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geschrieben von emha am Sonntag, 25. Februar 2007 (5578 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Heute: Die „Biblyothek“ aus Leipzig, der Verlag mit dem Mädchen (Lydia Schönberger)


Die „Biblyothek“ aus LeipzigIn der Interview-Serie "Comic-Verlage" soll die Verlagslandschaft in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum präsentiert werden. In den Interviews geht es u. a. um die Comic-Macher und das jeweilige Verlagsprogramm, aber auch um Meinungen und die Comic-Szene allgemein.

Die Interviews gibt es exklusiv nur auf der Homepage der ComicRadioShow!



Der Tod und das Mädchen
Der noch sehr junge Verlag „Die Biblyothek“ wurde erst 2005 in Leipzig gegründet. Einzige im Programm befindliche Comic-Serie ist derzeit „Der Tod und das Mädchen“ von der Autorin Nina Rudzicka. Zur Zeit liegen von dieser Serie drei Alben vor.
Überhaupt ist der Verlag ganz in weiblicher Hand: Verlagsleitung, künstlerische Leitung und drucktechnisch Beratung liegen bei den drei aus Österreich stammenden Damen Lydia Schönberger, Nina Ruzicka und Viktoria Rauschka.


CRS: Seit wann gibt es den Verlag und wo hat dieser seine verlegerische Heimat? (Kurze Vorstellung des Verlags und der Macher). Habt ihr eine eigene Verlags-Homepage (bitte Link)?

Lydia Schönberger: Der Verlag wurde im Mai 2005 in Leipzig gegründet. Wobei Leipzig auf Grund meiner besonderen Vorliebe zu dieser Verlagsstadt gewählt wurde. Derzeit ist der Verlag über mehrere Standorte verteilt (Düsseldorf, Messel, Wien). Mittelfristig soll aber Leipzig für uns ein "richtiger" Verlagsstandort werden, dort sollen dann alle Fäden zentral zusammenlaufen (Büro, Lager, Vertrieb).
Im Prinzip ist der Verlag derzeit ein Ein-Personen-Betrieb mit einigen externen Know-How-Trägern für verlags-, druck- und vertriebstechnische Fragen. Die leitenden und koordinierenden Aufgaben ruhen derzeit allerdings einzig auf meinen Schultern.
Der Verlag ist meine zweite Hauptbeschäftigung und meine Leidenschaft. Meine erste Hauptbeschäftigung (irgendwo muss ja auch das Geld herkommen) ist das Programmieren auf Großrechenanlagen für Versicherungen und Banken.
Ich (geboren 1962 in Wien) bin derzeit tätig in Bern, Düsseldorf und Wien und deshalb hauptsächlich in Flugzeugen und auf Flughäfen anzutreffen.
Der Tod und das Mädchen
Die künstlerische Leitung und Unterstützung bei Marketing und Merchandising und noch vielen anderen Dingen obliegt Nina Ruzicka (Jg. 1972). Nina ist bekannt durch ihre Online-Comics "Der Tod und das Mädchen" und "Nina". Sie lebt in Wien und zeichnet nicht nur für die derzeit publizierten Comics verantwortlich, sondern ist auch mittlerweile eine Unterstützung für den Verlag in Bezug auf Marketingideen und Merchandising.

Die drucktechnische Beratung liegt bei Viktoria Rauschka (geboren 1980 in Wien). Sie bekommt immer das Heulen und Zähneklappern wenn ich mal wieder wegen eines Problems anrufe.

Unsere Verlagshomepage ist unter www.diebiblyothek.de zu finden. Derzeit existiert nur eine rudimentäre Seite, diese wird aber in den nächsten Monaten komplett neu gestaltet.


CRS: Welches waren die Beweggründe für den Verlag, in das Comic-Geschäft einzusteigen?

Lydia Schönberger: Der Einstieg in das Comic-Geschäft war die sich mir bietende Gelegenheit einen sehr erfolgreichen österreichischen Online-Comic zu publizieren. Mit der Idee einen Verlag zu gründen ging ich schon längere Zeit schwanger. Hier war dann die Möglichkeit einen Anfang zu setzen. Dass es sich dabei um einen Comic handelte, war daher mehr Zufall denn Berechnung. Der Verlag hat zwar derzeit nur eine Comicserie im Programm, ist aber nicht als reiner Comicverlag ausgelegt, sondern soll neben der "edition moritate" (deshalb auch der Zusatz zum Verlagsnamen) noch zumindest eine weitere Edition erhalten die sich auf dem Gebiet der deutschsprachigen Literatur etablieren soll.



