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geschrieben von M.Hüster am Donnerstag, 21. Februar 2008 (16626 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Greg: Autor von Andy Morgan, Bruno Brazil, Luc Orient, Comanche und vielen anderen Comic-Helden


(c) Greg
von Michael Hüster
Ursprünglich war dieser Beitrag ebenso wie das Bruno Brazil-Special für die Sprechblase des Norbert Hethke-Verlags geplant. Leider kam der Artikel durch den Tod des Verlegers und die Auflösung des Verlages dort nicht mehr zum Abdruck. Darum lesen Sie die beiden Specials komplett im Zack Magazin 124 + 125 UND/ODER eben direkt hier bei der ComicRadioShow

Michel Regnier, besser bekannt unter seinem Pseudonym ‚GREG’, gehörte zu den ganz großen und produktivsten Autoren der franko-belgischen Comic-Szene. GREG war einer der wenigen herausragenden Autoren, der sowohl in dem Genre ‚Humor’ als auch in dem Genre ‚Abenteuer’ durch geniale Szenarien überzeugen konnte.

Zu seinen berühmtesten Serien in Deutschland, die vor allem durch ihre Veröffentlichungen in den 1970er Jahren im legendären Comic-Magazin ZACK eine breite Leserschaft erreichten, zählten die Abenteuergeschichten des ‚Andy Morgan’ (fr. Bernard Prince), der SF-Klassiker ‚Luc Orient’, die Agentenserie ‚Bruno Brazil’ und der Western ‚Comanche’. Doch GREG zeigte noch viele weitere Talente: So agierte er als Roman- und Drehbuchautor, und wirkte für das Comic-Magazin TINTIN und das Verlagshaus DARGAUD in führender Position. Für Dargaud verbrachte er viele Jahre in den USA.
(c) Greg
Michel Regnier, der am 5. Mai 1931 in Ixelles, einem Vorort von Brüssel geboren wurde, entwickelte schon sehr früh eine ‚gewisse Berufung’ Geschichten zu erzählen: Jeden Morgen, auf dem Weg zur Schule, unterhielt er seine jungen Klassenkameraden mit diversen Erzählungen. Noch konnte niemand ahnen, dass aus dem kleinen Michel einmal einer der größten franko-belgischen Comic-Szenaristen werden sollte.

Michel war erst 12 Jahre alt, als von ihm 1943 im selbstgedruckten ‚Journal de Nouny’ erste humorvolle Texte und Karikaturen erschienen. Vier Jahre später schrieb und zeichnete er mit den Abenteuern von Nestor und Boniface für die belgische Tageszeitung Vers L’Avenir seinen ersten professionellen Comic. 1948 folgte im gleichen Blatt „Bill Badaboum“. 1951 machte Regnier, auf Vermittlung des Spirou-Herausgebers Charles Dupuis, die Bekanntschaft von André Franquin. Die Begegnung wurde zu einem fruchtbaren Informationserlebnis. Michel besuchte in der Folgezeit Kurse am Kunstinstitut Saint-Luc in Lüttich, die ihn jedoch nur wenig begeistern konnten.
1952 heiratete er Denise Stevens, mit der er zwei Kinder haben wird: Denis und Martine.
Ab 1953 erschien unter dem Pseudonym ‚Michel Denys’ der Comic ‚Le chat’, von dem bis 1956 insgesamt 26 Episoden in der Zeitschrift Héroïc-Albums veröffentlicht wurden. 1954 folgten im Magazin Spirou ‘Caddy’ (Le Temple aux tigres) und ‘Dopy et Badino’ (La grande Corrida).
(c) Greg
Nachdem 1955 Regniers Versuch, ein eigenes Magazin mit dem Titel ‚Le journal de Paddy’ am Markt zu platzieren, nach nur fünf Ausgaben aus finanziellen Gründen fehlschlug (einer der Geldgeber für das Projekt zog sich zurück), wechselte Regnier zu Yvan Chérons Agentur International Press, das u. a. das Magazin LA LIBRE JUNIOR (Beilage von LA LIBRE BELGIQUE) belieferte, und als Goscinny, Uderzo, Hubinon und Charlier die Agentur verließen, war es die Aufgabe von Michel, die entstandenen Lücken zu füllen. Um mit der jüngsten unrühmlichen Vergangenheit abzuschließen, legte sich Michel Regnier ein neues Pseudonym zu. Er nahm die drei ersten Buchstaben seines Familiennamens und stellte ein G voran: Michel G REG.

