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geschrieben von M.Hüster am Montag, 26. März 2007 (7485 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Heute: Der Zwerchfell-Verlag (Christian Heesch)


Zwerchfell-VerlagAls bereits 14. Beitrag (!) folgt heute in der Interview-Serie "Comic-Verlage“, mit der die Verlagslandschaft in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum präsentiert werden soll, ein Interview mit Christian Heesch vom Zwerchfell-Verlag.

Die Interviews gibt es exklusiv nur auf der Homepage der ComicRadioShow!

Cover
1988 gründet der Hamburger Fernsehtechniker Christian Heesch, damals selbst Zeichner und Herausgeber handkopierter Fanzines, den Zwerchfell Verlag. Heesch meldet ein Gewerbe an und lässt den Verlag eintragen, zunächst als "Hirsch Comics", nach seinem Spitznamen im Hause Dinter. Die Dinter-Brüder Stefan, Mathias und Jan, Zwerchfell-Urgestein der ersten Stunde und bis heute ganz vorne mit dabei, trecken mit Heesch über die Comic-Börsen der Republik, im Gepäck das Magazin »HIT IT!«.

Neben Bildgeschichten befreundeter Zeichner enthält dieses erste Werk auch einen redaktionellen Anteil mit Rezensionen und Reportagen, bis heute ein Markenzeichen der Zwerchfell-Titel. Das zweite »HIT IT!« kann bereits mit Farbcover ausgestattet werden und trägt auch schon den mit den Weggefährten vereinbarten Namen "Zwerchfell".

1990 ist Zwerchfell erstmals auf dem Comicsalon in Erlangen vertreten. Eine Tradition wird begründet: jeder Käufer erhält eine Originalzeichnung von einem Zwerchfellzeichner. Die Fangemeinde beginnt zu wachsen.
Viele Zeichner kommen daraufhin auf Zwerchfell zu, denn trotz Comic-Boom gibt es in Deutschland kaum Veröffentlichungsmöglichkeiten für einheimische Zeichner.
Cover: Knurf
Mitte der 90er produziert Zwerchfell Comics von Stefan Katz, Haggi, Haimo Kinzler und Isabel Kreitz. 1997 kommt auch Carlsen Zeichner Eckart Breitschuh (»Lindenstrasse)« mit seinem Album »Irma Corridor« zu Zwerchfell und entwickelt dort bald die Serien »Wanda Caramba« und »GRIMM«. Mit ihm kommt Lorraine Flack, die für Zwerchfell eine Internetpräsenz schafft.

Für Zwerchfell haben schon gezeichnet:
Eckart Breitschuh, Stefan Dinter, Matthias Dinter, Jan Dinter, Tim Dinter, Eva Dünzinger, Konrad Eyferth, Werner Schnater, Haimo Kinzler, Martin Frei, Markus Winter, Daniel Kiessler, Thomas Schukalla, Martial, Wallu, Wittek, Matthias Schultheiss, Wolfgang Sperzel, Isabel Kreitz, Haggi, Lewís Trondheim, Satoshi Urushihara, Geier, Katrin Baumgärtner, Stefan Katz, Flix, Rauli Nordberg, Uli Oesterle, Andreas Dierssen, Martin Schlierkamp, Sascha Thau, Naomi Fearn.
Zuckerfisch 3
Preise für Zwerchfell:
ICOM Independent Comic Preis 1996 für »Knurf. Held der Grünen Hölle«
Max & Moritz Preis 1998 für »Wüttner«
ICOM Sonderpreis der Jury 2000 für den Zwerchfell Verlag
ICOM Independent Comic Preis 2001 für »Wanda Caramba«
ICOM Independent Comic Preis 2002 für »GRIMM 3: Fitchers Vogel«
ICOM Independent Comic Preis 2002 für »Alte Frauen«
ICOM Independent Comic Preis 2003 für »Held«



CRS: Seit wann gibt es den Verlag und wo hat dieser seine verlegerische Heimat? (Kurze Vorstellung des Verlags und der Macher). Habt ihr eine eigene Verlags-Homepage (bitte Link)?

Christian Heesch: Der Zwerchfell-Verlag aus Hamburg existiert seit 1988, beim nächsten Comicsalon in Erlangen droht also die 20-Jahres-Sause ;)


CRS: Welches waren die Beweggründe für den Verlag, in das Comic-Geschäft einzusteigen?

Christian Heesch: Geld verdienen spielte da auf jeden Fall keine Rolle. Als Comicfan mit Wurzeln in der deutschen Fanszene wollte ich meinen favorisierten Zeichnern durch Veröffentlichung in Albumform, Offsetdruck und Vertrieb die Möglichkeit geben, sich einer breiteren Leserschaft präsentieren zu können.