CRS: Gab es bereits vor dem Verlagsleben für die „Verlagsmacher“ eine „Comic-Vergangenheit“ (zum Beispiel als Redakteur, Verleger von Fanzines, Magazinen etc.)?


Lydia Schönberger: Nein, für mich nicht wirklich. Für mich war auch das Verlagswesen neu. Ich bin diesbezüglich in jeder Hinsicht eine Quereinsteigerin aus Leidenschaft.


CRS: Welche ausländischen Verlage gehören zu den wichtigsten Lizenzgebern?

Lydia Schönberger: Keine. Einer unserer derzeitigen Ansprüche ist es, keine Lizenzen von ausländischen Verlagen einzukaufen. Wir wollen junge Talente entdecken, fördern und nach Möglichkeit publizieren. Ich will nicht ganz ausschließen, dass wir nicht auch eines Tages die eine oder andere Lizenz einkaufen, aber dazu muss sich die Gelegenheit ergeben. Aktiv nach Lizenzen suchen werden wir nicht.


CRS: Welche Comics werden bis Sommer 2007 im Verlag (voraussichtlich) erscheinen?

Lydia Schönberger: Dieses Jahr sind vorläufig keine neuen Comictitel geplant. Was jetzt nicht heißt, dass keine kommen werden. Aber momentan liegt unser Fokus auf anderen Tätigkeiten (Vermarktung und Merchandising zu T&M, sowie Aufbau der Literaturschiene).


CRS: Wird sich der Comic-Verkauf vom Fachhandel zum Direktverkauf hin bewegen? Bietet der Verlag einen Direktverkauf an? Wenn ja, in welcher Form (Link etc.)?

Lydia Schönberger: Wird er sich dahin bewegen? Er ist doch schon da. Der Verkauf über das Internet ist eine wichtige Ergänzung zum Verkauf im Fachhandel. Ich bin allerdings keine Verfechterin des Nur-Direktverkaufs. Es gibt auch heute noch jede Menge Käuferschichten die nicht über das Internet bestellen können oder wollen. Auch ich gehe ehrlich gesagt lieber in den Comic- oder Buchhandel, um mich durch das aktuelle Programm zu wühlen.

Wir bieten bei uns im Verlag keinen direkten Verkauf unserer Produkte an. Wir bieten zwar im Internet im Vorfeld einer neuen Publikation auf Basis eines Vorverkaufs unser Produkt an, allerdings ziehen wir uns nach dem Release und der Abwicklung des Vorverkaufs sofort wieder zurück. Der weitere Verkauf ist dann ausschließlich dem Fach- und Buchhandel, sowohl beim Händler "ums Eck", als auch im Internet, vorbehalten.

Unser Shop für den Vorverkauf ist unter shop.diebiblyothek.eu zu erreichen. Den regulären Verkauf führt im Internet, zum Beispiel die Autorin von T&M, unter shop.cartoontomb.de durch.

Der Tod und das Mädchen

CRS: Haben Comics (außer den bekannten Verdächtigen) eine Chance im Pressehandel oder im Buchfachhandel? Wenn ja, welche könnten das außer Mangas sein?

Lydia Schönberger: Das kommt darauf an von welchem Land wir sprechen. Und man muss die beiden Punkte Pressevertrieb und Buchfachhandel auch getrennt betrachten.

Der Pressevertrieb: Meine Meinung dazu ist auch aus eigener Erfahrung mit dem Pressevertrieb geprägt. Es war ein Abenteuer aus dem wir mit einem blauen und einem weinenden Auge wieder herausgekommen sind. Die Preisstruktur im Pressevertrieb ist traditionell eine recht niedrige. Dort einen Comic im 10 - 14 Euro Segment zu platzieren ist demgemäß ziemlich schwierig. Für Produkte im 5 Euro Bereich könnte ich mir aber, mit einem entsprechenden POS-Auftritt vorstellen, dass sie angenommen werden. Am Genre liegt es meiner Meinung nach weniger.

