Interview mit Wolf-Rüdiger Marunde :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
13.12.2018, 01:26 Uhr
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geschrieben von M.Hüster am Montag, 18. Juni 2007 (11158 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Kontrastreiche Landschaftsbilder


Marunde InterviewMarunde weiß, wovon er malt. Er wohnt und lebt auf dem Lande, in einem kleinen 150-Einwohner-Dorf im Wendland an der Elbe. Zwischen Bioland und Gentechnik, Windenergie und Atomkraft, Großbauern und aus den Städten geflohenen Zweitwohnsitzlern. Alle Moden und neuen Begegnungen, die Menschen und Tiere berühren, treffen in seinen Bildern aufeinander.



Weite Landschaften und dramatische Wolkenhimmel, schiefe Fachwerkhäuser und klapprige Scheuen, Blumenwiesen und Tümpel: Cartoons von Marunde sind aufwendig gestaltete klassische Aquarell- und Ölmalerei, aber auch opulente Schilderungen einer ländlichen Idylle.
Marunde Interview
Die reizvollen Landschaften stehen in wunderbarem Kontrast zu den humorvollen und ironischen Inhalten. Dazu gesellt sich beißender Spott immer dann, wenn der romantische Schleier des Landlebens fällt.


CRS: Wie sind Sie zum Cartoon-Zeichnen gekommen. Bei der Ausbildung Diplom-Designer drängt sich das nicht gleich auf :-))) ...

Wolf-Rüdiger Marunde: Ich war jung und brauchte Geld. Der damalige Stern-Ressortleiter Humor&Satire, Kortmann, suchte Cartoonisten, ich habe mich mit einigen ausgedachten Witzen bei ihm vorgestellt und konnte dann für den "stern" arbeiten.

CRS: Wie entstand die Idee, grundsätzlich sehr klassische Landschaftsgemälde mit Cartoongags zu verbinden?

Marunde: Ich habe gern gemalt, auch Landschaften, und war zudem ausgebildeter lllustrator. "Brigitte" suchte jemanden, der ganzseitige Cartoons in Farbe zeichnen könnte, und fragte Kortmann, der mich dann vermittelte.


CRS: Die Cartoons sehen sehr aufwendig aus. Wie viel Zeit benötigen Sie, um einen Gag umzusetzen?

Marunde: Ich schaffe nicht mehr als einen wöchentlich, die reine Zeichenzeit beträgt etwa 25-30 Stunden. Weil ich gern male, macht es nichts, im Gegenteil. Allerdings würde ich auch ab und zu gern einen grafisch einfachen Cartoon zeichnen, dies ist allerdings mit den Erwartungen des Publikums nicht kompatibel.


CRS: Wie setzten Sie die Cartoons technisch um? Wird alles ausschließlich gemalt bzw. gezeichnet?

Marunde: 1/3 Aquarell, 1/3 Öl auf Leinwand, 1/3 in Digital-Pixel-Technik. Aber egal in welcher Technik, gezeichnet wird alles in jedem Fall.


CRS: Wie entstehen die Inspirationen zu den Cartoons? Viele Themen sind ja alle sozusagen "aus dem Leben": Die technikverseuchten Teenies, die anstachelnde Ehefrau, der prollige Fußballfan, Urlaub, Umwelt etc. Aber auch die vielen sehr übergewichtigen Protagonisten fallen ins Auge ...

Marunde: Ich lebe auf dem Land in einer großen Familie mit Kinder zwischen 8 und 20, engagiere mich politisch, in der Elternvertretung der Schule und in der Feuerwehr. Das erdet mich. Beruflich erlebe ich mit städtischen Medien- und Kunstmenschen viele völlig andere Welten. Dieser Gegensatz ist, vermute ich, eine Quelle der Inspiration. Aber auch Zeitungen und Fernsehen. Die Hörzu hat eine sehr große und breit gestreute Leserschaft: ich möchte gern alle unterhalten.

Marunde Interview
CRS: Gerne benutzen Sie Tiere, um menschliche Probleme kritisch oder ironisch zu thematisieren...

Marunde: Das Fabelprinzip habe ich nicht erfunden, aber ich nutze es, um eine Distanz zu schaffen zwischen den Leser(inne)n und dem dargestellten Thema. Wenn es nur um bestimmte Handlungsweisen geht, nicht um einen bestimmten Personenkreis, ist die Fabel sehr geeignet.


CRS: Mögen Sie Schweine :-))) ? Diese sind immer wieder Protagonisten in den Cartoons ...

Marunde: Ja. Auf die Idee, Schweine verstärkt einzusetzen, hat mich mein Publikum gebracht, das immer wieder Schweine in ihre Bücher gezeichnet haben wollte. Für eine neue Serie habe ich dann Schweine als Hauptfiguren genommen: "Neues aus Schweinhausen" wurde ein voller Erfolg.

Marunde Interview
CRS: Viele (Elb-) Flusslandschaften, Fachwerkbauten und idyllische Höfe spiegeln Ihre heimische Umgebung in den Cartoons. Ausdruck Ihrer Verbundenheit mit dem Wendland und Umgebung?

Marunde: Ja, aber nicht nur. Meine Liebe zur Landschaft erstreckt sich auf ganz Norddeutschland (und Skandinavien).


CRS: Ihre Ehefrau ist Malerin und Grafikerin. Gibt es da wechselseitige Vorschläge und Anregungen?

Marunde: Nein, sie macht vorrangig Skulpturen, riesenformatige Bilder und Bühnenbilder. Das ist ein völlig anderes Metier.


CRS: Welche weiteren Bände sind von Ihnen aktuell erhältlich? Wo sind Ihre Cartoons aktuell überall zu entdecken?

Marunde: Aktuell sind noch die Bände "Landleben" und "Expeditionen in die Provinz" zu erhalten. Von „Bilder aus der Heimat“ sind noch Restexemplare vorhanden. (Alles über Lappan).
Die Cartoons erscheinen in: Hörzu, Eulenspiegel, spectrum (Österreich), manchmal auch in den Nürnberger Nachrichten.

CRS: Woran arbeiten Sie aktuell?

Marunde: Am nächsten Cartoon... :-)

CRS: Vielen Dank für das Interview!


(c) der Abbildungen Lappan & Marunde
 
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