Don Martin Band 1 1956-1967 :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
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geschrieben von StefanS am Montag, 18. Februar 2013 (4564 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Der Weg ist das Ziel - bei Don Martin ist bereits alles vor der Pointe lustig



Don MartinWer zwischen 1960 und 1980 gerne Comics gelesen hat kennt höchstwahrscheinlich MAD. Und was blieb von dieser Lektüre hängen? Die Kino-Parodien? Herbert Feuerstein? Alfred E. Neumann? Hand aufs Herz, bei mir sind es zuerst die Cartoons von Don Martin. Die vergilben in alten Heften und Sammelbänden vor sich hin. Während manch alter Gag, manch Kino-Ulk etwa, inzwischen an Reiz und Witz verloren hat, sind viele Don Martin Klassiker unverwüstlich.



Wird Band 1, dieser auf drei Bände angelegten, Don Martin Reihe den hohen Erwartungen gerecht oder wird die (Wiedersehens-)Freude enttäuscht?

Wer von der Aussicht drei Mal 49,90 Euro für die drei Bände zahlen zu müssen abgeschreckt wird und lieber zur zweibändigen US-Ausgabe mit insgesamt 1200 Seiten greifen will sollte bedenken, dass noch Kosten für Verpackung, Versand und Zoll dazukommen und das die deutsche Übersetzung durchaus einige echte Perlen hervorgebracht hat. Ich sage nur: Feinbein, Käptn Hirni oder auch die lautmalerischen Highlights Bazong, Fwump und Swit plop. In Band 1 stolpert der Leser übrigens auf Seite 35 über den "Euro", offensichtlich wurde also zumindest dieser Ausdruck neu übersetzt. Überwiegend scheint aber alles in die Zeit (also die 50er und 60er) hineinzupassen. Ein Cartoon etwa widmet sich auch dem Thema Modernisierung der Sprache (Seite 135-137) - aus heutiger Sicht dann schon etwas antiquiert, Sixties-Begriffe wie "Beatnik" und "Chicks". Wenn dann wiederum von "Hipstern" und "cool" die Rede ist wäre schon interessant zu wissen ob das originalgetreu übersetzt oder modernisiert wurde. Und das ist dann auch ein großes Manko dieser Ausgabe: es fehlt ganz klar an Bonusmaterial und Erläuterungen!

Don Martin

Trotz Enttäuschungen überwiegt in diesem solide verarbeiteten und mit großem Format und gutem Papier ausgestatteten Buch die Freude an den vielen grandiosen Gags! Das Vorwort von Hella von Sinnen gehört für mich nicht zu den Schnitzern dieser Ausgabe, denn es bringt das Werk von Don Martin treffend auf den Punkt, noch schöner wäre aber ein ausführlicheres Vorwort von Weggefährten wie Herbert Feuerstein gewesen.

Ein Bild oder auch ein Cartoon sagt mehr als 1000 Worte? Da bietet sich etwa folgender Gag an, um zu zeigen was die Leser in diesem Buch erwartet. Auf Seite 158 wird gezeigt wie ein Taschendieb seine Mittagspause verbringt. Ein hervorragendes Beispiel für Martins beste Werke: bereits von der ersten Zeichnung an ist es lustig und der Witz ist so charmant und zeitlos das er sich nicht abnutzt.

SPOLER AN. Der Dieb stiehlt in der U-Bahn von mehreren Passanten die Geldbörsen. Als er eine Taschenuhr erbeutet, bemerkt er das Mittagszeit ist. Also? Er klaut sich die Pausenbox eines Fahrgastes und verspeist das erbeutete Pausenbrot!
SPOLER ENDE. Gezeichnet gewinnt dieser Gag noch um ein Vielfaches!

Hella von Sinnen dürfte im Vorwort das ausdrücken, was wohl die Mehrheit der Leser denkt: die Werke Don Martins ab 1960 sind lustiger als die davor! Eine TV-Serie wie Mad Men zeigt diesen gewaltigen Umbruch sehr gut. Statt netter, harmloser Schlagermusik gab es plötzlich die Beatles, die Rolling Stones, freie Liebe, Woodstock. Diesen Wandel kann man auch in Don Martins Cartoons sehen. Während seine Figuren in den 1950er Zeichnungen noch etwas klotzförmig, eingeengt und mürrisch wirken, werden die Gags später allein schon durch das Aussehen der Figuren lustiger. Wer das Werk Martins analysieren will entdeckt, dass sich bestimmte Typen Gags schon sehr oft wiederholen, manche Pointen sind für den geübten Leser schon früh absehbar, bleiben aber aufgrund der Zeichnungen trotzdem bis zum Schluss lesenswert. Auf Seite 44/45 findet sich mit der Gedicht-Parodie "Der Kinder Stunde" ein Beitrag mit schwarzem Humor, der an Loriots Förster-Gedicht erinnert. Den Geschenke-Witz auf Seite 50 hingegen konnte man Jahrzehnte später bei Mr. Bean in abgewandelter Form wiedersehen. Seite 77 zeigt den richtigen Gag für alle Leser, die Tätowierungen albern finden. Auf Seite 38 finden sich geradezu prophetische Gedanken zur Zukunft der Werbung. Dies sind nur wenige Beispiele für die zahlreichen Goldklumpen die es in diesem Steinbruch zu finden gibt. Aber klar, manche schwächere Beiträge sind ebenfalls dabei.

Don Martin

Don Martin ist wirklich, da verspricht das Cover nicht zu viel, ein großer Meister! Würde es hier um die Beurteilung seines Gesamtwerkes gehen, also um alle drei Bände dieser Reihe, dann wäre eine Wertung von 92 % keine Übertreibung. Dafür sollte es dann aber auch alle Cartoons von Don Martin geben, plus Skizzen und weiteres Bonusmaterial. MAD-Redakteur John Ficarra stellt auf Seite 11 Zugaben wie Bleistiftzeichnungen, Abdrucke von Postern und weitere Extras für diese Reihe in Aussicht.
Für sich allein ist Band 1 noch etwas unbefriedigend. Dabei ist es gleichzeitig bereichernd und ernüchternd Martins Anfänge aus den 50er Jahren zu sehen - diese Phase dürfte den MAD-Lesern der 60er bis 80er unbekannt sein. Wer statt vergilbter zerfledderter Einzelhefte einen hochwertig verarbeiteten, kompletten Don Martin griffbereit haben möchte sollte sich diese Reihe unbedingt ansehen!

Wertung: 75 %


MADs große Meister: Don Martin, Bd. 1
336 Seiten, Hardcover, s/w,
Übersetzung: Naatz & Mathias Ulinski,
Extras: Vorwort von Hella von Sinnen, Grußworte von John Ficarra, Al Jaffee u. a.,
Panini Comics 2012, 49,90 Euro


Am Besten kauft man sich den Band beim Comichändler seines Vertrauens...jedoch...
Don Martin Band 1 1956-1967 kann man auch gerne hier kaufen.


(c) der Abb. mit freundlicher Genehmigung: Panini Verlag + Autoren
 
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