Der Buchfachhandel: In Österreich nur bedingt, in der Schweiz unbedingt und in Deutschland, naja.
Über die Schweiz brauchen wir nicht reden, hier haben Comics eine Kultur und sind demgemäß auch leichter über den Buchhandel zu verkaufen. Auch die Buchhändler sind dort sehr offen.
Österreich ist wohl das schwierigste Gebiet. Hier im Buchhandel Fuß zu fassen ist nur bei entsprechender Nachfrage durch die Leser möglich. Aber es funktioniert, wie wir selber gesehen haben. In Deutschland ist es ebenso nicht einfach. Der Buchhändler ist traditionell konservativ und Comics sind im Gegensatz zum Pressevertrieb für den Buchhandel ein Niedrigpreissegment. In den letzten beiden Jahren versuchen einige Verlage über entsprechend in Buchform aufbereitete und dem Preissegment eines Hardcoverbuches angepasste Publikationen im Buchhandel Fuß zu fassen. Ich kenne keine Zahlen über deren Verkäufe, aber im Buchhandel selbst sehe ich diesbezüglich keine größere Präsenz.


CRS: Viel diskutiert: Die aktuelle Lage am deutschen Comic-Markt, der schon mehrere Jahre von den Mangas dominiert wird. Wie seht ihr eure Verlags-Marktchancen für die Zukunft und wie wird die Markt-Lage (Manga, Franko-Belgier, Superhelden, Independent etc.) im Allgemeinen beurteilt?

Lydia Schönberger: Wir bewerten unsere Möglichkeiten die Verkäufe zu steigern relativ nüchtern. Allgemein sehen wir aber derzeit eigentlich nur eine Stagnation. Was jetzt im Gesamten daran Schuld hat sei dahingestellt, wir versuchen trotzdem das Beste aus der derzeitigen Lage zu machen. Wir sind jedenfalls nicht verzagt.
Der Tod und das Mädchen 3
CRS: Häufiges Thema im Comic-Forum: Die Bewerbung neuer Comic-Produkte. Außer in der einschlägigen Comic-Fach-Presse entdeckt man nur wenig Comic-Werbung. Erreicht die Werbung damit überhaupt noch einen breiten Leserkreis? Oder wäre weitergehende Werbung „verbranntes Geld“? Einige „Kleinverlage“ sind selbst Comic-Fans wegen geringer Präsenz nicht bekannt …

Lydia Schönberger: Das leidige Thema Werbung. Natürlich gehen wir in erster Linie zuerst den herkömmlichen Weg über die bekannten Comicmedien. Sowohl im Internet, als auch bei den Printmedien. Werbung in Printmedien außerhalb der Comicszene ist für uns natürlich ebenso ein Thema, allerdings ist hier immer abzuwägen wer die Zielgruppe sein könnte. Und es ist auch immer der Preis zu bedenken. Werbung, dazu zähle ich auch die Anwesenheit auf diversen Events und Messen, ist im Comicbereich bei unserer Verlagsgröße derzeit immer Geld welches man für die nächsten Jahre abschreiben kann. Aber in diesem Punkt sind wir wohl nicht repräsentativ, da wir dazu noch viel zu kurz am Markt sind.

Der Tod und das Mädchen 3
CRS: Welche Aktivitäten gehören noch zu eurem Verlag? (z. B. Vertrieb, Bücher, Comic-Fachgeschäft etc., DVD, Merchandise wie Figuren etc.)

Lydia Schönberger: Wir beschränken uns derzeit auf das Kerngeschäft, sind jedoch auch bereits daran uns in Richtung Merchandising umzusehen. Dazu wird es sicher in diesem oder nächsten Jahr mehr geben.


CRS: Seit ihr auf den großen Comic-Events in Deutschland und ggf. im Ausland mit einem eigenen Verlagsstand vertreten oder ist es für die Zukunft geplant? Wenn ja, auf welchen Veranstaltungen ?

Lydia Schönberger: Wir sind regelmäßig bei Neuerscheinungen auf der Comic- und Figurenbörse in Wien zu Gast, sowie natürlich auf der Frankfurter Buchmesse und nächstes Jahr zum ersten Mal auch in Erlangen (Vielleicht kommt dieses Jahr noch München hinzu). Darüber hinaus allerdings ist sowohl das Geld, als auch die Zeit zu knapp. Zudem sind Events außerhalb des deutschsprachigen Raums derzeit für uns nicht sehr sinnvoll. Dieses Feld werden wir unter Umständen in einiger Zukunft gemeinsam mit unseren jeweiligen Lizenznehmern bedienen.
Eine Anmerkung zum Logo: Die Biblyothek sowie das Die Biblyothek-Logo sind eingetragene Wort- und Bildmarken von Lydia B. Schönberger.


CRS: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg im Comic-Geschäft!

 
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