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Fight Club 3 :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
06.12.2021, 08:47 Uhr
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geschrieben von StefanS am Sonntag, 27. Dezember 2020 (712 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

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Fight Club 3 Chuck Palahniuks Roman und mehr noch David Finchers Verfilmung von „Fight Club“ gehören wohl zu den Favoriten eines Großteils der Generation, die in den 1990er-Jahren auch bereits für Kurt Cobains Nirvana und eine Gegenkultur schwärmten, in dem der vorrangige Lebenszweck nicht darauf abzielte, später mal so zu werden wie die Yuppies der 1980er-Ära mit Typen wie Donald Trump, der Filmfigur Gordon Gekko oder der Romanfigur aus „American Psycho“. Doch bereits Teil 2 der Geschichte trennte die Spreu vom Weizen, es wurde sehr meta und eventuell ist das alles, nur noch für die extrem begeisterten Fans relevant. Was will uns nun also Teil 3 der Abenteuer von Tyler Durden sagen?


Brad Pitt äußerste sich, Jahre später auf den Film von 1999 angesprochen, etwas abfällig über seine Rolle als Tyler Durden und sagte sinngemäß, dass das eben die 1990er waren. Und da ist etwas dran. Im Rückblick war damals vieles überschaubarer, weniger beängstigend und die Grenzen klarer gezogen. Insofern sind vermutlich manche der „Sorgen“ des Helden so genannte „Luxusprobleme“. Als Erwachsener dann eben nicht Film- oder Rockstar geworden zu sein, ist doch wohl eher kein ernsthafter Grund zu klagen. Allerdings geht der Film viel weiter, viel tiefer und stellt grundlegende Fragen und porträtiert Männer auf geradezu perfekte Weise. Ein funktionierender Sinn für Humor und Ironie sowie etwas Bildung und Lernbereitschaft sollten die Zuschauer und Leser aber unbedingt mitbringen, um diese Geschichte in Gänze würdigen zu können.

Fight Club 3

Waren die Geschehnisse in Teil 1 nur Jugendsünden eines frustrierten, gelangweilten Scheidungskindes mit einem stinklangweiligen, aber gut bezahlten Job als Versicherungssachbearbeiter? Teil 2 beleuchtete das Leben des Helden in seinen mittleren Lebensjahren und ließ kurzerhand Autor Chuck Palahniuk zu einer Romanfigur werden.

Teil 3 rundet „Fight Club“ nun zur Trilogie ab. Im ersten Teil wurde das Verhältnis zum fehlenden Vater verarbeitet und das alte Ich in seine Schranken gewiesen, der Held wude erwachsen. Teil 2 nahm Abschied vom Vater der Geschichte. Und Teil 3 widmet sich dem Erbe, dem was bleiben wird.

Das zweite Kind von Marla Singer und des schizophrenen Helden ist unterwegs. Aber die Welt ist nach wie vor so ein chaotischer Ort und die völlig überbevölkerte Erde nähert sich in Riesenschritte ihrem Untergang. Will man seinen Kindern so eine Welt hinterlassen? Ein Altnazi taucht auf und mittels einer Seuche soll ein Großteil der Menschheit ausgerottet werden. Erschreckend wie sich hier Parallelen zur Corona-Pandemie aufdrängen! Und wer sich schon bei all den Nachrichten zu Lockdowns, Verschwörungstheorien und Politikclowns schwer tut, um halbwegs den Überblick zu behalten, der wird von „Fight Club 3“ noch mehr verwirrt. Super viel Metaebene. Symbole. Traumartige Sequenzen. Ein Zeichen- und Erzählstil, der gleichermaßen irritiert wie fasziniert.

Fight Club 3

Nach der Lektüre beginnt der nächste Durchlauf beim erneuten Lesen und wie schon Teil 1 werden die Ideen und Szenen aus dieser Trilogie immer mal wieder hochkommen und Anlass zum Nachdenken und für Gespräche geben. Ich habe ganz konkret erst mal den deutschen Gunnar Heinsohn und den Forscher Michael Woodley per Suchmaschine verfolgt, weil mich der Comic so neugierig darauf gemacht hatte zu erfahren, was diese Menschen zum Zustand der Welt zu sagen haben. Wer auf Sinnsuche ist, der ist bei „Fight Club“ richtig und alle, die unkonventionelle, zeichnerisch und erzählerisch originell und innovative Comics mögen, sollten unbedingt mal in diese Storys hineinschauen. Der Zugang ist etwas sperrig, aber es lohnt sich!

Stefan Svik.

Wertung: 80 %

Fight Club 3
Genre: Satire, Thriller
Text: Chuck Palahniuk
Zeichnungen: Cameron Stewart
Übersetzung Band 1: Gerlinde Althoff
Übesetzung Band 2: Bernd Kronsbein
Band 1: 168 Seiten, Band 2: 176 Seiten Hardcover, farbig
2019/2020 Splitter Verlag, zwei Bände, je 24 Euro


Leseprobe beim Splitter Verlag

(c) der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: Splitter Verlag 2020
 
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