Für International Press schrieb und zeichnete GREG eine große Anzahl von Comics wie Fifi, Toutsy, Fleurette, Luc Junior (Zeichnungen: Sirius), Randy Rifle, Bison et Ouistiti, Bronco et Pepito, Alain et Christine (Zeichnungen: Martial) und Tiger Joe (Zeichnungen: Forton).

1956 begann GREG eine längere Zusammenarbeit mit André Franquin, für dessen Serie Modeste et Pompon (dt. Mausi und Paul) er Dutzende von Gags verfassen wird. Es folgten Szenarien für die folgenden, von Franquin gezeichneten Spirou-Alben: Le prisonnier du Bouddha (1958/59, dt. Gefangen im Tal der Buddhas), Tembo Tabou (1959, dt. Im Reich der roten Elefanten), Z comme Zorglub (1959/60), dt. Der Plan des Zyklotrop), L'Ombre du Z (1960, dt. Im Banne des Z) und QRN sur Bretzelburg (1961+63, dt. QRN ruft Brezelburg).

Für die von Mai 1958 bis Januar 1959 in Spirou veröffentlichte Geschichte ‚Gefangen im Tal der Buddhas’ arbeitete Franquin erstmals gemeinsam mit GREG, der schon ein echter Profi war, an einem Spirou-Album. Und so schwärmte der Zeichner von seinem Szenaristen: (...) „Ich erinnere mich, dass er Bild für Bild mit speziellen Angaben beschrieb. Wie ich mich kenne, habe ich mich bestimmt nicht geniert, Änderungen vorzunehmen. Aber GREG hat ja erklärt, dass ich der Unmöglichste unter den Zeichnern sei. Was ich ihm auch abnehme! (...)

Das zweite gemeinsame Werk, das Dschungel-Abenteuer ‚Im Reich der roten Elefanten’, besticht neben den professionellen Zeichnungen von Franquin durch einige tolle Ideen von GREG, der dem Marsupilami, einem palumbianischen Urwaldtier, die ungewöhnliche Fähigkeit verpasste, in Rasenmähermanier Termiten zu fressen, und auf diese Weise nicht nur den Helden das Leben zu retten, sondern zugleich auch seinen großen Hunger zu stillen.
(c) Greg
Vom Team GREG/Franquin folgte ‚Der Plan des Zyklotrop’. Franquin präsentierte den Lesern mit diesem Album eine Neukonzeption der Serie: Mit dem Welteroberer Zyklotrop zieht moderne, ja fast futuristische Technik in die Handlung ein. Die Formel mehr Tempo = mehr Spannung sorgte für frischen Wind, nicht zuletzt ein Verdienst der neuen Ideen von GREG.
In der vierten gemeinsamen Story, ‚Im Banne des Z’, setzte Franquin seinem Szenaristen ein Denkmal, indem er ihn als diensteifrigen Zollbeamten verewigte.

Für das Album ‚QRN ruft Brezelburg’ schrieb Franquin das Szenario zunächst wieder selbst. Nach den ersten acht gezeichneten Seiten brach er seinen Album-Versuch ab, denn er hatte sich hoffnungslos in seine Szenario-Ideen verstrickt. In dieser schwierigen Lage bat er erneut GREG, eine umsetzbare Handlung zu entwerfen. Es wurde schließlich GREGs fünfte Spirou-Geschichte (Quellen: ZACK 54 + 60, MOSAIK Verlag, Spirou-Artikelserie von Volker Hamann).

In dieser Phase begegnete GREG in der TINTIN-Redaktion dem Zeichner Tibet (in Deutschland vor allem durch Rick Master bekannt, frz. Ric Hochet), für den er von 1957 bis 1965 mehr als tausend Seiten von Chick Bill schreiben wird. Diese Serie sollte jedoch nicht die einzige sein, die GREG für TINTIN schrieb bzw. zeichnete. Es folgten u. a. Corentin und Line (Zeichnungen: Cuvelier), Chlorophylle (Zeichnungen: Macherot), Prudence Petitpas (Zeichnungen: Maréchal) und die eigenen Serien Rock Derby, Broussaille, Bolivar, Babile et Zou und Zig, Puce et Alfred.

