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geschrieben von StefanS am Dienstag, 26. März 2013 (1902 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Alan Moore tobt sich aus und dürfte einige Leser verwirren



Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen 2009Die ersten beiden Bände von Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen waren die reinste Freude! Da trafen populäre Fantasiefiguren wie Allan Quatermain auf Jekyll und Hyde. Kapitän Nemo trat an gegen Invasoren vom Mars, die aus Krieg der Welten entsprungen waren. Das hatte Witz, Tempo und war, auch weil die Figuren bereits lange vorher so vertraut waren, auch ohne viel Eigeninitiative leicht nachvollziehbar und höchst unterhaltsam! Diese Welt war so großartig, das ich immer wieder zu den Comics griff. Dann kam die Verfilmung. Dann verlor man sich aus den Augen. Und dann waren da die drei Fortsetzungen, die nach den Jahren benannt sind, in denen die Handlung stattfindet: 1910, 1969 und 2009.

Haben die drei Fortsetzungen den ersten beiden Comics sinnvolles hinzufügen können oder sind sie so etwas wie der neue Hobbit-Film oder ersten drei Star Wars Filme für die klassische Trilogie, also eher entbehrlich als wirklich bereichernd?

Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen 2009Eines funktioniert schon mal nicht, nämlich wahllos mit einem Band, etwa mit 1969 einzusteigen. Könnte ja besonders spannend sein, wenn man eine Vorliebe für diese Epoche hat: Revolution, Beatles, Hippies und so weiter. Ich habe das versucht, nachdem ich zuvor nur die ersten beiden Bände kannte und ich verstand fast nichts. Also musste 1910 her, der brachte auch nicht so einen lückenlosen Anschluss wie erhofft. Mit 2009 und allen Comics im Hinterkopf wird das Gesamtbild klarer erkennbar. Aber auch nicht gänzlich. Was ist ein Mondkind? Was soll das mit dem Zug, wird da auf Harry Potter angespielt? Um Diddi Hallervorden zu zitieren: "Ich brauche mehr Details!". Aber vielleicht würden auch gerade zu viele Erklärungen den Reiz mindern?

Zeichnerisch wurde nicht viel verändert. Was anfangs so befremdlich kantig und eckig wirkte erscheint im fünften Band angenehm vertraut und tatsächlich sehenswert! Kräftigere Farben und ein ansprechenderes Aussehen scheint 2009 zu haben.

Jeder Comic der Reihe beginnt mit Parodien zeitgenössischer Werbung, die sich im Einband des Buches findet. Dieses Mal steht das Internet im Mittelpunkt. Außerdem finden sich in allen fünf Comics am Ende Kurzgeschichten, die ich bisher oft noch viel rätselhafter als die Comic-Geschichte fand. Ein wenig überfordert und ausgeschlossen dürfte sich bei der Lektüre, gerade der letzten drei Bände, so mancher Leser fühlen. Aber die Mühe lohnt sich ja durchaus! Es ist eine sonderbare Parallelwelt, in die uns Moore und O' Neill hier führen. Da gibt es etwa ein sonderbares Sado-Maso-Krankenhaus mit Domina-Bildern an der Wand und sexy Krankenschwestern oder auch sonderbare Architektur (eine extrem auffällige Geheimloge etwa) und fremdartige Wesen.

Worum geht es nun so ungefähr in 1910 bis 1969? Nicht alle Figuren aus den ersten beiden Bänden haben überlebt, schließlich waren sie nicht allesamt unsterblich. Im Kern geht es um den drohenden Weltuntergang, den die Geburt eines Mondkindes einläuten soll. Okkultismus trifft auf Musical-Einlagen (Brechts Die Dreigroschenoper wird in einigen Sequenzen gesungen) und Fantasie trifft auf Realität. London ist eine Konstante der Comics. Zu sehen wie es sich wandelt ist einer der stärksten Reize in diesem ziemlich reizüberfluteten Werk. Je länger man sich mit diesen Comics beschäftigt um so faszinierender werden sie.

Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen 2009

Wer Allan Moore vor allem wegen Watchmen, V - wie Vendetta und From Hell schätzt und bereits von 1910 enttäuscht und verwirrt war, braucht nicht unbedingt zu 1969 und 2009 zu greifen. Möglicherweise nicht Moore stärkste Werke, aber schon amüsant zu rätseln wie viel in diesem Comic eigentlich nur banal und was wiederum genial ist. Man sollte sich viel häufiger von Lektüre überfordern lassen, dann wächst man. Und Spaß macht 2009 sogar auch noch!

Wertung: 70 %


Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen 2009
Autor: Alan Moore, Zeichner: Kevin O' Neill, Übersetzerin: Gerlinde Althoff,
84 Seiten, Softcover, Farbe,
Panini Comics 2013, 12,95 Euro


Am Besten kauft man sich das Band beim Comichändler seines Vertrauens

...jedoch...
Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen 2009 kann man auch gerne hier kaufen.

(c) der Abb. mit freundlicher Genehmigung: Panini Verlag und Autoren
 
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