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geschrieben von M.Hüster am Mittwoch, 21. November 2007 (8255 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Andrax – der Fantasy-Held aus Primo und ZACK ist wieder da!


Andrax Cross Cult präsentiert mit „Experiment des Grauens“ das erste Buch einer umfassenden Ausgabe der in den siebziger Jahren in Kauka-Publikationen und im ZACK-Magazin erschienenen Serie Andrax. In fünf Bänden werden nicht nur die Comics neu aufgelegt. Andrax Mit-Erfinder Peter Wiechmann hat die Texte komplett neu geschrieben und präsentiert einige Hintergrundinformationen zu diesem Comic, der von Jordi Bernet kongenial gezeichnet wurde. Die Andrax-Cross Cult Edition, die verschiedene Comic-Stilrichtungen wie SF-, Fantasy-, Ritter- und Abenteuer-Comics vereint, ist eine sehr gelungenen HC-Buchausgabe, in der das s/w-Artwork von Bernet auf perfektem Papier grandios herüberkommt. Eine Werksausgabe, die sich lohnt!

Worum geht es in Andrax?
Andrax
Der Held der Serie, Michael Rush, ist Zehnkämpfer und tritt 1976 erfolgreich bei den Olympischen Spielen in Montreal an. Der Modellathlet fällt aufgrund seiner exzellenten Leistungen und seiner kräftigen Statur jedoch auch dubiosen Wissenschaftler in einem geheimen Forschungslabor auf.
Diese Wissenschaftler, Professor Magor und Dr. Swan, entführen Rush, um ihn einem Zeitreise-Experiment zuzuführen. Nachdem er eine ultimative Spritze bekommen hat, wird die Zeitreise eingeleitet. Während ein monotones Vibrieren den Boden des Labors erbeben lässt, verliert Michael Rush das Bewusstsein …
Und tatsächlich gelingt das außergewöhnliche Experiment von Professor Magor! Doch das mit der prognostizierten besseren Zukunft hat, wie sich im Verlauf des Abenteuers herausstellt, nicht so ganz geklappt: 2.000 Jahre später wacht Rush in einer neuen Welt wieder auf, die ihn auf Gesellschaftsordnungen sehr verschiedener Epochen treffen lässt. Als ANDRAX muss sich Michael Rush, nur mit einem Schwert bewaffnet, durch ein gefährliches Leben kämpfen…

Peter Wiechmann & Andrax - Curriculum eines Comicers


Peter Wiechmann
Peter Wiechmann wurde am 29. Oktober 1939 in Bunzlau, der bekannten Töpferstadt Schlesiens, geboren. Da der Vater Chefredakteur der Kreiszeitung und Mutter Redakteurin war, wurde ihm das Dröhnen von Druckmaschinen recht früh sehr vertraut...

Der Krieg zwang Peter Wiechmann 1945 zu einer abenteuerlichen Winter-Flucht in einem ausrangierten Pkw - am Steuer ein Panzersoldat mit Bauchschuss. Nach einem Unfall auf vereister Straße musste sich die Familie per Zug und zu Fuß bis nach Eschwege durchgeschlagen, dem Geburtsort der Mutter (13tes Kind eines Pfarrers), in dem sie auch Peters Vater in der Redaktion des Eschweger Tageblattes kennengelernt hatte. Bei der Zeitung machte Peter Wiechmann später seine Lehre als Schriftsetzer.

Die Amerikaner brachten schließlich die Comics in Peters Leben. Er sorgte auf verschlungenen Wegen für ständigen Nachschub aus der Ami-Kaserne und nutzte die lappigen Hefte als harte Währung für den Tausch gegen Mangelware = Bücher, Spielzeug, Essen.

Peter Wiechmann selbst zu seinem Leben mit den Comics: "Wenn ich Bilanz ziehe, so bin ich auch im Berufsleben diesem Tauschverfahren treu geblieben: Comics gegen Lebensunterhalt."

