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Hagenow: 20 Jahre bei Gringo-Comics: 1999-2019 :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
18.07.2019, 06:28 Uhr
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geschrieben von emha am Sonntag, 07. Juli 2019 (130 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Jubiläumsinterview Stephan Hagenow


Stephan Hagenow "Ich ging zu Gringo mit gut 35 und einigen idealistischen Vorstellungen. Der Verlag war noch ganz frisch im Aufbau...darin sah ich schließlich meine Chance auf pure künstlerische Selbstverwirklichung..."

Seit bereits 20 Jahren zeichnet und schreibt Stephan Hagenow bereits für Gringo-Comics. Insgesamt begann Hagenows Comicstart aber schon vor über 45 Jahren. Die CRS stellte dem Autor von Kommissar Fröhlich und anderen Serien Fragen rund um sein Comicschaffen.




Wie und wann bist du zum Comiczeichnen gekommen?

S.H.: Das liegt inzwischen über 45 lange Jahre zurück. Im nichtdigitalen Telefon-Wählscheiben-Zeitalter gab es noch nicht so viele Konkurrenzmedien wie heute. Man ging in den um die Ecke liegenden Tabak/Zeitungsladen und landete als Kind bei der Bastei-Comicwand mit Comics zwischen 1DM-3,50 DM. Da gab es wöchentlich neuen Stoff. Abenteuer-Erlebniswelt pur in bunten Farben sozusagen. Ich fing dann relativ schnell an viel zu zeichnen. Die Comics mit abenteuerlichen Inhalten hatten mich von Anfang an mehr gereizt als Funny Comics. Ich erinnere mich da positiv an Bastei -Serien wie Raumagent Alpha, die Comiczeitung Tarkan und die Heftreihe Kung Fu mit Zendo der Hai, einem modernen Kopfgeldjäger....und natürlich Andy Morgan + Comanche. Da gab es dann auch die ersten blutigen, echt dreckigen Leichen. ( Also genau das richtige für meine 12 jährigen begeisterten Kinderaugen.) Somit beschäftigt mich das Thema Mord (inzwischen etwas seriöser) seit gut 45 Jahren. Naja, ich war schon immer leicht Nekrophil.

Gab es eine grafische Ausbildung?

S.H.: Sowas mag es für angepasste Automaten-Menschen geben...aber ich bin bis heute ein ziemlich ungebändigter Charakter, also gesellschaftlicher Außenseiter mit etwas zu viel Persönlichkeit. Ein Auskommen mit mir erweist sich somit als kompliziert bis unmöglich. Ich weiß zwar nicht immer genau was ich will...aber ich weiß ziemlich genau was ich nicht will! Ich sehe mich eh weniger als ausgebildeter Comic-Zeichner, sondern vielmehr als individuellen, überdurchschnittlich begabten Künstler/Autor. Jeder neue Band von mir muss sich von seinem Vorgänger autorentechnisch und visuell individuell deutlich unterscheiden. Das heißt im Klartext, ich bin ziemlich mutig, was künstlerische Experimente betrifft. Da ich mich für einen recht guten Dramaturg beim Schreiben halte, kann ich mir den Luxus visueller Experimentierfreudigkeit auch locker leisten. Meine treue Leserschaft weiß im Voraus, dass ich immer sehr bemüht bin, sie zumindest erzähltechnisch nie zu enttäuschen. Das klappt nicht immer...aber meistens.
Stephan Hagenow


Und wie bist du zu Gringo Comics gekommen?

S.H.: Ich war Ende der 80iger vorher bei Schwermetall gelandet mit einigen schrägen, düsteren (durchs Kino inspirierten) Werken. Leider ging der Laden schnell Insolvenz. Für mich war es bis heute das wichtigste, experimentierfreudigste Magazin für Erwachsenencomics. Die Lücke konnte meiner Meinung nach nie wieder geschlossen werden. Ich wurde dort als junger Wilder präsentiert... danach wollte kein größerer Verlag etwas mit mir zu tun haben. (Das ist Gottseidank auch heute noch so!) Ich ging dann zu Gringo mit gut 35 und einigen idealistischen Vorstellungen. Der Verlag war noch ganz frisch im Aufbau...darin sah ich schließlich meine Chance auf pure künstlerische Selbstverwirklichung.

