Thomas Gilke: Ein Münchner in Berlin :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
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geschrieben von Maqz am Donnerstag, 11. September 2008 (6751 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

"Hä? Wie kommst Du denn darauf?"


Thomas Gilke im Interview
Die einen nennen ihn einen lustigen Zeichner, die anderen den längsten Kommunikationsdesigner der Welt: Thomas Gilke, Wahl-Berliner und studierter Münchner, der sich mit seinen Aktualitäten aus Gilkistan immer wieder eindrucksvoll zu Wort meldet, sich unverschämt häufig bei electrocomics.com herumtreibt und permanent seine Gestaltungsmaschine am Laufen hält. Heute hält er uns auf Trapp mit einigen Antworten zu mehreren Fragen (aus einem Interview mit ihm!) Lange Rede, kurzer Sinn: Hier kommt Thomas G..



ComicRadioShow: Servus Thomas, oder soll ich lieber sagen Herr Dipl. Des. (FH) Gilke?

Thomas Gilke: Auf so eine Frage hat Keith Moon einmal geantwortet: "My friends call me Keith - You can call me John." Haha! Nein, aber im Ernst: ich bevorzuge die Bezeichnung Ming The Merciless.

Thomas Gilke im Interview

CRS: Seite einigen Jahren hast Du ja einiges an Auszeichnungen für Deine Arbeit erhalten: (Comicfest München: "Bester Cartoon", 2007, ICOM: "Bestes Szenario 2005" für IMPORT / EXPORT (in EDIT Nr. 34), 2005, ICOM: "Bester Independent Comic 2001" für LE GRAND RIEN (Mit Jakob Werth), 2001, 2. Preis / OCX Award (Comics im Internet), 2000, 1. Preis / Bayrisch-französischer Cartoon-Wettbewerb, 1999) Was bedeutet Dir das?

Ming The Merciless: Oh, ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, daß mich diese Auszeichnungen nicht immer wieder freuen und bestätigen! Solche Preise sind natürlich eine besonders schöne Form der Anerkennung. Eine weitere besonders schöne Form der Anerkennung wäre, wenn sich Le Grand Rien ein bißchen besser verkaufen würde. Seufz.

Thomas Gilke 2. Platz OCX-Award in Frankfurt

CRS: Nach Studium in München jetzt in Berlin tätig. Sollte man mehr von Deinem Leben wissen, wenn man sich dafür interessiert?

MTM: Wenn man sich dafür interessiert, sollte man mehr von meinem Leben wissen, gewiß.

CRS: Was machst Du so in Berlin?

MTM: Wohnen zum Beispiel.

CRS: Bist Du eigentlich mehr Comiczeichner oder mehr Grafik-Designer? (oder besser gefragt: Was magst Du lieber sein?

MTM: Ich habe das große Glück, beides wirklich gerne zu machen. Außerdem hilft das eine machen beim anderen machen. Und umgekehrt.

Thomas Gilke im Interview

CRS: Deine Arbeit in Import/Export erinnert mich doch ziemlich an eine Mischung aus ScottMcCloud und Frank Flöthmann. Stimmt das, oder woher ziehst Du wirklich Deine Inspirationen?

Thomas Gilke im Interview

MTM: Ha! Ich wußte doch, daß ich in Bezug auf Import / Export mal auf den großartigen Frank Flöthmann angesprochen werde! Aber, ehrlich, ich habe seine wunderbaren Comicplakate tatsächlich erst dann zum ersten Mal gesehen, als Import / Export schon veröffentlicht war.

Und, Scott McCloud in allen Ehren, die Idee zu Import / Export hatte ich tatsächlich, als ich viel an Animationen fürs Internet gearbeitet habe und unzählige "WEITER >" - Buttons in unzählige Richtungen verknüpfen mußte. Da fand ich die Herausforderung sehr spannend, das auf Papier umzustricken!

CRS: Wenn wir schon mal bei Inspirationen sind: Wer inspiriert Dich eigentlich von Deinen Zeichner-Blog Kollegen, die Du regelmäßig besuchst?