Vom Schulende wurde er regelrecht überrascht: "Alle anderen hatten ihre Lehrstelle bei der Post, der Bahn, in der Bank - ich wusste nicht mal, was ich werden wollte. Mein Vater wog Mathe 5 und Deutsch 1 gegen einander ab und entschied sich für mich: Du wirst Schriftsetzer, weil Du ja später mal Redakteur wirst- und dann können Dir die Schriftsetzer nicht mehr in die Manuskripte pfuschen...

Diesem messerscharfen Argument beugte ich mich. Allerdings gab es kurz nach meiner Gesellenprüfung keine Schriftsetzer mehr. Das Computerzeitalter dämmerte herauf..."

Es folgte der Abschied von der Heimatstadt und dem ungebundenen Leben als Häuptling einer umtriebigen Jugendgruppe: die Bundeswehr rief! Noch während der Grundausbildung musste Wiechmann in der Redaktion eines auflagenstarken Wochenmagazins des Wehrbereichs III antreten. Als rasender Reporter zu Luft, Land und Fluss griff er zweieinhalb Jahre für den Bürger in Uniform in die Tasten. Als Gefreiter mit eigenem Fahrer.
Peter Wiechmann
Danach folgten einige Berufsstationen als Verantwortlicher einer Hauszeitung - als PR-Mann für Dänemarks Butter, Eier, Käse - als freier Mitarbeiter für Zeitungen, Fachmagazine und schließlich: Kauka! Der Verlag im FF-Schloss in Grünwald vor den Toren Münchens (LUPO, LUPOmodern).

Peter Wiechmann: "Erst einmal für wenig mehr als ein Jahr, dann kündigte ich wegen einer von Rolf Kauka zugesagten und nicht eingehaltenen Gehaltserhöhung. Damals konnte man sich solchen Luxus noch leicht leisten. Gute Stellen gab es wie Sand am Meer.

Nach zwei Jahren holte er mich zurück und ich blieb dann bis zum ersten Ausverkauf des FF-Imperiums an die Holländer und Engländer. Als ich kam, war FIX&FOXI das alleinige Flaggschiff des Verlages. Als ich ging, gab es rund 20 verschiedene Titel, die meist unter meiner Regie - als Produktions-, Redaktionschef & Verlagsleiter- das Licht des Marktes erblickten. (Nachzulesen in der Wiechmann-Sprechblase-Serie über Kauka)

Ich ging = ich kündigte dem Comic-Chaos der neuen Eigner und gründete - nach einem denkwürdigen Ausflug mit Rolf Kauka zu A. Springers Koralle-Verlag (ZACK) - und der Belieferung von YPS mit fünf eigenen Serien das Kreativ-Studio COMICON in München. Das verlagerte ich bald nach Barcelona und produzierte von dort aus mit meinen Zeichnern 23 Jahre lang eigene und fremde Comic-Serien, Comic-Magazine, Werbung, Spiele..."

COMICON existiert und produziert unter der Leitung von Multitalent Christof Ruoss weiter.
Peter Wiechmann
Nach dem Ende seiner Spanienzeit erfolgte Peter Wiechmanns Heimweg über die Pyrenäen nach Deutschland. Er lebt heute im bayrischen Pöcking am Starnberger See.

***

Andrax-Interview:


Herr Wiechmann, können Sie sich noch erinnern, wie der Name Andrax entstanden ist?

Wiechmann: Der Serienname Andrax dürfte auf einer phonetischen Verschärfung des katalanischen Namens Port d'Andratx beruhen. Die Hafenstadt auf der Insel Mallorca wird in den Prospekten sowieso mehr und mehr als Port Andrax ausgedruckt
... weil es sich einfacher spricht! Die Römer nannten ihre Siedlung im Ursprung Andrachium.

Wer hatte die Idee zur Serie?

Peter Wiechmann: Die Serientaufe selbst geht auf Jordi Macabich zurück. Studiochef von Bardon Art - oberster Dompteur der Zeichnerelite und Serienproduzent in den Zeiten von primo. Jordis Familie kommt seit altersher aus Mallorca.
Damit wären die recht realistischen Mutmaßungen über die Namensgebung zum ersten Mal in der Welt und die Gemüter können sich daran erwärmen.

