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geschrieben von M.Hüster am Donnerstag, 08. März 2007 (8672 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Heute: Reprodukt (Dirk Rehm)


Reprodukt VerlagIn der Interview-Serie "Comic-Verlage“ soll die Verlagslandschaft in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum präsentiert werden. In den Interviews geht es u. a. um die Comic-Macher und das jeweilige Verlagsprogramm, aber auch um Meinungen und die Comic-Szene allgemein.

Die Interviews gibt es exklusiv nur auf der Homepage der ComicRadioShow!

Reprodukt Verlag
Den bei Reprodukt publizierten Autoren ist gemeinsam, dass sie aus der Independent-Szene kommen und nicht die klassischen Comicthemen bedienen. Nicht selten haben diese Comics autobiografische Bezüge. Seit 2004 erscheinen auch Alben von Zeichnern bei Reprodukt, die im frankobelgischen Mainstream beheimatet sind: Dupuy-Berberians "Monsieur Jean", Lewis Trondheims "Kaput & Zösky", Manu Larcenets "Der alltägliche Kampf" oder Christophe Blains "Isaak der Pirat".
Alle fünf Autoren sind jedoch in ihrer Heimat gleichermaßen in der Independent-Szene als auch im Mainstream vertreten und vermitteln nach beiden Seiten wichtige neue Impulse. Den Reprodukt-Verlag, den man auch als Mitglied eines Verlags-Fan-Clubs direkt unterstützen kann, gibt es seit 1991.


CRS: Seit wann gibt es den Verlag und wo hat dieser seine verlegerische Heimat? (Kurze Vorstellung des Verlags und der Macher). Habt ihr eine eigene Verlags-Homepage (bitte Link)?

Dirk Rehm: Der Verlag Reprodukt wurde 1991 gegründet. Zunächst erschien pro Jahr ein Comicalbum aus der amerikanischen Reihe "Love & Rockets" der Brüder Gilbert und Jaime Hernandez in Koproduktion mit dem Schweizer Verlag Edition Moderne.
Reprodukt Verlag

1993 kam mit Daniel Clowes und seinem Album "Wie ein samtener Handschuh in eisernen Fesseln" ein weiterer Zeichner der US-Independent-Szene dazu.
1994 wurde das Programm um Heftreihen deutschsprachiger Zeichner erweitert, die ihre Arbeiten zuvor als Fanzines selbst verlegt hatten: "Artige Zeiten" von Andreas Michalke und Minou Zaribaf und "KRM KRM" von Markuss Golschinski.
Besondere Erwähnung gebührt auch den Künstlern des französischen Autorenverlages L'Association, von denen bei Reprodukt deutsche Ausgaben erschienen sind: David B., Killoffer, Jean-Christophe Menu und Lewis Trondheim.

Seit 1998 sind zunehmend Berliner und Hamburger Zeichner vertreten, von denen einige mit ihren Strips in der lokalen und überregionalen Presse bekannt geworden sind: ATAK, Arne Bellstorf, Anke Feuchtenberger, Fil, CX Huth, Reinhard Kleist, Mawil, Andreas Michalke, OL, Martin tom Dieck oder Minou Zaribaf.

Bei allen Unterschieden ist den ZeichnerInnen gemeinsam, dass sie aus der Indepen-dent-Szene kommen und nicht die klassischen Comicthemen bedienen. Häufig werden autobiografische Bezüge erkennbar, auch wo Fiktion entsteht, zum Beispiel bei Daniel Clowes oder Marc-Antoine Mathieu, bleibt die eigene Perspektive der wichtigste Ausgangspunkt.

Erst seit 2004 erscheinen auch Alben von Zeichnern bei Reprodukt, die im frankobelgischen Mainstream beheimatet sind. Dupuy-Berberians "Monsieur Jean", Lewis Trondheims "Kaput & Zösky", Manu Larcenets "Der alltägliche Kampf" oder Christophe Blains "Isaak der Pirat" sind im Original bei Les Humanoïdes Associés, Delcourt und Dargaud, drei der größten französischen Verlage erschienen. Alle fünf Autoren sind jedoch in ihrer Heimat gleichermaßen überzeugend als auch erfolgreich sowohl in der Independent-Szene als auch im Mainstream vertreten – dabei ist es ihnen gelungen, nach beiden Seiten wichtige neue Impulse zu vermitteln.

Reprodukt besteht derzeit aus einem Netzwerk von vielen freien Mitarbeitern. Für jeden Einzeltitel gibt es einen freien Herausgeber, der die entsprechende Buchproduktion weitestgehend betreut, also die verschiedenen Arbeitsschritte delegiert und beaufsichtigt: angefangen mit dem Ankauf der Lizenzrechte über die Übersetzung, das Lettering und die Herstellung bis zur Prüfung der Blaupausen.
Die Comics entstehen in enger Zusammenarbeit mit den Zeichnerinnen und Zeichnern, die für die deutschsprachigen Ausgaben ihrer Arbeiten neue Cover anfertigen. Auf sorgfältige Übersetzung und gute Ausstattung wird großen Wert gelegt.
www.reprodukt.com
Reprodukt Verlag


CRS: Welches waren die Beweggründe für den Verlag, in das Comic-Geschäft einzusteigen?

