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Die Peanuts Schatztruhe :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!
31.05.2026, 06:01 Uhr
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geschrieben von StefanS am
Dienstag, 26. November 2013
(1302 Aufrufe)
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Ein Geschenkbuch mit herausnehmbaren Gimmicks
Im Herbst 2013 erschienen bei Panini Comics die tollsten Bücher! 2013 sind das etwa in Leder gebundene, auf 111 Exemplare und mit signiertem Druck von Skottie Young versehene, Prachtausgaben der Oz-Comics. Wunderschöne Bücher für bibliophile Genießer! Wie auch 2012, als es ein ähnliches Buch zum Batman-Kinofilm gab, ist dieses Jahr ein Peanuts-Buch erschienen, das vor allem durch seine herausnehmbaren Spielereien positiv auffällt. Mit nur 64 Seiten allerdings äußerst dünn und mit einem unerfreulichen Schnitzer.
Das Buch ist ganz prima! Nicht als umfassendes Nachschlagewerk, sondern als schönes Geschenk für Peanuts-Fans, die bereits alle Strips kennen. Beim Druck in China ist ein bedauerlicher Fehler passiert, der sich noch dazu durch das gesamte Werk zieht: statt „Gegenüber“ lesen wir: „Gegen ber“. Das in China unübliche „ü“ ist auf der Strecke geblieben. Der Fehler wurde zu spät bemerkt und eine zweite Auflage, bei der dieser Fehler behoben wird, ist laut Panini vorerst nicht geplant. Das Buch ist äußerst aufwendig herzustellen, um so ärgerlicher dieser Schnitzer, der sich übrigens nur auf dieses Wort „Gegenüber“ bezieht. Alle anderen Sonderzeichen wurden korrekt abgedruckt. Nun ja, Schwamm drüber.
Es gibt eine Vielzahl dieser Art Bücher. Zu Star Trek hat Panini ein gutes herausgebracht, mit dem Batman-Buch sogar ein richtig fantastisches! Bei den Peanuts fehlt es an Seiten und an echten Überraschungen. Ok, ja, diesen Nachdruck eines Briefes kann ich nun herausnehmen oder jenes Heftlein. Ein haptisches Erlebnis, dass ein E-Book nicht bieten kann. Wenn man so will ein Museumsbesuch, bei dem die Exponate berührt werden dürfen. Richtig perfekt ist das selten, bei dem wunderschönen Buch „Kurt Cobain intim“ ist das der Fall – hier ist das Buch eine große Bereicherung, bei der die Leser eine starke Bindung zu Cobains Malerei und Skulpturen erreichen. Beim Batman-Buch ist dann schon mal das Papier einer Einstecktasche gerissen, wohl auch weil darin zu viele Spielkarten untergebracht waren. Die Verarbeitung beim Peanuts-Buch ist solide, die Farben, die Bilder – das alles ist den nicht ganz billigen Preis wert.
Wirklich Neues ist aus den Texten kaum zu erfahren. Die wichtigsten Figuren werden jeweils auf einer Doppelseite vorgestellt. Wir treffen einen Bekannten aus der TV-Serie „The Big Bang Theory“ wieder, nämlich Astronaut Mike Massimino, der sich durch den Astronauten-Snoopy darin bestärkt sah ins All zu fliegen – was er dann auch tat. Da behaupte nochmal jemand Comics seien ein schlechter Einfluß. Aber in den USA gilt das Glauben an große Träume und das Streben nach Glück ohnehin als Grundrecht und es ist keine Schande die Phantasie anzuregen. Snoopy folgte im übrigen ins All. Und zwar mehrfach. Genaueres dazu findet sich im Buch. Weiterhin erfahren wir wie knifflig es war das erste schwarze Kind ins Ensemble aufzunehmen – lange herrschte in den USA Rassentrennung vor. Das lockerte sich seit den 1960er Jahren, auch durch Martin Luther King und hinterließ Spuren bei den Peanuts – sicherlich eine der spannenderen Geschichten in diesem Buch. So ganz ist die Gleichberechtigung allerdings noch nicht geglückt – der schwarze Junge ist der einzige in der Gruppe, ohne charakterliche Mängel. Extra für eine Werbekampagne wurde für einen Film eine Latina Mitglied der Peanuts und sogar Erwachsene, gerne US-Präsidenten, durften auf der Leinwand die Schar der klugen Kinder verstärken.
Bis heute einer der erfolgreichsten Zeitungsstrips! Für Erwachsene und Kinder. Warum das so ist vermittelt das Buch ganz gut, aber viel schöner ist es natürlich noch viel mehr Strips zu lesen als die wenigen (auf Englisch), die es in dieses Buch geschafft haben. Interessant: Die Evolution der Figuren, Anfang der 1950er hatten Charlie Brown und Co. deutlich größere Köpfe. Charlie Brown gefiel Charles M. Schulz im übrigen deutlich besser als Titel für die Comics als Peanuts – auch dieses Thema wird angeschnitten, neben der sehr erfolgreichen Vermarktung (hier liegt etwa ein Nachdruck einer Broschüre mit den Peanuts bei, die Ford-Käufer in den USA beim Autokauf erhielten).
Eine „Schatztruhe“ ist das Buch nicht ganz im buchstäblichen Sinne, obwohl sie durch den dicken Pappschuber diesen ersten Eindruck erweckt. Amüsant übrigens, dass manche Fotos so gut wiedergegeben wurden das man versucht ist sie anzufassen und herauszunehmen, dabei sind es nur Fotos.
Neben „Don Martin Band 2“, „Bruce J. Hawker“ und dem höchst edlen „Oz“ ist „Die Peanuts Schatztruhe“ sicher eine der besonders attraktiven Geschenkideen für Weihnachten 2013!
Wertung: 82 %
Die Peanuts Schatztruhe
Text: Nat Gertler
Übersetzung aus dem Englischen: Barbara Knesl
Originalausgabe: The Peanuts Collection
64 Seiten, Hardcover, farbig, im Pappschuber
Extras: Vorwort von Amy Schulz Johnson, herausnehmbare Elemente wie: Drucke der Penuts-Figuren, Cels, Sticker, Booklets, Faksimilie-Briefe u. a.
2013 Panini Comics, 39,95 €
ISBN 978-3-8332-2699-1
Am Besten kauft man sich das Comic beim Comichändler seines Vertrauens
...jedoch...
Die Peanuts Schatztruhe kann man auch gerne hier kaufen
(c) der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: 2010 United Feature Syndicate, Inc. / Panini Comics 2013
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