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geschrieben von StefanS am Mittwoch, 16. Dezember 2015 (1598 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Mit Luke steht und fällt die Sache


Star Wars: Das Erwachen der MachtDer neue Star Wars ist da. Ab Donnerstag im Kino und in den kommenden Jahren in einer Vielzahl von Comics, Romanen und natürlich zu einer neuen Leinwand-Trilogie erweitert. Wer wollte, konnte den Planeten Yakku bereits im Videospiel Star Wars Battlefront (PC, Xbox One, PS4) kennenlernen und sich mit den Panini-Veröffentlichungen Geek!, MAD und dem Comic Journey to Star Wars: The Force Awakens eindecken. Für die volle Verwertung wurde also gesorgt, aber kleine Frage am Rande: wie ist eigentlich der Film? Wir haben ihn für Euch gesehen.


Kylo Ren (Adam Driver) wird kein neuer Darth Vader. Das spürt er auch selbst. Niemals hätte es sich der hünenhafte Sith-Lord mit dem markanten mechanischen Atemgeräusch bieten lassen, sich freche Witze von seinem Gegenüber anzuhören, so wie es der Rebellenpilot Poe Dameron (Oscar Isaac) wagt. Auch der Folterstuhl, der bereits auf Bespin Han Solo (Harrison Ford) zum Sprechen bringen sollte bringt den Gegner nicht zum Reden. Somit müssen die Nachfolger des Imperiums, die sich „Erste Ordnung“ nennen, andere Saiten aufziehen. Auf dem Wüstenplaneten Yakku konnte Dameron eine wichtige Datei in seinen Droiden BB-8 einspeichern. Sie gilt es zu finden.

Star Wars: Das Erwachen der MachtGefangen: vrnl: Finn (John Boyega), Chewbacca (Peter Mayhew) und Han Solo (Harrison Ford)
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Während die Imperialen den Droiden suchen versucht sich die alleinstehende Rey (Daisey Ridley) als Schrottsammlerin auf dem öden Planeten durchzuschlagen, in dessen Wüsten Wracks von AT-AT's und Imperialen Sternenzerstörern von der einstigen Übermacht der kaiserlichen Truppen zeugen.

Dabei scheint der Bruch nach dem Tod von Imperator Palpatine nicht so groß zu sein. Die Erste Ordnung gibt sich so entschlossen und schlagkräftig wie eh und je. Nun braucht es Helden wie Han Solo, Chewbacca (Peter Mayhew) und Leia Organa (Carrie Fisher), um die junge Generation, um Rey und den desertierten Sturmtruppler Finn (John Boyega), auf den Kampf der Guten gegen die Bösen vorzubereiten. Die Helden von einst sind nun die Lehrer der Helden, denen die Zukunft gehört, die so überaus düster aussieht, weil die dunkle Seite noch effizienter und skrupelloser beim Auslöschen von Leben geworden ist.

Ein Jedi wäre hilfreich in solch unsicheren Zeiten. Doch der Letzte von ihnen, Luke Skywalker (Mark Hamill), ist spurlos verschwunden. Was ist mit ihm passiert und wer verbirgt sich hinter der Maske von Kylo Ren?

Star Wars: Das Erwachen der MachtKreuzschwert: vrnl: Kylo Ren (Adam Driver), Finn (John Boyega) und Rey (Daisy Ridley)

Die zwei größten Fragen zum Film werden beantwortet. Die eine recht schnell und eher ernüchternd. Die andere hingegen raffinierter und geradezu majestätisch bebildert.

Aber der Enthüllung der neuen Machenschaften der Neo-Imperialisten kippt die Stimmung stark von freudiger Neugier zu einem: „Das meint ihr jetzt nicht ernst, oder?“-Moment, der sich bis Filmende hält.