MTM: Nunja, global gesagt inspiriert mich eigentlich jeder Blog von Ahoi Polloi bis Zwarwald, den ich besuche. Aber sehr schön finde ich, daß ich über diese Blogs einige sehr liebe Kollegen "kennengelernt" habe, die einem mit Rat und Tat zur Seite stehen, und mit denen man auch das ein oder andere Mal "zusammenarbeitet".

Thomas Gilke im Interview

CRS: An was arbeitest Du gerade?

MTM: Immer an der nächsten Folge von Leroy & Dexter, alle zwei Wochen koloriere ich eine Seite von FILs Didi & Stulle (für das Berliner Stadtmagazin Zitty) und außerdem habe ich eben Import / Export für eine sensationell hübsche Neuauflage im Ausnahmeverlag aufbereitet - Ende September ist's dann soweit!

CRS: An was wirst Du demnächst arbeiten?

MTM: Am Leroy & Dexter - Buch, das zum Münchner Comicfest im Avant-Verlag erscheinen wird und die ersten 111 Episoden versammelt… natürlich gibt's zusätzlich zu den Folgen auch noch Extras, will heißen, eine Dokumentation, die klärt… ach, schwer zu beschreiben. Am Besten das Buch kaufen!

Abgesehen davon will ich demnächst anfangen, mich auf eine neue Serie zu konzentrieren…

CRS: An was würdest Du lieber arbeiten?

MTM: Äh - ich finde das eigentlich schon ziemlich super.

Thomas Gilke im Interview

CRS: Gibt es eine Arbeit, die Du nie machen würdest?

MTM: Ich habe gehört, Huhn sei kein besonders toller Beruf.

CRS: Auf welche Deiner eigenen Comic-Werke bist Du besonders Stolz und warum?

MTM: Na, besonders stolz bin ich momentan darauf, daß ich tatsächlich bisher 101 Wochen Leroy & Dexter durchgehalten habe - und natürlich auf das Buch (das - versprochen - ganz wunderhübsch wird!), das dann bald herauskommt!

CRS: Welche Inhalte bestimmen Deine Comics, Grafischen Werke?

MTM: Oh, hm, dieses und jenes. Meine Leidenschaft ist es eigentlich schon immer gewesen, daß die Form immer wieder speziell auf den jeweiligen Plot abgestimmt ist und sogar mit den einzigartigen Möglichkeiten des Medium Comics Einfluß auf den Inhalt nimmt. Und belanglos sollte der Inhalt natürlich auch nicht sein.

Ob es dann um Fortpflanzung, Arbeitslosigkeit, Zeitreisen oder die theory of everything geht, ist dann eigentlich ziemlich offen.

Thomas Gilke im Interview

CRS: Magst Du Dich als zeichnenden Polit-Chronisten bezeichnen?

MTM: Hä? Wie kommst Du denn darauf?

CRS: Wie erfolgreich (ausgenommen mal von den vielen Auszeichnungen) bist Du eigentlich mit Comic zeichnen?

MTM: Was meinst Du denn mit "erfolgreich"? Also, leben kann ich - wie die meisten - nicht vom Comiczeichnen allein. Aber ich hatte immer wieder das Vergnügen, mit Comics Geld zu verdienen. Meine letzte Zeitungserie (Schmitt macht Karriere im Wirtschaftsteil des Rheinischen Merkurs) ist allerdings auch schon wieder ein Weilchen her. Mal sehen, ob sich wieder etwas ergibt!

Thomas Gilke im Interview

CRS: Was verstehst Du unter Web 2.0?

MTM: Web 1.0 + Web 0,8.0 + Web 0,2.0.

CRS: Und was ist Deine Art des Kommunikationsdesigns?

MTM: Die Art, die mir und meistens auch noch einem Auftraggeber gefallen muß. Unter gestaltungsmaschine.blogspot.com kann man sich da mal einen Eindruck verschaffen. Was mich daran erinnert, mal wieder ein paar neue Sachen einzustellen…

CRS: Wie fühlt sich für Dich die Berliner Comicszene an?

