Schattenspringer von Daniela Schreiter :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
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geschrieben von Micha am Freitag, 18. April 2014 (1646 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Wie es ist, anders zu sein



SchattenspringerDanis Gehirn funktioniert irgendwie anders als das der anderen Kinder. Mal abgesehen davon, dass sie besonders gerne Viren malt statt, sagen wir, Regenbögen oder Tiere, fällt ihr schwer, was den anderen leicht fällt und umgekehrt. Mit dem Schulstoff hat sie nicht die geringsten Probleme, wo es um exaktes Wissen geht. Bei Spielen wie Vater-Mutter-Kind dagegen, wo es keine Regeln gibt, steht sie auf dem Schlauch und hat keine Ahnung, was sie machen soll. Überhaupt ist die soziale Interaktion mit ihren Klassenkameraden ihr völlig rätselhaft, sie schafft es einfach nicht, so zu reagieren, wie es die anderen erwarten. Das verstehen die anderen nicht, und so wird sie zur sonderbaren Außenseiterin.



Schattenspringer

Des Rätsels Lösung: Dani leidet [Zu diesem Wort bitte auch den Kommentar von Daniela am Ende dieses Beitrages bemerken! Anm. der Red.] am Asperger-Syndrom, bei dem die Informationsverarbeitung der Sinneseindrücke ganz anders abläuft. Das Gehirn filtert nicht und lässt nicht nur das Wichtigste durch, sondern alles stürzt gleichzeitig herein und führt schlimmstenfalls zu einem Zusammenbruch durch Overload. Asperger-Autisten vermeiden daher ungewohnte Situationen und gestalten ihr Leben mit starren Gewohnheiten und Sicherheit gebenden Ritualen. Blöderweise kann man diese Form von Autismus von außen nicht sehen, und die Nicht-Autisten können daher die besonderen Probleme, vor denen Dani steht, weder erkennen noch nachvollziehen. Auch ihre Mutter rät ihr nur verständnislos, öfter mal „über ihren Schatten zu springen“. Mit der Zeit lernt Dani auf kognitive Weise, das Verhalten der anderen zu imitieren, was aber so anstrengend ist, dass sie nach der Schule erst einmal ein, zwei Stunden schlafen muss.

Schattenspringer

In Fernsehserien wie „Monk“ oder „The Big Bang Theory“ ist die Asperger-Thematik ausführlich, aber eher nebenbei behandelt, und „Schattenspringer“ ist eine autobiographische Graphic Novel, in der es ausschließlich um dieses Thema geht. Von Asperger Betroffene werden sich in diesem Band sicher wiederfinden, und für deren nicht-autistische Bekannte und Freunde ist er auf jeden Fall eine bequeme Möglichkeit, ein bisschen vertrauter mit den spezifischen Problemen zu werden und mehr Verständnis zu entwickeln. Für das allgemeine Publikum jedoch hat der Comic auch ein paar zeichnerische Schwächen. Die Zeichnungen wirken schon sehr kindlich und sind gelegentlich auch ungelenk – Schreiter thematisiert ihre feinmotorischen Probleme denn auch relativ früh im Band. Bildaufbau und Seitenlayout dagegen sind hingegen durchweg gelungen. Der kindliche Zeichenstil macht den Comic zwar einerseits sympathisch, verhindert aber auch, dass das Syndrom vom einem Leser, der es nur aus diesem Comic kennt, wirklich ernst genommen kann. Dabei ist mit dem Asperger-Syndrom für die Betroffenen in der Regel auch existenzielles Leid verbunden.

Schattenspringer

Fazit: Ein sympathisches Debüt, aber sehr zielgruppengebunden. Ein zweiter Band ist bereits in Arbeit.


Schattenspringer
von Daniela Schreiter,
160 Seiten,
Panini Comics, 19,99 Euro


Schattenspringer

Am Besten kauft man sich das Comic beim Comichändler seines Vertrauens
...jedoch...
Schattenspringer kann man auch gerne hier kaufen

Schattenspringer


(c) der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: Panini Verlag 2014
 
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Schattenspringer von Daniela Schreiter | Benutzeranmeldung | 1 Kommentar
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Kommentar von Daniela Schreiter (Wertung: 1)
von Maqz (mg@comicradioshow.com)
am 04.08.2014, 21:42 Uhr
(Benutzerinformation | Nachricht senden) http://www.comicradioshow.com
Lieber Micha,

hier der Zusatz (ich geh dabei auch noch mal kurz auf die Zielgruppenproblematik ein):
http://leidmedien.de/startseite/an-den-phrasen-leidend/

Ich möchte klarstellen, dass ich die Formulierung "leidet am Asperger-Syndrom" nicht unterstütze. Durch diesen Satz wird mir ein generelles Leiden unterstellt und dass so meinen Leben durch das autistische Spektrum eventuell nicht lebenswert sei, dies ist nicht der Fall. Autismus ist keine Krankheit, an der man leidet oder die geheilt werden könnte.
In meinem Fall stellt Autismus eine Schwerbehinderung dar. Ich habe kein Problem damit, wenn mich jemand "behindert" nennt, denn Einschränkungen habe sich sehr wohl, dass ich deswegen aber zum ewigen Leiden verdammt bin, ist einfach falsch.

Meine besondere Art der Wahrnehmung macht meinen Charakter, meine Persönlichkeit aus. Ohne das autistische Spektrum wäre ich nicht die gleiche Person, das wäre mehr als schade, denn ich mag mich so, wie ich bin.
Ich möchte hiermit die Probleme, die mit dem Spektrum einhergehen, nicht verharmlosen. Sie sind bei jedem Autisten verschieden ausgeprägt, sowohl in Stärke als auch in der Art der Einschränkung. Ich spüre jeden Tag, dass ich anders als Nicht-Autisten bin.
Ich leide unter sensorische Überbelastung, Overloads, dass ich als Kind viel gemobbt wurde, unter vielen Menschen, starke Hitze, viel Lärm, dass ich schlecht alleine reisen kann, dem mangelnden Verständnis in der Gesellschaft, blöden Klischees etc.
Ich liebe aber meine Spezialinteressen, meinen Hang zu Farben, meine Detailwahrnehmung, meinen Sinn für Gerechtigkeit, dass ich anders denke als Nicht-Autisten und so auf andere Lösungen kommen kann, meine gute Verbindung zu Tieren, meine autodidaktischen Fähigkeiten, meine Konzentration, dass ich mich alleine gut beschäftigen kann und noch viel mehr.
Mich also nur auf den Leidensaspekt zu reduzieren wäre nicht richtig.


Zu den Zielgruppen:
Der Comic ist für keine bestimmte Zielgruppe angelegt, nicht nur Autisten bzw. deren Angehörige sollen angesprochen werden. Ja, es ist ein spezielles Thema, aber demzufolge müsste auch jeder Beitrag in den Medien (egal ob Fernsehen, Kino, Bücher oder Zeitungen) zu Autismus nur Autisten und jene, die sowieso schon mit diesem Thema in Berührung gekommen sind, ansprechen. Dem ist ist nicht so, denn meistens wollen diese Berichte informieren und aufklären oder einfach eine Geschichte erzählen und haben als Zuschauer (bzw. Konsumenten) als Großteil viele Nicht-Autisten.
Die Geschichte ist für jeden gedacht, egal ob Kind oder Erwachsener, Autist oder Nicht-Autist. Sie ist für jeden relevant, denn mehr Aufklärung bedeutet auch mehr Verständnis, und daran fehlt es leider noch.

Liebe Grüße,
Daniela