Fred 300
CRS: Gab es bereits vor dem Verlagsleben für die „Verlagsmacher“ eine „Comic-Vergangenheit“ (zum Beispiel als Redakteur, Verleger von Fanzines, Magazinen etc.)?

Christian Heesch: Seit 1984 bin ich in der Comicszene aktiv (div. Fanzines wie „Knock out“ und „Hit it!“).


CRS: Welche Comic-Genres gehören hauptsächlich zum Verlagsgeschäft?

Christian Heesch: Zwerchfell veröffentlicht deutsche Independentcomics, außer Manga und Porno ist so gut wie alles bei uns vertreten.


CRS: Warum wurden speziell diese als Verlagsbasis ausgewählt?

Christian Heesch: Mir ist der Kontakt zu meinen Zeichnern sehr wichtig, da bieten sich deutsche Zeichner doch an, oder? ;)

Held
CRS: Welche Serien gehören zu den erfolgreichsten Titeln des Verlags (Top 5 oder mehr …)?

Christian Heesch: “Zuckerfisch“ von Naomi Fearn, „Die kleinen Mutterficker“ von Stefan, Mathias und Jan Dinter, „Grimm“ von Eckart Breitschuh und pro Story wechselnden Zeichnern.


CRS: Welche Comics werden bis Sommer 2007 im Verlag (voraussichtlich) erscheinen? (ggf. Link zum Verlagsprogramm)

Christian Heesch: „Disco Amore“ von Christopher “Piwi“ Tauber, des Weiteren ist einiges geplant, mal sehen was in den nächsten Monaten an den Start geht. Fortgesetzt werden auf jeden Fall die Serien „Zuckerfisch“, „Grimm“ und „Die kleinen Mutterficker“.


CRS: Wird sich der Comic-Verkauf vom Fachhandel zum Direktverkauf hin bewegen? Bietet der Verlag einen Direktverkauf an? Wenn ja, in welcher Form (Link etc.)?

Christian Heesch: Direktverkauf läuft bei Zwerchfell seit Verlagsgründung, die ersten Jahre gab es praktisch nichts anderes. Wichtig wird es sein, neue, andere Märkte zu erschließen, nur durch Fachhandel ist nix zu wuppen.


CRS: Haben Comics (außer den bekannten Verdächtigen) eine Chance im Pressehandel oder im Buchfachhandel?

Christian Heesch: Serien wie „Die kleinen Mutterficker“ hätten meiner Meinung nach sehr wohl eine Chance im Pressehandel, allein an der fehlenden Knete hapert es. Im Buchhandel hat Naomi Fearns „Zuckerfisch“ eine (hoffentlich) große Zukunft vor sich.


CRS: Viel diskutiert: Die aktuelle Lage am deutschen Comic-Markt, der schon mehrere Jahre von den Mangas dominiert wird. Wie seht ihr eure Verlags-Marktchancen für die Zukunft und wie wird die Markt-Lage (Manga, Franko-Belgier, Superhelden, Independent etc.) im Allgemeinen beurteilt?

Christian Heesch: Manga wird weiterhin die Umsatzstütze der großen Verlage sein, der Rest kämpft um die viel zu kleine Leserschar. Independents verlassen hoffentlich bald ihre Nische.


CRS: Häufiges Thema im Comic-Forum: Die Bewerbung neuer Comic-Produkte. Außer in der einschlägigen Comic-Fach-Presse entdeckt man nur wenig Comic-Werbung. Erreich die Werbung damit überhaupt noch einen breiten Leserkreis? Oder wäre weitergehende Werbung „verbranntes Geld“? Einige „Kleinverlage“ sind selbst Comic-Fans wegen geringer Präsenz nicht bekannt.

Christian Heesch: Werbung kostet halt Geld, welches dann für die Produktion von Comics fehlt. Im Hauptberuf bin ich jedoch bei Edgar Medien (www.edgar.de) tätig, da will ich über Werbung mal nicht so abfällig sein ;).
Cover

CRS: Welche Aktivitäten gehören noch zu eurem Verlag?

Christian Heesch: T-Shirts, Buttons und Poster.


CRS: Seit ihr auf den großen Comic-Events in Deutschland und ggf. im Ausland mit einem eigenen Verlagsstand vertreten oder ist es für die Zukunft geplant? Wenn ja, auf welchen Veranstaltungen ?

Christian Heesch: Dieses Jahr sind wir auf dem Comicfest in München und auf der Frankfurter Buchmesse. Einige Comicbörsen werden auch immer mal wieder aufgesucht (Stuttgart, Hamburg).


CRS: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg im Comic-Geschäft!


Mehr über Zwerchfell unter: www.zwerchfell.de
 
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