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Til Mette: Meine Welt :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!
31.05.2026, 02:36 Uhr
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geschrieben von M.Hüster am
Mittwoch, 22. November 2006
(4288 Aufrufe)
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Stern-Cartoon als nobler Sammelband
Woche für Woche sind seine Cartoons im Magazin „Stern“ zu sehen, und dass seit über zehn Jahren! Noch bevor Til Mette mit dieser Arbeit begann, hatte es ihn, der in Deutschland von amerikanischen Zeichnern beeinflusst worden war, nach New York gezogen. Dort entwickelte er einen Stil, der in Deutschland einzigartig ist. In seinen Cartoons gewinnt Til Mette den Horror- und Unglücksmeldungen der täglichen Presse, aber auch den Banalitäten des Alltags Pointen ab, die das aktuelle Geschehen überdauern. Neben einigen New York-Bildern, die ihn auch als Maler ausweisen, sind in diesem Sammelband des Lappan Verlags mehr als 450 Cartoons von Til Mette versammelt. Zudem enthält dieser optisch und drucktechnisch schöne Band ein sechsseitiges Interview von Michael Streck (New York Korrespondent des „Stern“) mit dem Autor.
Unter den deutschen Zeichnern hat Til Mette, Jahrgang 1956, eine der interessantesten Entwicklungen durchgemacht. Das liegt in erster Linie daran, dass er und seine Frau sich 1992 entschlossen, nach New York zu gehen. Später ziehen sie nach New Jersey um. Die ungewöhnliche Aufgabenstellung, sich jede Woche mit Wohnsitz in den USA Gedanken über deutsche Themen zu machen und sie für den „Stern“ mit einer gehörigen Portion amerikanischen Witzes umzusetzen, hat seinen besonderen Stil geprägt.
Er will seine Leser in erster Linie unterhalten, nicht belehren. Insofern sind seine Cartoons auch dann noch komisch, wenn der Anlass bereits weit zurückliegt. Zu diesen Inhalten passt sein Zeichenstil. Er ist schnörkellos, konzentriert sich auf das Wichtigste und ist vor allem komisch und unverwechselbar. Aber auch bitterböse Ironie und schwarzen Humor weiß der Autor in seinen Cartoons zu verarbeiten. Til Mettes Cartoons haben kein Verfalldatum. Es macht einfach immer wieder Spaß, sie anzuschauen. Komik auf höchstem Niveau!
Mette veröffentlichte unter anderem auch im englischen „Punch“ und im amerikanischen „Funny Times“. Seit Mitte 2006 lebt Til Mette mit seiner Familie wieder in Deutschland. Als neue Heimat hat er sich Hamburg ausgesucht.
Ausschnitt aus dem Interview mit Til Mette:
(...) Transportieren deine Karikaturen Botschaften?
Mette: Botschaften? Weiß nicht. Ich komme nicht aus einer Position, in der ich den Leuten einen Spiegel vorhalten möchte. Ich bin nicht der, der anderen sagt: „Da geht’s lang.“ Ich fühle mich aber stark genug, beim „Stern“ zu sagen, was ich meine. (...)
Welche Art von Humor hat dich beeinflusst?
Mette: Am Anfang Loriot und Wilhelm Busch. Die verehrte mein Vater auch. An Loriot mochte und mag ich immer diese Parodie des bürgerlichen Milieus. Loriot war meine Teenagerzeit. (...) Über die amerikanischen und kanadischen Freunde meines Patenonkels bin ich dann an nordamerikanische Kultur geraten. Bei ihm lag auch immer der New Yorker rum. Ich konnte das zwar noch nicht einsortieren mit fünfzehn Jahren, aber die Zeichnungen darin hatten eine magische Faszination auf mich. Bis heute.
Wie unterscheiden sich amerikanische Karikaturen von deutschen?
Mette: Die Amerikaner wollen ein Thema lustig rüberbringen, und die Deutschen wollen eher belehren. Amerikaner sind meistens witzig. Und sobald etwas witzig ist, wird es auch eher akzeptiert. Ich glaube grundsätzlich nur Leuten, die ein gewisses Maß an Humor besitzen. (...)
Til Mette: Meine Welt
HC, Großband 22,5 x 27,5 cm, s/w, farbig
Lappan Verlag, 29,95 €
"Til Mette: Meine Welt" kann man gerne hier kaufen.
(c) Abbildungen + Textquellen: Lappan / Til Mette
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