1959 erhielt GREG von Hergé und Tintin-Herausgeber Raymond Leblanc das Angebot, für ein Zeichentrickfilm-Projekt des französischen Fernsehens eine Reihe von Tim und Struppi-Abenteuer zu adaptieren. Es wurden jeweils Kurzfilme mit einer Länge von fünf Minuten produziert. GREGs Drehbücher entfernten sich allerdings oft sehr weit von den Originalvorlagen. Insgesamt wurden sieben Alben verfilmt (Reiseziel Mond, Die Krabbe mit den goldenen Scheren, Das Geheimnis der Einhorn, Der Schatz Rackhams des Roten, Der geheimnisvolle Stern, Die Schwarze Insel und der Fall Bienlein). Auf Grund des großen Erfolges dieser Fernsehproduktionen machte sich die Filmgesellschaft Belvision später an die Produktion der Kinofilme.
(c) Greg
GREG versuchte mehrfach mit Hergé zusammenzuarbeiten. Er schrieb Szenarien sowohl für ‚Tim und Struppi’- als auch für ‚Jo, Jette und Jocko’-Abenteuer. Hergé zeigte sich durchaus interessiert und machte einige Entwürfe. Letztendlich legte er die Projekte aber immer wieder zu den Akten. Hergé sah sich einfach nicht in der Lage, sich in Szenarien anderer Autoren hineinzufinden. Er benötigte seinen individuellen Freiraum, eine Geschichte in seinem Sinn zu entwickeln. Ebenso verfuhr Hergé mit einem Szenario von van Melkebeke und Heuvelmans für ein Tim und Struppi-Mondabenteuer.
Hergé: (...) „Nicht dass ich es unbedingt besser machen würde. (...) Es kommt nur immer ein Zeitpunkt, an dem ich mich von den Entscheidungen des Autors eingeengt fühle. Der Autor hat ja auch ein Recht auf seine Entscheidungen. Ich kann ihm jedoch schließlich irgendwann nicht mehr folgen. Also gibt es von mir verschiedene Änderungen und so langsam löst sich das ganze Drehbuch auf.“ (...) (Quelle: Sonderheft Reddition „Hergés Universum“, Edition Alfons, Verlag Volker Hamann)