Wir kennen das von anderen Großbauprojekten. Da wollten ambitionierte Techniker das Größte, Tollste und Beste bauen und vergessen dann die vermeintlich kleinen, weniger wichtigen Details. Brandschutz etwa oder eine solide Abdeckung für die Belüftungsluke. Daran scheiterte das Imperium mit seinem ersten Todesstern, der wurde von einem Ratten-jagenden-Bauernjungen gesprengt. Beim zweiten Versuch halfen Teddybär-Wesen namens Ewoks beim Rückbau.

Die galaktische Diktatur wird inzwischen aus ihren Fehlern gelernt und nun mit jungen, innovativen und engagierten Mitarbeitern mit frischen Ideen proaktiv neue Subscriber für ihr dunkles Reich generieren. Sollte man denken. Und tatsächlich wurde aus Fehlern der Vergangenheit gelernt. Nur reichte das nicht.

Star Wars: Das Erwachen der Macht

Bisher hatte jeder der sechs Kinofilme zumindest einen starken Einstieg. Man sage was man will, aber das Heranrollen der Droidikas oder das Eintreffen der Landungsboote auf Naboo beeindruckt ungemein. Und es gab in jedem der Filme starke emotionale Momente und große Überraschungen: Befehl 66 in Episode 3 ist eine der intensivsten und besten Sequenzen in der gesamten Saga.

Die größte Schwäche der zweiten Trilogie war, besonders bei Episode 1 und 2, der übermäßige Einsatz von Computerbildern. Es wirkte jederzeit unecht und somit kam nie recht Stimmung oder gar die Illusion in einer echten Welt zu sein auf.

Mehr als die erste Stunde von Episode 7 wirkt so realistisch wie es nie zuvor bei Star Wars der Fall war. Die Trailer haben nicht zu viel versprochen. Die nur leicht veränderten klassischen X-Wing, Tie-Fighter und die modifizierten Sturmtruppen sind mit das Beste am gesamten Film. Die anderen Höhepunkte bieten vor allem die stummen Stars: allen voran Chewie und das Wall-E-Plagiat BB-8. Der kleine Roboter sieht aus wie ein Mix aus Fußball und Elektronikspielzeug und hat den erfolglosen Clown Jar-Jar Binks, sowie die treuen Droiden C3-PO und R2D2 nahezu überflüssig gemacht. Gemeinsam mit Han Solo kalauert sich der drollige Roboter durch den sehr konsensfähigen, braven und gänzlich harmlosen Disney-Familienspaß-Film. Allerdings mit passablem Splapstick und einigen tatsächlich lustigen Gags – Daumen hoch.

Star Wars: Das Erwachen der Macht

Ob die Sturmtruppen nun auch silberne Rüstungen (nur für Frauen?) haben oder ob die X-Wings nun Blutooth, WLAN oder Becherhalter haben oder nicht ändert nichts Wesentliches. War die klassische Trilogie noch etwas völlig Unerwartetes und Motor für ganz neue Kinoerlebnisse, ILM sei Dank, so beschränken sich die Innovationen von Episode 1 bis 3 und streckenweise auch von Teil 7 lediglich auf neuen Formen der Lichtschwerter. Ist dieses Mal eines dabei, das aussieht wie ein brennendes Kreuz, um uns brachial eine Botschaft von Sinnsuche und religiös verirrten Wirrköpfen einzuhämmern? Die Dialoge waren noch nie die Stärke von Star Wars, die Action war es. Und natürlich sind die Filme vor allem für Kinder gedacht. Anders als bei der schwachen Trilogie (1-3) werden sich allerdings auch Erwachsene Episode 7 wiederholt und mit Gewinn ansehen. Es ist pure Nostalgie, aber auch die Freude an den gelungenen Tricks, dem erfreulich dezenten 3-D-Einsatz, welcher mal einen Sternenzerstörer sehr imposant ins Zentrum rückt, ansonsten aber kaum auffällt.

