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geschrieben von Martaeng am Montag, 01. Oktober 2007 (4672 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Zurück zu den Wurzeln


Vertraute Fremde Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss, die Richtung vorgegeben. Eine Rückkehr zur Quelle ist unmöglich. Zum Glück gibt es Comics. Dort sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Zeitreisen in die Vergangenheit? Kein Problem. Fernab von jeglichem Science-Fiction Habitus entwickelt der Japaner Jiro Taniguchi in Vertraute Fremde seine ganz eigene Variante von der Rückkehr ins Teenageralter.


Hauptfigur ist der erfolgreiche Architekt Hiroshi Nakahara. Er hat mit den typischen Familienproblemen zu kämpfen – seine Ehe könnte nach all den Jahren etwas mehr Schwung vertragen und die Kinder könnten ja auch ruhig mal auf ihren Vater hören. Auf einer Geschäftsreise steigt er in den falschen Zug und landet in seiner Heimatstadt Kurayoshi, die er seit einigen Jahren nicht mehr besucht hat. Viel hat sich dort verändert, Hiroshi erkennt die Orte seiner Jugend kaum mehr wieder.
Vertraute Fremde
Er macht sich auf den Weg zum Friedhof, um das Grab seiner Mutter aufzusuchen. Dort verliert er das Bewusstsein und erwacht in seinem 14-jährigen Körper, im Japan der 1960er Jahre, allerdings mit den Erfahrungen und dem Wissenstand eines 48-jährigen. Aufgrund dieser merkwürdigen Zeitreise hat Hiroshi jetzt die Chance, seine Jugend ein zweites Mal zu erleben. Obwohl seine Erinnerungen an diese Zeit etwas dünn sind, kann er sich noch an eine Sache erinnern: Im Jahr 1963 verschwand sein Vater scheinbar grundlos von einem Tag auf den anderen. Hiroshi möchte herausfinden, warum in seiner scheinbar harmonischen Familie so etwas passieren konnte. Nach und nach kommt er diesem Geheimnis auf die Spur.
Vertraute Fremde
Nebenbei muss er natürlich noch zur Schule gehen. Wobei ihm der Wissensstand seines Alters durchaus hilfreich ist. Er trifft seine alten, neuen Freunde wieder, macht alte, neue Erfahrungen und ach ja die Liebe...verliebt sich in die Schulschönheit (diesmal allerdings sehr viel erfolgreicher – weil erwidert, als beim ersten Mal).

Vertraute Fremde ist ein Manga ohne unnötige Effekthascherei, gezeichnet im typischen, mehrfach preisgekrönten Taniguchi-Stil: Klare Strukturen und meisterhaft in Szene gesetzte Rückblenden. Reduzierte Dialoge, mit dem Blick für das Wesentliche. Sanft, fast schon zärtlich schildert Taniguchi die Geschichte seines Protagonisten. Und so erfährt der Leser nicht nur die dunklen Geheimnisse der Familie Nakahara. Nebenbei zeichnet Taniguchi ein Panorama Japans während des Wirtschaftswunders, welche kulturellen und sozialen Veränderungen diese Zeit mit sich brachte. Besonders erhellend ist in diesem Zusammenhang auch das Vorwort von Klaus Schikowski. Nach Der Wanderer im Eis und Die Stadt und das Mädchen ist Vertraute Fremde bereits der dritte Taniguchi Comic, der in deutscher Übersetzung verlegt wird. Bei der atmosphärischen Dichte seiner Werke, wird es bestimmt nicht der letzte sein.
Vertraute FremdeGenreuntypisch wird dieser Manga übrigens europäisch, also von links nach rechts gelesen, was Mangapuristen verstören, Neulingen hingegen den Einsteig erleichtern dürfte. Einerlei ob rechts oder links, die Geschichte trägt – und darauf kommt es schließlich an.

Vertraute Fremde
Zeichnungen und Text: Jiro Taniguchi
Paperback, 416 Seiten, s/w
Carlsen Verlag, 19,90 €


Vertraute Fremde kannst Du hier gerne kaufen.

© Abbildungen: Carlsen Verlag

 
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