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geschrieben von M.Hüster am Mittwoch, 17. Januar 2007 (11064 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Hugo Pratt und Südamerika


a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/asin/355102409X/diecomicradiosho" target="_blank">Corto Maltese:  TangoBeinahe 40 Jahre nach seinem ersten Auftritt in der italienischen Comic-Zeitschrift Sgt. Kirk im Jahre 1967 präsentiert Kult Editionen ein weiteres Abenteuer des Abenteurers Cortos Maltese: „Tango“.
„Tango“ enthält das südamerikanische Abenteuer des Kapitäns ohne Schiff. In Kürze jährt sich die erste Albumveröffentlichung von „Argentinischer Tango“ zum 20. Mal, das 1987 bei Casterman erschien. Im darauf folgenden Jahr wurde der Band unter dem Titel „Argentinischer Tango“ erstmals in Deutschland bei Carlsen Comics veröffentlicht.

Corto Maltese:  Tango
Pratts Geschichten sind ungewöhnlich, aber auch sehr anspruchsvoll. Wenn man jedoch diese Geschichten mag, sind sie unglaublich faszinierend und erzählen nicht selten etwas aus dem abenteuerlichen Leben des Autors selbst. Die Abenteuer sind nicht zum schnellen Lesen gedacht. Man sollte genügend Zeit und Geduld mitbringen um die Geschichten zu verstehen. Insgesamt ist die ganze Corto Maltese-Serie eine anspruchsvolle Comic-Referenz und wird nur von wenigen anderen Serien in ihrer Qualität erreicht.

Corto Maltese tritt im Verlauf seiner verschiedenen Abenteuer als sensibler, unberechenbarer Held an den markantesten historischen Schauplätzen des beginnenden 20. Jahrhunderts auf: So trifft man Corto Maltese u. a. in der Mandschurei, im Südpazifik und auf der Insel Escondida in Pratts Meisterwerk Südseeballade, der Karibik, Europa, Afrika, Sibirien und auch in Südamerika.

Hugo Pratt selbst hat einen großen Teil seines Lebens in Argentinien verbracht. Als Mitglied der Gruppe Venedig, einer Künstlergemeinschaft, folgte Pratt u. a. mit Faustinelli und Ongaro Ende 1949 einer Einladung des argentinischen Verlegers Cesare Civita, um für dessen Verlag Abril in Buenos Aires zu arbeiten. In dieser südamerikanischen Phase entstanden für Civitas Zeitschriften Salgari und Misterix nach Szenarien von Alberto Ongaro El cacique blanco (1951) und Legión extranjera (1954). Bereits in Italien veröffentlichtes Material, wie die Serie Asso di Picche, erschien erneut in Salgari.
In Argentinien lernte Pratt auch den Autoren Hector G. Oesterheld kennen. Die Zusammenarbeit mit Oesterheld stellte einen Wendepunkt in seiner künstlerischen Arbeit dar. Nach Szenarien von Oesterheld zeichnete Pratt El Sargento Kirk (1953-59), Ticonderoga (1957-58), Ernie Pike (1957-59) und Lobo Conrad (1958).

Corto Maltese:  Tango

In El Sargento Kirk tritt erstmals eine Figur auf, die den Namen ‚Corto‘ trägt. Im Verlauf des Jahres 1959 trennten sich Oesterheld und Pratt aufgrund von Differenzen um unklare Urheberrechte.
Für den Verlag Grupo Editorial Fascinación von Alvaro Zerboni entstand die neue Serie Ann y Dan (1959), Pratts erster Comic, der komplett von ihm konzipiert und realisiert worden war. Eine der zahlreichen Nebenfiguren der Serie sollte später das Interesse der Kritiker wecken: Tipperary O’Hara, ein Flußschiffer, der nach Aussage von Pratt „irgendwie der ältere Bruder Corto Malteses“ ist.
Neben seiner Arbeit fand Pratt immer wieder Zeit für ausgedehnte Reisen nach Patagonien (Hochland im südlichen Südamerika) und Europa. Im Spätsommer 1959 verließ Pratt Argentinien und ging nach London, wo er vor allem für die Agentur Fleetway Publications nach Manuskripten englischer Autoren an der Serie War Picture Library arbeitete.
Sein Weg führte ihn anschließend wieder nach Argentinien. Dort entstanden für das Magazin Misterix noch die grandiose Abenteuerserie Capitán Cormorant (1962), thematisch ein Vorläufer der Südseeballade und der meisterhafte Western Wheeling (1962).
Als Pratt 1962 schließlich nach Italien zurückkehrte, war er mittlerweile ein international etablierter Zeichner.

Corto Maltese:  Tango

Besonders müssen ihn in Argentinien der Lebensstil und die Frauen beeindruckt haben. Über letztere schreibt er in einem Vorwort zu „Tango“: „Natürlich sind sie immer sehr schön, und man spricht besonders von denen, die sich nicht dafür schämen. Die afro-hispano-indisch-jüdisch-russisch-italienisch-deutsch-türkisch-französisch-englisch-gälische Mischung zeitigt wunderbare Ergebnisse. Die argentinischen Frau gehört mit Sicherheit zu den schönsten der Welt, und der Tango ist ihr Begleiter, ihr Komplize bei ihrem müßigen Schlendern von einem Modegeschäft der Florida-Straße zum anderen.“
Aber auch die Vielzahl der Bordelle ist ihm in Erinnerung geblieben, denn in Argentinien blühte damals die Prostitution. Ein ganzer Abschnitt von Pratt widmet sich daher den „Pardas“, den sehr hübschen farbigen Prostituierten.

Corto Maltese:  Tango

Der Comic selbst dreht sich nur sehr wenig um den Titel gebenden Tango und ist eigentlich eine lupenreine Kriminalgeschichte. Auf der Suche nach einer alten Bekannten namens Louise Brookszowyc sticht er in ein Wespennest. Dummerweise ist Louise, eine Prostituierte, mit einer großen Geschichte in die Mühlsteine höherer Interessen reicher Familien geraten und wurde zusammen mit einem Reporter ermordet. Die Nachfragen nach der alten Bekannten führen zu reichlich vielen Mordopfern und auch Corto scheint in akuter Lebensgefahr zu sein. Außerdem trifft Corto in "Tango" einen berühmten amerikanischen Outlaw wieder!

„Tango“ ist einmal mehr eine beeindruckende Corto Maltese Erzählung.


Corto Maltese: Argentinischer Tango
Text und Zeichnungen: Hugo Pratt
HC, farbig, 136 Seiten, mit Vorworten von Pratt, de Blas und Castellani
KULT Editionen, 27,95 Euro


Corto Maltese: Argentinischer Tango kannst Du hier gerne kaufen.

© Abbildungen: KULT EDITIONEN

Leseprobe: http://www.kult-editionen.de/titel/corto/corto_tango-13.html
 
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