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geschrieben von M.Hüster am Dienstag, 18. April 2006 (15568 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Interview mit Zeichner Marc Bourgne


Der Rote Korsar
Seit mehr als 45 Jahren begeistert der „Rote Korsar“ Generationen von Lesern. Doch jetzt lässt Dargaud die Serie pausieren. Der Verlag glaubt, dass der „Rote Korsar“ zu sehr das Image eines Klassikers hat und daher die Zielgruppe der jungen Leser nicht mehr wie gewünscht anspricht. Später soll die Serie von einem neuen Team fortgesetzt werden.
Die Serie entstand 1959 für das französische Jugend-Magazin „Pilote“. Die genialen Schöpfer der spannenden Abenteuer waren Szenarist Jean-Michel Charlier (1924-1989) und Zeichner Victor Hubinon (1924-1979).

Der Rote Korsar
Welcher Fan franko-belgischer Comics kennt sie nicht, die Abenteuer des Roten Korsaren, vor dem im 18. Jahrhundert die Gouverneure der reichen spanischen und englischen Kolonien in ihren Palästen zittern. Ganze Kriegsflotten werden ausgesandt, um den Mann, der für diesen Zustand verantwortlich ist, unschädlich zu machen. Niemand kennt seine wahre Identität, doch sein Name lässt jeden erschaudern: Der Rote Korsar. Nur wenige, die seinen „Schwarzen Falken“ mit der wehenden Totenkopffahne an der Mastspitze zu Gesicht bekommen haben, können vom „Teufel der Karibik“ berichten, denn der Rote Korsar kennt keine Gnade. An seiner Seite kämpft eine mutige und draufgängerische Mannschaft, die keine Furcht kennt. Zu den Männern des Roten Korsaren gehören auch Baba, ein Schwarzer, den der Pirat aus der Sklaverei befreit hat, der alte Dreifuss, ein ehemaliger Gelehrter, dessen Spitzname auf sein Holzbein zurückzuführen ist, und Rick, den der Rote Korsar einst an Bord eines geenterten spanischen Schiffes fand. Er rettete Rick von dem sinkenden Schiff und machte ihn zu seinem Sohn.

Die Serie, die zu den beliebtesten Piraten-Comics überhaupt zählt, beeindruckte Anfang der sechziger Jahre auch die Asterix-Autoren René Goscinny und Albert Uderzo. Sie setzten dem Roten Korsaren in ihren Asterix-Abenteuern ein Denkmal: Die Piraten, die als Running-Gag immer wieder von Asterix und Obelix versenkt werden, sind natürlich der „Rote Korsar“ und seine Mannschaft des „Schwarzen Falken“.
Der Rote Korsar
Charlier und Hubinon lernten sich 1946 bei der belgischen Presse-Agentur „World Press“ kennen, die verschiedene Jugendmagazine mit redaktionellen Beiträgen und Comics belieferte. Im gleichen Jahr erschien in „Spirou“ die erste Comic-Story der beiden Autoren mit dem Titel „L’agonie du Bismarck“, in der es um ein Ereignis aus dem 2. Weltkrieg geht. Es war der Beginn einer langen und erfolgreichen Zusammenarbeit. So entstand ab 1947 für „Spirou“ die Fliegerserie „Buck Danny“, die heute zu den franko-belgischen Comic-Klassikern zu zählen ist. Es folgten die Comic-Abenteuer „Joe la Tornade“ (1948/49 für „Bimbo“), „Tarawa, atoll sanglant“ (1948/49 für „Le Moustique“), „Surcouf, roi des corsaires“ (1949 bis 1952 für „Spirou“), „Tiger Joe“ (1950/1951 für „La Libre Belgique“/ „La Libre Junior“) und „Jean Mermoz, chevalier du ciel“ (1955/56 für „Spirou“).

Zehn Jahre nach dem Korsaren-Comic „Surcouf, roi des corsaires“ erschien am 29. Oktober 1959 in Pilote die erste Folge von „Der Rote Korsar“ (frz. „Barbe Rouge“).
Jean-Michel Charlier, einer der berühmtesten Comic-Szenaristen Europas, schrieb für 25 Alben die Szenarios (und den Anfang einer 26. Geschichte), Victor Hubinon zeichnete die ersten 17 Abenteuer vom „Teufel der Karibik“. Nach dem Tod der Autoren wurde die Serie, die in Deutschland bei Kult Editionen erscheint, von den Szenaristen Jean Ollivier und Christian Perrissin sowie den Zeichnern Lorg, Jijé, Patrice Pellerin, Christian Gaty und Marc Bourgne fortgesetzt. In bislang 5 Alben von Christian Perrissin (Szenarios) und Daniel Redondo (Zeichnungen) erlebt der Rote Korsar zudem seine Jugendabenteuer.

