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geschrieben von jochen am Donnerstag, 28. Juni 2012 (1887 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Basel, 1806



Das SeidenbandEin Wirtschaftskrimi über fragwürdige Geschäfte Schweizer Kaufleute, die französische Regierung versucht die Hintergründe der halb legalen Handelspraktiken zu ergründen und gegebenenfalls zu unterbinden. Das könnte bisher auch eine Geschichte aus der heutigen Zeit sein, aber 'Das Seidenband' von Hannes Nüsseler spielt im Jahre 1806, zur Zeit Kaiser Napoléons. Vor dem Hintergrund der Zeitgeschichte spinnt Nüsseler eine spannende Erzählung.

Zu der Zeit war Schmuggel ein besonderes Geschäft, durch die von Napoléon verhängte Kontinentalsperre gegenüber Großbritannien waren viele Waren in Europa nicht ohne weiteres zu bekommen. Somit eine gute Gelegenheit Gewinn zu machen. Die Franzosen verdächtigen die Basler Kaufleute Blanc Père et Fils & Cie in solche nicht legalen Geschäfte verwickelt zu sein. Ein junger Franzose wird dazu als Wirtschaftsspion zu dieser Firma geschickt, getarnt als Buchprüfer in einem Versicherungsfall, der für sich auch schon spannend genug wäre, mit Schiffsuntergang und ähnlichem.

Das Seidenband

Aber in der Tat, etwas merkwürdiges scheint in Basel und drumherum zu geschehen, Kutschen fahren des Nachts eher heimlich vom Anwesen, später hört der Gesandte von einer Geisterkutsche in der ländlichen Umgebung. Das ist erst einmal nicht das war er erwartet hat und hat mit dem Schmuggel den er untersuchen soll weniger zu tun, aber Nachspüren muss und will er trotzdem. Und findet dann auch auf dem Dorf weitere Hinweise, die am Ende mit der aufkommenden Technisierung insbesondere der Textilindustrie zu tun haben. Das wird dann spannend und gefährlich für alle Seiten.

Etwas Schade ist die Rahmenhandlung zur Jetzt-zeit, die nicht wirklich etwas zur Geschichte beiträgt. Zwar ist der Schluss zum Einen ganz gelungen um die Verbindung der Geschichte von damals bis nach heute zu schlagen, aber zum Anderen kommt das doch eher arg moralbehaftet daher. Zu mal diese Passagen zwischendurch die Geschichte unnötig brechen und nicht wirklich etwas wichtiges wesentliches erzählen, ein wenig wirkt es, als wenn der Autor seiner Geschichte alleine nicht genügend Kraft zu getraut hat. Da hätte am Ende doch wieder gekürzt werden sollen.

Das Seidenband

Dies ist die erste Comic-Veröffentlichung des Schweizer Hannes Nüsseler, ein eher spätes Debüt mit 39. In gewissen Schweizer Kreisen hat er sich als Filmkritiker für Zeitungen und Radiosender einen Namen gemacht, d.h. mit dem Schreiben hat er lange Erfahrung. Bei seinen Zeichnungen arbeitet mit einem eher klassischen Schwarz-Weiß-Stil, realistische Darstellung der Hintergründe und Landschaften, die Gesichter sehr einfach aber gekonnt mit wenigen Strichen realisiert. Gebrochen wird dies gelegentlich durch expressive Zeichnungen, oder auch ein Wechsel der Strichstärke bis zu kurzen Passagen die eher nach Kohlezeichnung aussehen. Der Wechsel an Stilen fällt beim zweiten Durchschauen besonders auf, da sind einige Male von einer Seite zur anderen innerhalb der gleichen Szene doch deutliche Änderungen festzustellen. Diese schaden der Geschichte beim Lesen überhaupt nicht, wirken aber auch nicht unterstützend. Da scheint in der längeren Schaffensphase eine durchaus interessante Entwicklung der Zeichentechnik stattgefunden zu haben. An einigen Stellen ist das Gesamtbild sogar innerhalb einer Seite auffallend uneinheitlich, was ab und an durchaus Sinn und Wirkung hat, aber nicht immer so.

Trotz dieser Eigentümlichkeit ist dies alles in allem ein sehr lesenswerter Comic, der geschickt lokale mit der großen Historie verknüpft, dabei aber auch eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren wiedergibt.



Das Seidenband von Hannes Nüsseler
Edition Moderne
Albenformat im Hardcover, schwarz/weiss
120 Seiten, 25 EUR
ISBN 978-3-03731-089-2


Am Besten kauft man sich das Band beim Comichändler seines Vertrauens
...jedoch...
Das Seidenband von Hannes Nüsseler kann man auch gerne hier kaufen.

Das Seidenband

LESEPROBE zu Das Seidenband

(c) der Abb. mit freundlichetr genehmigung: Edition Moderne + Autoren
 
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