Dirk Rehm: Ein Interesse an der Veröffentlichung von guten Comics.


CRS: Gab es bereits vor dem Verlagsleben für die „Verlagsmacher“ eine „Comic-Vergangenheit“ (zum Beispiel als Redakteur, Verleger von Fanzines, Magazinen etc.)?

Dirk Rehm: Ich selbst habe bereits vorher als Letterer für den Carlsen Verlag gearbeitet.


CRS: Welche Comic-Genres gehören hauptsächlich zum Verlagsgeschäft?

Dirk Rehm: Wir veröffentlichen viele Comics mit autobiographischem Hintergrund.


CRS: Warum wurden speziell diese als Verlagsbasis ausgewählt?

Dirk Rehm: Aus Interesse.


CRS: Welche ausländischen Verlage gehören zu den wichtigsten Lizenzgebern (Lizenzgeber/Serie bitte angeben)?

Dirk Rehm: Drawn & Quarterly (Julie Doucet, Adrian Tomine), L´Association (Guy Delisle, Lewis Trondheim), Dargaud (Christophe Blain, Manu Larcenet), Delcourt (Lewis Trondheim).


CRS: Welche Serien gehören zu den erfolgreichsten Titeln des Verlags?

Dirk Rehm: "Didi & Stulle", "Donjon", "Isaak der Pirat", "Monsieur Jean"...


CRS: Welche Comics werden bis Sommer 2007 im Verlag (voraussichtlich) erscheinen? (ggf. Link zum Verlagsprogramm)

Dirk Rehm:

Guy Delisle: "Pjöngjang"
Katrin de Vries & Anke Feuchtenberger: "Die Hure H wirft den Handschuh"
Dupuy-Berberian: "Monsieur Jean" 6
Fil: "Didi & Stulle" 7
Fil: "Didi & Stulle Sonderband" 1
Killoffer: "676 Erscheinungen von Killoffer"
Nicolas Mahler: "Kunsttheorie vs. Frau Goldgruber"
Mawil: "Action Sorgenkind"
Andreas Michalke: "monovision"
Dirk Schwieger: "Moresukine"
Christophe Blain, Joann Sfar & Lewis Trondheim: "Donjon" -84
Joann Sfar & Lewis Trondheim: "Donjon" 1
Joann Sfar & Lewis Trondheim: "Donjon" 103
Martin tom Dieck: "Der unschuldige Passagier"
Lewis Trondheim: "Tatenlos"
Reprodukt Verlag


CRS: Wird sich der Comic-Verkauf vom Fachhandel zum Direktverkauf hin bewegen? Bietet der Verlag einen Direktverkauf an? Wenn ja, in welcher Form (Link etc.)?

Dirk Rehm: Nein bzw. Ja!


CRS: Gibt es einen Comic-Fan-Club, der euren Verlag unterstützt? Wie kann man Mitglied werden?

Dirk Rehm: Ja. Man kann über die Website eine Mitgliedschaft beantragen.


CRS: Haben Comics eine Chance im Pressehandel oder im Buchfachhandel?

Dirk Rehm: Ja.


CRS: Viel diskutiert: Die aktuelle Lage am deutschen Comic-Markt, der schon mehrere Jahre von den Mangas dominiert wird. Wie seht ihr eure Verlags-Marktchancen für die Zukunft?

Dirk Rehm: Sehr gut.


CRS: Häufiges Thema im Comic-Forum: Die Bewerbung neuer Comic-Produkte. Außer in der einschlägigen Comic-Fach-Presse entdeckt man nur wenig Comic-Werbung...

Dirk Rehm: Werbung über Anzeigen ist in der Tat für uns kaum zu kalkulieren. Wir produzieren regelmäßig Verlagsvorschauen und Kataloge.

Reprodukt Verlag

CRS: Welche Aktivitäten gehören noch zu eurem Verlag? (z. B. Vertrieb, Bücher, Comic-Fachgeschäft etc., DVD, Merchandise wie Figuren etc.)

Dirk Rehm: Keine.


CRS: Seid ihr auf den großen Comic-Events in Deutschland und ggf. im Ausland mit einem eigenen Verlagsstand vertreten oder ist es für die Zukunft geplant? Wenn ja, auf welchen Veranstaltungen ?

Dirk Rehm: Ja. Angoulême, Leipzig, Luzern, Erlangen, München, Kopenhagen, Helsinki, Frankfurt u. v. m.


CRS: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg im Comic-Geschäft!
 
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Interview-Serie Comic-Verlage | Benutzeranmeldung | 1 Kommentar
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Re: Interview-Serie Comic-Verlage (Wertung: 1)
von millus (info@gmanga.de)
am 11.03.2007, 13:20 Uhr
(Benutzerinformation | Nachricht senden) http://www.gcomic.de
Was für interessante Antworten des Verlegers, könnte ein Verwandter des Terminators sein.
;-)

Allgemein ein Lob für all die Interviews, finde das ist eine gute Idee und Serie.
Weiter so!

Beste Grüße