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geschrieben von StefanS am Sonntag, 19. Juli 2015 (1539 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Erkennbar vom Regisseur von Kick-Ass und X-Men: Erste Entscheidung


KingsmanWas Kick-Ass für das Genre Superheldenstories war, das ist Kingsman: The Secret Service für die Agentengeschichten. Parodien, aber doch so weit in der Realität verwurzelt, dass sie auch als ernstzunehmende Variationen altbekannter Stoffe funktionieren. Der Film weicht, wie auch Kick-Ass, in nicht unerheblichem Maß von Mark Millars Comic-Vorlage ab. Besonders schön an der Blu-ray ist, dass sowohl Autor Millar als auch Zeichner Dave Gibbons im Bonusmaterial zu Wort kommen. Nicht nur deshalb sollten Comicfans diesen Film nicht verpassen.
"Mögen sie Agentenfilme?", fragt der lispelnde Schurke Valentine (Samuel L. Jackson).
"Für meinen Geschmack sind die heutigen alle ein wenig zu ernst.", antwortet der Mentor des Protagonisten, Harry Hart (Colin Firth), aber die alten, mit an den Haaren herbeigezogenen Geschichten, die mag er.

Dieser Dialog findet gegen Mitte des Films statt, kurz vor einem unangenehmen Product Placement für eine Fastfood-Kette, bei einem Treffen des britischen Agenten mit dem Milliardär aus den USA, der offenbar Ähnlichkeit mit Facebook-Boss Mark Zuckerberg haben soll (ein Kniff der im Videospiel GTA 5 kürzlich noch etwas böser umgesetzt wurde). Dieser reiche Mann ist besorgt um den Zustand der Welt, die vom Klimawandel bedroht wird. Also will er den Menschen helfen, fürs erste mit SIM-Karten, mit denen kostenlos im Internet gesurft und telefoniert werden kann. Ein kleiner, fieser Seitenhieb auf soziale Netzwerke und What's app? Zeichenlegende Dave Gibbons (Watchmen) und Frank Miller verraten im sehr sehenswerten Interview, dass sie die Erdung in der Wirklichkeit und eine subversive Story besonders schätzen. Weiterhin freuen sie sich, dass sie einen britischen Regisseur bekommen haben und tatsächlich tut diese britische Note dem Film sehr gut, kein unnützer, peinlicher Pathos und kein klebriger Kitsch wie bei zu vielen, typischen US-Comicverfilmungen.

Kingsman
Lehrer Harry Hart (Colin Firth) und Schüler Gary "Eggsy" Unwin (Taron Egerton).

Im Grunde variiert der Film altbekannte Elemente aus bisherigen Bondfilmen und auch aus Bondparodien wie Austin Power, Johnny English und der wunderbaren Hank Scorpio-Episode aus Die Simpsons. Trotz vieler vertrauter Elemente (etwa das Messer, das aus der Schuhsohle springt) wirkt das Resultat originell und frisch. Gleich beim Start der Disc erinnert die Filmmusik und später dann die Ausbildung der jungen Rekruten um den Underdog Gary "Eggsy" Unwin (Taron Egerton) an X-Men: Erste Entscheidung. Nur das hier soziale Unterschiede sehr viel mehr im Vordergrund stehen. Eggsy stammt aus der Arbeiterklasse. Sein Vater war Agent, kam beim Einsatz mit Hart ums Leben, nun sucht dieser einen Weg sein Schuldgefühl wettzumachen, in dem er dem benachteiligten jungen Mann eine Chance für den sozialen Aufstieg geben will.

Die Komponente sozial abgehängte Unterschicht gegen versnobte Oberschicht wird, wie vieles andere auch, in der Comicvorlage ausführlicher und pointierter behandelt. Erfreulich am Film ist, dass er auch für die Leser, die die Geschichte schon kennen, noch genug Spannung, Gags und Überraschungen bietet. Die Kneipenschlägerei, die aberwitzige Kirchenszene und das Finale sind grandios! Statt verklemmtem Blümchensex wie bei Bond geht es hier andeutungsweise schon beinahe in Richtung eines Garth Ennis-Comics.

Kingsman
Gerade die Ausbildungsszenen erinnern an X-Men: Erste Entscheidung vom selben Regisseur.

Ein besonders cooler Kniff des Comics wird im Film leider nicht ganz ausgereizt. Die Entführung von prominenten Wissenschaftlern, Schauspielern und Musikern, eine bekannte Idee aus Weltuntergangsfilmen wie Deep Impact und The day after tomorrow beschert im Comic den Darsteller von Luke Skywalker (Mark Hamill) eine irrsinnig freche und witzige Sequenz, die im Film leider fehlt und das obwohl Hamill mitspielt – eine Chance ihn noch vor dem siebten Star Wars Film wiederzusehen. Schade auch, dass Iggy Azalea, deren Vater passenderweise Comiczeichner ist und die einen Song zum Soundtrack beigesteuert hat, im Film als eines der Entführungsopfer genannt wird, aber leider keine Gastrolle bekommen hat – Chance vertan ein attraktives Bond-Girl einzubauen. Die ebenfalls attraktive, aber viel zu taffe, um eine bloße Gespielin sein zu können, Kollegin von Eggsy, Roxy (Sophie Cookson), macht durchaus auch eine gute Figur. Die dominierende weibliche Rolle hat allerdings eindeutig Sofia Boutella als Gazelle, eine Frau mit rasiermesserscharfen Beinprothesen. Ebenfalls noch dabei ist Michael Caine als Geheimdienstchef Arthur.

Leider fehlt ein Audiokommentar. Somit bleibt die Frage offen, ob die Anfangs- und Endsequenz mit der Audiokassette eine Hommage an Guardians of the Galaxy ist. Einen coolen Film mit den bei vielen als wenig hip geltenden Dire Straits zu begonnen ist jedenfalls ein mutiger Schritt. Und erfreulich britisch.

Wer Kick-Ass mochte wird diesen, Film mögen, der etwas erwachsener ist. Und wer diesen Film mag, wird den Comic lieben.

Wertung: 75 %

Kingsman: The Secret Service

Genre:Thriller, Spannung, Drama, Action

Spielzeit: ca. 128 Minuten

Bildseitenformat: 16:9, 2.39:1

Sprache: Englisch 7.1 DTS HD Master Audio, Deutsch 5.1 DTS, Französisch 5.1 DTS u.a.

Untertitel: Englisch, Deutsch, Französisch u.a.

FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Produktionsjahr: 2015

Produktionsort: USA

Erscheinungstermin: 23. Juli 2015

Regie: Matthew Vaughn

Extras: Hinter den Kulissen von Kingsman: The Secret Service, Bildergalerie: Hinter den Kulissen, Bildergalerie: Filmsets, Bildergalerie: Requisiten, Original Kinotrailer, Interview mit Mark Millar und Dave Gibbons

Auch erhältlich auf DVD

Trailer

Rezension des Comics Secret Service



Am Besten kauft man sich das Film beim Händler seines Vertrauens ...jedoch... Kingsman kannst Du auch hier kaufen.


Kingsman

Copyright der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: © 2015 Twentieth Century Fox Home Entertainment, Inc
 
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