MTM: Gut.

CRS: Wo gibt's die Unterschiede zu den Münchner Comcizeichnern?

MTM: In München kamen viele Zeichner irgendwie aus dem Grafik-Design - Umfeld; in Berlin gibt es mehr speziell rein auf Zeichnung spezialisierte Zeichner.

CRS: Verschiedene Quellen munkeln, dass Du vielleicht Panik Elektro weitermachen wirst. Was ist da drann?

MTM: Aha? Schön, so erfahre ich sogar noch Neuigkeiten während des Interviews. Ob da was dran ist, wußten die "verschiedenen Quellen" nicht? Das wäre auch gerade für mich sehr interessant zu erfahren.

Thomas Gilke im Interview




Hier der Link zu meiner "Quelle" mit dem Zitat, das ich aber Herrn Gilke im Rahmen dieses Interviews nicht gezeigt haben, ihn aber nun hinterfotzig damit blosstelle. *HaHA!* Herr Wittek schreib nämlich zum Thema Panik Elektro: (hier völlig aus dem Zusammenhang gerissen:

"(...)Der Schwarze Turm und ich sind auf jeden Fall auf der Suche nach einem/einer Nachfolger/in, der/die das Projekt ein, zwei Jahre weiterführt. Die Walsh Sisters haben leider (LEIDER!) abgesagt, es gibt aber noch einige andere Interessenten, die PE weiterführen würden. Einerseits Thomas Gilke, in den ich heimlich verliebt bin, andererseits noch ein, zwei andere Leute, die großes Interesse bekundet haben, PE ev. in völlig neue Richtungen zu führen.(...)"





CRS: Wie wichtig ist für Dich so ein "Organ" wie Panik Elektro?

MTM: Keine so leichte Frage… Ich fand dieses völlig irre Unternehmen und vor allem auch Witteks Einsatz eine totale Besonderheit in der Comicszene! Darum habe ich das auch nach bestem Wissen und Gewissen unterstützt. Aber, hätte ich das Ganze konzipiert, wäre das wahrscheinlich viel weniger anarchisch geworden. "Elitäre Kunstkacke", wie Wittek das wohl nennen würde…

Thomas Gilke im Interview

CRS: Wo kann man Dich demnächst signierend antreffen?

MTM: "Demnächst"? Hm, wohl erst in München, wenn ich mit dem und in Sachen Avant-Verlag unterwegs bin.

CRS: Welche Druckerzeugnisse kann man konkret von Dir käuflich erwerben?

Thomas Gilke im Interview

MTM: Le Grand Rien und sehr bald auch die wirklich sehr empfehlenswerte Neuauflage von Import / Export im wirklich sehr empfehlenswerten Ausnahme-Verlag, im Sommer 2009 dann das bereits erwähnte sehr empfehlenswerte Leroy & Dexter - Kompendium (im - richtig ! - sehr empfehlenswerten Avant-Verlag) und einige Exemplare von Klasse Komix (meinem allerersten Heftchen!) tauchen auch immer wieder auf.

Außerdem gibt's bei Laska-Comix auch immer noch die Möglichkeit, Ausgaben der Anthologie Tentakel zu kaufen (ich bin in jeder der 5 Ausgaben vertreten), ebenso wie noch einige Exemplare Struwwelpeter (der vielleicht auch noch mal neu verlegt wird).

CRS: Deine liebste Lebensweisheit?

MTM: Atmen nicht vergessen.

Thomas Gilke im Interview

CRS: Wer ist Dein zweitliebster Comickünstler?

MTM: Zweitliebster? Hm. Ich habe nur 'ne Menge erstliebster.

CRS: Was wünschst Du Dir von Deinen Lesern?

MTM: Werdet mehr und kauft meine Comics! Toll wäre auch der ein oder andere Fanbrief mit einem kleinen Scheck beigefügt.

CRS: Berühmte Letzte Worte?

MTM: Thomas Gilke, vielen Dank für das Interview!

CRS: Thomas Gilke, vielen Dank für das Interview!

Thomas Gilke im Interview
 
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