Für Pilote kreierte GREG 1963 seine Serie ‚Achille Talon’ (Text und Zeichnungen GREG, dt. Albert Enzian), die später sogar als Zeichentrickfilm zu TV-Ehren kam. Eigentlich entstanden die Achille Talon-Onepager (oder auch ‚Two-Pager’) zunächst nur deshalb, weil Goscinny, damals Chefredakteur bei Pilote, diese Geschichten brauchte, um gelegentlich ausbleibende Werbeseiten zu kompensieren. Umso erstaunlicher, dass diese GREG-Serie eine bemerkenswerte Langlebigkeit und große Beliebtheit bei den Lesern entwickelte. Bis 1976 bestanden die Gags aus ein- oder zwei Seiten, danach folgten längere Abenteuer. Sehr schön sind die Wortspiele, literarischen Anspielungen und scharfsinnigen Dialoge, die GREG in Achille Talon einbaute, und die den Reiz der Serie ausmachen.
(c) Greg
Hauptfigur der Serie ist eben dieser Achille Talon, Urtyp des durchschnittlichen Franzosen. Sein kleiner Hut, sein großer Bauch, seine gewaltige Nase und sein Stock sind allen Fans der Serie wohl bekannt. Gewöhnlich würde man ihn als Spießer bezeichnen. Vielleicht sollte man den Junggesellen besser kleinbürgerlich nennen.
Er lebt gemeinsam mit seinem schnauzbärtigen und ewig alkoholisierten alten Herrn in einem Einfamilienhaus. Dieses nutzt er als Basis, um von dort aus den Rest der Welt, speziell seinen Nachbarn Jeremias Nörgel, zu attackieren. Doch keine Angst. Diese Attacken sind eher ungefährlich, es sei denn, man hat schwache Nerven, denn die Attacken bestehen aus geschwollenem, nervigem, gestenreichen und besserwissendem Gerede, mit dem Achille nur erreichen will, dass er am Ende immer Recht hat. Achille ist eben ein richtiger Maulheld, aber ein sehr liebenswürdiger...
Cover
1965 mietete der Autor ein Appartement am Place du Roi Vainqueur in Brüssel an. Dieses wurde künftiger Sitz des Comic-Studios GREG, dessen erste Mitarbeiter Robert Pire, Jean-Marie Brouyère, Dany, Dupa, Hermann und Vicq waren. Nach der Gründung seines eigenen Studios verließ GREG International Press.
Von 1966 an übernahm GREG die Position des Chefredakteurs beim Comic-Magazin Tintin und brachte frischen Wind in die Seiten des Heftes. In dieser Zeit kreierte er einige seiner berühmtesten Serien, die von talentierten Zeichnern in Panels umgesetzt wurden: ‚Bernard Prince’ (ab 1966, dt. Andy Morgan) mit Hermann und zusammen mit Eddy Paape ‚Luc Orient’ (ab 1967), ebenfalls ab 1967 ‚Bruno Brazil’ mit William Vance (GREG benutzte für diese Serie das Pseudonym ‚Louis Albert’ um eine Überpräsenz seines Namens zu vermeiden) und ab 1969 ‚Comanche’, erneut mit dem Zeichner Hermann.
Beispiel
Andy Morgan ist ein ehemaliger Interpol-Inspektor, der Dank seiner geerbten Yacht „Cormoran“ Frachtaufträge übernimmt, die ihn in ferne Länder reisen lassen. Zur Mannschaft der Cormoran zählen neben dem bärbeißigen Barney Jordan, der irgendwie an Hergés Kapitän Haddock erinnert (auch was die Vorliebe für Alkohol betrifft) noch der junge Inder Ali, der als Schiffsjunge agiert.
GREG lässt die Crew um die ganze Welt reisen und u. a. gegen korrupte Behörden, ausbeuterische Unternehmer und Drogenhändler antreten. Das schafft den drei Helden natürlich auch eine Reihe von Feinden. Einer der bekanntesten von ihnen ist ‚General Satan’. In einem der besten Andy Morgan-Abenteuern ‚An den Grenzen der Hölle’ stellt eben dieser Obergauner Andy, Barney und Ali im asiatischen Lao-Todang eine ausgeklügelte Falle, um sich für erlittene Niederlagen zu rächen. Während Ali den Helfershelfern von Satan entkommen kann, landen Morgan und Jordan in der Strafvollzugsanstalt Suong-Bay, einer Hölle mitten im Dschungel, die von dem skrupelosen Major Igor Sarakelian geleitet wird. Die Flucht aus dem Gefängnis wird für alle Beteiligten zu einem Kampf auf Leben und Tod.
Cover
In der SF-Serie Luc Orient kämpft der Held gleichen Namens für Eurokristall und gegen die Feinde der Menschheit. Für Luc Orient hatte sich GREG zunächst von den Serien Flash Gordon und Brick Bradford inspirieren lassen. Die Helden der Serie sind drei Mitarbeiter des Forschungsinstituts Eurokristall: Professor Hugo Kala, dessen Assistentin Lora (auch Yvonne genannt) Jordan und Luc Orient.
Das Eurokristall-Institut arbeitet unabhängig an lebenswichtigen Projekten für die gesamte Menschheit. Die Mitarbeiter von Eurokristall müssen daher häufig Entscheidungen treffen, die die Zukunft der Welt beeinflussen. Die Arbeit des Instituts zieht damit natürlich auch das
Interesse dunkler und korrupter Mächte an. Als wissenschaftlicher Leiter von Eurokristall löst Professor Kala mit viel Phantasie und Tatkraft die schwierigsten Probleme, bei denen seine Assistentin Lora ihm zur Seite steht.
Der eigentliche Held der Serie ist jedoch Luc Orient. Mit ungeheurem Mut, scharfem Verstand und außerordentlichen Kräften kämpft Luc gegen riesige Tiger-Löwen auf Sumatra oder stählerne Roboter-Krieger auf fernen Planeten, und gegen alle, die das Eurokristall-Institut für ihre Interessen missbrauchen wollen.
Der größte Feind von Luc und Eurokristall ist Dr. Julius Argos, ein hochintelligenter Wissenschaftler. Argos, einst Kalas bester Schüler, steckt voller Ehrgeiz und Machthunger. Skrupellos versucht er an die Forschungsergebnisse von Eurokristall zu gelangen, um sie für sich und gegen die Menschheit einzusetzen.
Cover
In den ersten fünf Alben, dem Terango-Zylus, treffen die Helden zunächst auf Außerirdische vom Planeten Terango, denen sie wenig später im Kampf gegen Sectan, dem Gewaltherrscher von Terango, zur Seite stehen. Doch Sectan kann seinerseits mit einem gefährlichen Verbündeten aufwarten: Dr. Julius Argos.
Im Darz-Zyklus geht es um ein Volk gleichen Namens, die auf der Suche nach einer neuen Heimat auf der Erde landen. Es beginnt für die Helden eine Reise durch Zeit und Raum, die erneut nach Terango führt, wo Argos weiterhin sein Unwesen treibt.
In einer ganzen Reihe von abgeschlossenen Oneshots geht es u. a. um gefährliche Strahlen, alles vernichtende Bakterien, Urzeitmonster, Zeitreisen, feindliche Ameisenmenschen und einen Größenwahnsinnigen, der eine perfekte Rasse erschaffen will.