Im bisher letzten Zyklus der Hauptserie geht es um einen geheimnisvollen Inka-Schatz. Die Abenteuer „Der Teufel an Bord“, „Der Inkapfad“, „Elisas Geheimnis Teil 1 und 2“ überzeugen durch ein spannendes Szenario aus der Feder von Christian Perrissin und vor allem durch die herausragenden Zeichnungen von Marc Bourgne.

Im folgenden Interviewausschnitt (das vollständige Interview ist in ZACK 80 erschienen) berichtet Marc Bourgne über seine Arbeit an der Serie „Der Rote Korsar“ und zu den Gründen, die Dargaud zu der Editionspause bewogen haben. Das Interview führte Michael Hüster.
Der Rote Korsar

CRS: Wie sind Sie als Zeichner zu der Serie „Der Rote Korsar“ gekommen? Wann haben Sie mit der Arbeit an der Serie begonnen?

M. Bourgne: Als das Autorenteam Jean Ollivier und Christian Gaty die Arbeit an „Barbe Rouge“ einstellte, schlug mir Dargaud vor, die Serie mit Christian Perrissin fortzusetzen. Ich nahm Kontakt zu ihm auf und wir unterhielten uns darüber, wie wir uns die Zukunft der Serie vorstellen. Wir waren uns in allem einig und 1999 begannen wir mit der Arbeit an der Serie.


CRS: Haben Sie alle Alben der Serie gelesen, bevor Sie Ihr erstes Album gezeichnet haben?

M. Bourgne: Ja, ich habe alle Alben gelesen, als ich noch ein Kind war. Und erneut, als die Bände von Dargaud als Werksausgabe (Intégrale) wieder aufgelegt wurden. Doch nachdem man mich gefragt hatte, ob ich die Serie als Zeichner übernehmen möchte, habe ich die Geschichten nicht noch einmal gelesen. Ich wollte damit vermeiden, mich zu nahe am Originalstil zu orientieren. Ich wollte lieber aus meinen Erinnerungen heraus einen eigenen Stil entwickeln.
Der Rote Korsar

CRS: War es ein persönlicher Traum von Ihnen, eine so berühmte Serie wie den „Roten Korsaren“ als Zeichner zu übernehmen, die von den großen Comic-Legenden Charlier und Hubinon 1959 für die französische Jugendzeitschrift PILOTE geschaffen worden ist?

M. Bourgne: Ja. Ich habe schon immer die Arbeiten von Charlier und Hubinon (bei ihm besonders „Buck Danny“) bewundert. Meine Lieblingsserie von Charlier war „Tanguy und Laverdure“ und ich habe davon geträumt, die Serie fortzusetzen. Ich schrieb vor einigen Jahren ein Szenario und Jean-Charles Kraehn, ebenfalls ein großer Fan von Tanguy, wollte die Geschichte zeichnen. Leider fand Philippe Charlier, Jean-Michel Charliers Sohn, die Story schlecht. Das war natürlich eine große Enttäuschung. Aber den „Roten Korsaren“ zu zeichnen, war ein großes Vergnügen!

Der Rote Korsar
CRS: „Elisas Geheimnis, Teil 2“ soll zunächst der letzte Band des „Roten Korsaren“ sein. Wird die Serie definitiv eingestellt oder wird es nur eine Veröffentlichungspause geben? Wie sieht Dargaud die Zukunft der Serie?

M. Bourgne: Unser vierter Band vom „Roten Korsaren“ war unser letzter. Ich bin mir nicht sicher, was Dargaud künftig tun wird. Und vielleicht weiß es Dargaud auch noch nicht so genau! Der Verlag teilte mir mit, dass die Serie einige Jahre pausieren soll. Danach soll sie mit sehr bekannten Autoren fortgesetzt werden.


CRS: Was war der Grund für diese Entscheidung?

M. Bourgne: Dargaud glaubt, dass „Der Rote Korsar“ zu sehr das Image eines Klassikers hat. Eben zu alt, um junge Leser anzusprechen. Außerdem ist die Serie kein Bestseller. Dargaud legt zwar nicht drauf, aber viel zu verdienen gibt es auch nicht. An unserer Arbeit kann es nicht gelegen haben, denn Dargaud bat Christian und mich, eine neue Serie zu kreieren.
Der Rote Korsar

Der Rote Korsar erscheint in Deutschland bei Kult Editionen.

Der Rote Korsar
© Abbildungen: Kult Editionen, Dargaud Editeur
 
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