Die Katze des Rabbiners 4: Das irdische Paradies :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
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geschrieben von M.Hüster am Dienstag, 30. Mai 2006 (5055 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Von "Moebius" empfohlen...



Die Katze des Rabbiners

Mit "Das irdische Paradies" präsentiert der Avant-Verlag Berlin den vierten Band aus der Serie "Die Katze des Rabbiners" aus der Feder des französischen Comic-Autors Joann Sfar.

Joann Sfar zählt derzeit zu den wichtigsten und populärsten Autoren der französischen Comic-Szene und "Die Katze des Rabbiners" ist sein bislang größter Erfolg. Inzwischen wurden in Frankreich bereits über 250 000 Exemplare verkauft.

Die Katze des Rabbiners, ein vermenschlichtes Tier, dass sogar sprechen kann, ist in Band 4 aus dem regnerischen Paris nach Algerien zurückgekehrt. In „Das irdische Paradies“ zieht die Katze mit dem Malka und seinem Löwen durchs Land. Der Malka erweist sich nicht nur als findiger Geschichtenerzähler, sondern auch als großes Schlitzohr, wenn es darum geht, den Lebensunterhalt zu verdienen. Doch seine Tricks klappen nicht immer, und so gerät er in eine Sinnkrise. Und da der Löwe daran nicht ganz unschuldig ist, beschließt er, sich vom Leben zu verabschieden ...
Die Katze des Rabbiners
In einem Vorwort äußerst sich Jean „Moebius“ Giraud zu Sfar und seinem Werk „Die Katze des Rabbiners“ wie folgt: (...) „Er (Sfar) ist einer dieser begnadeten Menschen, deren Aufgabe es ist, Geschichten zu erzählen, die den Geschichten ihrer Vorfahren einen Sinn geben. Ich verdächtige diesen kleinen Sprachdieb, die Katze des Rabbiners, die Stimme zu sein, mittels derer Joann seiner eigenen Geschichte einen Sinn gibt.“ (...)

Die Meinung von Giraud ist sehr positiv und muss wohl aus der Sicht eines Comic-Künstlers gesehen werden, der selbst zu jenen gehört(e), die ständig die Grenzen des Comics ausgelotet haben. Für den „Normal-Comic-Leser“ dürfte es eher schwierig sein, Zugang zu dieser sehr ungewöhnlichen Sfar-Story zu bekommen. Man muss schon einiges von der jüdischen Religion verstehen, um Sfars Ironie und Witz gut zu verstehen.

Der Reiz der Geschichte liegt somit für mich darin, wie Sfar die Katze immer wieder die jüdische Religion und seine Inhalte hinterfragen lässt. Der Autor zeigt zudem in bestimmten Situationen die Grenzen der Anwendbarkeit von religiösen Regeln auf.
Die Katze des Rabbiners
Joann Sfar thematisiert außerdem Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in seinem aktuellen Band. Das Zusammenleben der arabischen und jüdischen Bevölkerung auf der einen und der französischen Kolonialmacht auf der anderen stehen im Brennpunkt der Ereignisse: Wie geht man als Volksgruppe mit Agitatoren um oder wie begegnet man seinem Feind?
Interessante Fragen, auf die Sfar nicht immer eine Antwort liefert, sondern diese zum Nachdenken im Raum stehen lässt.
Sehr schön: Die ironisierte Darstellung der Selbstzweifel der Protagonisten (z. B. beim Malka: Die Liebe zählt nicht. Ich will bewundert werden).
Sfars Comic wirkt fast wie ein illustriertes Geschichtenbuch. Die Grenzen zwischen lfd. Handlung und erzählten Geschichten sind z. T. fließend und stellen sich erst im nachhinein als Geschichte dar, wie z. B. eine der Todesgeschichten des Malka. Das macht den Storyverlauf spannend und auch überraschend. Für mich ist der Band eine interessante Neuentdeckung.
Die Katze des Rabbiners
Die Serie wird mit dem Album „Jerusalem in Afrika“ fortgesetzt. Wer einen Eindruck von der gesamten Serie und von Sfars Zeichnungen haben möchte, kann diesem Link zu den Leserproben des Avant-Verlags folgten:
http://www.avant-verlag.de/index.php?b=avant&rg=2&ID=1&kat=r


Die Katze des Rabbiners 4: Das irdische Paradies
von Joann Sfar
HC, farbig, 52 Seiten, mit Vorwort von Jean Giraud
Avant-Verlag, Johann Ulrich, 14,95 Euro

"Die Katze des Rabbiners 4" kannst Du hoffentlich bald hier kaufen.

(c) Bilder avant-Verlag, Joann Sfar
 
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