Die Agenten-Serie Bruno Brazil, die von GREG zunächst als eine Art James Bond-Parodie angelegt war, bietet dem Leser viel Spannung und atemberaubende Aktion mit geheimnisvollen Hintergründen. Solo oder als Teil des multifunktionalen sechsköpfigen Kommando Kaiman kämpft Bruno Brazil in der ganzen Welt u. a. gegen Saboteure, Waffenschieber, Spione und Agenten (weiteres zur Serie s. Special „40 Jahre Bruno Brazil“).
(c) Greg
Die 1969 von GREG erneut mit Hermann als Zeichner geschaffene Serie Comanche gehört zu den wichtigsten franko-belgischen Western, und muss in einer Reihe mit Jerry Spring, Ray Ringo oder Leutnant Blueberry genannt werden. Hermanns klassisch-realistischer Zeichenstil, sein perfekter Umgang mit der Perspektive, die zeichnerische Dynamik, ergänzt durch GREGs profilierte Texte, geben dieser Serie eine besondere Note. Namensgeberin der Serie ist die unbeugsame Halbindianerin Comanche, die auf ihrer Ranch in Wyoming lebt.
Eigentlicher Held der Serie ist jedoch deren Vormann Red Dust, der seiner Chefin immer wieder gegen Gangster hilft. Zur Mannschaft der Comanche-Ranch ‚Triple Six’ (oder auch schlicht ‚666’ genannt) gehören neben Dust, dessen Vergangenheit unbekannt ist, der kauzige ‚Alte’ Ten Gallons, der farbige Cowboy Toby und das Greenhorn Clem.
(c) Greg
„Die vielen Nebenfiguren der Serie sind fast immer vielschichtige Charaktere auf der Suche nach Sinn und Moral, so z. B. ein falscher Prediger oder ein konvertierter Scharfschütze.
Die voranschreitende Technokratie ist in Comanche Schuld an der Unmoral: Ein Tierarzt ist korrupt und ein Photograf im Fesselballon symbolisiert die Lüsternheit der Presse.
Red Dust, der skeptische Drifter, begegnet den Symbolen der Zivilisation, den Städten, Großranchen und Zäunen, mit Misstrauen. Sein Zuhause sind die rauen Berglandschaften und die endlosen Weiten. Hier floss der US-Western der 1950er Jahre in Comanche ein. Neben klassischen Westernstorys gab es auch ganz andere Themen: (...) So war die Darstellung der Indianerkriege oder eines eifrig wuchernden Kapitalismus (repräsentiert durch die Eisenbahn, Minengesellschaften und Versicherungen) eher schon zeitgenössische Gesellschaftskritik.“ (...) (Quelle: Diesseits der Horizonte, Hermann-Ausstellungskatalog der Stadt Gießen).
(c) Greg
Weitere GREG-Szenarios entstanden in dieser TINTIN-Phase für Zeichner wie Dany (Olivier Rameau), Dupa (Petit Biniou), Joel Azara (Clifton), Derib (Go West), Paape (Tommy Banco), Auclair (Les naufragés d’Arroyoka), Fahrer (Cobalt), Aidans (Les panthères), Chéret (Domino) und viele andere.

