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geschrieben von M.Hüster am Donnerstag, 26. Mai 2011 (2877 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

„Die Chronik der Unsterblichen“: Der Kampf geht weiter


Preview ZACK 144: Interview mit Thomas von Kummant und Benjamin von Eckartsberg Das Warten auf den zweiten Band von „Die Chronik der Unsterblichen“ hat sich auf jeden Fall gelohnt: Mit „Am Abgrund – Teil 2“ findet die faszinierende Comic-Adaption des erfolgreichen Fantasy-Epos von Wolfgang Hohlbein in der Ehapa Comic Collection ihre Fortsetzung.



ZACK: Ein Blick in die Vergangenheit: Wie entstand die Idee, Hohlbeins Roman "Chronik der Unsterblichen" für den Comic zu adaptieren und wann und von wem habt ihr erfahren, dass ihr die Adaption umsetzen sollt?

Benjamin: Thomy und ich hatten seit 1999 durch unsere Zusammenarbeit an dem Comicalbum „Goethe 2 – Zum Schauen bestellt“ Kontakt zum Ehapa Verlag. Als Thomy 2001 auf der Suche nach einem Stoff für einen weiteren Comic war, fragte er Michael Walz, den damaligen Chefredakteur von Ehapa, ob er nicht Autoren aus dem Egmont-Verlag, zu dem Ehapa gehört, mit deutschen Zeichnern zusammenbringen könnte. Der Vorschlag kam an und so machte Michael Walz ihm das Angebot, „Die Chronik der Unsterblichen“ von Wolfgang Hohlbein als Comicversion zu zeichnen. Nachdem Thomy die Bücher gelesen hatte, war er von deren visuellem Potential sehr angetan und sagte zu. Zunächst war geplant, dass Wolfgang Hohlbein das Comic-Skript selbst schreibt. Aus zeitlichen Gründen wurde diese Idee aber verworfen. Außerdem ist er kein großer Comicleser und daher mit dem Medium nicht allzu vertraut. Aufgrund eines Comic-Szenarios, dass ich für mich selbst geschrieben hatte, traute Thomy mir zu, den Stoff auf eine Art zu adaptieren, die ihm zusagen würde. Also schlug er mich vor und so kam das Projekt zustande.

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ZACK: Wie geht es mit Andrej und seinen Begleitern im 2. Teil der Geschichte weiter?

Benjamin: Einige neue Charaktere betreten die Bühne. Andrej hat eine folgenschwere Romanze mit der Schwester des Inquisitors und Frederic wird immer mehr zu einem finsteren, rachsüchtigen Charakter. Wie schon erwähnt, die Konflikte zwischen ihm und seinem Beschützer Andrej nehmen zu.
Im Roman kämpft Andrej mehrmals gegen den Unsterblichen Malthus, was ich im ersten Comic gestrichen habe, um ihn als mächtigen Gegner nicht zu entkräften und Platz zu sparen. Der Höhepunkt des zweiten Bandes ist natürlich der Kampf zwischen den beiden, der sowohl mit dem Schwert als auch mental ausgetragen wird. Außerdem hat der Sklavenhändler Abu Dun seinen ersten Auftritt, eine sehr charismatische Figur, die für die weitere Handlung eine der Hauptfiguren wird.
Die größte Abweichung vom Roman ist leider wieder eine Kürzung. Ich habe eine Intrige des Herzogs von Constanta gestrichen, da wir dafür einen extra Band benötigt hätten.
Außerdem spielt dieser Handlungsstrang für den Fortgang der Geschichte keine wirkliche Rolle. Wegen dieser Änderung entwickelt sich die Figur des Krusha im Comic anders als im Roman. Er ersetzt sozusagen die Figur des Herzogs. Der Erzählrhythmus ist ähnlich wie im ersten Band, aber es passiert schon mehr. Es gibt auch einige Szenen, die so im Buch nicht vorkommen. Aber das war im ersten Band auch schon der Fall.

Thomy: Der zweite Band spielt in der Stadt und hat deshalb eine lebendigere Atmosphäre als der erste Band. Es gibt mehr Figuren und dadurch auch mehr Dialoge. Dadurch verändert sich auch der Erzählrhythmus ein wenig.

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ZACK: Was hat zu dem großen Publikationsabstand zwischen Band 1 (erschienen in 2004) und Band 2 geführt?

