem Wunsch hin verschoben, ausgeweitet oder gekürzt. Letztendlich bereitet meine Redakteurin die Kapitel auf, aber die Art und Weise und die Gewichtung der Szenen liegt letztendlich bei mir.

CRS: Wie hast du dich auf die Arbeit an der Serie vorbereitet? Hast du diverse Originalbücher von Freche Mädchen gelesen?
Freche Mädchen - freche Manga!
Inga Steinmetz: Ja, ich habe sieben Bücher aus der Reihe von Bianka Minte-König gelesen und lese auch immer im aktellen Buch, also dem, dessen Manga-Umsetzung gerade ansteht, mit. So kann ich auch gut abgleichen, ob die Stimmung in einzelnen Szenen des Buches der Stimmung in meinem Manga entspricht.


CRS: Wird der Manga bei dir vor allem noch auf Papier gezeichnet? Wieviel macht die PC-Arbeit aus?

Inga Steinmetz: Die Zeichnungen entstehen komplett in Handarbeit mit Bleistift, Feder und Tusche, nur die Raster werden im Nachhinein am PC eingefügt.

Freche Mädchen - freche Manga!
CRS: Im Juni geht es mit der Serie los. Schon in gespannter Erwartungshaltung?

Inga Steinmetz: Klar, besonders interessiert mich die Meinung der Fans und ob meine Sympathie für die Bücher auch in meinem Mangas zur Geltung kommt. Außerdem bin ich gespannt auf die Meinung der Leute, die sonst eher andere Genres von mir gewohnt sind.

Freche Mädchen - freche Manga!
CRS: Worum geht es in der Serie? Wie viel Bände wird es geben? In jedem Band gibt es eine neue Hauptperson …

Inga Steinmetz: Die Serie befasst sich in drei Bänden mit den Erlebnissen der drei jugendlichen Mädchen, der sportlichen Hanna, der romantischen Kati und der energischen Mila; drei Mädchen mit sehr unterschiedlichen charakterlichen Zügen, die es optisch und auch in der Gestik und Mimik klar voneinander zu trennen galt. Aber gerade darin lag auch der Reiz, sich für jedes Buch auf eine völlig andere Persönlichkeit einzulassen, im Gegensatz etwa zum "Freche Mädchen"-Film, der ja nur Milas Geschichte genauer behandelt.
Freche Mädchen - freche Manga!

CRS: Hat der Verlag die Idee mit der Gewinnspiel-Gastrolle zur Serie entwickelt? (siehe: www.frechemaedchen-frechemanga.de)

Inga Steinmetz: Genau und ich bin sehr gespannt, wer das Rennen machen wird. Ich arbeite sehr gerne Charakterdesigns aus.


CRS: Wann sollen die weiteren Bände erscheinen und was planst du ggf. für die Zeit danach?

Inga Steinmetz: Die weiteren Bände werden nicht lange auf sich warten lassen. Danach würde ich sehr gerne weitere Geschichten zeichnen, denn wenn auch die monatlichen Abgabetermine manchmal an die Substanz gehen, habe ich doch Feuer gefangen.
Ich habe das Glück, dass ich mir durch diese Arbeit auch mein Leben finanzieren kann und deshalb spricht eigentlich nichts dagegen, diesen Beruf noch eine Weile weiter zu betreiben.
Freche Mädchen - freche Manga!
CRS: Was machst du beruflich, wenn du keine Mangas zeichnest?

Inga Steinmetz: Bevor und auch während dieses großen Tokyopop-Projektes nehme ich immer wieder Aufträge von Firmen an, die mich für die unterschiedlichsten Gebiete engagieren. So habe ich z.B. die zeichnerische Verantwortung für eine Pferde-CD ROM für kleine Kinder übernommen, einen Manga gezeichnet, der sich mit Aufklärung beschäftigt und für einen jungen Autor Buchillustrationen gemalt.


CRS: Wie bist du zu Tokyopop gekommen?

Inga Steinmetz: Ich habe mich seit ich 18 bin immer wieder bei Verlagen beworben und während ich auf meine Chance wartete, weiter an mir gearbeitet und das "Pflichtprogramm" des Lebens hinter mich gebracht ;-).
Später hat mir Tokyopop einen Platz im Projekt "Manga Fieber" angeboten und danach haben wir weiter Kontakt gehalten, bis ein neues Projekt gestartet werden konnte.


CRS: Welches sind deine Lieblingsmangas?

Inga Steinmetz: Zurzeit komme ich eher selten zum Lesen aber ich bin ein Fan der BERSERK-Mangas, auch wenn sie mich innerlich immer sehr aufwühlen.
Freche Mädchen - freche Manga!

CRS: Liest du auch Comics, die nicht zum Manga-Genre zählen?

Inga Steinmetz: Selbstverständlich. Als damals Sky Doll erschien, war ich sofort Feuer und Flamme und auch BlackSad hat mich sehr beeindruckt. Meine ersten Comics waren allerdings die Micky Maus-Hefte und hier mochte ich besonders die Geschichten von Dagobert Duck aus der Feder von Don Rosa; z.B. "Seine Leben, seine Milliarden". Ich will mir die Gesamtausgabe unbedingt noch bestellen ...

Als ich jung war, habe ich auch französische Comic-Anthologien besessen und auch die Abenteuer der Abrafaxe verfolgt. Ich bin also jemand, der unheimlich viele Comics gelesen hat in seiner Kindheit.


CRS: Welche Hobbys hast du noch?

Inga Steinmetz: Vermutlich ist das bereits klar aber ich lese unheimlich gerne, wenn ich nicht gerade zeichne. Bei mir zuhause stapeln sich die Bücher und ich kaufe mir regelmäßig neue. Außerdem spiele ich gerne textlastige Videospiele, haha.


CRS: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit Freche Mädchen - freche Manga!



© Abbildungen: Bianka Minte-König/Inga Steinmetz/Tokyopop GmbH
 
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