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geschrieben von Anonym am Freitag, 16. März 2007 (5376 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Heute: Der avant-verlag (Johann Ulrich)


Avant VerlagIn der Interview-Serie "Comic-Verlage“ soll die Verlagslandschaft in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum präsentiert werden. In den Interviews geht es u. a. um die Comic-Macher und das jeweilige Verlagsprogramm, aber auch um Meinungen und die Comic-Szene allgemein.

Die Interviews gibt es exklusiv nur auf der Homepage der ComicRadioShow!

Avant Verlag
Ziel des seit 2001 Comics produzierenden Berliner avant-verlags ist es, künstlerisch besonders anspruchsvolle Comics & grafische Literatur der europäischen Nachbarländer ins Deutsche zu übertragen. Darüber publiziert der Verlag auch einheimische Künstler.
Initialzündung für die Tätigkeit des avant-verlags war die Feststellung, dass viele Titel, insbesondere aus den europäischen Nachbarländern, leider keinen Eingang mehr in die Programme der etablierten Großverlage gefunden haben.

Die Bandbreite der Themen reicht von Biografischem, wie z. B. „Fats Waller“, über Comic-Romane wie „5 ist die perfekte Zahl“ oder „Aufzeichnungen für eine Kriegsgeschichte“ bis hin zu theologisch unterhaltsamen Titeln wie „Die Katze des Rabbiners“ oder internationalen Projekten wie „Cargo-Comicreportagen Israel/Deutschland“.

Avant Verlag
CRS: Seit wann gibt es den Verlag und wo hat dieser seine verlegerische Heimat? (Kurze Vorstellung des Verlags und der Macher). Habt ihr eine eigene Verlags-Homepage (bitte Link)?

Johann Ulrich: Der Berliner avant-verlag hat sich zum Ziel gesetzt, künstlerisch besonders anspruchsvolle Comics & grafische Literatur unserer europäischen Nachbarländer ins Deutsche zu übertragen. Darüber hinaus versuchen wir selbstverständlich auch einheimische Künstler zu publizieren.
Seit 2001 produziert der avant-verlag seine Titel und in dieser Zeit ist es gelungen den Verlag und seine Programmauswahl als hochwertige Ergänzung der hiesigen Verlagslandschaft zu etablieren.
Die Homepage des Verlags findet sich unter: http://www.avant-verlag.de


CRS: Welches waren die Beweggründe für den Verlag, in das Comic-Geschäft einzusteigen?

Johann Ulrich: Anfang des neuen Jahrtausends musste ich als langjähriger Comicleser leider feststellen, dass die neuen und aufregenden Titel insbesondere aus den europäischen Nachbarländern leider keinen Eingang mehr in die Programme der etablierten Großverlage mehr fanden. Diesem Umstand abzuhelfen war der Hauptgrund für die Verlagsgründung. Inzwischen, finde ich, hat sich die Situation durchaus positiv entwickelt.


CRS: Gab es bereits vor dem Verlagsleben für die „Verlagsmacher“ eine „Comic-Vergangenheit“ (zum Beispiel als Redakteur, Verleger von Fanzines, Magazinen etc.)?

Johann Ulrich: Nein.
Avant Verlag
CRS: Welche Comic-Genres gehören hauptsächlich zum Verlagsgeschäft?

Johann Ulrich: Die Bandbreite der Themen reicht von Biografischem, wie z. B. „Fats Waller“, über Comic-Romane wie „5 ist die perfekte Zahl“ oder „Aufzeichnungen für eine Kriegsgeschichte“ bis hin zu theologisch unterhaltsamen Titeln wie „Die Katze des Rabbiners“ oder internationalen Projekten wie „Cargo-Comicreportagen Israel/Deutschland“.
Darüber hinaus versuchen wir selbstverständlich auch einheimische Künstler zu publizieren. Eigenproduktionen wie „ATAK vs. Ahne“, „Menschen am Sonntag“ oder „Flitter“ zeigen, dass hiesige Autoren sich durchaus mit den internationalen Autorenstars der Branche messen können und sorgen auch im Ausland zunehmend für Aufsehen.


