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geschrieben von M.Hüster am Montag, 12. Februar 2007 (8222 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Heute: WEISSBLECH-Verlag (Levin Kurio)


Weissblech-VerlagIn der Interview-Serie "Comic-Verlage" soll die Verlagslandschaft in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum präsentiert werden. In den Interviews geht es u. a. um die Comic-Macher und das jeweilige Verlagsprogramm, aber auch um Meinungen und die Comic-Szene allgemein.

Die Interviews gibt es exklusiv nur auf der Homepage der ComicRadioShow!

Weissblech-Verlag
Der von Levin Kurio geleitete Weissblech - Verlag mit Sitz in Raisdorf bei Kiel verlegt hauptsächlich Comics in den Genres Horror und Erotik. Wesentliches Verlagskonzept von Weissblech sind Eigenproduktionen von Künstlern wie Rainer F. Engel, Klaus Scherwinski, Roman Turowski und Boris Koch.
Beliebteste Comic-Serie ist die Horror-Anthologiereihe „Horrorschocker“, die 4x im Jahr erscheint, und für ein deutsches Independent-Heft ungewöhnliche Leserzahlen im 4-stelligen Bereich erreicht.


CRS: Seit wann gibt es den Verlag und wo hat dieser seine verlegerische Heimat? (Kurze Vorstellung des Verlags und der Macher). Habt ihr eine eigene Verlags-Homepage (bitte Link)?

Levin Kurio: Den Verlag WEISSBLECH Comics gibt es seit 1999, dem ging eine „Fanzine-Phase“ seit 1992 voraus. Der Verlagssitz ist Raisdorf bei Kiel, und ich, Levin Kurio, leite das Ganze. Zu den regelmäßig bei uns vertretenen Künstlern gehören u. a. Rainer F. Engel, Klaus Scherwinski, Roman Turowski und Boris Koch. Informationen zu Zeichnern und Verlag gibt's unter

www.weissblechcomics.com


CRS: Welches waren die Beweggründe für den Verlag, in das Comic-Geschäft einzusteigen?

Levin Kurio: Die üblichen: Gier und jugendlicher Leichtsinn. Und die Sucht nach den Lösungsmitteln, die frisch gedruckte Comics ausdünsten. :-)
Weissblech-Verlag

CRS: Gab es bereits vor dem Verlagsleben für die „Verlagsmacher“ eine „Comic-Vergangenheit“ (zum Beispiel als Redakteur, Verleger von Fanzines, Magazinen etc.)?

Levin Kurio: Wie ich bereits erwähnte, hat WEISSBLECH Comics eine Vorgeschichte im Fanzine-Bereich, wobei „Fanzine“ hier nicht für die entsprechende Szene steht, sondern für die Herstellungsmethode: Kopierheftchen im Schnippellayout. Aus dieser Zeit stammt auch noch der inzwischen etwas sinnfreie Verlagsname.



CRS: Welche Comic-Genres gehören hauptsächlich zum Verlagsgeschäft?

Levin Kurio: Im Moment hauptsächlich Horror und Erotik, gewürzt mit einem Schuss feinsinniger Übertreibung.



CRS: Warum wurden speziell diese als Verlagsbasis ausgewählt?

Levin Kurio: Aus Neigung und weil sich kein anderer so daran wagte.


CRS: Welche ausländischen Verlage gehören zu den wichtigsten Lizenzgebern (Lizenzgeber/Serie bitte angeben)?

Levin Kurio: Quasi keine – gibt eh schon zuviel lauwarmes Import-Zeug. Die Eigenproduktion gehört bei uns zum Konzept, einige der für Horrorschocker entstandenen Geschichten konnten die Künstler inzwischen selbst schon ins Ausland verkaufen.


CRS: Welche Serien gehören zu den erfolgreichsten Titeln des Verlags (Top 5 oder mehr …)?

Levin Kurio: Vorne liegt ganz klar die Horror-Anthologiereihe „Horrorschocker“, die dank ständig steigender Qualität und regelmäßigem Erscheinen (4x im Jahr) eine für ein deutsches Independent-Heft ungewöhnliche Leserzahl im 4-stelligen Bereich erreicht.
Weissblech-Verlag

CRS: Welche Comics werden bis Sommer 2007 im Verlag (voraussichtlich) erscheinen? (ggf. Link zum Verlagsprogramm)

Levin Kurio: Natürlich die nächsten vier Ausgaben von HORRORSCHOCKER, die Nummern 13 und 14 sind in Arbeit.
Der Februar steht ziemlich im Zeichen der Hardcore-Erotik, es erscheint XXX-Comics # 6. Außerdem kommt SAMURELLA # 4,- wir führen die Hardcore-Comedyserie von Stephan Hagenow fort.
Was ansonsten kommt, kann ich noch nicht klar sagen, es ist einiges in Arbeit, aber aufgrund einiger anstehender Änderungen im Programm weiß ich noch nicht genau, in welcher Form diese Sachen daherkommen. Sicher ist, dass es in 2007 noch einige nette Publikationen von uns geben wird.


