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geschrieben von StefanS am Freitag, 29. Dezember 2017 (1235 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Da simma dabei, ditte is a bisserl durcheinander


LDH – Liga deutscher Helden Wie schon bei den „ASH – Austrian Superheros“ wird auch, beim ebenfalls durch Crowdfunding angestoßenen Projekt, „LDH – Liga deutscher Helden“ wieder so vieles richtig gemacht und so liebevoll umgesetzt, dass einem beim Lesen fast schon Tränen der Rührung über die freudig geröteten Wangen fließen. Deutsche Superhelden von richtig guten deutschen Zeichnern und Autoren (mit leider bisher noch recht wenigen Frauen an Bord, Sarah Burrini ist mit ihren schönen Zeichnungen eine Pionierin). Ganz rund laufen die Nummern 0 und 1 zwar noch nicht, aber was für eine Wonne, dass es diese Hefte nun überhaupt gibt!

Die Österreicher machen das einfach etwas charmanter und stimmiger, so lassen sich die Unterschiede der ersten Hefte von ASH und LDH zusammenfassen. Beide Reihe vereint der Hang zu unglücklichen Namensgebungen, klingt LDH doch sehr nach FDH, also der Diätmethode „friss die Hälfte“. Und wie kann man eine so überaus attraktive Figur nur Donauweibchen nennen, das erstickt sofort jegliche Erotik im Keim.

Seit dem zweiten Weltkrieg gibt es im deutschsprachigen Raum (von der Schweiz mal abgesehen) Superhelden. Nach den Österreichern sind nun die deutschen Helden dran, die Welt zu retten, künftige Zusammenarbeit beider Gruppen ist mehr als nur wahrscheinlich. Das Abenteuer beginnt im heutigen Frankfurt am Main. Eine lokale Schurkin, die Hirschkuh, bedroht die Bankenmetropole. Dies will die Liga beenden und hat ihre Vertreter aus den verschiedenen Teilen Deutschlands antreten lassen: die grünhaarige Lorelei, den „witzigen“ Rheinländer Jeck, den Bayern Gamsbart und ihren Anführer, der Captain.

LDH – Liga deutscher Helden

Bei Übermenschen, die aus allen Gauen des Reiches zusammenkommen, muss man, als historisch gebildeter Leser, wohl unfreiwillig an den Propagandafilm „Triumph des Willens“ denken. Das ist natürlich Quatsch, denn trotz der zweiten Story in diesem Heft, die zur Zeit der NS-Diktatur spielt, ist dieser Comic natürlich politisch korrekt und frei von übersteigertem Nationalismus. Er wirkt mit seinen deutschen Sehenswürdigkeiten, wie schon die ASH, immer etwas wie eine vom örtlichen Tourismusverband finanzierte Werbebroschüre und dank der erkauften Gastauftritte einiger Crowdfunder auch immer mal wieder etwas provinziell. Dazu kommt das Zu-Viel an verschiedenen deutschen Dialekten und Figuren, die vom ersten Panel an extrem nerven, wie der Jeck mit seiner aggressiv-penentranten, rheinischen „Fröhlichkeit“. Die Story ist dünn und recht wirr, der Einstieg viel holpriger als bei den ASH, aber das wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit rasch legen, denn Zeichner und Autoren sind Profis und diese Comics eine wundervolle Plattform für deutsche Comicmacher.

LDH – Liga deutscher Helden

Die Prequel-Story „Abgründe“ zeigt wie es besser geht. Sie ist klar und nicht so hoffnungslos überladen wie das knallbunte, völlig überdrehte Debüt „Vorboten“. Bedauerlich, dass hier aber mal wieder das altbekannte Vorurteil bestätigt wird: außer von (national)sozialistischer Diktatur haben die Deutschen keine spannenden Geschichten zu erzählen.

Etwas zu selbstbewusst wirkt das Vorwort. „Famany – Der fliegende Mensch“ von 1937 oder „Captain Berlin“ von Weissblech Comics waren Pioniere der deutschen Superhelden und hätten gerne als solche namentlich gewürdigt werden können, das hätte Stil gehabt.

LDH – Liga deutscher Helden
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Ansonsten gibt es reichlich Lob zu verteilen: angefangen vom herrlich anzufassenden Papier mit seinem Hochglanzcover, den Variantcovern und den meisterlichen, dynamischen und realistischen Zeichnungen. Wo ist die nächste Comicmesse – ich möchte unbedingt eine Lorelei gezeichnet bekommen! Mit „LDH“ holen wir uns, mal ganz pathetisch ausgedrückt, unser Deutschland zurück, die ehrlichen, anständigen, hart arbeitenden, normalen Menschen haben nun ihre eigenen deutschen Übermenschen, die an deutschen Schauplätzen Abenteuer bestehen und keiner von denen schreibt uns vor, dass wir Hundekrawatten tragen, Kriegsverbrechen zu Heldentaten verklären oder den Holocaust vergessen sollen. Hier wird nicht gelabert, sondern tatsächlich etwas geleistet, auf das die deutsche Comicszene sehr stolz sein kann und dem jeder Leser zumindest mal eine Chance geben sollte, um ihn davon zu überzeugen, welche Talente es im deutschsprachigen Raum gibt!

Wertung: 80 %

LDH – Liga deutscher Helden 1: Vorboten
Genre: Superhelden
Text: Jan Dinter, Oliver Naatz
Zeichnungen: Martin Frei, Gerhard Schlegel
36 Seiten, Softcover, farbig
2017 Contentkaufmann, Wien, 4,90 Euro

LDH – Liga deutscher Helden

Homepage: ligadeutscherhelden.de

 
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