Ganz allein :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
18.07.2018, 10:43 Uhr
Hallo _GUEST
[ Noch kein Account? Registriere dich | Anmeldung ]

Online Comics

Online Comic Sammlung

Topics

Abenteuer Anthologien Biographisch Computerspiele Deutsch Die Disneys Erotik Fantasy Film und TV Frankobelgisch Grusel und Horror Humor und Cartoons Independent Kindercomics Krieg Kunst Mangas Mystery und Krimi Politik und Geschichte Schwarz-Weiss Science Fiction Superhelden Understanding Comics Western Die aktuellen Comics


Silent Movies

Alle Filme

CRS auf ZACK !

Comic Radio Show auf ZACK !
Das ComicRadioShow ZACK-Archiv : Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Teil 5 Clifton-Spezial Teil 6 Teil 7 Teil 8 Teil 9 Teil 10 Teil 11 Teil 12
Die Hefte
#200 - #150 - #149 - #148 - #147 - #146 - #145 - #144 - #143 - #142 - #141 - #140 - #139 - #138 - #137 - #136 - #135 - #134 - #133 - #132 - #131 - #130 - #129 - #128 - #127 - #126 - #125 - #124 - #123 - #122 - #121 - #120 - 10 Jahre Zack - #119 - #118 - #117 - #116 - #115 - #114 - #113 - #112 - #111 - #110 - #109 - #107 - #84 - #75 - #64 - #55 - #46 - SH #4 - #9 - #1

Mehr Wert



   

geschrieben von jochen am Freitag, 11. November 2011 (2289 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Allein im Leuchtturm


Ganz AlleinDas ein Comic, der von einem Mann erzählt der allein auf einem Leuchtturm lebt, nicht besonders viele Schauplätze aufzuweisen hat verwundert nicht unbedingt. Der Leuchtturm von außen, innen, und drumherum. Das Boot, das regelmäßig Lebensmittel bringt. Das war es fast. Andererseits kriegt man auch antike Schlachten, Monster, Feen, oder regnende Tennisbälle zu sehen. Wieso wird sich bei der Lektüre von 'Ganz allein' klären, die lohnt sich nicht nur um die Auflösung zu erfahren, sondern auch wegen Chaboutés Erzählweise.

In reduzierten schwarz-weiß Bildern erzählt Chabouté seine Geschichte sehr ruhig und langsam, passend zum Leben auf einem Leuchtturm, allein vor der Küste. Die Hauptperson, der Mann auf dem Leuchtturm, kriegt man erst nach 100 Seiten zu sehen, vorher wird nur über ihn, das Monster, auf dem Fischerboot geredet. Was es am Ende mit ihm und seinem Leben auf sich hat ist sicherlich keine besonders außergewöhnliche Geschichte, als reine Erzählung wäre sie schnell und kurz erledigt. Aber als Comic wird sie mit in einer ganz anderen Weite erzählt.

Ganz Allein

Chabouté nutzt hierbei die erzählerischen Möglichkeiten eines Comics sehr gekonnt. Es beginnt beispielsweise mit einer sehr filmischen Anfangssequenz, wir sehen das Meer, langsam kommt eine Möwe ins Blickfeld, die wir dann in Großaufnahme verfolgen, bis sie auf einen Geländer rastet, vor einer Welle flüchtet und dann einen Leuchtturm umkreist. Diese Sequenz endet dann mit einem BUMM.

Dieses langsame Erzählen in vielen Bildern, fast schon in Zeitlupe, tritt häufiger auf. In anderen Abschnitten geht in ähnlicher ruhiger Form aber in 3 Bildern ein halber Tag vorbei, aber ohne das beim Lesen durch die unterschiedlichen bildlichen Erzählgeschwindigkeiten Verwirrung auftreten würde, es ist immer klar wie und was passiert. Gut, die Bäume die scheinbar im Leuchtturm sind, das Pferd, oder die antike Schlachtenszene sind erst einmal deplatziert, aber im Laufe des Comics wird schon deutlich was hier eigentlich vor sich geht. Mehr hier zu sagen, wäre schon zu viel verraten.

Ganz Allein

Auch wenn einige Passagen sehr filmisch sind, kann man sich andere Abschnitte schwerlich als Film vorstellen, nicht weil sie nicht filmbar sind, sondern weil es als Film einfach zu langweilig wären. In einem Comic kann uns der Zeichner ein Detailausschnitt nach dem anderen aus dem Wohnzimmer des Mannes zeigen, 15 Panels auf drei Seiten zeigen kleine wichtige Details für das Verständnis des bisherigen und kommenden. Im Film wäre dies vielleicht eine langsame Kamerafahrt im Überblick, bei der man nicht wüsste wohin man eigentlich schauen soll, oder aber sie wäre so fokussiert und langsam das der große Blick verloren geht, bei weitem nicht so effektiv wie im Comic. Und also Prosa mag man sich das gar nicht erst vorstellen.

Keine große Geschichte, aber großartig erzählt. Mancher mag 30 Euro für um die 360 Seiten in schwarz-weiß bemerkenswert finden, aber auch in Frankreich hat die Ausgabe 25 Euro gekostet, dass lässt sich viel anders wohl nicht machen.



Ganz allein
von Christophe Chabouté
Hardcover, 376 Seiten
Carlsen Verlag, 29,80 Euro


Am Besten kauft man sich das Band beim Comichändler seines Vertrauens
...jedoch...
Ganz allein kann man auch gerne hier kaufen.

Ganz Allein

LESEPROBE (franz.)


(c) der Abb.: Carlsen Verlag und Chabouté
 
verwandte Links

· mehr zu Schwarz-Weiss
· Beiträge von jochen


meistgelesener Beitrag in Schwarz-Weiss:
Die Comicradioshow prösentiert: Der Fö! (UPDATE)


Ganz allein | Benutzeranmeldung | 0 Kommentare
Wir sind nicht verantwortlich für Kommentare unserer Benutzer