CRS: Warum wurden speziell diese als Verlagsbasis ausgewählt?

Johann Ulrich: Comics sind längst kein Medium für Kinder oder Jugendliche mehr! Aber wo sind die Titel die dies unterstreichen? Mit seinen Büchern möchte der avant-verlag Fans des Mediums Comic und die Liebhaber moderner Grafik und Kunst gleichermaßen begeistern.
Im Lauf der Jahre entstand so eine Reihe von anspruchsvollen Publikationen welche die neueren Tendenzen im internationalen Autorencomic präsentiert, und die sich durch sorgfältige Verarbeitung auszeichnet.
Die Hoffnung mit unseren Titeln einen Beitrag zur Emanzipation des Mediums Comic zu leisten war und ist das Ziel des avant-verlags.
Avant Verlag

CRS: Welche ausländischen Verlage gehören zu den wichtigsten Lizenzgebern (Lizenzgeber/Serie bitte angeben)?

Johann Ulrich:
Coconino Press (Kollektion Ignatz, „5 ist die perfekte Zahl, Fats Waller, Aufzeichnungen für eine Kriegsgeschichte, Nachtaufnahmen“)
L’Association („Pascin, Die kleine Welt des Golem“),
Dargaud („Die Katze des Rabbiners“),
Delcourt („Professor Bell, Desmodus der Vampir)“,
Gallimard („Klezmer, 5 Songs“ – erscheinen demnächst!)


CRS: Welche Serien gehören zu den erfolgreichsten Titeln des Verlags?

Johann Ulrich:
• Die Katze des Rabbiners v. Joann Sfar (bislang 4 Bände – der 5. befindet sich in Vorbereitung).
• 5 ist die perfekte Zahl v. Igort
• Aufzeichnungen für eine Kriegsgeschichte v. Gipi
• Cargo-Comicreportagen aus Israel/Deutschland – div. Autoren (Harder, Dinter, Feindt etc.)
• Desmodus, der Vampir v. Joann Sfar (bislang 2 Bände – weitere Bände befinden sich in Vorbereitung).


CRS: Welche Comics werden bis Sommer 2007 im Verlag (voraussichtlich) erscheinen? (ggf. Link zum Verlagsprogramm)

Johann Ulrich: In unserer Reihe Kollektion Leviation werden 2 Bände erscheinen:

• Klezmer 1 v. Joann Sfar
• 5 Songs v. Gipi

darüber hinaus wird

• Plaque02 – Magazin für Wort und Bild und
• Die Katze des Rabbiners Bd. 5 Jerusalem in Afrika
erscheinen.

Avant Verlag
CRS: Wird sich der Comic-Verkauf vom Fachhandel zum Direktverkauf hin bewegen? Bietet der Verlag einen Direktverkauf an? Wenn ja, in welcher Form (Link etc.)?


Johann Ulrich: Die Tendenz besteht durchaus. Jeder kann über unsere Website alle unsere Titel und zudem einige ausgesuchte Import-Titel direkt bestellen.
Oft mache ich die Erfahrung dass potentielle Leser unsere Titel noch nicht wahrgenommen haben, weil sie gar nicht auf die Idee kämen in eines der Comicfachgeschäfte zu gehen (und diese finden sich ohnehin nur in größeren Städten) oder weil sie die Kombination von Literatur und Bildgeschichte noch nicht als Bereicherung ihrer Lesegewohnheiten für sich entdeckt haben.
Dass es einen großen unerreichten Markt für diese Bücher gibt, lässt sich sporadisch feststellen wenn in einer der größeren Zeitungen z. B. FAZ, taz oder Die Zeit eine Rezension gedruckt wird. Ich vermute 80 % der Bestellungen die daraufhin getätigt werden stammen von Kunden/Lesern die noch nie in einem Comicgeschäft waren!

Für den avant-verlag ist es deshalb existentiell wichtig diese neuen Kundenkreise zu erreichen. Neben begleitenden Ausstellungen und so genannten „Book-Release-Partys“, dem Auftritt auf Comic-Fachmessen und nicht zuletzt dem persönlichen Gespräch sind unsere Mittel diese Kreise zu erschließen allerdings sehr begrenzt.