Im Grunde mixt Star Wars Flash Gordon mit Der Herr der Ringe . Als Tribut an die erste Version des Drehbuchs von 1974 gibt es in Das Erwachen der Macht die Starkiller-Basis. Wer mehr zu den später entfallenen Inkarnationen von Star Wars wissen möchte, mit denen George Lucas einige Zeit herumspielte, dem sei unbedingt der Comic The Star Wars empfohlen! Von den Tolkien-Verfilmungen von Peter Jackson oder auch aus Harry Potter könnte der neue „Imperator“ stammen. Ebenso wirkte ein Schlapphut-tragender Fremder in der Cantina wie aus dem Hobbit-Film entsprungen. Und wie gehabt sind die Briten wieder stark vertreten, nach Sir Alec Guinness, Ewan McGregor und Peter Cushing ist nun, die sehr an Kira Kneightley erinnernde Britin Daisy Ridley als Hauptdarstellerin dabei. Und, im Original zu hören, ein Kumpel von Han Solo, der sehr auffällig schottisch spricht.

Star Wars: Das Erwachen der Macht

Ein wortwörtlicher Cliffhanger mit Han und der finale Cliffhanger erinnern stark an den ersten Teil der Hobbit-Trilogie (glücklicherweise wird hier trotz Disney NICHT gesungen) – Episode 7 ist Teil der neuen Trilogie und wird erst im Kontext der gesamten Geschichte voll aufgehen. Abrams wollte erst mal viel spielen und wie es Comicverfilmungen wie X-Men: Zukunft ist Vergangenheit taten, den Staffelstab an die nächste Generation von Darstellern und Zuschauern übergeben. Die Neuen müssen buchstäblich erst noch lernen zu fliegen – durchaus charmant wie das bildhaft umgesetzt wird.

Im Grunde ist Das Erwachen der Macht auf dem Niveau von guter Fan-Fiction. Ein Reboot von Star Wars Episode IV: 2.0. Ein Parforceritt durch Wald, Wüste und All – kurz gesagt durch das gute, alte handgemachte Star Wars-Universum. Wenn Han beteuert, dass er seine Konflikte immer nur durch Reden löst, dann ist das selbstverständlich ein Kommentar auf die digital bearbeitete „Han schoss zuerst“-Selbstzensur-Szene aus der Cantina in Episode 4 – die Disneyifizierung, das Anpassen ans politisch korrekte hatte Lucas bereits selbst begonnen.

J. J. Abrams verwaltet das große Erbe tüchtig ohne wirklich innovative und wichtige Neuheiten oder gar echte Überraschungen zu bieten, so wie er es bei seinen beiden Star Trek-Filmen bereits demonstriert hatte: nette, solide Unterhaltung. Selbstverständlich werden alle weiteren Teile der neuen Trilogie Erfolge. Wäre schön, wenn sie die Qualität von Comics wie Crimson Empire hätten, in denen ebenfalls von der Zeit nach Palpatine erzählt wird, allerdings wesentlich weniger mit Disney-Stempel. Nicht zu niedlich und lustig die Macht werden soll.

PS: Und für alle die nun ganz wehmütg sind, weil sie dem Star Wars ihrer Kindheit offenbar entwachsen sind: der Film Fanboys hilft ganz wundervoll und mit herzlichem Humor bei der Verarbeitung.

Star Wars: Das Erwachen der Macht

Wertung: 75 %

Star Wars: Das Erwachen der Macht
Genre: Science Fiction / Abenteuer
Originalfilmtitel: STAR WARS: THE FORCE AWAKENS
Startdatum: 17.12.2015
Laufzeit: 136 Minuten
Regie: J.J. Abrams
Darsteller: Adam Driver, John Boyega, Oscar Isaac, Daisy Ridley, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Max von Sydow, Carrie Fisher, Harrison Ford, Mark Hamill, Kenny Baker, Anthony Daniels, Peter Mayhew, Gwendoline Christie, Lupita Nyong'o, u.v.a.
Auch in Disney Digital 3D™


Star Wars: Das Erwachen der Macht - Offizieller Trailer HD (Deutsch | German)





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