CRS: Wird sich der Comic-Verkauf vom Fachhandel zum Direktverkauf hin bewegen? Bietet der Verlag einen Direktverkauf an? Wenn ja, in welcher Form (Link etc.)?

Levin Kurio: Diese Entwicklung vollzieht sich bei uns schon seit geraumer Zeit – nach der MG-Pleite sind die Fachhandelsverkäufe auf ein wesentlich niedrigeres Niveau gesunken, inzwischen haben sie sich allerdings stabilisiert. Der Direktverkauf hat sich im Gegenzug sehr verbessert, sei es über die in die Hefte eingedruckten Bestellscheine oder über unseren Onlineshop. Der Direktverkauf hat allein schon durch die höhere Gewinnspanne sehr viel aufgefangen.
Der Vorteil gerade an unserem Online-shop: http://weissblechcomics.com/shop/ für den Kunden ist auch klar, immerhin kann er so unser komplettes lieferbares Programm erhalten, während er im Fachhandel außer in wenigen hochlöblichen Ausnahmen sogar unsere gängigen Titel bestellen muss.


CRS: Haben Comics (außer den bekannten Verdächtigen) eine Chance im Pressehandel oder im Buchfachhandel? Wenn ja, welche könnten das außer Mangas sein?

Levin Kurio: Sicher. In beiden Feldern agieren doch bereits sehr erfolgreich Verlage, und im Bahnhofsbuchhandel läuft unsere Serie „Horrorschocker“ ja auch, und das ohne nennenswerte Werbung oder Medienpräsenz. Natürlich müssen die Inhalte und Formen den Verkaufsstellen entsprechen – manche Formate und Inhalte sind eben schlichtweg out und haben deswegen keine Chance im Massenmarkt.
Insgesamt wird die grobe Klassifizierung „Comic“ und „Manga“ der Sache ohnehin nicht gerecht – ich bin mir sicher, dass es auch Mangas gibt, die sich schlecht verkaufen.
Weissblech-Verlag

CRS: Viel diskutiert: Die aktuelle Lage am deutschen Comic-Markt, der schon mehrere Jahre von den Mangas dominiert wird. Wie seht ihr eure Verlags-Marktchancen für die Zukunft und wie wird die Markt-Lage (Manga, Franko-Belgier, Superhelden, Independent etc.) im Allgemeinen beurteilt?

Levin Kurio: Vor den Mangas waren es die US-Hefte, davor waren frankobelgische Alben das A und O. Von diesen Verschiebungen ist WEISSBLECH Comics nicht betroffen, wir machen bestimmte Inhalte, und die kommen dann in die uns eigenen Formate, also meistens Hefte, in Zukunft auch vermehrt als Prestige-Ausgaben. Wir hecheln nicht den Trends hinterher. Ich denke, unsere Chancen in unserem Bereich sind ganz gut – die ständig steigenden Abo-Zahlen lassen mich jedenfalls hoffen.


CRS: Häufiges Thema im Comic-Forum: Die Bewerbung neuer Comic-Produkte. Außer in der einschlägigen Comic-Fach-Presse entdeckt man nur wenig Comic-Werbung. Erreich die Werbung damit überhaupt noch einen breiten Leserkreis? Oder wäre weitergehende Werbung „verbranntes Geld“? Einige „Kleinverlage“ sind selbst Comic-Fans wegen geringer Präsenz nicht bekannt …

Levin Kurio: Meiner Erfahrung nach bringt Werbung in anderen Medienbereichen auch nicht wirklich viel - gemessen am finanziellen Aufwand. Ich mache es immer wieder, insbesondere im Horrorbereich. Am allermeisten hat aber immer die Erschließung neuer Vertriebswege gebracht. Das beweist: Die beste Werbung für ein Comic ist eigentlich das Comic selbst – das funktioniert natürlich nur, wenn das Teil auch irgendwo steht.
Was mir hierzulande fehlt, ist ein übergreifendes Vertriebs- und Werbeinstrument wie der „Previews“-Katalog in den USA. Das würde die Promotion erheblich vereinfachen. Es ist ziemlich schwierig und kostenaufwendig, überhaupt die recht überschaubare Comicszene komplett zu erreichen.


CRS: Welche Aktivitäten gehören noch zu eurem Verlag? (z. B. Vertrieb, Bücher, Comic-Fachgeschäft etc., DVD, Merchandise wie Figuren etc.)

Levin Kurio: Bisher keine. Wir planen allerdings, noch Magazine in anderen Bereichen rauszugeben.

CRS: Seit ihr auf den großen Comic-Events in Deutschland und ggf. im Ausland mit einem eigenen Verlagsstand vertreten oder ist es für die Zukunft geplant? Wenn ja, auf welchen Veranstaltungen ?

Levin Kurio: Selbstredend sind wir in Erlangen wieder dabei, ansonsten demnächst (3.3.) auf der Hamburger Comicbörse in der Unimensa. Was andere Veranstaltungen betrifft, weiß ich für dieses Jahr noch nichts Konkretes bzw. ich bin noch am Hadern.

CRS: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg im Comic-Geschäft!

(c) der Abbildungen liegt bei den Zeichnern/Autoren und Weissblech-Verlag
 
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