CRS: Haben Comics (außer den bekannten Verdächtigen) eine Chance im Pressehandel oder im Buchfachhandel?

Johann Ulrich: Grundsätzlich besteht diese Chance. Insbesondere im Buchfachhandel hat sich einiges in den letzten Jahren bewegt. Eine Voreingenommenheit gegenüber Comics erlebe ich von dieser Seite nicht. Zudem werden wir in Kürze erleben, dass verstärkt Literaturverlage „Graphic-Novels“ publizieren werden. Ein Trend der aus den USA, mit der üblichen Verzögerung von 3 Jahren, auch in Deutschland nachvollzogen werden wird.
Ein wichtiger Aspekt für die Etablierung im Buchhandel ist jedoch die mediale Aufmerksamkeit die ein Titel erzielt.


CRS: Viel diskutiert: Die aktuelle Lage am deutschen Comic-Markt, der schon mehrere Jahre von den Mangas dominiert wird. Wie seht ihr eure Verlags-Marktchancen für die Zukunft und wie wird die Markt-Lage (Manga, Franko-Belgier, Superhelden, Independent etc.) im Allgemeinen beurteilt?


Johann Ulrich: Zum ersten Teil: Wichtig für den avant-verlag ist es, seine Autoren zu pflegen und weiterhin zu betreuen. D. h. auch deren neue Arbeiten zu publizieren.
Zum zweiten Teil: Ich persönlich mache diese Unterschiede nicht. Es gibt gute Bücher/Geschichten in jedem Bereich..., aus jedem Land, in jedem Genre.
Deshalb freue ich mich insbesondere wenn in Zukunft verstärkt auch anspruchsvollere Mangas hierzulande verlegt werden. Es gibt viel zu entdecken!
Natürlich gibt es ebenso viel Schrott oder mittelmäßiges Material als wirklich wichtige Bücher/Comics.
Aber das ist ja in jeder Branche so. Für den avant-verlag bietet sich so die Chance sich leicht als qualitativ hochwertiger Gegenpol zu positionieren.
Avant Verlag

CRS: Häufiges Thema im Comic-Forum: Die Bewerbung neuer Comic-Produkte. Außer in der einschlägigen Comic-Fach-Presse entdeckt man nur wenig Comic-Werbung. Erreich die Werbung damit überhaupt noch einen breiten Leserkreis? Oder wäre weitergehende Werbung „verbranntes Geld“? Einige „Kleinverlage“ sind selbst Comic-Fans wegen geringer Präsenz nicht bekannt …

Johann Ulrich: Aus meiner Erfahrung halte ich weitergehende Werbung in der Tat als in keinem vernünftigen Verhältnis zum Ertrag stehend. Wir setzen deshalb verstärkt auf Zeitungsrezensionen um auf unsere Bücher aufmerksam zu machen. Inzwischen kommt aber auch verstärkt das Fernsehen bzw. neue Medien wie „youtube“ etc. dazu.


CRS: Welche Aktivitäten gehören noch zu eurem Verlag? (z. B. Vertrieb, Bücher, Comic-Fachgeschäft etc., DVD, Merchandise wie Figuren etc.)

Johann Ulrich: Wir beschränken uns bewusst auf die verlegerische Arbeit und die dazu gehörende Vertriebstätigkeiten.


CRS: Seit ihr auf den großen Comic-Events in Deutschland und ggf. im Ausland mit einem eigenen Verlagsstand vertreten oder ist es für die Zukunft geplant? Wenn ja, auf welchen Veranstaltungen ?
Avant Verlag
Johann Ulrich: Traditionell sind wir natürlich auf dem Comic-Salon in Erlangen und auf dem Münchner Comicfest mit einem Stand vertreten. Dieses Jahr werden wir auch erstmals auf der Leipziger Buchmesse einen Stand haben. Darüber hinaus besuchen wir Festivals in Frankreich, der Schweiz und Italien.


CRS: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg im
Comic-Geschäft!
 
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