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geschrieben von stephan am Montag, 30. November 1998 (6910 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Das erste echt deutsche Superhelden-Heft

CoverSo wird "Cool Patrol" von Jörg Krug im Vorwort bezeichnet; direkt anschließend folgt der Hinweis: "Das werden dieser Tage mehrere Verlage behaupten." Da frag ich mich doch: "Gibt's dafür 'nen Preis? Wird der Comic dadurch besser? Interessiert das überhaupt jemanden?"

Die Antwort auf alle drei Fragen ist NEIN!

Nach dieser Einführung geht's dann also los: 3 Seiten über die Vorteile von vorsichtigem Verhalten in einer an Vampiren reichen Welt namens Vamperium (Intelligente und innovative Namengebung, gell? Zieht sich durchs ganze Heft!).

Dann geht's dann wirklich los: Mit einem Rückblick auf den Unfall einer rollerbladenden Frau namens Karolin Bond mit einem seltsamen Motorradfahrer, der die Frau rettet, von der Polizei zusammengeschossen wird und dann in einem Versuchslabor landet. Wenn man so lange durchhält dann nur um zu sehen, ob das ganze vielleicht doch noch einen Sinn bekommt (ich glaube nicht) und ob der Autor, der auch zeichnet (oder der Zeichner, der auch textet) seinen extrem anstrengenden Stil bis zum Schluß beibehält (Leider ja).

BeispielWas macht dieses Heft so anstrengend? Zum einen der sehr um Humor bemühte flachsige Ton ("Er hätte vielleicht doch die formale Ebene wählen sollen um gegen seinen Chef vorzugehen" nachdem der zum Monster mutierte Boß gerade zugeschlagen hat) und die vielen unpassenden Bemerkungen (Wie nennt man einen Mann mit Möwe auf dem Kopf? Cliff! Genau, sehr komisch!)

Das andere, was ich unglaublich finde (im negativsten Sinne), sind die Zeichnungen: Das möglicherweise gar nicht so schlechte Ausgangsmaterial wird durch eine hirnlose Farbgebung, die Ränder von Figuren und Objekten meistens ignoriert, fast völlig unkenntlich gemacht. Und die Wahl der Farben tut noch das ihre dazu. Das Ergebnis ist fürchterlich.

Wieso ein Verlag so etwas heraus bringt und nicht sofort in den Müll wirft, bleibt ein Geheimnis der Verantwortlichen. Wenn man nur den ersten deutschen Superhelden-Comic (wo waren eigentlich die Superhelden?) veröffentlichen wollte, dann hätte man bestimmt besseres gefunden. Solche Hefte helfen dem Comic-Markt ganz bestimmt nicht. Vielleicht verzichtet man auf eine Nummer 2, deren Erscheinungstermin im Heft vorsichtshalber nicht genannt wird. (svl)

Nachtrag: Die Welt ist doch gerecht. ;-) Eine Nummer 2 wird es nicht geben, da sich Jörn Krug mit seinem Verleger überworfen hat.
Cool Patrol - No.1: Der Domino-Effekt 1: Anstoß
Text, Zeichnungen, Farben und Lettering: Jörn Krug
32 Seiten, Heft
Karicartoon Verlag, 4.95 DM, sfr 4.90, öS 40,-
Juni 1998

 
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Cool Patrol - No.1 | Benutzeranmeldung | 4 Kommentare
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Re: Cool Patrol - No.1 (Wertung: 1)
von Fumpen am 27.02.2002, 22:32 Uhr

(Benutzerinformation | Nachricht senden)
immer noch eine der bösartigsten rezensionen in der crs, die beim umzug ruhig hätte verlorengehen können. schade.
jörn krug´s comic war ein anfang. ein versuch. vielleicht nicht gerade der gelungenste, aber wenigstens mal was aus eigenen landen, das nicht nur fotokopiert in 100 stück auflage an gute freunde verteilt wird. für den mut gehören verleger und autor anerkennung.
wie wir sehen, entwickelt sich hier keine professionelle szene (cartoons mal aussen vor). das ist neben schnarchigen verlagsstrukturen auch (zum kleinsten teil) eine folge solcher rezensionen. aber vielleicht wollen alle auch weiterhin nur sachen made in usa, france or nippon?
only the shadow knows...


Re: Cool Patrol - No.1 (Wertung: 1)
von Gehtkeinenetwasan am 04.11.2014, 23:20 Uhr

(Benutzerinformation | Nachricht senden)
Das ist mal eine der miesesten Rezensionen die Ich jemals gelesen habe.
Im Gegensatz zu Helden und allen anderen Sachen damals war Cool Patrol
eines der unterhaltensten Hefte die damals 'rauskamen und der Anarcho-
Humor sucht immer noch seinesgleichen. Helden war nichts dagegen was
den Unterhaltungswert angeht.

Wenn man etwas nicht versteht und auch nicht neutral bewerten kann und
auch nicht neutral Leistung anerkennen kann, weil das Thema einem gegen
den Strich geht, der sollte es mit dem rezensieren sein lassen. So jemand
ist zu nichts zu gebrauchen. Unvoreingenommenheit ist das A und O.

Cool Patrol ging in die gleiche Richtung wie damals der Lobo-Comic, aber
um einiges weiter. Spannenderweise wurde Lobo in den Himmel gelobt und
hat sich extrem gut verkauft. Da war wieder mal jemand zu engstirnig.

Naja solange etwas aus Amerika kommt ist es ja auch automatisch besser.
Meine Wut kennt keine Grenzen, wenn Ich so etwas erfahre oder erlebe.

Die falschen Menschen haben damals das Szepter in der Hand gehabt. Man
sollte allen von damals wirklich Lektionen erteilen, die sie nicht vergessen
werden. Das muss wohl wieder mal sein.

So etwas passiert in Deutschland viel zu oft. Geauso wie damals vergleich-
bar, aber ein anderes Medium: Super Turrican für das NES. Großartig ge-
macht, man merkte direkt dass da eine sehr viel Arbeit 'drin steckte,
aber keiner hatte genug Ahnung um die nachvollziehen zu können und auch
nicht den Blick für Qualität.

"Man beurteilt ein Buch nicht nach dem Umschlag" ist nicht einfach nur ein
Satz, sondern heißt das man hochwertiges erkennt auch wenn es nicht
offensichtlich ist. Naja, jetzt sind wir erstmal hier angekommen. Vielleicht
kriegen wir aus allem doch noch einmal etwas Gutes gemacht.

Schnell, Gut, Günstig; nimm zwei davon. Wir nehmen wohl gut gleich zwei
Mal: Qualitativ und moralisch. Das wäre noch die einzige Chance alles in
Ordnung zu bringen.