Benjamin: Grundsätzlich gab es nie einen Masterplan von Seiten des Verlages oder von uns, was den Veröffentlichungsrhythmus oder die Anzahl der umzusetzenden Bände betrifft. Wir haben uns da einfach reingestürzt. So nach dem Motto: Erst mal rauf auf den Berg, und dann schauen wir mal, welche Bergketten noch dahinter liegen. Wir waren keine alten Comic-Hasen mit viel Routine und etabliertem Stil, das musste sich alles erst einmal finden und einspielen. Das in Verbindung mit dem Ehrgeiz, etwas Besonderes zu machen, hat viel Zeit gekostet, wie im Making Of ausführlich dokumentiert ist. Das ist die künstlerische Seite.
Viel entscheidender für die lange Entstehungszeit sowohl von Band 1 als auch Band 2 ist die finanzielle Seite. Es scheint immer noch bei Lesern die Meinung vorzuherrschen, dass ein Buch oder ein Comic, welches gedruckt wird, auch so finanziert wird, dass die Macher zumindest in der Entstehungszeit ihre Fixkosten bezahlen können. Das ist leider meist nicht der Fall.
Der Verlag schätzt die realistisch zu erwartenden Verkaufszahlen ab und rechnet davon ausgehend hoch, wie viel er investieren kann, ohne Verlust zu machen.
Die dem Zeichner und dem Autoren zukommenden Prozente werden für die erste Auflage als Vorschuss gezahlt. In Thomys Fall hat das beim ersten Band gerade mal für zwei Monate gereicht. Danach hat er immer wieder längere Zeit arbeiten müssen, um sich zu finanzieren.
In der Endphase, also ein Jahr vor Veröffentlichung, hat er einen Kredit aufnehmen müssen, um ohne Unterbrechung arbeiten zu können. Das bedeutet, er hatte bei Fertigstellung des Comics einen Schuldenberg von einem ganzen Jahreseinkommen.
Thomy hat sich also für diesen Comic über eine vernünftige Schmerzgrenze hinaus selbst ausgebeutet. Was später über die Jahre und die französische Lizenz wieder rein gekommen ist, gleicht den Verlust an Zeit und Geld nicht ansatzweise aus.
Der einzige, der gut an dem Chronikcomic verdient hat, ist der Verlag Edition Paquet, der den Comic im französischsprachigen Raum vertreibt. Das liegt daran, dass er nur eine Lizenzgebühr zahlen musste und deutlich mehr Exemplare verkauft hat.

Preview ZACK 144: Interview mit Thomas von Kummant und Benjamin von Eckartsberg

Thomy hat also nach dem ersten Band erst einmal sehr viel arbeiten müssen, um seine Schulden und seine laufenden Fixkosten zu bezahlen. Das ist schwer genug, auch ohne einen zweiten Band in Angriff zu nehmen. Der Ehapa-Verlag hat zwar sein Vorschuss-Angebot für den zweiten Band verdoppelt, aber das hätte halt dann nur für vier Monate gereicht. Als gebranntes Kind hat Thomy daraufhin auf den Vorschuss verzichtet, dafür aber keinen festen Termin zugesagt. Er hat dann auch durchaus am Comic gearbeitet, aber eben nur, wenn er Zeit hatte. Finanzieller Ruin war verständlicherweise keine Option mehr.
Jeder, der sein Geld als freiberuflicher Illustrator verdient und davon eine vierköpfige Familie ernähren muss, kann sich sicher vorstellen, wie lange es sich hinziehen kann, ein Comic-Projekt dazwischen zu schieben, das etwa eineinhalb Jahre Vollzeitarbeit in Anspruch nimmt.

Irgendwann dämmerte es dann dem Paquet Verlag und auch Ehapa, dass ohne finanzielles Risiko von Verlagsseite nur Unsterbliche die Veröffentlichung von Band 2 erleben werden. Nach einigem Hin und Her wurde beschlossen, Ehapa´s Vorschuss mit einem deutlich höheren Vorschuss von Paquet in einen Topf zu schmeißen und davon Thomy ein monatliches Gehalt zu zahlen, von dem er gerade so, mehr schlecht als recht, seine Fixkosten decken kann.
Seit August 2009 arbeite Thomy also erst in Vollzeit an dem 2. Band, der um einiges umfangreicher wird als der Vorgänger. So langsam ist er also gar nicht. Wenn diese Art der Finanzierung früher zustande gekommen wäre, hätte man durchaus einen normalen Publikationsrhythmus von knappen 2 Jahren realisieren können.

Das vollständige Interview gibt es in ZACK 144

Preview ZACK 144: Interview mit Thomas von Kummant und Benjamin von Eckartsbergv.l.: Benjamin von Eckartsberg, CRS-Redakteur Michael Hüster, Thomas von Kummant

 
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