Wie gestaltete sich der Entstehungsprozess zur Serie Andrax?

Peter Wiechmann: Der Serie selbst bahnt damals ein anderer Schwertschwinger namens Kronan den Weg zu primo. Sie entsteht auch in Barcelona und stammt aus der Feder des katalanischen Zeichners Jaime Brocal Remohi.
Sein Muskelpaket Kronan marschiert in germanischer Urwüchsigkeit durch die martialischen Gefilde der nordischen Götter- & Heldenepen in leicht südländischer Interpretation und Abwandlung.
Die Serie gefällt den primo-Lesern gut ... leider aber gelangt der Nachschub an neuen Seiten immer nur nach zähem (Preis)Ringen über die Pyrenäen.
Peter Wiechmann

Wie kam Jordi Bernet als Zeichner zur Serie Andrax?

Peter Wiechmann: Wegen der beschriebenen Probleme suchte ich eine besser sprudelnde Quelle und finde sie - wie immer - bei Bardon Art in Barcelona. Jordi Macabich hört sich meine Vorstellungen zur Serie an und bestimmt Jordi Bernet als kreative Vollzugsperson der redaktionellen Wünsche und Vorgaben. Für mich ist der Zeichner noch ein unbeschriebenes Blatt, aber nach dessen ersten ANDRAX-Skizzen ändert sich das schnell ... !

Wie ging es dann mit Andrax weiter?

Peter Wiechmann: ANDRAX steigt steil zu einer der Leitserie in primo auf und erobert sich - so schnell wie bald darauf Capitan Terror - die Lesergunst. Unser Held der Gegenwart schlägt sich wie ein moderner Odysseus durch das Chaos einer auf den Kopf gestellten und völlig aus den Fugen geratenen Welt.
Immer auf der Suche nach der Erklärung für die Apokalypse ... oder das Armageddon irgendwo auf der Zeitstrecke zwischen 1976 (Olympische Spiele in Montreal) und 2000 Jahren später ... und rund 800 (teils unveröffentlichten Seiten) lang.

Leider wurde die Serie nicht in Primo beendet ...

Peter Wiechmann: Richtig. Nach dem Verkauf des Kauka-Verlages und einem kurzen Andrax-Gastspiel bei ZACK geht die Serie n den Archiv-Schubladen auf Tauchstation. Und mit ihr das ungelöste Geheimnis der Großen Suche.
Nun aber erlebt ANDRAX einen gelungenen Neustart bei CROSS CULT. Andreas Mergenthaler - heute Verleger und bis heute Andrax-Fan - bringt das gesamte Material in fünf Buch-Bänden heraus. Gut gestaltet, buchbinderische Wertarbeit, schwarzweiß gedruckt: sehr grafisch! Und ich darf die gesamten Texte neu fassen.
Peter Wiechmann

Wird es bei CrossCult eine Lösung des Geheimnisses um Andrax geben?

Peter Wiechmann: Thema des letzten Buches der Serie ist natürlich die Ursache der Irrwanderung von Andrax durch Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Das Geheimnis erfährt seine - sehr überraschende - Lösung!

Herr Wiechmann, vielen Dank für die Einblicke in ihren Lebenslauf und die Hintergrundinformationen zur Serie Andrax.

Rolf Kauka's Primo Comics
ANDRAX
von Peter Wiechmann und Jordi Bernet
HC, A5, s/w, 144 Seiten
Cross Cult, 18,-- €


Andrax 1 kannst Du gerne hier kaufen.

Andrax 2 kannst Du gerne hier kaufen.
Andrax
Andrax 3 kannst Du gerne hier kaufen.

Andrax 4 kannst Du gerne hier kaufen.


(c) Abbildungen: Rolf Kauka 1972/2000 & Promedia. Inc 2001/2007 + Peter Wiechmann
 
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