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17.01.2018, 02:11 Uhr
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geschrieben von Peixe am Montag, 15. September 2008 (3940 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Liebe in Zeiten von HIV


Frederik Peeters: Blaue Pillen „Was ist das für ein Mädel, das es sich erlauben kann, in einem Swimmingpool mit nassem T-Shirt Champagner zu trinken, und dabei trotzdem Stil und Klasse hat?“ und „Meine Güte … was für großartige Brüste!“ Dies sind die beiden ersten Eindrücke, die Cati in Frederik weckt. Es entspricht der erwartbaren Entwicklung des Plots im Genre ‚Liebesgeschichten’, dass aus Cati und Frederik ein Paar wird. Diese Erwartung einer harmlosen Liebesgeschichte durchbricht Cati krass. Bei Spaghetti und Wein erklärt Cati Frederik, dass sie HIV-positiv ist das alltägliche Zusammenleben und alle gemeinsame Erotik unter diesem Stern gelebt werden muss. Noch spannender wird die Story dadurch, dass dies keine Fiktion ist, sondern die eigene Erfahrung des Autors Frederik Peeters. Diese ganz außergewöhnliche und gesellschaftlich mit vielen Vorbehalten betrachtete Beziehung leben zu lernen, ist Thema dieser von einer mutigen Zuversicht getragenen Graphic Novel.

Vielleicht kennt mancher „Mutter hat Krebs“ von Brian Fies und erwartet ähnliche Einblicke in die Krankheit und den Umgang mit ihr bei Ärzten, Freunden und Familie. Er würde enttäuscht. Wo Brian Fies in seiner exzellenten Darstellung Verständnis und Empathie für die von der Krankheit Betroffenen und ihre Schwierigkeiten schafft und sein Buch daher als Handreichung unter Ärzten wie Angehörigen von Krebskranken zu Ehren gekommen ist, da liegt der Fokus von „Blaue Pillen“ auf dem Innenleben seines männlichen Hauptdarstellers, dem Partner einer HIV-Infizierten, der versucht, mit der Situation dieser ungewöhnlichen Liebe fertig zu werden.

Frederik Peeters: Blaue Pillen

Die selten gewährten Einblicke – in der besonderen Beziehung zum Arzt Doktor R., zum ebenfalls HIV-positiven Sohn von Cati und einigen (leider nur) wenigen Aspekten der Beziehung – wirken fragmentarisch, der Vorhang hebt sich nur manchmal. Viele andere Dimensionen der Krankheit bleiben hinter dem Vorhang verborgen. So drängte sich mir unwillkürlich der Wunsch nach einer „vollständigen“ Ausgabe auf (obwohl „Blaue Pillen“ ein vollständiger Einzelband ist!), in dem auch die fehlenden Lebensdimensionen behandelt werden und die offenen Fragen nach der Reaktion der Eltern und Freunde gezeigt werden, die sich dem Leser unweigerlich aufdrängen. Dazu hätten für mich auch einige „aufklärerische“ Erläuterungen zu HIV, der Wirkung der blauen Pillen usw. gehört. Doch diese Nörgeleien seien nur am Rande vermerkt.

Frederik Peeters: Blaue Pillen

Das hervorstechendste Merkmal dieses tollen Buches ist die Fähigkeit Peeters, visuell Stimmungen treffend zu erfassen. Nie hat man das Gefühl diese Technik oder jene Darstellung schon gesehen zu haben. Dialoge und grafische Inszenierungen sind ohne Ausnahme erfrischend und originell. Die Darstellung der prekären Intimität ist stets zärtlich und lustvoll, nie voyeuristisch. Manche Bilder erschließen sich erst nach einer längeren, aber lohnenden Betrachtung. Im besten Sinn schöpft Peeters die sich ergänzende Verbindung von Wort und Bild aus und schafft mit Metaphern wie dem „weißen Nashorn“ für die Bedrohung durch AIDS/HIV stimmige Bilder für das Erleben der Protagonisten.

Frederik Peeters: Blaue Pillen

So ist mein Fazit: Selbst wenn manche Wünsche des Lesenden offen bleiben, die wundervolle Darstellungskunst von Peeters weckt den Wunsch nach mehr und macht „Blaue Pillen“ durchgängig zum Genuss.


Blaue Pillen
Text und Zeichnung: Frederik Peeters
190 Seiten, Softcover
REPRODUKT, 20,- Euro


Blaue Pillen kann man gerne hier kaufen.


LESEPROBE zu Blaue Pillen


(c) der Abb.: Peeters und Reprodukt
 
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