Die Auswirkungen von GREGs Arbeiten waren beeindruckend: Bis Ende der 1960er Jahre stieg die Auflage der beiden belgischen und der französischen Ausgabe von TINTIN auf weit über 600.000 Exemplare!!!

1969 adaptierte er für Hergé ‘Tintin et le temple du soleil’ (dt. ‘Der Sonnentempel’). Etwa 300 Mitarbeiter waren ein Jahr lang mit der Produktion beschäftigt. Die Filmmusik wurde von Francois Rauber und Jacques Brel komponiert. Für die Verfilmung erfolgten einige Veränderungen am Szenario. So wurde unter anderem der Beginn des Albums ‚Die sieben Kristallkugeln’ zu einer Konferenz umgestaltet und wichtige Teile weggelassen. Andererseits wurde eine Tanzszene, in der es um die Rettung des armen Zorrino geht, neu hinzugefügt.

Einen weiteren Höhepunkt während GREGs Zeit als Chefredakteur erlebte TINTIN 1972: Das Magazin erhielt den berühmten Comic-Preis ‚Yellow Kid’ auf dem Comic-Festival von Lucca/Italien als ‚Beste europäische Comic-Zeitschrift’.
Im gleichen Jahr schrieb GREG das Originalszenario für den Zeichentrickfilm ‚Tim und der Haifischsee’, der von Bob de Moor für den Comic zum Film bearbeitet wurde. Für diesen Film hatte GREG die Jo, Jette und Jocko-Geschichte ‚Die Geheimnisvollen Strahlen’ zu einem Tim-Abenteuer umgestaltet: Kurzerhand wurden deren Rollen in dem Film durch die syldawischen Geschwister Niko und Nuschka und ihren Bernhardinerhund Gustav ersetzt.

1974 verließ GREG das Magazin Tintin. Im folgenden Jahr übernahm er den Posten des literarischen Direktors bei Dargaud, wo er Nachfolger von Jean-Michel Charlier wurde. Als Georges Dargaud von einer friedlichen Invasion der Vereinigten Staaten durch seine Autoren träumte, bezog GREG 1982 ein Verlagsbüro in Greenwich/Connecticut und versuchte, den franko-belgischen Comic in den USA zu etablieren. Der US-Markt zeigte jedoch nur wenig Interesse an den europäische Comics. Nach seiner Rückkehr aus den USA schrieb der Autor die zwei ersten, durch Batem und Franquin gezeichneten Marsupilami-Episoden ‚Tumult in Palumbien’ und ‚Panda in Panik’ für Marsu-Productions.

1976/1977/1978 war GREG zudem für das Fernsehen in Frankreich und in der Schweiz tätig.

Bei seinen etablierten Serien kam es beim Part des Zeichners im Laufe der Jahre zu diversen Änderungen: Nachdem Hermann als Zeichner nicht mehr zur Verfügung stand, wurden zwei Andy Morgan-Szenarien zunächst von Dany, zwei weitere von Edouard Aidans in Bilder umgesetzt.
Neuer Zeichner der bei Dargaud erscheinenden Serie ‚Comanche’ wurde ab 1990 Michel Rouge. Für den gleichen Herausgeber begann GREG im folgenden Jahr, gemeinsam mit Michel Blanc-Dumont, die Serie ‚Colby’.
GREG war inzwischen nicht mehr der Jüngste und die Gesundheit machte ihm Probleme. Eine Augenkrankheit zwang ihn dazu, immer weniger zu zeichnen und zu schreiben. Für drei Millionen Francs verkaufte er schließlich seinen Achille Talon an Dargaud.

Für sein Comic-Lebenswerk wurde GREG mit den Titeln ‚Grand Prix des Arts Graphiques’ (1987) und ‚Chevaliers des Arts et Lettres’ (1988) ausgezeichnet.

Für Magazine und Zeitschriften wie LA LIBRE JUNIOR, SPIROU, PILOTE, TINTIN u. a. schrieb der unglaublich produktive und fantasievolle Szenarist eine Fülle von erfolgreichen Serien, von denen er nicht wenige auch selbst zeichnete. Er war damit einer der erfolgreichsten und wichtigsten Künstler des franko-belgischen Comics. Am 29. Oktober 1999 verlor die Comic-Welt einen ihrer ganz großen Autoren.

(c) der Abb. GREG
 
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