Man war halt jung und voller Ideale. Ich glaube, fast alle jungen kreativen Menschen hoffen, etwas Positives bewirken zu können. Die Ernüchterung durch die vielen Nackenschläge aus den feindlichen Lagern... folgt dann Jahre später. Einige zerbrechen daran...andere gehen gestärkt daraus hervor. Ich fühle mich mit inzwischen 55 stärker als je zuvor! Inzwischen betreibe ich meine Arbeit ja auch hauptberuflich! Augen zu und durch...möglichst ohne viel Gejammer, lautet die Devise. Ich bin eh der König der arroganten Ignoranten mit einer gewissen Punker-Mentalität, sowas hilft einem gut durchs Leben, da man eh nix positives erwartet.

Stephan Hagenow

Welche Werke entstanden in deiner Zeit bei Gringo bisher? Kannst du kurz Genre und Inhalt beschreiben? Erotisches soll es auch von dir gegeben haben…

S.H.: Es entstanden etliche pulpige Subkulturwerke wie Joe Darling, Rattenmeute, Mac Trap, Einar der Wikinger, die Hardcoreserie Samurella und natürlich Kommissar Fröhlich, den ich mittlerweile seit über 10 Jahren betreue. Mac Trap wird dies Jahr in Mexiko fürs Kino sogar verfilmt. Ich hab grad einige Storyboards dafür angefertigt, da der Regisseur sich stark an die Comic-Vorlage halten möchte. Möglicherweise wird sogar eine Serie draus...natürlich dann deutlich kaputter als Walking Dead und Mad Max zusammen. Ich war damals meiner Zeit schon weit voraus in Richtung Endzeit. Die Hauptrolle soll ein in Mexiko lebender Deutscher verkörpern, der angeblich Ähnlichkeit mit dem jungen Clint Eastwood hat. Bisher hab ich aber noch keine Casting-Fotos der Darsteller zu Gesicht bekommen.


Warst du noch für andere Verlage tätig und falls ja: welche Comics erschienen dort?

S.H.: Ich hab noch etliches nebenbei gemacht. Einmal die Punker-Zeitung DOW, für Perry, dann etwas für die TV-Zeitschrift Satoon und 4 Alben für Epsilon. (Noch in meinem alten Stil) 3 Fröhlich Alben und 1 actionreicher Italowestern....und noch einiges anderes.

Stephan Hagenow


Welche deiner Serien fand bisher die größte Aufmerksamkeit bei den Lesern?

S.H.: Da brauche ich nicht lange zu überlegen! Das war natürlich meine Hardcore-Gag-Parodieserie SAMURELLA! Inzwischen hab ich nach 15 Jahren übrigens wieder Kontakt aufgenommen zu meinem damaligen Erotik-Verleger Markus Janda. Eine Rückkehr meiner schlüpfrigen Heldin in farbiger Buchform scheint somit also mehr als wahrscheinlich. An abgedrehten lustigen Ideen mangelt es mir wahrlich nicht. Außerdem kann man hier dem deutschen Biedertum ordentlich einen reinwürgen, also genau mein Ding! Wenn es passiert, werden es auf jeden Fall 100 Seiten Bücher in Farbe! Den Brüllwitz von damals will ich noch deutlich mit deftiger Situationskomik toppen. Darüber können sicher auch Frauen lachen...denn es gibt natürlich auch etliche weibliche Samu-Fans. (Was mich sehr freut)


Du warst ja auch im ZACK-Magazin vertreten…

S.H.: Vielleicht die schwerste Enttäuschung meiner bisherigen Laufbahn. Das hätte ich mir lieber ersparen sollen. Biedere Comics für ein biederes Publikum. Umso mehr vermisst man ein Magazin wie Schwermetall, Kobra oder auch Primo. Kürzlich hatte ich einen Austausch mit Ex-Primo-Redakteur Peter Wiechmann, dem mein neuer Stil sehr zusagt. Er hätte mich sofort ohne zu zögern in Primo veröffentlicht. (Leider geht er jetzt mit 80 in den Ruhestand.) Wir haben uns bedauerlicherweise um ein paar Jahrzehnte verfehlt. Nicht zu ändern. Vielleicht hätte ich sonst in meinem neuen poppigen Stil eine Serie wie Andrax gezeichnet.

Stephan Hagenow


An welchen Serien arbeitest du aktuell?

S.H.: Im Juli 2019 erscheint Kommissar Fröhlich 14 - Schwarzes Schaf....im Herbst der farbige Relaunch von Einar-der Wikinger in Pop-Art Form und einem Layout, das wohl selbst Frank Miller beeindrucken würde. Zu Erlangen 2020 Fröhlich 15... und dann, wie gesagt ...meine Erotik- Wiederbelebung. Darauf bin besonders heiß. (Im wahrsten Sinne des Wortes!) Und noch einiges mehr...wo ich jetzt noch nix von weiß.


(c)opyright der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: Stephan Hagenow 2019

 
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